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V. Fishlight

Dezember 1998

Inhaltsverzeichnis

  • Fische unterm Weihnachtsbaum
  • Buckelkopf, ein außergewöhnlicher Buntbarsch
  • Die verflixte Sache mit dem Aquarium
  • Apistogramma, Zwergbuntbarsche für Anfänger?

  • Fische unterm Weihnachtsbaum

    Wie immer gegen Jahresende rückt das Weihnachtsfest auch diesmal näher. Viele Eltern sind noch unschlüssig, was sie ihren Sprößlingen auf den Gabentisch legen sollen. Haben die lieben Kleinen bereits ein Aquarium, so liegt die Überlegung recht nahe, einige bunte Aquarienfische zu verschenken. Leider wird dann aber oft recht gedankenlos eingekauft.
    Seit Jahren schon predigen Kinderschutz, Kirchen und Kinder-Psychologen: Kein Kriegsspielzeug unter den Weihnachtsbaum! Hier zeigen sich dann jedoch die Väter extrem verantwortungslos: Es werden kriegslüsterne Gesellen wie Schwertträger, Armbrustsalmler oder gar Panzerwelse erworben. Wenn es schon ein Wels sein muß, warum dann nicht ein dem Feste entsprechender Engelantennenwels?
    Mit diesem Tier würde man in doppeltem Sinne Weihnachten Rechnung tragen; zum einen dem religiösen Aspekt des Engels, zum anderen dem medialen Großereignis vor dem Fernseher.
    Ohne weiter nachzudenken, werden aber auch für kleine Kinder überaus gefährliche Fische gekauft. Stellvertretend seien hier für viele andere genannt: Dornaugen, Gabelbärte oder der berüchtigte Messerfisch. Wie schnell ist es passiert; der Vater packt gerührt seine Kravatten und Socken aus, die Mutter kümmert sich um den Kartoffelsalat und niemand achtet auf den Nachwuchs. Ein Griff ins Aquarium und schon endet der Heiligabend in der Notaufnahme des Krankenhauses.
    Ebenfalls werden auch die Warnungen von Polizei und Feuerwehr in den Wind geschlagen. Stellen sie sich vor, Sie verbringen den Heiligabend mit Ihrer Familie bei einer Andacht in der Kirche, derweil fällt eine Horde von Ihnen gekaufter, gieriger Raubsalmler über die Geschenke her. Bei ihrer Rückkehr werden sie die Tränen ihrer Kinder nur schwerlich trocknen können.
    Eine heiße Überraschung kann ihnen der Feuerschwanz bereiten, wenn sich das Aquarium in der Nähe des Tannenbaumes befindet. Oft stehen Weihnachtsbäume tagelang vor Heiligabend und sind schon entsprechend ausgetrocknet. Ruckzuck verwandelt ihnen der Feuerschwanz das Zimmer in ein Flammeninferno. Außerdem ist ein Festtagseinsatz der Feuerwehr nicht gerade preisgünstig.
    Leider ist nicht nur über unbedachte Käufer von Fischen zu klagen, nein so mancher Zoohändler handelt ebenso verantwortungslos. Gerade in der Vorweihnachtszeit werden wieder Schwärme von Neonfischen an den Mann gebracht. Jedoch welcher Verkäufer denkt schon daran, die passenden Starter und Vorschaltgeräte für die Neonfische mitzuliefern. Sie sollten einmal in die traurigen Kinderaugen blicken, wenn die Fische wegen des fehlenden Zubehörs am Heiligabend nicht leuchten können.
    Wenn sie nun alle meine überaus durchdachten Hinweise beachten, steht einem fröhlichen, aquaristischen Weihnachten nichts mehr im Wege; und denken sie immer an das alte Sprichwort:
    “ Der Silberfisch im Haus erspart das Lametta am Baum!”
     
