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Ratgeber Aquaristik von Kai A. Quante

Im Rahmen der Ratgeber-Seite der Braunschweiger Zeitung werden seit Januar 2008 auch aquaristische Themen behandelt. Kai A. Quante konnte dazu von der BZ als Autor gewonnen werden und möchte damit Anfängern die Aquaristik und auch den Aquarienclub Braunschweig e.V. näher bringen.

Wir haben alle in den ersten 1,5 Jahren in der Braunschweiger Zeitung erschienenen Artikel hier auf der Internetseite des Aquarienclub Braunschweig e.V. veröffentlicht.

Kai A. Quante

Weitere Artikel finden Sie auf der Internetseite von Kai A. Quante auf Aquaristik-Consulting.de.


Inhaltsverzeichnis

  • Welche Aquarienfische eignen sich für den Gartenteich?
  • Kann ich Krebse im Gartenteich halten?
  • Wie halte ich Antennenwelse?
  • Was mache ich mit meinem Aquarium im Urlaub?
  • Worauf muss ich achten, wenn ich Panzerwelse halten will?
  • Was sind Artemia - und wie füttere ich damit meine Fische?
  • Wie halte ich Flossensauger im Aquarium?
  • Was mache ich mit gekauften Stängelpflanzen?
  • Was mache ich mit gekauften Topfpflanzen fürs Aquarium?
  • Fische, die auf Bäume klettern
  • Was muss ich beachten, wenn ich Guppys halten will?
  • Wie kühle ich das Wasser in meinem Aquarium?
  • Wie viele Fische sollte ich in ein Aquarium setzen?
  • So pflegen Sie Ihre Zwerggarnelen
  • Wie reinige ich einen Aquarienfilter?
  • Welchen Innenfilter braucht mein Aquarium?
  • Worauf muss ich achten, wenn ich Fische ins Aquarium setze?
  • Wie stelle ich ein Aquarium auf?
  • Warum muss ich das Wasser im Aquarium regelmäßig wechseln?
  • Warum habe ich so viele Schnecken im Aquarium?
  • Wie transportiere ich meine Aquarienfische richtig?
  • Schadet Zigarettenrauch meinen Tieren im Aquarium?

  • Welche Aquarienfische eignen sich für den Gartenteich? (04.06.2009)
    Einige Fische der Subtropen und insbesondere warmgemäßigten Klimazone eignen sich auch für die Gartenteichhaltung. Sie werden im Aquarium je nach Zimmerheizung und Erwärmung im Sommer zwischen 17 und 28 Grad Celsius ohne Heizung gehalten.
    Zu solchen Arten gehören zum Beispiel die kleinen Kardinalfische, Zwergkärpflinge oder Schwarzbarsche. Auch Schwertträger oder Makropoden können Sie ohne Weiteres im Sommer in Ihren Gartenteich setzen.
    Die Fische werden dazu im Juni, wenn die Wassertemperaturen über 15 Grad Celsius bleiben, ausgesetzt und im September bei sinkenden Temperaturen wieder herein geholt. Die Teichtemperatur sollte durch mindestens teilweise Beschattung nicht über 30 Grad Celsius steigen. Sie werden feststellen, dass sich Ihre Tiere bezüglich Größe und Farbe im Teich häufig besser entwickeln als im Aquarium. Die Fische ernähren sich von Algen und Kleinstlebewesen wie Wasserflöhen, die sie im Teich finden.
    Kann ich Krebse im Gartenteich halten? (23.04.2009)
    Krebse sind meist nachtaktiv, leben am Teichboden, graben gern, fressen Pflanzen, Schnecken und Aas. Wenn es ihnen in ihrem Teich nicht mehr gefällt, gehen sie auf Wanderschaft, um ein neues Gewässer zu finden.
    Der heimische Edelkrebs ist vom Aussterben bedroht und kommt nur noch sehr selten, zum Beispiel an wenigen Stellen im Harz, freilebend vor. Er ist massiv durch amerikanische Arten gefährdet, da sie eine Pilzkrankheit, die so genannte Krebspest, übertragen, die für den Edelkrebs tödlich endet. Durch die Wanderfreudigkeit von Krebsen können Teichkrebse die einheimische Krebsart weiter gefährden.
