Man sitzt da nichtsahnend, trinkt seinen Kaffee, denkt an nichts Böses – und zack: neues Projekt im Tierschutz.
Das ist wie: „Ich wollte eigentlich nur gucken.“
Und plötzlich ist man mitten drin in der Arterhaltung.
Arterhaltung klingt erstmal wie ein Begriff aus einem Behördenformular, das in Schriftgröße 6 erklärt, warum irgendwas leider nicht genehmigt werden kann. Dabei heißt es im Kern:
„Wenn wir uns jetzt nicht kümmern, gibt’s das bald nur noch auf alten Fotos. Und die sind unscharf.“
Gerade im Aquarienbereich ist Arterhaltung ja so ein leiser Alarm. Kein Sirenengeheul.
Eher ein dezentes Plopp.
Ein Fisch verschwindet nicht spektakulär. Der kündigt das nicht an. Der macht keinen Abschiedsbrief. Der ist einfach irgendwann… weg.
Und dann sagen wir: „Oh. Den gab’s mal.“
Also neue Projekte. Zuchtprogramme. Zusammenarbeit. Verantwortung.
Alles Dinge, bei denen man früher gesagt hat:
„Ja, klingt wichtig – aber ich hab Mittwoch Rücken.“
Und dann kommen die neuen Herausforderungen.
Zum Beispiel: Menschen.
Menschen sind ja im Tierschutz immer gleichzeitig Lösung und Problem.
Man braucht sie dringend – aber sie bringen Meinungen mit.
Und Kabel.
Und Ideen.
„Ich hab da mal was im Internet gelesen…“
Apropos Menschen: Die Mitgliederzahl im Aquarienclub steigt.
Das ist erstmal gut. Wirklich!
Mehr Leute, mehr Wissen, mehr Engagement.
Aber auch: mehr WhatsApp-Gruppen.
Plötzlich sitzen da Leute, die sind jünger als deine erste Leuchtstoffröhre.
Die reden von Apps, während du denkst:
„Mein Filter läuft seit 1998. Aus Respekt.“
Und trotzdem ist das schön.
Weil da wieder dieses Funkeln ist.
Dieses „Boah, guck mal, der schwimmt ja wirklich so!“
Das erinnert einen daran, warum man angefangen hat –
nicht wegen Technik, sondern wegen Staunen.
Und dann steht sie an: die nächste Zierfischbörse.
Zierfischbörse ist ein Wort, das klingt, als würde es eigentlich nur Insidern erklärt.
Wie ein geheimer Club.
Da riecht es nach Wasser, Gesprächen und diesem ganz speziellen Optimismus,
dass heute alles klappt.
Man nimmt sich vor, nur kurz zu schauen.
Und kommt mit Tüten raus, die man vorher nicht geplant hat.
„Der war so günstig.“
„Der war so traurig.“
„Der hat mich angeguckt.“
Am Ende merkt man:
Tierschutz, Arterhaltung, Vereinsarbeit – das ist alles anstrengend.
Aber es ist die gute Art von anstrengend.
Die, bei der man abends müde ist und denkt:
„Okay. Das war sinnvoll.“
Und vielleicht ist das die eigentliche Herausforderung:
Dranzubleiben.
Mit Humor.
Mit Herz.
Und mit der Erkenntnis, dass man nie nur „ein bisschen“ im Tierschutz ist.
Entweder man macht’s –
oder man sitzt da und denkt sich:
„Hoffentlich kümmert sich jemand.“
Und dann steht man doch wieder da.
Mit einem neuen Projekt.
Mitten drin in der Arterhaltung.
Und Kaffee.
Immer Kaffee.