Dezember 1999
Inhaltsverzeichnis
Aktivitäten im Aquarienclub
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie jedes Jahr im Dezember findet auch dieses Jahr wieder unsere Zierfischbörse
mit einer großen Tombola statt. Der Hauptpreis ist dieses Jahr eine
einwöchige Reise in die Türkei in ein fünf-Sterne-Hotel.
Viele Preise aus der Aquaristik werden zum Erfolg der Tombola beitragen.
Der Aquarienclub Braunschweig gratuliert allen Gewinnern!
Gleichzeitig möchten wir uns herzlich bei allen Sponsoren bedanken,
die uns Preise für unsere Tombola zur Verfügung gestellt haben.
Unser Dank gilt auch den Sponsoren, die uns durch Inserate in diesem Heft,
Links im Internet oder auf unseren Handzetteln und Plakaten zu jeder Börse
unterstützen. Dadurch wird uns ein attraktives Vereinsleben ermöglicht
und wir haben die Möglichkeit, unseren Vereinsmitgliedern und auch
der Öffentlichkeit hochwertige Vorträge und Aktivitäten
im Verein zu bieten. So haben wir uns dazu entschlossen, jeden zweiten
Vereinsabend im Monat mit einem Vortrag zu füllen. Im nächsten
Jahr sind Vorträge von namhaften Referenten, wie zum Beispiel Peter
Hoffmann (Südamerika), Dr. Andreas Spreinat (Buntbarsche), Harald
Hildebrandt (Regenbogenfische) und Bernd Poßeckert (Lebendgebärende)
geplant. Siehe dazu auch „Termine 2000“.
Des weiteren wird es voraussichtlich in Zukunft auf jeder Börse
einen Stand für Wassertests geben, an denen die Besucher ihre mitgebrachten
Wasserproben testen lassen können. Außerdem wird ab dem 12.
März 2000 auf jeder Börse ein Informationsstand eingerichtet,
an dem die Besucher Antworten auf Fragen zum Verein und der Aquaristik
bekommen.
Unsere Vereinstreffen finden weiterhin am ersten und dritten Donnerstag
im Monat um 20.00 Uhr im Waggumer Weghaus statt. Die Börsen weiterhin
in der SKG-Mehrzweckhalle in Dibbesdorf.
Weitere Informationen zum Aquarienclub Braunschweig, die genauen Termine
und Themen unsere Vorträge, Informationen für neue Mitglieder
und Sponsoren erhalten Sie auf unserer Homepage unter http://www.aquarienclub.de.
Dort können Sie auch alle bisher erschienenen aquaristischen Artikel
der „Fishlights“ nachlesen.
Faszinierende Lebendgebärende
|
|
Ich habe den Bericht im VII. Fischlight
gelesen und möchte dazu ein wenig ergänzen, da dieses Thema eigentlich
auch gar nicht so bekannt ist, wie man mitunter meinen könnte.
Es gibt die allbekannten Platys und Co., jedoch gibt es insgesamt knapp
300 (ja, dreihundert!) Arten, die für die Aquaristik geeignet sind
und auch mehr oder weniger farblich attraktiv sind. Dass dabei auch Nahrungsspezialisten
dabei sind, ist dann auch nicht verwunderlich. Beim Hechtkärpfling
Belonesox belizanus überleben häufig im Aquarium nur Weibchen
- die Männchen mit etwa 10 cm werden von den, etwa doppelt so groß
werdenen Weibchen mitunter mit dem Futter verwechselt und die Vieraugen
Anableps mit über 20 cm Lebendlänge schauen auf Wasserflöhe
auch etwas traurig.
Was ist eigentliche das Besondere am Lebendgebären der Fische?
Da gibt es mehrere Anpassungen an die Umwelt. Die bekannteste ist wohl,
daß bei Guppys, Platys und den meisten bekannten Arten voll ausgebildete
Jungfische den Mutterleib verlassen. Tatsache ist bei diesen Poeciliiden,
daß es im Leib der Mutter keine Jungfische gibt, sondern beim Zeitpunkt
der Geburt die Jungfische gleichzeitig aus dem Ei schlüpfen und die
Mutter verlassen. Sie werden nicht direkt von der Mutter ernährt,
sondern leben wie "normale Fische" vom Eidotter. Anders ist das bei den
Goodeiden, den Hochlandkärpflingen. Da schlüpfen die Jungfische
bereits im Mutterleib und werden dort durch eine Art Nabelschnur, den Trophotaenien,
ernährt. Nabelschnur ist wahrscheinlich dabei nicht ganz korrekt,
da die Trophotaenien eher wie Wurzeln Nährstoffe aus der Bauchhöhle
aufnehmen. Nach der Geburt kann man diese noch ein bis zwei Tagen an den
Jungfischen sehen und anhand der Form auch eine Bestimmung durchführen,
da diese von Art zu Art unterschiedlich sind.