    Wenn überhaupt, sollte für Teiche, die für Krebse mindestens 20 Quadratmeter Fläche und entsprechende Tiefe haben sollten, Nachzuchten von Edelkrebsen verwendet werden.
    Kamberkrebse, gut erkennbar an den roten Querstreifen auf dem Hinterleib, oder Signalkrebse, erkennbar am weißen Scherenglied der Zangen, sind nicht teichgeeignet. Marmorkrebs und Sumpfkrebs sind über unverantwortliche Teich- und Aquarienbesitzer leider bereits in der Natur auf dem Vormarsch.
    Wie halte ich Antennenwelse? (01.04.2009)
    Antennenwelse der Gattung Ancistrus werden im Aquarium als "Scheibenputzer" gehalten, da sie die Algen von Scheiben und Einrichtungsgegenständen fressen.
    Die Männchen sind gut an ihren tentakelartigen Auswüchsen am Kopf zu erkennen, die ihnen ihren Namen geben. Die aquaristisch interessanten Arten werden zwischen 7 und 15 Zentimeter groß und können über 10 Jahre alt werden.
    Besonders beliebt sind orange, gelbe und schwarze Arten, wobei der Blaue Antennenwels, der eigentlich braun ist, am häufigsten gehalten wird. Ausgewachsene Tiere benötigen ein Aquarium ab 60 Zentimeter Länge. Jungtiere brauchen weniger Platz.
    Wichtig sind längliche Höhlen, in denen sich die Tiere tagsüber und zum Ablaichen zurück ziehen können. Dort betreuen die Männchen den Laich und die Jungtiere, was an fächelnden Bewegungen erkennbar ist.
    Gefüttert werden die Welse mit speziellen Futtertabletten aber auch mit Spinat, Salat oder Gurke.
    Was mache ich mit meinem Aquarium im Urlaub? (21.01.2009)
    Ein Aquarium kann man nicht in eine Pension geben, wenn man in den Skiurlaub fährt. Man benötigt jemanden, der sich darum kümmert. Doch was und wie oft soll er das tun?
    Die meisten Fische sind es in der Natur gewohnt, auch mehrere Tage oder sogar Wochen zu hungern. Das gilt natürlich nicht für Jungfische und einige empfindliche Arten, die tägliche Betreuung benötigen. Vor einer Reise macht man als Vorbereitung das, was man sonst auch regelmäßig tut und keine übermäßigen Wasserwechsel oder Reinigungsmaßnahmen, die sich eventuell negativ auswirken können. Nun benötigt man nur noch eine Person, die alle paar Tage nach der Technik schaut, das heißt: Läuft der Filter, ist die Temperatur im richtigen Bereich, und geht das Licht? Das Futter wird vorportioniert, denn manchmal meint es der liebe Nachbar zu gut mit den Tieren und füttert zu viel. Hat der Urlaubspfleger eine Telefonnummer eines befreundeten Aquarianers für Notfälle, können Sie beruhigt in den Urlaub fahren.
    Worauf muss ich achten, wenn ich Panzerwelse halten will? (17.12.2008)
    Panzerwelse sind meist bodenorientierte Fische, die im Schwarm von mindestens sechs Tieren gehalten werden sollen. Die meist der Gattung Corydoras angehörenden Tiere werden je nach Art zwischen 2,5 und 12 Zentimetern groß. Die bekanntesten sind der Metallpanzerwelse (Corydoras aeneus) und der Marmorierte Panzerwels (Corydoras paleatus), von denen auch weiße Formen bekannt sind. Beide Arten sind für Anfänger mit einem Aquarium ab 60 Zentimetern gut geeignet. Sie lassen sich relativ einfach züchten.
