Aquarium von Null – oder: Wie ich mein Leben freiwillig ins Wasser schiebe

Mir ist irgendwann diese völlig irre Idee gekommen:
Was wäre eigentlich, wenn ich nochmal komplett bei null anfangen würde?
Nicht im Leben – da reicht mein Rücken schon als Argument –, sondern im Aquarium.
Ein leeres Becken. Ich. Und die Frage: „So. Und jetzt?“

Erstmal die Basics: Welches Becken?
Klein, brav, überschaubar?
Oder gleich groß genug, dass man darin einen Kleingarten unterbringen könnte, nur für die Stabilität, versteht sich.
Ich meine, wer will schon ein wackeliges Miniuniversum, wenn man gleich einen Ozean haben kann?

Dann die Technik. Früher hieß das: Licht an, Filter an, fertig.
Heute ist das wie ein Jetpack bauen: Pumpen, Abschäumer, Strömung, Osmoseanlagen, Werte, Tests…
Und irgendwann denkst du nur noch: „Brauche ich eigentlich ein eigenes Kontrollzentrum oder reicht das Smartphone?“

Und dann kommt er: der innere Monk.
Der sitzt da, verschränkt die Arme und sagt:
„Wenn wir das jetzt machen, dann aber ordentlich. Alles messen, alles sortieren, alles abwägen!“
Der Monk kann sogar Kies nach Moral bewerten.
Alles muss seine Ordnung haben. Sonst bricht die Welt zusammen.

Gegenüber sitzt der andere Teil von dir – nennen wir ihn den Chaoten.
„Ach komm, einfach Wasser rein, läuft schon.“
Und plötzlich führen die beiden eine Talkshow in deinem Kopf, bei der keiner mehr weiß, wer eigentlich Moderator ist.

Dann die wichtigste Frage: Welche Fische?
Nicht das, was alle machen.
Nicht das, was vernünftig ist.
Aber auch nicht das, wovor man innerlich wegrennen müsste.
Einfach die, die dich packen. Die, bei denen du stehen bleibst und denkst: „Das wäre schon cool.“

Und während du überlegst, kriegt der Monk schon Schnappatmung.
„Wir müssen das planen!“
„Planen? Wir haben doch noch nicht mal Wasser drin!“
„Eben!“

Und trotzdem sitzt du am Ende da: Vor Glas, Wasser drin, und dieser leicht panische Optimismus, der irgendwo zwischen „Oh nein“ und „Oh ja“ liegt.

Und genau hier, an diesem Punkt, kommt die eigentliche Frage:

Was würdet ihr anders machen?
Welche Fische würdet ihr einsetzen, welche Technik würdet ihr wählen, welchen verrückten Spaß würdet ihr euch diesmal gönnen – ohne dass euer innerer Monk sofort die Alarmglocken läutet?
Jetzt ist die Gelegenheit, das Aquarium von Null neu zu denken.

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