Aber auch die Befruchtung ist bei den Lebendgebärenden ungewöhnlich.
Die Poeciliiden haben eine Vorratsbefruchtung und dies bedeutet, daß
bei der Befruchtung ganz Spermienpaket übergeben und im Weibchen gelagert
werden. Normalerweise reicht z.B. beim Guppy eine Befruchtung für
lebenslangen Nachwuchs aus! Das ist recht wichtig zu wissen, wenn man gezielt
bestimmte Farb- oder Flossenformen herausziehen will. Im Handel ältere
Weibchen dafür zu kaufen, ist nahezu aussichtslos, da war mit 100%
Sicherheit bereits ein Männchen aktiv gewesen und hat dem Weibchen
seine Gene übertragen. Sinnvoll ist es nur, wenn man jungfräuliche
Weibchen von einem Züchter bekommen kann. Natürlich ist es erwiesen,
daß normalerweise der frische Samen aus einer späteren Befruchtung
aktiver ist, allerdings läßt sich nicht ausschließen,
daß einige der früheren Befruchtungen nicht das gewünschte
Zuchtziel verderben und es statt der gewünschten Farbe, beim Nachwuchs
zu einem bunten Mix kommt. Hochlandkärpflinge haben übrigens
keine Vorratsbefruchtung, da müssen die Männchen ihren Job immer
wieder neu machen.
Eine weitere Besonderheit ist die sogenannte Superfötation, wie
sie am Bekanntesten beim Zwergkärpfling, Heterandria formosa vorkommt.
Im Weibchen entwickeln sich die Eier nacheinander und dort sind Eier in
den verschiedensten Entwicklungsstadien zu finden. In einer Art Fließbandproduktion
werden jeden Tag ein paar fertige Jungfische geboren und das auf einige
Wochen hinweg.
Kreuzen lassen sich viele nahe verwandte Arten der Lebendgebärenden.
Bekannt ist wohl die Kreuzungsmöglichkeit der Xiphophorusarten Schwertträger,
Platy und Papageienplaty. Bei gezielter Zucht ist dies durchaus nicht ungewollt,
da bestimmte Farben oder Färbungen, die nur bei einer Art vorkommen,
inzwischen auch auf andere Arten übertragen werden konnten (Rotfärbung
bei Schwertträgern oder Tuxedofaktor) und dadurch erst die heutige
breite Palette an Zuchtformen ermöglicht hat. Aber auch der Molly
kreuzt sich recht leicht mit dem Segelkärpfling und auch dort sind
viele neue Formen entstanden, die in der Natur so nicht vorkommen, so z.B.
rein gelbe "Black Mollys".
Man sollte sich beim Kauf informieren, ob die gewünschten Arten
zur gleichen Gattung gehören oder man sollte sich klar sein, daß
Kreuzungen vorkommen können. So etwa bei Limia melanogaster, dem stahlblauen
Jamaikakärpling und Limia nigrofasciata, dem Buckelkärpfling.
Sie sehen zwar recht unterschiedlich aus, kreuzen sich aber trotzdem recht
leicht.
Auch bei weiter entfernt verwandten Arten kann es unter bestimmten
Bedingungen zu Kreuzungen kommen, etwa Guppy und Molly, aber diese Kreuzungstiere
sind dann unfruchtbar und die Population stirbt dann sofort wieder aus.
Mit dem Begriff Inzucht sollte man vorsichtig umgehen. Häufig
wird alles, was unter schlechter Zuchtauswahl und Hälterungsfehlern
gerade bei Lebendgebärenden falsch gemacht wird, sofort als Inzucht
bezeichnet. Man braucht sich doch nicht zu wundern, wenn man zur "Zucht"
(besser wäre da wohl Vermehrung) nur blasse Tiere verwendet und dann
noch blasserer Nachwuchs daraus hervor kommt. Zur verantwortungsvollen
Zucht gehört auch Zuchtauslese, bei der mit bestimmten Tieren weitergezogen
wird, da der Nachwuchs immer eine Summe der genetischen Vorraussetzungen
darstellt. Auch schlechte Ernährung oder Wasserwerte können zu
"schlechten" Tieren führen und das hat mit Inzucht gar nichts zu tun.