    Die auch als Staubsauger im Aquarium bezeichneten Welse suchen mit ihren empfindlichen Barteln den Bodengrund nach Fressbarem ab. Aufgrund der Empfindlichkeit der Barteln sollte der Bodengrund nicht scharfkantig sein, sondern aus relativ feinem Kies oder Sand bestehen.
    Die Fütterung erfolgt mit feinem Flockenfutter, Futtertabletten oder Frostfutter. Gern werden auch lebende Mückenlarven und gut gespülte Tubifex gefressen.
    Was sind Artemia - und wie füttere ich damit meine Fische? (25.11.2008)
    Die kleinen, bräunlichen Eier der Salinenkrebse kann man im Fachhandel kaufen. Sie werden entweder rein oder bereits mit Salz angeboten. Man gibt etwa einen Teelöffel Meersalz und einige Eier in eine Brutflasche mit einem halben Liter Wasser und belüftet diese Lösung, so dass sich eine konstante Wasserbewegung ergibt. Sie sollten spezielles Meersalz nehmen, da normales Kochsalz nicht geeignet ist. Eine Artemia-Brutflasche können Sie im Fachhandel kaufen oder sich selbst herstellen.
    Nach 24 bis 48 Stunden schlüpfen die kleinen Artemia bei Temperaturen um 25 Grad Celsius aus den Eiern und können an die Fische verfüttert werden. Dazu lässt man die Lösung abstehen und gießt sie dann ohne die an der Oberfläche schwimmenden Eihüllen durch ein spezielles Sieb. Die Artemia werden in warmem Wasser kurz durchgespült und können dann lebend verfüttert werden. Im Süßwasser überleben sie einige Stunden, deshalb sollten Sie immer nur so viel füttern, wie die Fische fressen.
    Wie halte ich Flossensauger im Aquarium? (25.10.2008)
    Flossensauger, wie die hübsch gezeichnete Sewellia lineolata, gehören zu den Schmerlen und werden bis maximal sechs Zentimeter groß. Sie sind meist hübsch braun und gelb gefärbt.
    Ihren Namen verdanken sie den großen Flossen und der Eigenschaft sich an glatten Oberflächen festzuhalten, was wie festsaugen aus sieht. Die Wassertemperatur bei Flossensaugern sollte zwischen 22 Grad und 26 Grad liegen.
    Der pH-Wert wird im leicht sauren eingestellt und das Wasser sollte nicht zu hart sein.
    Da ihr Verhalten und Aussehen an die bekannten algenfressenden Harnischwelse erinnert, denken viele Menschen, dass sie sich ebenfalls von Algen und pflanzlicher Kost ernähren. Dem ist allerdings nicht so. In der Natur fressen sie kleine Insekten, die sie auf Steinen oder in Algenteppichen erbeuten.
    Somit sollten sie mit feinem Frostfutter wie Cyclops oder gutem Flocken- und Granulatfutter ernährt werden. Es sind sehr friedliche, nachtaktive Fische. Sie mögen die dunklen Ecken und besonders den Strom, in dem sie übergehen, meistens geklebt gegen eine Scheibe oder einer glatten Oberfläche
    Was mache ich mit gekauften Stängelpflanzen? (07.10.2008)
    Pflanzen für den Handel sind entsprechend vorbereitet, um sie einfach zu verkaufen. Stängelpflanzen sind dabei häufig mit so genanntem Pflanzenblei zusammengehalten. Dieses Material ist biegsam und schwer, weshalb es für den Handel gut zu gebrauchen ist. Im Aquarium hat es allerdings nichts zu suchen.
    Man kürzt die Stängel am Ende, so dass ein gesunder Trieb bleibt. Überschüssige Blätter entfernt man, damit beim Einpflanzen nur der Stängel im Bodengrund steckt.
    Auch sollte man die Pflanzen einzeln einsetzen, damit sie sich nicht gegenseitig behindern. Um zu verhindern, dass sie durch Fische wie Panzerwelse ausgegraben werden, legt man Steine an die Pflanzen.
    Viele Stängelpflanzen wachsen relativ schnell und verlieren an der Basis ihre Blätter oder fangen an zu gammeln.