    Helmut Reinsch
    Tel. 05309 / 5226


     

    Buckelkopf, 

    ein außergewöhnlicher Buntbarsch

    Buckelkopf-Cichlide (Steatocranus casuarius)
     
    Der Buckelkopfbuntbarsch, Steatocranus casuarius oder auch Helmcichlide genannt, ist sicherlich der häufigste Vertreter seiner Gattung, obwohl auch er ein selten anzutreffender Buntbarsch in unseren Aquarien ist. Vielleicht kommt es daher, dass von ihm gesagt wird, dass er sehr ruppig und kampflustig ist und das für jeden "klare Barschverhalten" besitzt. Mit diesem Bericht möchte ich das "schlechte Image", welches völlig unbegründet ist, etwas aufbessern. Aber nun zu dem Fisch selbst:
    S. casuarius kommt aus Afrika ( Zaire ) und lebt dort in schnellfließenden Gebirgsbächen. Die Schwimmblase hat sich den Stromschnellen angepasst und stark reduziert, daher kann sich der Buckelkopfbuntbarsch nur noch in einer ruckartigen Schwimmweise über den Bodengrund bewegen. Das mächtige Fettpolster auf der Stirn der Männchen und das etwas kleinere bei den Weibchen hat damit nichts zu tun, kann aber als Geschlechtsmerkmal bei ausgewachsenen Tieren benutzt werden.
    Dieser Cichlide fühlt sich schon in einem Aquarium mit einer Kantenlänge von ungefähr 60 cm wohl, auf keinen Fall sollten aber genügend Steinaufbauten (Schieferplatten), Wurzeln und ein paar Pflanzen, die weder beschädigt, noch ausgegraben werden (außer in der direkten Umgebung der Bruthöhle), fehlen. Zusätzlich empfehle ich feinen Kies oder Sand, der zu dem Wohlbefinden unseres Pfleglings beiträgt. An die Wasserwerte stellt der Buckelkopfbuntbarsch keine hohen Ansprüche, doch sollte der Härtegrad nicht unter 10 dGH und der pH-Wert um den Neutralpunkt liegen. Die Temperatur sollte sich zwischen 24 und 28 Grad befinden. Er nimmt jegliches Trockenfutter und Frostfutter, aber man kann ihn auch mit Grünfuttertabletten füttern, worauf ich noch bei der Aufzucht von Jungfischen zurückkomme.
    Wie schon oben erwähnt, sind die Behauptungen, dass S. casuarius ein Rüpel im Aquarium ist, nicht gerechtfertigt, da ich diesen Fisch schon mit Platys, Skalaren, Fadenfischen, Schmerlen und anderen Aquarienbewohnern in einem vollbepflanzten Becken gehalten habe, nur in der Brutzeit vertrieb er die Corydoras.
    Nun komme ich zu der Zucht beziehungsweise zu der aufopferischen Brutpflege, doch vorher muss man erst einmal eine gute Hand bei der Wahl des Zuchtpaares haben. Am besten ist es, wenn man sich eine kleine Gruppe von Jungtieren hält, wobei sich später ein oder mehrere Pärchen finden werden. Dieses wird, wenn die Hälterungsbedingungen stimmen, schon bald anfangen, eine Höhle unter einem Stein oder einer Wurzel auszugraben. Dann wird das Weibchen die Eier an ein schrägstehendes Laichsubstrat kleben und sie werden von dem Männchen befruchtet. Die Behauptungen der Literatur, dass die Larven aus den Eiern schon nach 48 Stunden schlüpfen sollen, kann ich nicht bestätigen.
    Mein Pärchen legte an einer Schieferplatte ab und die Eizahl betrug beim ersten Mal ca. 60-80 und beim zweiten Mal ungefähr 90-120 Eier. Nun begann das "ganze". Das Weibchen war dabei, die Eier mit Frischwasser zu bewedeln, musste  aber auch noch aufpassen, dass ihr Gatte  das Aussenrevier abriegelte, so dass keiner den Eiern Schaden zufügen konnte. Man sah es dem  Buckelkopfmännchen an, dass es von Tag zu Tag nervöser wurde. Nach einer Woche war es dann soweit, die schon etwa 8 mm großen Larven lagen zappellig in der Höhle und vereinzelt versuchten sie auszubüchsen, doch die Mutter war stets zur Stelle. Das Männchen musste unbedingt seine Nachkommen begucken, aber irgendwer musste auch noch aufpassen und so teilte das Weibchen ein paar tonangebende Hiebe aus. So ging der Stress der Elternfamilie noch eine Woche weiter, bis die ca. 12 mm großen "Bücklies" über der Bruthöhle herumschwirrten. Noch ein paar Tage musste der Buckelmann warten, bevor er seine Kinder stolz im Aquarium herumführte, aber eine Viertelstunde bevor das Licht ausgeht, waren sie wieder alle in der Höhle gebettet.
    Wenn man die Elterntiere vorher an Futtertabletten gewöhnt hat, kann man beobachten, dass ein Elternteil sich eine Tablette schnappt, im Maul zermalmt und den Jungen in das Nest spuckt, so kann man völlig auf Artemias oder andere Futtermittel verzichten. Auch mit Grünfuttertabletten wachsen viele Jungtiere schnell heran, wobei ich sagen kann, dass das Füttern mit Grünfuttertabletten nicht nur kostengünstiger ist, sondern auch, dass ich damit mehr Erfolg bei Buckelkopfbuntbarschen habe.