Was das in der Praxis bedeutet, ist anhand der "Schröderschen
Guppy" zu sehen. Professor Schröder wurde im Frühjahr 1998 pensioniert
und mußte seine Guppyzucht aufgeben. Diese Stämme lassen sich
nachweisbar seit 1916 in kontinuierlicher Laborzucht und inzwischen absolut
erbrein. Trotz dieses "biblischen" Alters der Guppystämme ist keinerelei
Anzeichen, der gerne als "Inzuchtschäden" bekannten Probleme aufgetreten.
Also die Lebendgebärenden haben sehr viele interessante und faszinierende
Eigenheiten und je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Einzelheiten
im Verhalten, Vererbung usw. kann man entdecken. Selbst aus einigen Cichlidenzüchtern
mit einer Futterguppy-Zucht wurden schon begeisterte Guppy-Züchtern,
die sich an den Wertungsausstellungen beteiligt haben.
Literatur:
Auer, Harald (1998): "Labormäuse im Guppybecken" Erbreine Forschungsguppystämme
mit bewegter wissenschaftlicher Vergangenheit, DGLZ-Rundschau 4/98, Vereinsmagazin
der DGLZ e.V.
Nachtrag:
Bernd Poßeckert ist Geschäftsführer der DGLZ (Deutsche
Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen) und kommt aus Berlin.
Er ist einer der Aquaristik-Koryphäen zu denen wir über’s Internet
oder persönlich Kontakt pflegen. Nach seinem Besuch bei meinem letzten
Vortrag im Verein über Süßwasser-Krebse hat er sich spontan
bereit erklärt am 15.06.2000 bei uns auch einen Vortrag zu halten.
Gäste sind auch hier herzlich willkommen.
Kaiserbuntbarsche
aus dem Malawisee
|
|
Heute möchte ich Ihnen meine persönliche Sichtweise über
Kaiserbuntbarsche (Aulonocara-Arten), die ich schon neun Jahre besitze
und erkunde, darlegen.
Wenn man sich Buntbarsche ( Kaiserarten ) anschaffen möchte, sollte
man sich im Klaren sein, dass man nicht nur genügend Platz, sondern
auch die Anschaffungskosten bedenken sollte. Hat man dies alles durchdacht,
geht man ins Geschäft und fragt nach, welche Fische sich gut vertragen
und welche gut zu halten sind. Jeder hat in dieser Hinsicht eine andere
Meinung, aber ich persönlich habe mich den Kaiserbuntbarschen
angefreundet, weil die Fische am farbenprächtigsten sind.
Die Herkunft der Kaiserbuntbarsche ist der Malawisee, der nach dem
Viktoria und Tanganjikasee der drittgrößte See Afrikas ist.
Der Malawisee beträgt fast 600 km länge u. etwa 80 km breite,
die Tiefe liegt bei etwa 700 m.
Ich persönlich bin noch nicht dort gewesen, aber Dank der Fachlektüren
von Dr. Andreas Spreinat (Vortrag am 16.03.2000) habe ich vieles herausgelesen.
Ihren Namen verdanken die Kaiserbuntbarsche ihren einzelnen einheimischen
Fangorten. (siehe Karte) wie zum Beispiel die Aulonocara Arten A.maleri
Maleri, A.baenschi.Chipoka A.b.Benga, A.Cobue`, A.st.Mbenji, A.stuartgranti
Chilumba, A.Usisya, u.s.w.
Buntbarsche sind farbenprächtige, untereinderem auch friedliche
Fische. Es ist Verständlich das ein Fisch, der im Gesellschaftsbecken
lebt, über 10 cm werden kann und in einem Becken von 100 cm
nicht genügend Lebensraum hat. Um so mehr Beckenvolumen man dem Fisch
bieten kann, desto mehr lässt sich die Aggressivität und Revierverteidigung
verteilen.
Jedem ist der Aufbau seines Beckens selbst überlassen, aber kleine
Tipps aus meinen Erfahrungen möchte ich Ihnen trotzdem geben. Lochgestein
und Steinplatten geben dem Fisch genügend Versteckmöglichkeiten.
Pflanzen, wie z.b. Vallisnerien und Cryptocoryne Arten, geben dem Becken
mehr Natürlichkeit und Farbe.
