September 1999
Inhaltsverzeichnis
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie Sie sicherlich schon am Impressum gesehen haben, gab es im Vorstand
des Aquarienclubs personelle Veränderungen. Helmut Reinsch, der den
Verein vor vier Jahren gegründet hat, ist aus dem Vorstand ausgeschieden.
Er hat mit seinem Engagement und seinen Ideen den Verein zu dem gemacht,
was er heute ist: Ein aktiver Verein mit über 40 Mitgliedern, einem
eigenen Vereinsmagazin, vielen Veranstaltungen und drei Zierfischbörsen
jährlich. Ihm einen herzlichen Dank vom Vorstand und allen Mitgliedern.Der
neue Vorstand, bestehend aus Jörg
Hauschild (1. Vorsitzender), Kai
A. Quante (2. Vorsitzender), Hans-Peter Kemnitz (Kassierer) und Lawrence
Kemnitz (Schriftführer), wird versuchen, den Verein zusammen mit
seinen Mitgliedern in Helmuts Sinne weiter voran zu bringen.
Es hat sich seit dem Führungswechsel auch schon einiges verändert.
Die Vereinsabende an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat um
20:00 Uhr finden nun im Waggumer Weghaus am Flughafen Waggum statt.
Der Verein ist inzwischen mit einer eigenen Domain im Internet präsent.
Unter http://www.aquarienclub.de erfahren
Sie alles über den Verein, Termine von Veranstaltungen, Kleinanzeigen
und Adressen des Vorstandes. Sie können dort auch alle bisher erschienenen
aquaristische Artikel des Fishlights nachlesen.
Natürlich ist auch der Verein unter info@aquarienclub.de
und die Vorstandsmitglieder per Email erreichbar.
Sie können sich denken, daß unsere Vereinszeitschrift und
die Internet-Präsenz auch Geld kostet. Daher möchte ich an dieser
Stelle noch einmal unseren Sponsoren danken, die diese Aktivitäten
durch ihre finanzielle Unterstützung erst möglich machen. Wenn
auch Sie etwas Geld für einen gemeinnützigen Verein übrig
haben, dann sprechen Sie eins unserer Vereinsmitglieder an und treten bald
als Sponsor im Vereinsheft und/oder im Internet auf.
Wenn sie mit anderen Aquarianern fachsimpeln wollen, Informationen
zu unserem Hobby suchen oder sich mit Gleichgesinnten treffen möchten,
dann werden Sie doch Mitglied im Aquarienclub. Melden Sie sich einfach
bei einem der genannten Vorstandsmitglieder oder schauen mal bei einer
Vereinsveranstaltung vorbei.
Lebendgebärende Zahnkarpfen
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Dieser Bericht handelt von den Lebendgebärenden Zahnkarpfen, die wohl
schon jeder Aquarianer einmal gehalten hat. Sie werden oft als Anfängerfische
bevorzugt, da sie wenig Ansprüche an die Wasserbeschaffenheit stellen
und auch einige kleine Anfangsfehler verkraften. Die Fütterung ist
ebenfalls sehr problemlos, da von den meisten normales Flockenfutter genommen
wird. Die bekanntesten Lebendgebärenden sind zweifelsohne Platys,
Guppys, Black Mollys und Schwertträger.
Die lebendgebärenden Zahnkarpfen tragen die befruchteten Eier
bis zur vollkommenen Entwicklung im Mutterleib, was den Vorteil hat, daß
die Eier, und später die Larven, vor Freßfeinden geschützt
sind. Dies ist auch der Grund, warum lebengebärende Zahnkarpfen im
Verhältnis zu Eierlegern wenige Eier produzieren. Es sind zur Arterhaltung
weniger Jungfische nötig, da diese schon vollkommen entwickelt den
Mutterleib verlassen und sofort in Verstecke flüchten können.
So bringen die meisten Lebendgebärenden nur 20-40 Jungfische, einige
wenige Arten bis zu 150 Jungfische.
In der Natur sind Lebendgebärende in jedem Gewässertyp zu
finden. Man wird in den Vorkommensgebieten in Bächen und Flüssen
ebenso wie in Seen diese Fische antreffen. Einige Arten der Lebendgebärenden
können sogar in Brack- und Seewasser angetroffen werden. Sie bevorzugen
jedoch die Süßwasserregionen. Dies zeigt, wie anpassungsfähig
diese Gattung ist.