    Dann knipst man einfach einen frischen Trieb ab und pflanzt ihn nach Entfernung des alten Triebes neu ein.
    Was mache ich mit gekauften Topfpflanzen fürs Aquarium? (01.10.2008)
    Viele der im Handel erhältlichen Topfpflanzen werden außerhalb des Wassers, gezogen, da es eigentlich Sumpflanzen sind.
    Um zu verhindern, das schädliche Insekten die Pflanzen zerstören, werden sie in den Gewächshäusern teilweise gespritzt.
    Dieses Gift kann allerdings auch den Fischen und insbesondere Garnelen schaden, weshalb man frisch gekaufte Topfpflanzen erstmal einige Tage ordentlich wässern sollte.
    Die meisten Pflanzen werden in Steinwolle und Plastikkörbchen verkauft. Beides sollte unbedingt entfernt werden.
    Die feinen Fasern der Steinwolle spült man dann unter fließendem Wasser ordentlich ab.
    Pflanzen werden entsprechend der jeweiligen Empfehlung einzeln eingepflanzt.
    Wurzeln können bis auf wenige Zentimeter eingekürzt werden und schlagen dann neu aus.
    Um zu verhindern, dass sie durch Fische wie Panzerwelse ausgegraben werden, legt man beispielsweise Steine an die Pflanzen.
    Fische, die auf Bäume klettern (23.07.2008)

    Schlammspringer halten sich selten im Wasser auf - Sie brauchen viele Wurzeln und Steine im Aquarium
    Schlammspringer
    Indische Zwergschlammspringer sind Fische, die die meiste Zeit außerhalb des Wassers verbringen. Dafür haben sie speziell ausgebildete Kiemen. Nur um ihre Kiemen und Körper zu befeuchten, nehmen die Fische ein kurzes Bad oder rollen sich an Land in einer Pfütze.
    Ihre Augen sitzen oben am Kopf und bieten einen Rundumblick. Die Brustflossen sind kräftig ausgebildet, wodurch die Fische damit stehen, krabbeln und klettern können.
    Bei Hochwasser besteigen sie in der Natur auch Bäume, um nicht zu ertrinken. Der Schwanz dient dazu, an Land weite Sprünge zu machen. Die Männchen haben eine rötliche Rückenflosse mit einem verlängerten ersten Flossenstrahl.
    Die Fütterung ist denkbar einfach und sollte vorwiegend tierisch erfolgen. Bei mir haben sich feines Granulatfutter und gefrorene Cyclops bewährt.
    Die bis 7 Zentimeter groß werdenden Fische können in einer Gruppe von vier Tieren bereits in einem Aqua-Terrarium ab 60 Zentimetern mit Landteil gehalten werden. Die Fische benötigen etwa 5 bis 15 Gramm Meersalz im Wasser, da sie aus den Mangrovenwäldern der Tropen im Mündungsbereich von Flüssen kommen. Der Landteil muss größer als der Wasserteil sein, da die Fische eh kaum schwimmen.
    Der Landteil muss gut strukturiert sein, damit sich die Fische trotz des geringen Platzes nicht ständig sehen und kleine Reviere bilden können. Sie erklimmen mit den Brustflossen auch höhere Steine und Wurzeln und können sehr gut springen.
    Mit dem aus den Bauchflossen gebildeten Saugnapf halten sich die Fische an der Scheibe fest und schaffen es so, oben aus einem offenen Becken zu entkommen, weshalb Aqua-Terrarien für Schlammspringer abgedeckt sein sollten. Als Einrichtungsgegenstände eignen sich sehr gut glatte Steine oder Lochgestein, in den die Fische auch hinein klettern.
    Als Bepflanzung des Landteils verwende ich kleine Mangroven-Arten, die hohe Salzresistenz haben und relativ anspruchslos sind. Damit die Mangroven dennoch nicht mehrere Meter groß werden, müssen sie wie Bonsai beschnitten werden.
    Für die Reinhaltung der Scheiben im Wasserteil kann man die bekannten Rennschnecken einsetzen, die auch höheren Salzgehalt vertragen.