Als Aquariengrund empfehle ich keinen Kies, sondern feinen Sand, da
dieser nachrutschen kann und die Barsche ihn besser bei der Nahrungssuche
filtern können. Ihre Nahrung, kl. Wirbellose, suchen sie im Sand.
Die Barsche besitzen im Kopf sogenannte Sinnesgruben, die zur Ortung im
Sand verborgener Nahrung dienen. Sie schwimmen über dem Grund und
stoßen blitzschnell mit der Schnauze in den Sand, nehmen ihn auf
und filtern ihn durch die Kiemen. Dabei wird die Nahrung verspeist und
der Aquariengrund ist durch dieses Verhalten der Barsche immer sauber.
Man benötigt keine Absaugglocke mehr.
Damit die Barsche die Pflanzen nicht anfressen, gebe ich ihnen ab und
zu abgeschälte grüne Gurke oder Salatblätter. Ich bevorzuge
Flockenfutter (Tetra Rubin und Phyll ). Als Frostfutter verwende ich weisse
Mückenlarven / Cyklops u. Artemia. Falls sie mal für ein oder
auch vier Wochen verreisen möchten, dann nur zu. Legen Sie ebenfalls
Salatbätter oder Gurke hinein.
Natürlich sollte man bedenken, dass nicht nur die richtige Ernährung,
sondern auch die richtigen Wasserwerte und Temperaturen bei den Kaiserbuntbarschen
stimmen sollte. Der ph-Wert bei den Kaiserbuntbarschen sollte immer bei
7,0 liegen. Empfehlenswert ist 7,5 - 8,5 .Beim Nitrit Gehalt liegen die
Werte bei 0 bis 0,5mg/1. Sollte der Nitrit Gehalt höher liegen, wurde
zu viel gefüttert und der Filter konnte dies nicht so schnell abbauen.
Die Temperatur sollte immer bei 23 - 27° C liegen.
Die Kaiserbuntbarsche haben eine besondere Eigenschaft, wobei die Wasserwerte
und Temperaturen auch eine Rolle spielen. Mein Interesse bezieht sich auch
auf die Fortpflanzung des Buntbarsches. Der Buntbarsch ist ein Maulbrüter,
der im Maul die Eier ausbrütet. Diesen Vorgang möchte ich Ihnen
einmal wiedergeben. Durch Balzversuche des Männchens legt das Weibchen
Eier ab und nimmt sie wenig später wieder im Maul auf. ( deshalb Maulbrüter
)
Das Männchen präsentiert durch rüttelartige Bewegungen
seine Eiflecken, die an der gespreizten Afterflosse liegen.Das Weibchen
schwimmt in Richtung der Eiflecken. Das Männchen leitet dadurch die
Befruchtung ein. Die sich im Maul des Weibchens befindenen Eier werden
befruchtet. Danach ruht das Weibchen in einem Versteck ihrer Wahl. Nach
etwa 3-4 Wochen entsteht ein Kehlsack, in dem sich die Eier zu Larven und
die Larven zu 1 cm kl. Fischen entwickeln. Danach werden die kleinen Fische
aus dem Maul des Weibchens entlassen.
Tritt auch einmal eine Gefahr für die kl. Fische auf, können
sie sich im Maul ihrer Mutter zurückziehen. Sehr interessant ist die
Entwicklung der Jungfische, die unterschiedliche Farbenpracht und die weiter
vererbten Merkmale ihrer Eltern. Ich empfehle jedem der Buntbarsche besitzen
möchte einmal solche Erfahrungen zu machen.
Wer Spaß und Interesse hat, sollte es sich überlegen, aber
auch die Hintergründe kennen. Ein Fisch ist auch ein Lebewesen und
braucht auch wie wir Menschen Pflege. Nicht zu vergessen braucht dieses
Hobby Platz und muss finanziert werden.
Ich persönlich kann es aber jedem empfehlen. Wenn sie noch Fragen
gefunden haben oder Sie ihre Erfahrungen über Kaiserbuntbarsche austauschen
möchten, dann stehe ich selbstverständich für Rückfragen
zur Verfügung.
PS: Meine aufgeführten Kaiserarten finden Sie unter Kleinanzeigen
Futtertiere
Es gibt verschiedene Futtertiere, die zur Aufzucht, aber auch zur „normalen“
Fütterung verwendet werden können. Die bekanntesten sind:
-
Artemias/Artemianauplien
-
Mikrowürmchen
-
rote Mückenlarven
-
schwarze Mückenlarven
-
weiße Mückenlarven
-
Tubifex
-
Wasserflöhe
Artemiaeier kann man im Zooladen kaufen. Diese Eier gibt man dann zusammen
mit einem gehäuften Löffel jodfreiem Salz in einen Liter Wasser.