Normalerweise findet man Lebendgebärende im Schwarm an, im Aquarium
werden sie jedoch meist als Pärchen gehalten. Es wäre empfehlenswert,
wenn man ein Männchen mit mehreren Weibchen hält. Ideal ist ein
Verhältnis von 2-5 Weibchen auf ein Männchen.
Die Einrichtung der Aquarien sollte viele Pflanzen enthalten, um den
Jungfischen Versteckmöglichkeiten zu bieten. Im Vordergrund sollte
freier Schwimmraum sein. An die Filterung werden keine besonderen Ansprüche
gestellt. Das Wasser muß nicht besonders stark gefiltert werden,
sollte aber trotzdem saubergehalten werden. Besonders bei Guppies empfiehlt
es sich, regelmäßig einen Wasserwechsel durchzuführen,
da manche Guppys durch Inzucht anfälliger auf Krankheiten sind. Dies
gilt natürlich auch für Inzuchten anderer Fischarten.
Bei der Vergesellschaftung ist darauf zu achten, daß sich Platys
und Schwertträger untereinander vermehren können und diese Kreuzungen
nach Möglichkeit zu vermeiden sind. Lebendgebärende sind, abgesehen
davon, mit Salmlern, Barben, Welsen und Zwergbuntbarschen problemlos zu
vergesellschaften.
Im Aquarium ist es sehr leicht, Nachwuchs von Lebendgebärenden
zu bekommen. Zur Nachzucht muß nichts weiter getan werden, als einige
Fische in ein Aquarium zu setzten. Meist bekommt man schon nach einigen
Tagen Nachwuchs, da die Weibchen schon beim vorigen Hälter befruchtet
worden sind. Die Jungfische verlassen normalerweise nach ca. 4 Wochen den
Mutterleib. Man kann also davon ausgehen, daß man ungefähr alle
4 Wochen neue Jungfische bekommt. Werden diese Jungfische in ein Aufzuchtbecken
überführt, wachsen sie rasch heran. Gefüttert werden kann
mit Trockenfutter, besonders schnell wachsen die Fische jedoch mit Artemias,
feinem Gefrierfutter und anderem kleinen Lebendfutter. Füttert man
viel Lebendfutter, erzielt man auch eine besonders gut ausgeprägte
Farbe der Fische und meist auch eine beträchtliche Größe
der ausgewachsenen Nachzuchttiere.
Lebendgebärende sind am besten bei einem pH-Wert von 7,0-8,5 zu
halten, der dGH-Wert sollte zwischen 10 und 30° liegen. Beckengrößen
von 40 cm aufwärts können sowohl zur Haltung, als auch zur Zucht
verwendet werden.
Nachdem ich etwas allgemeines über die lebendgebärenden Zahnkarpfen
geschrieben habe, will ich jetzt einige Arten im Speziellen vorstellen:
Der Black Molly sollte bei ca. 26° C gehalten werden und
verlangt eine Härte von 11-30°, wobei es vorteilhafter ist, höhere
Härtegrade zu verwenden. Er ist ein wenig anfälliger auf Krankheiten,
als seine „Artgenossen“, dies stellt jedoch kein Problem dar, wenn er sich
erst einmal eingelebt hat.
Der Segelkärpfling spricht besonders wegen seiner hohen
Rückenflosse und bei der Wildform wegen der bunten Zeichnung an. Dieser
Fisch erfordert einen hohen Härtegrad und sollte bei ca. 28° C
gehalten werden. Dieser Fisch kommt in der Natur auch im Salzwasser vor.
Die Jungfischanzahl beträgt 50-120 Stück, wobei die Elterntiere
ihren Jungen nachstellen. Für die Aufzucht der Jungfische ist es jedoch
nötig hohe und große Becken zu besitzen, damit der Nachwuchs
die hohe Rückenflosse ausbildet. Die Jungfische sind außerdem
sehr anfällig auf Krankheiten und wachsen langsam. Auch die ansprechende
Farbe wird erst spät angenommen.
Der Schwertträger ist heute in vielen verschiedenen Farb-
und Flossenformen zu erhalten. Er ist besonders anspruchslos an die Wasserqualität.