    Am Kopf des Schlammspringers sind die hochstehenden Augen besonders auffällig. Sie sind recht beweglich und bieten dem Fisch einen guten Rundumblick.
    Was muss ich beachten, wenn ich Guppys halten will? (03.07.2008)
    Der wohl beliebteste Aquarienfisch ist lebendgebärend. Poecilia reticulata, wie der Guppy wissenschaftlich heißt, kommt ursprünglich aus Südamerika. Genauer: aus der Region nördlich des Amazonas?. Inzwischen ist er in vielen Teilen der Welt beheimatet, wo er unter anderem zur Moskitobekämpfung eingesetzt wurde. Ich konnte ihn bereits im Hochland Sri Lankas fangen. Auch in Deutschland gibt es Populationen in warmen Abwässern von Kraftwerken.
    Aufgrund der sehr guten Anpassungsfähigkeit kann der Guppy sowohl in härterem als auch weicherem Wasser bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius und einem pH-Wert zwischen 6 und 8 gehalten werden. Die Zucht von bunten 0815-Guppys ist einfach. Besondere Farbformen sind dagegen empfindlicher. Die Fütterung erfolgt mit feinem Flocken-, Frost- oder Lebendfutter. Das Aquarium wird mit feinen Pflanzen eingerichtet, damit sich die Jungtiere verstecken können. Es sollte mindestens 60 Zentimeter lang sein.
    Wie kühle ich das Wasser in meinem Aquarium? (13.06.2008)
    Warme Sommer sind für viele Aquarien ein Problem, da sich durch die Erwärmung der Wohnung auch das Aquarium aufheizt. Zusammen mit Beleuchtung und Motorfilter kann dann die Wassertemperatur schnell über einen kritischen Wert steigen, wodurch die Tiere sterben.
    Wenn Sie zur Kühlung des Wassers ein paar Eiswürfel ins Aquarium oder Kühlelemente aus dem Gefrierschrank ins Becken legen, bewirkt das fast gar nichts. Nützlich sind dagegen tägliche Wasserwechsel, bei denen die Temperatur des Aquarienwassers ruhig um 5Grad Celsius sinken kann.
    Durch Luftbewegung an der Wasseroberfläche kann Wasser verdunsten. Die entstehende Verdunstungskälte kühlt das Aquarium, so wie wir uns durch Schwitzen abkühlen. Die Verdunstung kann durch einen kleinen Ventilator, der über die Wasseroberfläche bläst, gefördert werden. Auch ein luftbetriebener Sprudelstein kann schon viel bewirken. Die Aquarienabdeckung sollte offen bleiben, damit die feuchte Luft entweichen kann.

    Wie viele Fische sollte ich in ein Aquarium setzen? (06.05.2008)
    Für Anfänger stellt sich die Frage, wie viele Fische man ins Aquarium setzen darf, damit sich die Tiere wohl fühlen. Es gibt die Faustregel "Ein Zentimeter Fisch pro Liter Aquariumwasser". In die handelsüblichen 60 Zentimeter-Aquarien kann man so 50 Zentimeter Fisch setzen. Wenn man die Regel noch ergänzt, dass sie bei solch kleinen Aquarien nur für Fische bis 5 Zentimeter gilt, kann man sich daran orientieren. Ein 60er Becken wäre mit 15 Guppies und einem Antennenwels ausreichend gefüllt.
    Die Besatzdichte ist bei revierbildenden Fischen geringer als bei schwarmbildenden. Beachten Sie außerdem, in welchen Regionen des Aquariums sich die Fische aufhalten, um eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen. Meist können Sie etwas mehr Fische hineinsetzen, wenn viele Pflanzen da sind, ein guter Filter installiert ist und Sie das Wasser häufiger wechseln.
    So pflegen Sie Ihre Zwerggarnelen (30.04.2008)

    Die kleinen Tiere brauchen weiches Wasser und viele Pflanzen - Harnisch-Welse sind gute Mitbewohner

    Zwerggarnelen sind wahre Feinschmecker. Auf dem Bild sieht man Crystal red Zwerggarnelen, die frische Basilikumblätter fressen. Unten links ist ein Ancistrus Wels zu sehen.