Bei starker Belüftung mit einer Membranpumpe schlüpfen die Nauplien
nach 24-36 Stunden und können dann an Jungfische verfüttert werden.
Artemianauplien sind wohl die meistverfüttertsten Futtertiere an Jungfische.
In der Zierfischzucht ist das Aufziehen einiger Arten ohne Artemias undenkbar.
Besonders nährstoffreich sind die Nauplien, solange sie noch ihren
Dottersack haben.
Mikrowürmchen sind weniger nährstoffreich als Artemianauplien,
sind aber einfacher über lange Zeit zu halten. Man gibt in einen Becher
eine Schicht Paniermehl und rührt daraus zusammen mit Wasser einen
Brei. Dann verteilt man auf diesem Brei Hefe und impft die Nahrungsgrundlage,
das heißt man gibt einige Würmer aus einer bereits bestehenden
Kultur in das neue Kulturgefäß. Dann deckt man das Gefäß
ab, um ein Austrocknen zu verhindern. Nach ein paar Tagen können die
Würmer, die aus dem Brei an der Seite des Gefäßes hochkriechen,
mit einem Pinsel abgestrichen und in einen Becher mit Wasser gegeben werden.
Haben sich diese Würmer am Boden abgesetzt, wird ca. 3/4 des Wassers
abgegossen. Dieser Vorgang kann nach belieben wiederholt werden und dient
der Reinigung der Würmer vom Brei und der Hefe. Die Verfütterung
kann an Jungfische erfolgen, kann aber nicht als alleiniges Futter benutzt
werden.
Mückenlarven sind allgemein in gefrorenem Zustand zu erhalten,
wie auch die anderen aufgezählten Futtertiere, im Sommer ist es jedoch
ein leichtes, schwarze Mückenlarven beispielsweise in der eigenen
Regentonne zu fangen. In wenigen solchen Behältern findet man auch
weiße und rote Mückenlarven, diese reichen aber im Normalfall
nicht aus, um seine Fische damit zu ernähren. Man muß sich also
auf die schwarzen Mückenlarven beschränken, die dafür in
nahezu jedem wasserbeinhaltenden Gefäß vorkommen. Wir stellen
dazu im Sommer mehrere Eimer und andere Behälter mit Wasser auf, in
denen sich dann bald schwarze Mückenlarven einfinden. Diese können
mit einem Kescher abgefangen und unseren Pfleglingen zum Verzehr angeboten
werden. Wer genügend Platz für Behälter in seinem Garten
oder notfalls auch auf dem Balkon hat, kann damit im Sommer seinen Fischen
eine wertvolle Zusatzmahlzeit bieten, zumal die schwarze Mückenlarve
sehr Gehaltvoll ist und einige Fische auch zum Ablaichen veranlaßt.
Tubifex sind meist im Schlamm von Gewässern anzutreffen, deren
Wasser nicht selten belastet ist. Zudem sind Tubifex sehr fettreich und
führen bei zu häufiger Fütterung zu Leberverfettung. Als
alleiniges Futter ist dieses Lebendfutter also nicht zu empfehlen. Die
Fütterung hiermit ist nur bei einer Anfütterung von Zuchttieren
durchzuführen.
Als letztes will ich die Wasserflöhe ansprechen. In einheimischen
Gewässern ohne Fischbesatz ist es keine Seltenheit, daß Wasserflöhe
vorkommen. Auch in Regentonnen kann man sie problemlos über den Sommer
halten, zu beachten ist jedoch, daß Wasserflöhe sauberes Wasser
benötigen. In ganzjährigen Kulturen werden die Wasserflöhe
meist unter fließendem Wasser gehalten, was sich aber meiner Meinung
nach nicht lohnt, da das Wassergeld dann immense Summen annimmt. Einfacher
ist es, lebende Wasserflöhe im Zoogeschäft zu kaufen und diese
dann zu verfüttern.
Im Zooladen werden meist Tubifex, weiße Mückenlarven, manchmal
auch rote, Artemias und Wasserflöhe angeboten. Daneben gibt es die
genannten und auch noch weitere Futtertiere als Gefrierfutter zu kaufen.
Das Kaufen ist zwar bequemer, hat man jedoch Futtertiere im Garten oder
man hat die Möglichkeit, Futtertiere selbst zu ziehen, sollte man
dies auch tun, da diese für unsere Fische eine nötige Zusatznahrung
darstellen, die Nährstoffe enthält, den natürlichen Beutetrieb
fördert und die Bemühung wird mit guter Vitalität der Fische
belohnt.