Die Eltern stellen jedoch ihren Jungen nach. Neue Farbvarianten werden
immer wieder durch Kreuzung von verschiedenen Farbformen erzielt, wobei
beim Schwertträger auch noch verschiedene Flossenformen, wie zum Beispiel
der Simpson-Schwertträger oder der Doppel-Schwertträger zustande
gekommen sind.
Verschiedene Farb- und Flossenformen kommen auch beim Platy zustande.
Neben vielen Mischformen sind auch gelegentlich auch noch rein Korallen-
und Wagtail-Platys erhältlich. Die Inzucht hat aber leider dazu geführt,
daß die Fische immer kleiner und blasser in der Farbe werden. Man
sollte sich also um den Erhalt der kräftigen Farben bemühen,
dies jedoch ohne Inzucht.
Zum Guppy ist zu sagen, daß er wahrscheinlich der Fisch
ist, mit dem am meisten Experimente um die Farb- und Flossenmanipulation
getrieben werden. Der Wildguppy weist keinesfalls diese Farbenvielfalt
auf. In der Natur ist es wichtiger, schlichte Farben und kleinere Flossen
zu besitzen, um nicht Freßfeinden zum Opfer zu fallen. Der Guppy
ist außerdem für seine üppige Vermehrung bekannt, deshalb
trägt er auch den Namen „Millionenfisch“. Bei Guppys ist darauf zu
achten, daß sie nicht mit Kampffischen vergesellschaftet werden,
da diese die Flossen der Guppy-Männchen anfressen.
Ein weniger bekannter Aquarienfisch ist der Metallkärpfling,
Girardinus metallicus. Dieser Fisch kommt endemisch in Kuba vor. Das Männchen
ist ungefähr halb so groß wie das Weibchen und hat ein auffällig
großes Gonopodium. Es gibt zwei verschiedene Formen vom Metallkärpfling:
Bei der einen Form ist das Männchen gleichmäßig grau gefärbt,
bei der anderen ist das Männchen vom Maul bis zum Ende des Gonopodiums
schwarz gefärbt. Die Nachkommenschaft beträgt meist 15-20 Tiere,
selten mehr, wobei die Eltern ihren Jungen nicht nachstellen. Sie können
nebeneinander aufwachsen. Es ist aber unbedingt darauf zu beachten, daß
zu einem Männchen mindestens 3 Weibchen gesetzt werden müssen,
besser noch mehr, da die Männchen den Weibchen ständig nachstellen.
Der Zwergkärpfling, Heterandria formosa, ist einer der kleinsten
Fische, die es gibt. Interessant ist bei dieser Art, daß sie ihre
Jungen über einen Zeitraum von 10-14 Tagen bekommen, wobei nur ein
bis zwei Junge geboren werden. Dieser Fisch kann schon in kleinsten Becken
gehalten werden und erfordert auch keine übermäßige Filterung.
Dichte Bepflanzung, auch mit Javamoos, ist anzuraten. Bei der Vergesellschaftung
muß darauf geachtet werden, daß auch nur kleine Fische beigesetzt
werden. In unserem ersten Becken haben wir diesen Fisch mit dem Schwarzbarsch,
Elasoma evergladei, vergesellschaftet. Leider ist dieser Fisch nur sehr
selten zu sehen.
Der Jamaika-Kärpfling, Limia melanogaster, braucht Algen,
um sich wohl zu fühlen. In der Fachliteratur wird auch angegeben,
daß dieser Fisch auch Pflanzen anfrißt, was ich allerdings
nicht beobachten konnte. Wichtig ist aber auch noch viel freier Schwimmraum,
da dies eine sehr lebhafte Fischart ist, die sich „ausschwimmen“ möchte.
Die Vermehrung soll nicht sehr schwierig sein, uns ist sie jedoch zu der
Zeit, als wir diese Fischart besessen haben nicht gelungen. Dies war allerdings
am Anfang unserer Aquaristikgeschichte.
Abschließend ist zu sagen, daß Lebendgebärende sowohl
zum Einstieg in die Aquaristik geeignet sind, als auch für Spezialisten
Anreize bieten können, sei es zur Zucht einer besonderen Farb- oder
Flossenform oder zur Haltung und Zucht einer selteneren Art, wie zum Beispiel
die der drei letztgenannten.