    Ich bin überzeugt, dass ich mit diesem Bericht einige Aquarianer anregen konnte, diesen Cichliden auch mal in ihrem Aquarium zu halten oder zu züchten. Es wäre wirklich traurig, wenn sich dieser Fisch weiterhin nur bei "Genießern" finden lassen würde.

    Wer den Buckelkopfbuntbarsch auch in seinem Aquarium schwimmen sehen oder sein Brutpflegeverhalten beobachten möchte, vielleicht auch noch andere Informationen über ihn haben will, kann mich gerne anrufen oder an unserem Börsenstand vorbeischauen.
     

    Patrick Kemnitz
    15 Jahre
    Tel./Fax: 05307/951864

    Die verflixte Sache mit dem Aquarium

    Bei vielen Gesprächen auf Börsen oder aber mit Aquarien-Besitzern höre ich häufig : „Mein Aquarium müsste mal wieder richtig sauber gemacht werden“,  „Ich hätte nie gedacht, daß ein Aquarium so viel Arbeit macht“ oder „Irgendwie hat das alles nicht so geklappt, da haben wir das Ding auf den Boden gestellt!“.
    Häufig kommen diese Bemerkungen von Eltern, die Ihren Kindern zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu einem anderen Anlass ein „Baumarktkombi“, ein Aquarium mit Beleuchtung, Filter, Heizung und div. anderem Zubehör gekauft haben, um so die Anschaffung eines Vierbeiners zu umgehen. Dieses Aquariumkombi, welches meist die Abmessungen eines Schuhkartons nicht übertrifft, wird dann, zu Hause angekommen, mit dem im Baumarkt erstandenen Kies, dem schönen bunten, den Plaste-Pflanzen und dem Taucher, der Blasen erzeugt, eingerichtet. Nun wird mit frischem Leitungswasser befüllt, der Filter sowie Heizer angeschlossen, damit das neue Zuhause für die schuppigen Gefährten schnell fertig ist. Rasch noch Licht an, und dann ab ins Auto und zum Zoomarkt Fische kaufen.
    Sicher werden einige jetzt sagen: „Der übertreibt aber schamlos!“. Der ein oder andere wird sich angesprochen fühlen und sollte meine Übertreibung als Anlass zum Nachdenken sehen. Der erste vernünftige Schritt, der Gang zum Zoomarkt, entpuppt sich jedoch auch als Desaster. Die schönen rot- blauen  und den schwarzen mit den weissen Punkten, zwei solche Scheibenknutscher, ach und die Gelben runden ja das ganze noch ab. (Ich unterstelle nicht, das der Fachhändler nicht beraten hat,  meist gewinnt der Kunde aber gegen den Verkäufer, denn sein Wille ist sein Himmelreich ).