Dibbesdorfer Zierfischbörse – das „Making of“
Dreimal im Jahr veranstaltet der Aquarienclub Braunschweig eine Zierfischbörse.
Die Termine für die Zierfischbörse für das neue Jahr werden
auf der Bezirksarbeitstagung in Helmstedt festgelegt. Danach beginnt
die organisatorische Besprechung im Verein. Priorität haben jetzt
das Vereinsmagazin „Fishlight“ und die Plakate, die auf unsere Veranstaltung
aufmerksam machen sollen.
Sponsoren müssen gesucht werden, die
uns unterstützen. Alle Mitglieder, sofern es ihnen möglich ist,
beteiligen sich an der Suche. Natürlich dürfen die Berichte für
das Vereinsmagazin nicht fehlen. Unser Chefredakteur Kai
A. Quante bekommt von den Mitgliedern die Berichte und verbindet diese
mit den Logos von unseren Werbepartnern zum richtigen Layout.
Nach dieser zeitaufwendigen Computerarbeit gehen die Manuskripte in
den Druck und das „Fishlight“ wird im Internet
veröffentlicht. Die Druckerei Konkol veredelt die Manuskripte zu einem
ansehnlichen Druckerzeugnis.
Noch ca. 2 Wochen bis zur Veranstaltung
Die ersten Anmeldungen
von den Ausstellern werden telefonisch aufgenommen. Danach geht es Schlag
auf Schlag. Eine Woche vor Beginn haben sich ca. 25 Aussteller angemeldet.
Der Plan für die Aufteilung wird erstellt. Doch so richtig geht es
erst am Börsenwochenende los.
Samstag 12.00 Uhr
Einige Mitglieder warten schon vor den SKG-Hallen. Die Hallen und der Geräteraum
werden aufgeschlossen und schon geht es los. Tischplatten hier, Böcke
dort, Stühle hier und Stühle dort. Jeder der mithilft, kennt
schon den Ablauf. Nach einer halben Stunde sieht man schon die ersten Schweißtropfen
auf der Stirn. Inzwischen sind auch noch einige Mitglieder eingetroffen.
14.00 Uhr
Das Gerüst steht, die Tische müssen nun noch abgedeckt werden.
15.00 Uhr
Die Aufbauarbeit ist beendet, die angemeldeten Ausstellungsplätze
werden ausgemessen und eingeteilt.
15.30 Uhr
Die Vereinsmitglieder haben Heimvorteil und können schon am Samstag
ihre Börsenbecken aufstellen und die Fische einsetzen.
19.00 Uhr
Fast schon später Abend, alles steht für den nächsten Morgen
bereit.
Sonntag, früh morgens, 8.00 Uhr
Die Aussteller der anderen Vereine warten schon. Ein kurzes „Hallo“ und
„Guten Morgen“ und schon geht es wieder los. Becken werden aufgebaut, Wasserkanister
plätschern hier und dort. Frau Schrader hat auch schon den ersten
Kaffee gekocht, um uns damit während der Börsenzeit zu versorgen.
Einige interessierte, wißbegierige Aquarianer mogeln sich schon
mit den Züchtern in die Halle. Sie wollen sich orientieren, wo sie
ein gutes Schnäppchen schlagen können. Aber leider werden sie
wieder auf Warteposition verwiesen.
9.00 Uhr
Die Aussteller haben ihr Material aufgebaut. Die Kasse wird geöffnet,
der erste Ansturm setzt sich in Bewegung. Nun geht es für die Aussteller
richtig los. Sie fischen ihre Fische aus den Becken, beraten einige interessierte
Aquarianer, fachsimpeln hier und dort.
Kurz nach 12.00 Uhr
Das Gedränge in den Hallen löst sich langsam auf.
12.30 Uhr
Offizieller Börsenschluß; Hinweisschilder, Tische, Stühle,
Tischplatten, Böcke, Beleuchtung und viele Dinge werden abgebaut und
wieder ordentlich verstaut.
Kurz nach 13.00 Uhr
Fast alle Aussteller haben sich verabschiedet. Die Hallen stehen wieder
leer. Das war’s. Noch nicht ganz, denn Frau Schrader übernimmt nun
die Reinigung der Hallen und übergibt diese ordnungsgemäß
der SKG.
Mitglied bei der
Bannerwelt