Literatur:
-
RIEHL/BAENSCH (1990/91): „Aquarien Atlas“; (8. Aufl.); Melle: Mergus, Verlag
für Natur- und Heimtierkunde
-
MEYER/WISCHNATH/FOERSTER (1985): „Lebendgebärende Zierfische: Arten
der Welt“; (1. Aufl.); Melle: MERGUS, Verlag für Natur- und Heimtierkunde
Cryptocorynen – hübsche,
einfach zu pflegende Aquarienpflanzen ?
Pflanzenfamilie und Herkunft
Cryptocorynen gehören zu den Aronstabgewächsen und werden
unwissenschaftlich auch Wasserkelche genannt. Bei Aquarienfreunden sind
sie häufig durch die gefürchtete Cryptocorynenkrankheit bekannt,
die innerhalb weniger Tage komplette Bestände zusammenbrechen läßt.
Alle Arten kommen aus Südostasien und sind - wie die meisten Aquarienpflanzen
- gar keine Wasserpflanzen. Sie wachsen zwar in Feuchtgebieten, blühen
aber nur, wenn sie nicht völlig untergetaucht sind. Sie vertragen
aber periodische und dauerhafte Überschwemmungen. Die Pflegeprobleme
im Aquarium kann man weitgehend vergessen, wenn man sich auf die einfacheren
Arten beschränkt. Diese sind trotzdem sehr hübsch und kommen
meist aus Sri Lanka oder Thailand.
Pflanzen-Angebot und -Auswahl
Cryptocorynen werden im Handel fast immer in Töpfen angeboten.
Dadurch kann man die Wurzeln der Pflanze beim Einkauf schon nicht richtig
beurteilen. Sie sind nämlich der wichtigste Teil, weil in ihnen die
Kraft für den Wachstumsstart nach dem Umpflanzen steckt. Sie müssen
von fester Konsistenz und fast weiß sein und dürfen weder glasig
durchscheinen noch eingekürzt sein. Falls sie braune oder schwarze
Stellen haben, deutet das auf eine sehr schlechte Anzucht oder Lagerung
hin. Mit solchen Pflanzen wird man keine Freude haben.
Erst in zweiter Linie werden die Blätter beurteilt. Sie sollten
auch nicht glasig sein und eine frische Farbe haben. Je nach Art also kräftig
grün sein und eine manchmal flächendeckende braune oder rote
Maserung besitzen.
Bei der Auswahl der einzelnen Pflanzen sollte man große (für
das Auge) und kleine (wachsen besser und harmonischer) Exemplare mischen.
Besonders empfehlenswerte Arten sind:
Crytocoryne x willisii (früher nevillii genannt)
C. cordata (mit mehreren sehr unterschiedlichen Formen)
C. beckettii
C. wendtii (sehr robust)
C. affinis (auch Haertels Wasserkelch genannt)
C. crispatula (teilw. nur mit Namen der Unterart „balansae“ im Handel)
Die Arten sind aufsteigend nach Größe (5 – 30 cm / Extremfall
50 cm) sortiert. Die tatsächliche Größe hängt stark
von den Aquarienbedingungen ab.
Aquarienkultur
Diese Cryptocorynen wachsen gut in „normalen“ Gesellschaftsbecken mit
etwa folgenden Bedingungen:
-
Temperatur 20 - 27? C
-
pH-Wert 6,0 – 7,5
-
Wasserhärte möglichst unter 10°dgH
-
Leichte Wasserbewegung (Motorfilter)
-
Kiesgrund ab 4 cm mit Körnung 0 – 3 mm (Panzerwelse)
Viele Bücher schlagen ca. 10 cm vor. Ich halte das für unnötig
oder sogar falsch, da die höhere Mulmmenge mehr Sauerstoff verbraucht.
Depotdünger im Kies ist nicht erforderlich, wenn das Becken „eingefahren“
ist, da der Mulm für das richtige Klima sorgt. Beim Wasserwechsel
kann man jeweils einen Aquariendünger zufügen. Bei sonst guten
Bedingungen bringt das aber nur wenig Vorteile.
Vor dem Setzen der Pflanzen sollte man bedenken, daß sie nicht
gern umgepflanzt werden wollen – also den Platz mit Bedacht wählen.
Es sieht besser aus, wenn man in Gruppen pflanzt. Die Wurzel werden möglichst
nicht eingekürzt - nur beschädigte oder verfaulte Teile sind
abzuschneiden.
