Meine Damen und Herren,

liebe Freunde des gepflegten Blubberns,

verehrte Menschen, die freiwillig mehr Zeit vor Glasbecken verbringen als vorm Fernseher —

heute reden wir über einen Verein, dessen Gründung so lange her ist, dass damals selbst die Dinosaurier gesagt haben: „Boah, jetzt reicht’s aber langsam mit der Geschichte.“

1896!

Da fuhr man noch Fahrrad mit einem Vorderrad groß wie ein Mühlstein.

Da war „Streaming“ noch ein Bach hinterm Haus.

Und irgendwo in Magdeburg standen Leute zusammen und dachten sich:

„Wisst ihr, was die Welt jetzt dringend braucht? Einen Aquarienverein.“

Und das, meine Freunde, war keine fixe Idee nach drei Korn und einem schlechten Abend im Kaiserreich.

Nein.

Das war Vision.

Das war Hingabe.

Das war der Beginn von etwas, das bis heute lebt: der Aquarienverein Vallisneria Magdeburg e.V.

Allein der Name klingt schon wie eine seltene Wasserpflanze, die man nur unter Vollmond und bei exakt 24,5 Grad Wassertemperatur einsetzen darf.

„Vallisneria“ — das klingt nicht nach Verein.

Das klingt nach einer lateinischen Göttin des Aquariensilikons.

Und seit über hundert Jahren kümmern sich dort Menschen um Fische, Pflanzen, Wasserwerte und vermutlich Diskussionen darüber, ob der pH-Wert jetzt wirklich „minimal kritisch“ ist oder ob Uwe einfach wieder hysterisch wird.

Denn Aquarianer sind besondere Menschen.

Normale Leute sagen:

„Das Aquarium sieht schön aus.“

Aquarianer sagen:

„Ja, aber die Panzerwelse wirken seit Dienstag emotional distanziert.“

Das ist Liebe.

Das ist Beobachtungsgabe.

Das ist Wissenschaft mit Kescher.

Und während andere Vereine sich irgendwann zerlegen — wegen Bierpreisen, Vorstandswahlen oder der Frage, wer den Grill sauber macht — hält sich dieser Verein seit 1896.

Der hat Kaiser erlebt.

Kriege.

Inflation.

DDR.

Wiedervereinigung.

Und wahrscheinlich fünf verschiedene Sorten Fischfutter, die alle „jetzt revolutionär neu“ waren.

Aber Vallisneria blieb.

Weil echte Leidenschaft nicht kaputtgeht.

Und weil hinter so einem Verein immer Menschen stehen, die ihn tragen.

Menschen wie Steffen Oppelt.

Einer von denen, bei denen man nach fünf Minuten das Gefühl hat, man gehört schon dazu.

Immer freundlich.

Immer gut gelaunt.

Und mit dieser seltenen Art von Herzlichkeit, die man nicht spielen kann.

So jemand kommt nicht rein wie ein Vorsitzender.

So jemand kommt rein wie Familie.

Und genau dieses Familiäre scheint überhaupt ein Teil der DNA dieses Vereins zu sein.

Gemeinsam mit Andreas Klein, Heiko Mengewein, Danilo Ulrich und Uwe Hanke lenkt er die Geschicke des Vereins — und das vermutlich mit der Ruhe von Menschen, die schon mal nachts um zwei einen Außenfilter gerettet haben.

Da diskutiert man nicht über Weltpolitik.

Da diskutiert man ernsthaft über Wasserwechselintervalle.

Und genau das macht solche Vereine groß.

Denn hier geht es nicht nur um Aquarien.

Es geht um Gemeinschaft.

Um Wissen, das weitergegeben wird.

Um Menschen, die füreinander da sind.

Und um die wunderbare Fähigkeit, sich auch nach über hundert Jahren noch für etwas zu begeistern, das still in einer Ecke steht und blubbert.

Wer mal zehn Minuten vor einem Aquarium gesessen hat, weiß doch:

Da drin herrscht mehr Frieden als in der Kommentarspalte irgendeiner Zeitung.

Und genau deshalb ist dieser Verein mehr als ein Hobbyclub.

Er ist ein Stück Geschichte.

Ein Stück Magdeburg.

Und ein lebender Beweis dafür, dass Begeisterung Generationen überdauern kann.

Denn irgendwer muss ja den Kindern zeigen, dass ein Neonfisch nicht bloß ein USB-Stick mit Flossen ist.

Darum:

Respekt vor über 130 Jahren Leidenschaft, Gemeinschaft und nassen Ärmeln bis zum Ellenbogen.

Auf den Aquarienverein Vallisneria Magdeburg e.V. —

mögen eure Pflanzen wachsen,

die Algen sich schämen

und die Filter niemals nachts um halb drei ausfallen.

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