    Crystal red Garnelen
    Zwerggarnelen wie Bienen-, Hummel- oder Crystal red Zwerggarnele werden immer beliebter. Da sie nur drei Zentimeter groß werden, können sie bereits in kleinen Aquarien ab 20 Litern Inhalt gut gepflegt und gezüchtet werden.
    Das Braunschweiger Wasser ist für die Haltung ideal, weil es recht weich ist. Der pH-Wert sollte leicht sauer sein. Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad Celsius sind ausreichend, weshalb keine Heizung benötigt wird.
    Alle Zwerggarnelen-Arten reagieren sehr empfindlich auf die geringsten Spuren von Kupfer im Wasser. Wer Kupferleitungen im Haus hat, muss auf jeden Fall vor dem Wasserwechsel das Leitungswasser, das längere Zeit im Rohr gestanden hat, erst ablaufen lassen. Auch Medikamente, die Kupfer enthalten, dürfen nicht in Garnelen-Aquarien verwendet werden. Für den Wasserwechsel nimmt man kaltes Wasser.
    Die Einrichtung des Aquariums sollte mit vielen Pflanzen, insbesondere Javamoos, erfolgen. Der Bodengrund kann aus feinem Kies oder Sand bestehen, was den Vorteil hat, dass der Mulm nicht zwischen die Steine fällt.
    Außerdem bringt man noch etwas trockenes Buchenlaub ein, das man im Herbst oder Winter im Wald gesammelt hat. Das Laub weicht man vorher in einem Eimer ein, bis es untergeht.
    Die Garnelen fressen das Laub mit der Zeit auf. Und es hilft bei der Vermeidung von Häutungsproblemen.
    Als Filter empfiehlt sich ein Mattenfilter mit Luftbetrieb, der die Junggarnelen nicht absaugt und außerdem das Wasser noch mit Sauerstoff anreichert.
    Alternativ verwendet man einen Schwammfilter, den es fertig zu kaufen gibt.
    Vergesellschaften sollte man die kleinen Garnelen nur mit Fischen, die die Garnelen nicht fressen. Gut geeignet sind Harnischwelse der Gattung Ancistrus. Die Welse stellen den kleinen Garnelen nicht nach. Die Garnelen scheinen sich auch von deren Kot beziehungsweise von den kotfressenden Kleinstlebewesen zu ernähren.
    Weitere Informationen zu Zwerggarnelen und anderen Wirbellosen findet man im Internet unter www.wirbellose.de.
    Wie reinige ich einen Aquarienfilter? (09.04.2008)
    Ihren Aquarienfilter sollten Sie reinigen, wenn nicht mehr genügend Wasser durch das Filtermaterial fließen kann. Es hat dann meist eine tiefbraune Färbung und fühlt sich schleimig an. Am besten nimmt man etwas Wasser aus dem Aquarium in einen Eimer und wäscht darin Filterschwämme und andere Filtermaterialien aus. Dabei muss das Filtermaterial lediglich wieder gut durchlässig werden. Auskochen darf man den Filter nicht, da sonst die wichtigen Filterbakterien abgetötet werden.
    Filterwatte wird bei Bedarf gegen neue ausgetauscht. Allerdings nie alles sondern maximal drei Viertel, damit noch genügend Filterbakterien erhalten bleiben. Muss man einen neuen Filterschwamm nehmen, oder richtet man ein Aquarium neu ein, so impft man den neuen Filter mit Bakterien aus dem alten an. Dazu tränkt man den neuen Schwamm mit dem Filtermulm des alten.
    Welchen Innenfilter braucht mein Aquarium? (29.03.2008)
    Im Handel werden für das Aquarium verschiedene Filtertypen angeboten. Filter, die innen im Aquarium angebracht werden, werden häufig mit einem Motor angetrieben. Sie pumpen Wasser meist mit hoher Durchflussgeschwindigkeit durch einen kleinen Filterschwamm. Ihre Reinigungskraft ist allerdings recht gering. Sie sorgen eher für eine starke Wasserbewegung und somit für eine Sauerstoffanreicherung. Häufige Wasserwechsel sind meist notwendig.