Den Wurzelansatz plaziert man ca. 1 cm unter der Kiesoberfläche;
die Wurzeln werden strahlenförmig abgespreizt und einzeln tiefer in
den Grund gedrückt. Einige Bücher raten dazu, den Wurzelansatz
direkt an die Oberfläche zu setzen. Natürlich wachsende Ableger
stecken aber immer etwas tiefer im Grund. Oft kann man dieses noch an Farbunterschieden
der Blattstiele erkennen.
Blüte
Wie schon gesagt, blühen Cryptocorynen im normalen Aquarium leider
nicht. Da etliche aber sehr hübsche Blüten haben, sollte man
es in einem kleinen Becken oder großem Konservenglas versuchen. Dazu
ca. 1 cm gut verrotteten Kompost einfüllen und mit einigen cm Kies
abdecken; die Cryptocorynen einpflanzen und vorsichtig mit Wasser befüllen.
Da die Pflanzen an Auqarienbedingungen gewöhnt sind, kann das Wasser
erst im Verlauf von etlichen Wochen schrittweise abgelassen werden. Das
Kiesbett muß natürlich immer richtig naß sein. Zur Steigerung
der Luftfeuchtigkeit ist das Becken fast vollständig mit einer Glasscheibe
abzudecken. Bester Kulturort ist ein warmes Fenster ohne direkte Sonne.
Vermehrung
Ist eigentlich ganz einfach, denn wenn die genannten Arten gut wachsen,
treiben sie nach einiger Zeit Ausläufer, die man später abtrennen
kann.
Cryptocorynenkrankheit
Sie entsteht durch schnelle Veränderung der Bedingungen im Aquarium
(pH-Wert, Licht, Nährstoffkonzentration, ...). Besonders die älteren
Blätter können sich dann nicht mehr anpassen und sterben ab.
Wenn die neuen Bedingungen für die gepflegten Arten trotzdem noch
passen, wachsen neue Blätter recht schnell nach. Falls der Pflanzenbestand
aber auch schon vorher nur kümmerte, kann das im totalen Zusammenbruch
enden. Diese Gefahr ist bei den schwierigen Arten entsprechend größer.
Auch bei anderen Pflanzengattungen ist es deshalb sinnvoll, sie genau
im Wachstum zu beobachten. Selbst gerade verpflanzte Exemplare sollten
täglich ein kleines Stück wachsen. Bei Cryptocorynen kann man
das morgens besonders gut an dem jüngsten Blatt ablesen, denn das
neue Stück ist etwas heller gefärbt. Falls das Wachstum sehr
gering ist, muß man die Aquarienbedingungen einzeln verändern
und dann wieder mehrere Wochen beobachten. Beim Aufräumen im Aquarium
ist es sinnvoll, die stark wachsenden Pflanzenarten entsprechend stärker
auszulichten, da sie den schwächeren sonst die Lebensgrundlage entziehen.
Also testen und beobachten – und nicht alles glauben, was in Büchern
steht!
Internetinfo (englisch) mit Bildern:
http://www.thekrib.com/Plants/Plants/crypts.html
http://www.aquatic-gardeners.org
Zierfische im Gartenteich?!
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Zierfische im Gartenteich – wer so etwas sagt, der spinnt doch wohl. Das
ist die häufigste Reaktion auf unser „Experiment“, das wir nun schon
seit über drei Jahren durchführen. Ich denke, dass das erst einmal
genauer definiert werden muss, um die ganze Angelegenheit besser zu verstehen.
Wir meinen natürlich nicht, dass wir einen Diskus im Winter unter
der Eisschicht schwimmen lassen, sondern dass wir ein paar robuste, widerstandsfähige
und den Witterungsverhältnissen angepasste Zierfischarten in den wärmeren
Monaten des Jahres in einen nicht zu großen Gartenteich hinaussetzen.
Zu der Größe und dem Aufbau des Teiches möchte ich später
noch etwas sagen. Auf keinen Fall darf man die Zierfische zu den Goldfischen
oder Kois in den „echten“ Gartenteich setzen.
Nun aber erst einmal zu den verschiedenen Fischarten, die wir in die
„Natur“ entlassen haben:
Macropode, Macropodus opercularis, oder auch Paradiesfisch genannt.
