Montag, 25 Juli 2016 12:16

Corydoras metae (Meta Panzerwels)

geschrieben von  Ralf Maletz
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Beschreibung und Zuchtbericht

Wenn ich an Panzerwelse denke, kommt mir auch wieder recht schnell Corydoras metae in den Sinn. Nicht nur, weil es der erste Panzerwels für mich war, den ich erfolgreich nachzüchten konnte, sondern weil er für mich immer noch einer der schönsten ist.

Aber zunächst zu seinem Namen. Er bezieht sich auf sein Vorkommensgebiet, den Rio Meta in Kolumbien. C. metae gehört mit einer ausgewachsenen Größe von 5 cm zu den kleineren Corydoras-Arten und ist somit auch schon für kleinere Aquarien ab ca. 50 Litern gut geeignet.

Corydoras sind gesellige Tiere, und man sollte sie daher in kleinen Trupps nicht unter 7 Exemplaren halten. C. metae fühlt sich in mittelhartem Wasser (ca. 10 dgH) um pH 7 und einer Temperatur von 25 bis 26 °C sehr wohl. Im Aquarium sollten stellenweise dichter Pflanzenwuchs sowie einige Versteckplätze in Form von Höhlen oder Wurzeln vorhanden sein. Besondere Bedeutung kommt dem Bodengrund zu. Er darf auf keinen Fall aus scharfkantigem oder grobem Kies bestehen, da Panzerwelse ihre Nahrung durch Gründeln am Boden aufnehmen und so ihre empfindlichen Barteln verlieren können. Als ideal erweist sich hier feinkörniger Aquarienkies.

Eine Vergesellschaftung mit anderen Corydoras-Arten ist gut möglich. Hierbei sollten bei Vermehrungsabsichten jedoch vom Aussehen sehr unterschiedliche Arten vergesellschaftet werden, da es sonst sehr schnell zu ungewollten Vermischungen der Arten kommen kann, die aufgrund der Erhaltung der verschiedenen Arten unbedingt vermieden werden sollte. Ansonsten können Corydoras mit allen friedlichen Fischen vergesellschaftet werden, die sich ebenfalls bei den oben genannten Wasserqualitäten wohl fühlen.

Um Corydoras metae zu vermehren, müssen sie nicht unbedingt aus dem Gesellschaftsaquarium entfernt werden. Man sollte dann nur schnell die abgelegten Eier, die überall im Becken angeheftet werden (an Pflanzen, Wurzeln und sonstigen Einrichtungsgegenständen, auch an den Aquarienscheiben), entfernen, um sie vor dem Verzehr der anderen Beckeninsassen zu retten. Das Entfernen geschieht einfach, indem man die Eier mit Daumen und Zeigefinger abnimmt. Hartnäckig klebende Eier können zunächst unter leichtem Druck auf das Ei am Substrat gerollt werden. Meistens kleben sie dann auch schon am Finger und können so entnommen werden. Wie beschrieben, kann man diese kleinen Burschen so auch im Gesellschaftsaquarium vermehren. Ich habe es allerdings vorgezogen, die Corydoras metae zur Zucht in ein 60 Liter Aquarium mit den oben genannten Versteckmöglichkeiten zu überführen. So besteht die Möglichkeit, die Ablaichbereitschaft gezielter zu fördern.

Gute Erfahrungen machte ich mit regelmäßigem Wasserwechsel von etwa einem Drittel des Beckeninhalts mit temperiertem Wasser etwas unterhalb der Temperatur des Beckenwassers und unter Zugabe von Wasseraufbereiter. Regelmäßig bedeutet in diesem Fall alle drei Tage.

Meine Zuchtgruppe bestand aus vier männlichen und sechs weiblichen Tieren. Die Geschlechtsunterscheidung ist bei ausgewachsenen Tieren anhand der Größe recht deutlich. Männliche Tiere sind wesentlich kleiner und haben einen schmaleren Körper als die weiblichen Tiere. Das Ansetzen ist bei Corydoras metae ganzjährig möglich, da er zu den Dauerlaichern zählt. Die Zahl der Eiablage pro Weibchen wird in der Literatur mit ca. 30 angegeben.