    Mit Luft betriebene Innenfilter saugen das Wasser durch aufsteigende Luftblasen durch einen Filterschwamm. Der Durchfluss ist relativ langsam, wodurch die Filterbakterien ausreichend Zeit für die Reinigung haben. Aufgrund des kleinen Schwammes ist die Filterleistung auch meistens nicht sehr hoch.
    Der beste Innenfilter ist ein Mattenfilter mit einer großen Fläche, durch den Wasser mit einem Luftheber oder einer Motorpumpe gesaugt wird.
    Worauf muss ich achten, wenn ich Fische ins Aquarium setze? (08.03.2008)
    Aquarienfische, die man gerade gekauft und mit ihrem Transportbeutel nach Hause getragen hat, kippt man nicht einfach ins Aquarium. Temperatur, Wasserhärte und pH-Wert sind eventuell zu unterschiedlich und würden den Tieren viel Stress bereiten.
    Man öffnet daher den Transportbeutel und hängt ihn ins Aquarium. Dadurch kann sich die Temperatur angleichen. Über einen Zeitraum von einer halben Stunde gibt man etwas Wasser aus dem Aquarium in den Transportbeutel, bis er nach der halben Stunden fast gefüllt ist. Bei empfindlichen Fischen drückt man dann die Tütenöffnung unter Wasser und lässt die Tiere langsam ins Aquarium, während man die Tüte aus dem Wasser zieht.
    Wenn Sie nicht wollen, dass das Transportwasser in das Aquarium gelangt, fangen Sie die Tiere mit dem Kescher aus der Tüte. Alternativ kann man sie vorher in einen Behälter setzen und dort heraus fangen.
    Wie stelle ich ein Aquarium auf? (23.02.2008)
    Wenn Sie ein Aquarium aufstellen wollen, denken Sie daran, dass es auf einem ebenen Untergrund stehen muss. Um leichte Unebenheiten auszugleichen, kann man eine bis zu einem Zentimeter dicke Styroporplatte oder eine spezielle Schaumstoff-Matte für Aquarien unter das Aquarium legen. Dies verhindert Spannungen in der Bodenscheibe und die Gefahr, dass die Scheibe bricht.
    Der Unterbau muss stabil sein. Schon ein 60 Zentimeter großes Aquarium kann fast 70 Kilogramm wiegen. Daher sollten sie nur Schränke oder Regale mit massiven Böden verwenden, die auf Dauer nicht nachgeben oder sich durchbiegen. Bei großen Aquarien muss der Unterbau eine große Standfläche haben, um das Gewicht auf dem Boden zu verteilen.
    Aquarien sollten nicht zu nahe am Fenster stehen, damit sie sich im Sommer durch die Sonne nicht aufheizen. Außerdem fördert Sonnenlicht eine stärkere Algenbildung im Wasser. Das Aquarium sollte in einem ruhigen Teil des Zimmers stehen, da Fische keine Hektik vor dem Aquarium mögen.
    Warum muss ich das Wasser im Aquarium regelmäßig wechseln? (16.02.2008)
    Das Wasser im Aquarium muss man wechseln, um Schadstoffe aus dem Wasser zu entfernen. Durch das Füttern werden nämlich verschiedene Stoffe ins Aquarium gegeben.
    Das Futter wird teilweise von den Fischen gefressen oder verschwindet an unerreichbaren Stellen. Durch die Filterung werden Kot und Futterreste in weniger schädliche Stoffe umgewandelt, die teilweise von Pflanzen im Aquarium verbraucht werden. Die Reste sammeln sich im Wasser an und müssen durch Wasseraustausch aus dem Aquarium entfernt werden.