    Zu Hause angekommen werden nun die ca. DM 100,- bis 150,- ins Wasser entlassen und der Abend scheint gerettet. Zur Erklärung hat meine Musterfamilie ein paar Rote Neons aus Südamerikas Flüssen mit Tropheus Duboisi, einem Buntbarsch aus dem Tanganjikasee, einem Saugwels der, egal wie groß das Behältnis ist, immer auf ca. 50 cm auswächst und ein paar gelben Ballonmollys, die nicht der Natur entnommen, sondern in irgendeinem gentechnischen Labors eines Hinterhofasiaten entstammen, vergesellschaftet.
    Jeder, der ein wenig Verständnis für die Aquaristik mitbringt weiß, dass die o.g. Kombination von Fischen in diesem Aquarium zum riesigen Chaos führt. Nicht nur, daß die Fische aufgrund der verschiedenen Herkünfte und deren unterschiedlicher Wasserchemie überhaupt nicht harmonieren, sondern dass dieser Ansatz eines guten Gedankes durch gewissen Übereifer mit dem Ende dieses kleinen, sehr sensiblen Öko-Systems endet und somit den Frühjahrsputz oder sogar im schlimmsten Fall das schnelle Sterben der Tiere zur Folge hat.
    Warum schreibe ich diesen Artikel ?
    Wir im Aquariumverein versuchen stets, den auf unseren Börsen angebotenen Fischen ein artgerechtes Umfeld zu schaffen, bei der Haltung sowie bei der Zucht. Das Ergebnis, die Nachzucht, ist das, was Sie auf unseren Börsen in einem vernünftigem Preis - Leistungsverhältnis erwerben. Jeder, der die Zucht und das Hobby ernst nimmt und sich und seinen schuppigen Freunden ein Zuhause gibt, übernimmt somit eine Verantwortung für das Tier. Zwar steht der Preis eines Guppys, eines Welses oder anderer in keinem Verhältnis zum Erwerb eines siamesischen Jagddackels, doch es ist genauso ein Tier und hat auch gewisse Rechte. Ich meine das Recht auf einen verantwortungsvollen Halter, der nicht nach dem Motto lebt : „Na ja, jetzt sind zwar die Fische tot, aber bald ist ja wieder Börse, oder wir gehen zum Händler und da kaufen wir neue !“.
     Die Natur im Heim, die heile Natur, das wollen wir alle, aber fängt das nicht auch schon beim „ Baumarktaquarium“ an ?
    Ich möchte mit diesem Artikel nur erreichen, dass mehr über die Haltung und Pflege von Zierfischen nachgedacht wird, und möchte Sie aufrütteln, Ihren Zierfisch-Händler oder den Börsen-Anbieter über sein Angebot zu befragen, denn er gibt Ihnen gerne und ausgiebig Auskunft .
    Sollten Sie, oder auch Ihr Nachwuchs, jedoch mehr Interesse an der nassen Materie haben, wenden Sie sich an unseren Verein, um den Feinschliff zu erhalten, den man als Fischnarr braucht, und geben Sie auch Ihre Erfahrungen weiter.
     
    Jörg Hauschild
    Tel. 05307 / 951214

    Apistogramma, 

    Zwergbuntbarsche für Anfänger?