Diese Art hatten wir nur ein Jahr in einem unserer Teiche, da sie sich
leider nicht vermehrt hat, jedoch hatte man nach guten vier Monaten und
ständigem Lebendfutter durch Anflugnahrung sehr prachtvoll gefärbte
und ausgewachsene Macropoden von ungefähr 10 cm Länge, die man
in Aquarien wahrscheinlich nie auf so eine Größe bringen können
wird. Diese Tiere eignen sich sehr gut zur Zucht, weil die Weibchen einen
relativ großen Leichansatz produziert haben, aber auch für das
Wohnzimmeraquarium sind diese Fische eine Augenweide.
Eine andere Zierfischart, die wir im Teich gehalten haben, waren die
Kardinalfische, Tanichthys albonubes, die sich im Daueransatz relativ
gut vermehrt haben. Nach Ende der “Saison“ konnten wir, wie auch schon
bei den Macropoden erwähnt extrem große und gut gefärbte
Tiere aus einem verhältnismäßig kleinen Teich fischen.
Doch dieses Mal waren auch einige Jungfische mit im Netz. Es waren zwar
nicht bersonders viele, aber wenigstens 50 Stück, die schon eine Größe
von ungefähr 1cm hatten. Diese wuchsen - ohne Probleme mit dem Wasserumschwung
– in unseren Aufzuchtbecken auf eine Größe von ungefähr
3,5-4 cm heran.
Da wir eine schöne große Zuchtgruppe von Guppys, Poecilia
reticulata, haben wollten, setzten wir ca. 40 Stück in ein kleines
Plasikbassin, die in diesem recht schnell heranwuchsen und auch schon selber
Junge bekommen hatten. Doch was besonders an der Haltung von Guppys im
Gartenteich ist, dass sie eine Art schwarzen „Ruß“ auf der Gelbfärbung
bekommen, der sich im Aquarium nach ca. einem halben Jahr leider wieder
aufgelöst hat. Dies kommt vermutlich von der UV-Strahlung des Sonnenlichtes
oder durch das bessere Futter, was nur aus Lebendfutter bestanden hat.
Die Nachzuchten besitzen diesen „Ruß“ nicht.
Noch drei weitere Arten, die wir im Teich hielten, waren die Platys,
Xiphophorus maculatus, die Black Mollys, Poecilia sphenops, und
die Zebrabärblinge, Brachydanio rerio, die sich leider alle
nicht sehr zahlreich vermehrt haben. Auch in der Größe erzielten
sie keine neuen Längenrekorde, aber auf jeden Fall sind sie widerstandsfähiger
geworden.
Der größte Erfolg bei der „Zierfischgartenteichhaltung“ waren
die Schwertträger, Xiphophorus helleri, die nicht nur auf eine
Überlänge von 11cm heranwuchsen, sondern auch ca. 700 Jungfische
in einer Saison produzierten. Diese fingen wir in einen extra Jungfischteich,
wo sie schnell heranwuchsen und schon im September – beim „Hereinfangen“
– eine Länge von ungefähr 2-3cm hatten. Da es keine reine Farbform
war, die wir in den Teich gesetzt hatten, kamen verschiedenste Farbgebungen
bei den Jungfischen heraus. Im letzten Jahr setzten wir auch einige Schwarze
Doppel-Schwertträger in den Teich, die sich als Zuchtform genauso
gut hielt und vermehrte wie die Grünen Schwertträger.
Wir pflegten aber auch den Schwarzbarsch, Elassoma evergladei,
der schon in anderen Fachzeitschriften zur Haltung und Zucht in Teichen
empfohlen wurde, da er sozusagen ein „Halbkaltwasserfisch“ ist, denn er
verträgt Temperaturen von 6 bis 30 Grad Celsius.
Die Teiche reichen von einem 100 Liter Plastikbassin für Guppys
bis zu 800 Liter Teichen aus Teichfolie mit den Maßen 150*80*60 cm
für die Schwerträger. Sie sind mit einer „schilfähnlichen
Graspflanze“ bestückt, in die sich die Jungtiere zurückziehen
können. Alle oben genannten Fischarten waren Temperaturschwankungen
von 8 bis 32 Grad Celsius ausgesetzt und wurden nicht gefüttert. Ihre
Nahrung bestand hauptsächlich aus schwarzen Mückenlarven, Wasserflöhen
und jeglicher Anflugnahrung. Auffällig zu beobachten war, dass sie
ihr Fressverhalten deutlich verändert haben. Sie schwimmen nicht so
wie im Aquarium sofort an die Oberfläche, wenn jemand vor diesem steht,
sondern sie halten sich im Pflanzendickicht auf und visieren ein Nahrungsobjekt
an. Wenn sich nun die richtige Situation ergibt und kein Schatten auf das
Wasser fällt, schnellen sie hervor und erschnappen sich die Mückenlarve
oder ein anderes Tier. Dieses Verhalten behalten sie im Aquarium eine ganze
Zeit lang bei. Alle Teiche werden zum Schutz vor Laub oder fischfressenden
Tieren mit einem Netz abgedeckt.