    Sie sollten in einer Woche mindestens 10 bis 30 Prozent des Wassers wechseln. Größere Wasserwechsel sind sogar noch besser, wenn dabei die Wasserwerte relativ konstant bleiben. Eine leichte Abkühlung des Aquariumwassers um bis zu drei Grad Celsius fördert außerdem bei vielen Tieren im Aquarium die Vitalität. Bei leicht belastetem Wasser aufgrund alter Hausverrohrung bietet der Fachhandel entsprechende Wasseraufbereitungsmittel an.
    Warum habe ich so viele Schnecken im Aquarium? (01.02.2008)
    Im Aquarium werden durch übermäßige Vermehrung häufig die runde Posthornschnecke und die kegelförmige Blasenschnecke lästig. Die Posthornschnecke hat einen Durchmesser bis 15 Millimeter, die Blasenschnecke ist bis zu 10Millimeter lang. Beide sind tags und nachts im Aquarium unterwegs und fressen Algen, abgestorbene Pflanzen und hauptsächlich Futterreste der Fische.
    Die spitze Turmdeckelschnecke wird bis zu 20 Millimeter lang und hält sich tagsüber im Bodengrund auf. Sie kommt nachts zum Fressen heraus und ernährt sich wie die Vorgenannten.
    Eine Massenvermehrung von Schnecken tritt dann auf, wenn mehr gefüttert wird, als die Fische in wenigen Minuten fressen können. Überzählige Schnecken lockt man zum Beispiel mit einer Futtertablette an und sammelt sie ab oder fängt sie mit einer passenden Falle.
    Sie sollten nie Gift verwenden, um die Schnecken in Ihrem Auarium los zu werden, da es auch Garnelen tötet und die toten Schnecken außerdem im Wasser vergammeln würden.
    Wie transportiere ich meine Aquarienfische richtig? (22.01.2008)
    Manchmal muss man lebende Aquarienfische transportieren. Dafür gibt es spezielle Tüten. Diese Tüten haben abgerundete Ecken, damit die Tiere nicht in den Ecken eingeklemmt werden können.
    Für den Transport der Tiere füllt man die Tüten etwa mit einem Drittel Wasser und zwei Dritteln Luft, da so am meisten Sauerstoff ins Wasser kommen kann. In die Tüten sollten Sie möglichst wenig Tiere einsetzen und nie zwei unterschiedliche Arten, da es sonst zu Todesfällen kommen kann.
    Wenn man die gefüllte Tüte mit einem schnellen Griff verschließt, den oberen Teil wie eine Spirale aufdreht, umbiegt und mit einem kräftigen Gummi verschließt, ist die Tüte prall gefüllt und kann nicht auslaufen.
    Die Tüte wird anschließend in Papier eingewickelt oder in eine Isoliertasche gegeben, damit das Wasser nicht auskühlt. Außerdem sind die Tiere ohne Licht weniger gestresst.
    Schadet Zigarettenrauch meinen Tieren im Aquarium? (09.01.2008)
    Ja, Zigarettenrauch im Zimmer schadet den Tieren im Aquarium. Nikotin zum Beispiel ist wasserlöslich und sehr giftig für Tiere, da es die Reizübertragung im Nervensystem blockiert.
    Früher wurde Nikotin auch als Pestizid gegen Insekten eingesetzt, was seine giftige Wirkung unterstreicht. Insbesondere für wirbellose Aquarientiere wie Krebse und Garnelen ist es tödlich.
    Natürlich ist es eine Frage der Menge, eh das Gift im Aquarium seine Wirkung zeigt. So werden in Aquarien, die Raumluft über den Filter oder einen Sprudelstein ins Aquarium leiten, mehr Giftstoffe durch das Wasser aufgenommen. In Zimmern, in denen regelmäßig geraucht wird, muss daher häufiger das Wasser gewechselt werden.
    Feierlichkeiten, bei denen stark geraucht wird, sollten Sie nicht dem Zimmer veranstalten, in dem Ihr Aquarium steht. Denn der kurzfristige, starke Anstieg an Gift durch Nikotin kann zu einem regelrechten Massensterben in Ihrem Aquarium führen.