Corydoras lieben frisches Wasser, sie kommen ja auch aus zum Teil schnell fließenden Flüssen. Aufgrund dieser Tatsache installierte ich zusätzlich zum Außenfilter einen kleinen Innenfilter, um etwas "Bewegung" in das Becken zu bringen. Als letztes ablaichförderndes Mittel wurde von mir überwiegend Lebend- bzw. Frostfutter gereicht. Besonders die eigentlich nicht so empfehlenswerten, weil oftmals schadstoffbelasteten roten Mückenlarven eignen sich besonders gut zur Förderung des Laichansatzes. Man sollte jedoch auch hier nur soviel füttern, wie auch gefressen wird, da liegengebliebenes Futter das Wasser belastet und der Besatz von Ancistrus dolichopterus (Blauer Antennenwels) als "Beckenreiniger" nach meinen Erfahrungen nicht empfehlenswert ist. Ihn hatte ich immer in Verdacht, dass auch er sich an den Corydoraseiern zu schaffen machte.

Bei täglicher Sichtkontrolle des Beckens werden einem dann bald die ersten glasigen Eier an Pflanzen, Beckenscheiben oder an anderen Einrichtungsgegenständen auffallen. Diese habe ich wie oben beschrieben herausgenommen und in Gefrierbehälter mit einem Fassungsvermögen von einem Liter, die mit dem Beckenwasser befüllt wurden, überführt. Um nun die benötigte Wassertemperatur in den Gefrierbehältern zu halten, stellte ich sie in ein weiteres Aquarium (hier genügt ein 20-30 Liter Becken), das nur zu einem Drittel der Höhe der hineingestellten Gefrierbehälter mit Wasser gefüllt war. Ein Heizstab hielt das Wasserbad auf 26° C. Ein Drittel des Wassers in den Gefrierbehältern sollte nun mindestens zweimal täglich mit frischem temperierten Wasser gewechselt werden. Hierzu eignet sich sehr gut ein Luftschlauch. Beim Wechseln des Wassers können gleichzeitig verpilzte Eier sowie Eihüllen der nach etwa 2-3 Tagen geschlüpften Tiere entfernt werden. Nach ca. 3-5 Tagen haben die Jungtiere dann ihren Dottersack verbraucht und können mit frisch geschlüpften Artemia Nauplien gefüttert werden. Ebenso kann fein zerriebenes Flockenfutter zugefüttert werden. Futterreste sollten täglich beim Wasserwechsel herausgesaugt werden.

Nachdem die Tiere so etwa zwei Wochen gehalten wurden, wurden sie in ein nicht eingerichtetes 30 Liter Becken (ohne Bodengrund und Einrichtungsgegenstände) eingesetzt, welches mit einem luftbetriebenen Eckfilter und einem Heizstab ausgestattet wurde. Auch hier habe ich täglich etwa ein Viertel bis ein Drittel des Wassers ausgetauscht und dabei die Futterreste entfernt. Da sich keine Ancistrus im Becken befanden, habe ich zusätzlich die Bodenscheibe mit einem Borstenpinsel vom sich bildenden Bakterienrasen befreit. In dieser Wachstumsphase sollte man auch mit der Auslese der Tiere beginnen, d.h. verkrüppelte oder missgebildete Tiere selektieren.

In diesem Becken können die Tiere verbleiben, bis sie ca. 1,5 cm groß sind. Ab dieser Größe können sie in das eingerichtete 60 Liter Becken eingesetzt werden, welches man als Ablaichbecken benutzt hat und großgezogen werden. Nach ca. vier bis sechs Monaten werden die Tiere ausgefärbt etwa 2,5-3 cm groß sein. Was macht man nun mit einer so großen Anzahl von Jungtieren? Nun ja, ich hatte keine Schwierigkeiten, sie an Liebhaber auf Zierfischbörsen oder an den Zoofachhandel abzugeben. Hobbyzüchter von gesunden Corydoras haben selten Absatzschwierigkeiten.

Also dann, viel Glück bei der Zucht!

 

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