Die „Zierfischgartenteichsaison“ beginnt im Mai – nach den Nachtfrösten
- und endet im September – vor Einbruch der ersten Nachtfröste. Dann
wird das Wasser zur Hälfte abgesaugt und die Fische werden gefangen.
Um sie an die neuen eher eingeengten Verhältnisse langsam zu gewöhnen,
werden sie in Becken ohne Heizstab gehalten. Man sollte den Versuch nicht
machen und die Fische über Winter im Zierfischteich lassen.
Dieses Jahr haben wir schon im April die ersten Zierfische in ein ca.
30 Liter fassendes Vollglasbecken gesetzt. Es waren Kardinalfische, die
durch die Kälte zum Laichen angeregt wurden.
Ich denke, dass jeder, der die Möglichkeiten hat, einmal die „Zierfischgartenteichhaltung“
ausprobieren sollte, da man nicht nur gute Tiere, sondern auch Strom-,
Wasser- und Futterkosten sparen kann. Gerade Züchter, die einmal wieder
Platzprobleme in ihrer Zuchtanlage haben, können doch das warme Wetter
nutzen und einen kleinen Teich im Garten anlegen.
Ich hoffe, dass ich mit meinem Bericht einige Aquarianer anregen konnte
auch einmal etwas anderes auszuprobieren. Wer noch mehr Informationen haben
möchte oder jemandem etwas unklar geblieben ist, der kann sich gerne
bei mir melden.
Haltung und Zucht:
Leopard-Fiederbartwels
(Synodontis multipunctatus)
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Im März 1996 erwarb ich bei einem Aquaristik-Händler 10 ausgewachsene
ca. 12 cm große Synodontis multipunctatus Wildfänge. Die Art
gehört zur Gruppe der Mochokidae (Fiederbartwelse), die zehn Gattungen
mit ca 170 beschriebene Arten umfaßt. Die Heimat dieses Welses ist
der Tanganjikasee (Ostafrika). Dort lebt diese Art und sieben weitere,
unter anderem die etwas kleinere Art Synodontis petricola, mit der er öfters
verwechselt wird. Die Art lebt dort endemisch, d.h. es ist das einzige
Verbreitungsgebiet. Ich hatte schon mehrfach über die Haltung gelesen,
jedoch nie über deren Zucht. Ich vergesellschaftete Sie mit diversen
Malawisee-Cichliden, in der Hoffnung, diese immer freßwütigen
Welse zu vermehren. Da sie von der Färbung recht auffällig sind,
wie der deutsche Name schon sagt, tragen Sie auf silbrig-beigem Untergrund
unregelmässig angeordnete schwarze Flecken. Der Bauch ist meist weiß.
Jedes Tier hat ein anderes Fleckenmuster, so daß man sie leicht auseinanderhalten
kann. Die Weibchen erkennt man leicht an Ihrer Körperfülle, dem
Laichansatz. Die Männchen besitzen eine Art 1-2 mm lange Genitalpapille.
Weibchen haben an dieser Stelle meist eine leichte Wölbung. Synodontis
multipunctatus sind, wenn man sie im Schwarm von fünf oder mehr Tieren
hält, ähnlich wie S. petricola nicht nur nachtaktiv, sondern
recht muntere Tiere. Sie sollten in meinen Becken die Restevertilgung erledigen.
Da sie diese Aufgabe hervoragend ausführen, dachte ich an Zucht, um
meine anderen Becken auch zu besetzen. In der Fachliteratur war darüber
nichts zu finden. Der Name Kuckuckswels sollte jedoch irgendeine Bewandnis
haben.
