Freitag, 26 August 2016 14:56

Nitella – eine Alge als Aquarienpflanze

geschrieben von  Holger Schaab
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Nitella-Arten gehören zu den Edelalgen. Die Gattung wird auch als Glanzleuchteralgen bezeichnet und ist quasi eine uralte Übergangsform von der primitiven Alge zur höheren Pflanze. In weiten Teilen Europas steht sie auf der Liste der gefährdeten Arten, darf also der Natur nicht entnommen werden, und in vielen Teilen der früheren Vorkommen ist sie bereits ausgestorben!

Vorkommen und Standorte

Die obengenannten drei in Europa vorkommenden Nitella-Arten, also N. flexilis, N. furcata und N. opaca, bevorzugen sauberes, nährstoffarmes und möglichst kalkhaltiges Süßwasser. Daher sind diese Arten besonders in Klarwasserseen und Quelltöpfen anzutreffen. In Regenwassertümpeln, Gräben und Baggerseen bilden sie oft die Pioniervegetation und helfen so anderen Pflanzenarten zur Besiedlung. Sind geeignete Voraussetzungen gegeben, bilden die Nitella-Arten oft großflächige Bestände, die Nitella-wiesen genannt werden.

Nitella sp. unbekannter Herkunft aus einem Gewächshaus

Nitella sp. unbekannter Herkunft aus einem Gewächshaus.

Ein wenig zur Systematik

Ordnung Charales Armleuchteralgen
Familien Characaceae Armleuchteralgen
  Clavatoraceae ausgestorben!
  Palaeocaraceae ausgestorben!
Gattungen Chara Armleuchteralgen
  Nitella Glanzleuchteralgen
Arten 57 Nitella-Arten, darunter: N. flexilis,
N. furcata, N. opaca
in Mitteleuropa heimisch,
vom Aussterben bedroht!

Funktion im Gewässer

Nitella ist für eine starke Photosyntheseleistung bekannt. Dadurch wird durch sogenannte biogene Entkalkung die Karbonathärte des Gewässers gemindert und Sauerstoff zugeführt. Dies führt dazu, dass Nitella in der Natur oft mit Kalkkrusten überzogen ist.

Bedeutung in der Aquaristik

Nitella-Arten sind in der Aquaristik schon seit dem 19. Jahrhundert, also schon recht lange, bekannt. Dennoch wird diese schöne, grazile Pflanze leider sehr selten verwendet, da der Name "Alge" auf Aquarianer abschreckend wirkt. Obwohl noch eine Alge, besitzt sie nicht deren Nachteile und ist für die Aquaristik durchaus sehr interessant! Nicht nur wegen des schönen und extravaganten Aussehens – nein, sogar als Erstbepflanzung eignet sie sich sehr gut, da es keinen besseren, natürlichen Schadstofffilter gibt. Aber das ist bei weitem noch nicht alles: Diese Alge kann mehr, sie kann bei ausreichender Photosynthese anorganische Kohlenstoffe entziehen und Härtebildner ausfällen, das heißt mit dieser Alge kann man auf natürlichem Wege Wasser durch biogene Entkalkung weicher machen! Diese Pflanze eignet sich sehr gut für Garnelen- und Zuchtaquarien. Da sie sehr zierlich wächst, ist sie auch sehr gut für Nano-Aquarien geeignet. Das Wachstum ist auch in Harzwasser mit seiner sehr geringen Karbonathärte noch mittelmäßig, in nur etwas härterem Wasser dann schon zügig bis schnell. Aber keine Angst: Diese Glanzleuchteralge wächst anders als Faden-, Punkt-, Bart- und Pinselalgen nicht an den Blättern, dem Bodengrund oder anderen Gegenständen fest, sondern bildet eigenständige Pflänzchen, die jederzeit leicht entnommen werden können. Bei den Nitella-Arten, die gelegentlich mal angeboten werden, handelt es sich fast immer um N. flexilis oder N. furcata. Unterscheiden kann man beide Arten nur unter dem Binocular.

Biotopaufnahme in Namibia

Biotopaufnahme in Namibia.

Unterwasseraufnahme einer Nitella in Thailand, Khao Lak

Unterwasseraufnahme einer Nitella in Thailand, Khao Lak.

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

Anstehende Veranstaltungen

  • 11 May
    Gäste sind herzlich willkommen!...
  • 08 Jun
    Gäste sind herzlich willkommen!...
  • 24 Aug
    Beginn der aquaristischen Plauderei ist bereits ab 19:30 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen!...