    Apistogramma cacatuides Männchen
     
    Die Gattung Apistogramma erfreut sich in der Aquaristik sehr großer Beliebtheit. Es gibt ca. 70 Arten, die alle in Südamerika beheimatet sind. Ein gattungstypisches Merkmal aller Arten ist ein deutlicher Sexualdimorphismus, der in direktem Zusammenhang mit der Fortpflanzungsbiologie dieser Fische steht. Einfach ausgedrückt kann man sagen, die Geschlechter können gut anhand der Färbung, Größe und Flossenform unterschieden werden. Bei ihnen handelt es fast ausschließlich um Vater-Mutter-Familien, d.h. das Weibchen betreut die Eier und Jungfische und das Männchen verteidigt das Revier. Alle Apistogramma Arten sind Höhlenbrüter und viele Arten polygam, d.h. ein Männchen hat mehrere Weibchen.
    Über mehrere Jahre habe ich Erfahrungen mit verschiedenen Apistogramma Arten gesammelt, dazu gehören A. cacatuides, A. borelli, A. nijsseni, A. trifasciata und A. viejita. Hier möchte ich nicht einzelne Arten beschreiben, sondern darstellen, was zu beachten ist, damit auch Aquaristik-Einsteiger diese wunderschönen Tiere mit Erfolg pflegen und auch züchten können.
    Apistogramma Arten sind nichts für’s große Gesellschaftsbecken mit vielen bunten und lebhaften Fischen. Sie fühlen sich nur in einem gering besetzten Aquarium mit vielen Pflanzen und Höhlen wohl. Das Wasser muß weich und (leicht) sauer sein. Bei Temperaturen um 25°C fühlen sie sich am wohlsten. Somit kommen als Gesellschaft Salmler, Beilbäuche, Hechtlinge, „Saugwelse“ und Panzerwelse in Frage. Dabei ist darauf zu achten, daß ein Apistogramma-Männchen in der Regel kein anderes Männchen im gleichen Aquarium duldet. Auch ein 200 Liter Aquarium ist keine Gewähr dafür, daß die Kämpfe der Männchen glimpflich verlaufen und sich die Tiere aus dem Weg gehen können. Wenn man wirklich in einem großen Becken ab 500 Liter mehrere Männchen einer Art halten will, sollten es nicht unter fünf Tiere sein, damit sich die Aggressionen einzelner Tiere auf die anderen verteilen kann.
    Apistogramma lassen sich nicht mit Flockenfutter oder Futtertabletten ernähren! Sie fressen nur Lebend- oder Frostfutter. Besonders schwarze Mückenlarven und Cyclops werden gern genommen. Auf die Verfütterung von lebenden Tubifex sollte man verzichten, da dieses Futter sehr fetthaltig ist und, wie rote Mückenlarven, häufig aus belasteten Gewässern kommt.
    Die Zucht der meisten Arten ist, wenn man sich an die geschilderten Pflegebedingungen hält, meist gut möglich. Wichtig ist, daß die Weibchen genügend Versteckplätze haben, in die sie sich vorm balzenden Männchen zurückziehen können. Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um monogame, wie zum Beispiel A. nijsseni, oder polygame Arten handelt. A. nijsseni hält man paarweise. Bei einem gut harmonisierendem Paar reicht dann schon ein 50 Liter Aquarium, um erfolgreich zu züchten. Bei A. cacatuides sollten mehrere Weibchen zu einem Männchen gesetzt werden, damit sich das Männchen ordentlich „austoben“ kann. Dies ist natürlich nur in größeren Becken möglich. Gefüttert werden die Jungfische mit frisch geschlüpften Artemia Nauplien.
    Warum sind Apistogramma Arten so „teuer“? Im Handel bezahlt man für ein Paar A. cacatuides ab ca. 20,- DM und für ein schönes Paar A. nijsseni 50,- DM. Andere Arten können auch weitaus teurer sein. Die Gründe sind der geringe Import, da viele Arten nur in einem sehr begrenzten Lebensraum vorkommen und somit recht selten sind, und die geringe Vermehrungsrate von 40 bis 60 Jungtieren pro Brut. Auch ist das Geschlechterverhältnis häufig sehr unausgewogen. Es gibt meist sehr viel mehr Männchen als Weibchen in einem Wurf. Dieses Verhältnis läßt sich allerdings durch die Wassertemperatur und den pH-Wert, je nach Art verschieden, beeinflussen.
    Fazit: Um zu unserer Ausgangsfrage zurück zu kommen: Sind Apistogramma auch etwas für den Anfänger? Werden Apistogramma wie oben beschrieben gehalten, dann sind sie schöne und dankbare Pfleglinge, die allerdings meist nicht mehr als zwei bis drei Jahre alt werden. Hat man allerdings nicht die Möglichkeiten oder das Interesse ALLE geschilderten Bedingungen zu schaffen, sollte man vom Halten dieser Arten absehen! Wichtig ist, sich VOR dem Kauf über die spezifischen Bedingungen jeder einzelnen Art zu informieren. Hierfür gibt es reichlich Literatur und auch die Züchter geben ihnen gern Ratschläge.
    Sollte ich Ihr Interesse an dieser Gattung geweckt haben, und sollten Sie sich intensiver über meine Erfahrungen informieren wollen, schauen Sie doch einfach auf meinen Internetseiten vorbei, auf denen ich meine Aquaristiktagebücher mit Zuchtbeschreibungen veröffentlicht habe.
    Kai A. Quante
    Tel./Fax: 05309 / 2024

    © KAQ, 14.04.1999

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