Aus der Vogelkunde kommt der Begriff des Brutparasitismus. Das bekannte
Beispiel bietet der hierzulande beheimatete Kuckuck. Er läßt
seine Eier durch andere Vögel ausbrüten und die Jungvögel
von den Adoptiveltern aufziehen. Also vergesellschaftete ich sie mit Aulonocara-,
Pseudotropheus- sowie Melanochromis-Arten, alles Maulbrüter. Leider
blieb der Erfolg aus. Dies lag jedoch nicht an den Buntbarschen, sondern
vielmehr an meiner züchterischen Ungeduld. Es verging mehr als ein
Jahr, bis ich bemerkte, daß meine Kuckuckswelse Gruppierungen bildeten
und sich für den Laichakt von Maulbrütern interessierten. Immer
häufiger störten sie die Maulbrüter beim Laichen. Dabei
wurden im Vorbeischwimmen die gerade gelegten, teils unbefruchteten Eier
des Maulbrüters in irrer Geschwindigkeit verspeist und die eigenen
in das Durcheinander gelegt. Ich habe sicherlich Tage und zum Teil Nächte
damit verbracht meine Kuckuckswelse beim Ablaichen zu beobachten, es war
mir jedoch nie möglich die Eiablage genau zu verfolgen, weil es so
schnell geht. Das Maulbrüter Männchen, welches den ganzen Tag
schon krampfhaft versucht sein sich auserkorenes Weibchen in seine
Laichkuhle, welche in tagelanger mühseliger Kleinarbeit angefertigt
wurde, zu locken, wird nun permanent von den ganz aufgeregten Kuckuckswelsen
gestört. Alles geht in einer irren Geschwindigkeit. Das eierlegende
Maulbrüterweibchen ist so verwirrt, daß es die falschen Eier
aufnimmt und zu den vielleicht vorhandenen eigenen in die Schnauze nimmt.
Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis das Weibchen keine eigenen
Eier mehr abgeben kann. Beläßt man die Eier dem Maulbrüterweibchen
wird man nach ca. 5-6 Tagen festsstellen, daß der Kehlsack des Weibchen
gegenüber früheren Bruten immens anschwillt. Die Kuckuckswels-Eier
sind im Gegensatz zu den Maulbrüter-Eiern sehr klein, weshalb sie
über einen geringen Nahrungsvorrat verfügen. Dies erklärt,
daß von der Maulbrüter Brut, und von den Geschwistern nur wenige
überbleiben, denn kleine Kuckucke sind Kannibalen. Ich hatte schon
Kuckuckswelse, wo vier Jungtiere ineinandersteckten. Wie heißt es
doch so schön :"Den letzten beißen die Hunde. Oder Welse?".
Ich empfehle jedem, der Malawi- oder Tanganjikasee-Cichliden hält,
Kuckuckswelse zur Vergesellschaftung mit einzusetzen. Zum einen, weil Sie
im Schwarm gehalten tagaktiv sind, attraktiv sind und immer Hunger haben,
somit alles, was zu Boden fällt, schnell verputzt ist.
Gierig suchend barteln sie durchs Becken oder schwimmen kopfüber
an der Wasseroberfläche und greifen alles, was sie in die Schnauze
bekommen. Als ich die ersten Jungtiere hatte, dachte ich sofort an Tennisbälle
mit Flossen, weil die Ähnlichkeit der Fülle nicht von der Hand
zu weisen ist. Die Tiere wachsen sehr zügig. Innerhalb eines Jahres
sind sie, bei guter Fütterung vorausgesetzt, ausgewachsen. Geschlechtsreif
sind sie nach ca. 2-3 Jahren. Bei der Vergesellschaftung mit Maulbrütern
sollte man nur darauf achten, daß man nicht zu kleine Maulbrüter
als Wirtstiere ansetzt, denn die Jungwelse erreichen im Maul durch die
Vertilgung der Wirtsbrut und der Geschwister auch leicht Größen
von 2 cm. Ist das Maulbrüterweibchen zu klein, kann es sich von dem
lästigen Schmarotzer nicht befreien und erstickt unter Umständen.
Die aus dem Maul entlassenen Jungen sind zwar noch so klein, daß
sie gefressen werden könnten, sie besitzen jedoch äußerst
stachelige Brustflossen. Nimmt ein nicht beteiligter diese lecker aussehenden
Welse als Futter auf, spuckt er sie meist nach zwei-drei Kaubewegungen
wieder aus.

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