April 1998
Inhaltsverzeichnis
Die Hauptsache der Aquaristik
sind natürlich die Fische, was vielleicht nicht die neueste Erkenntnis
sein mag. Aber da gibt es auch noch anderes wichtiges Beiwerk. Sicher denken
Sie jetzt an die neueste Entwicklung in der Filtertechnik, oder Sie erhoffen
einen Bericht mit Lumen und Lux über eine ausgefeilte Beleuchtung
ihres Aquariums. Einige Tips über “die CO2 - Anlage “, die sie aller
Probleme mit Pflanzen und Algen enthebt, wäre sicher ebenfalls nicht
schlecht, jedoch weit gefehlt, es geht um Kies.
Oh Schreck, Kies! Was sollte man schon über Kies wissen. Man kann
damit einige dekorative Hügelchen im Aquarium gestalten und außerdem
braucht man etwas, wo man die Pflanzen hineinsteckt. Die Idee mit den Pflanzen
mag nicht so schlecht sein; Kies ist jedoch weit mehr.
Der Bodengrund im Aquarium ist in erster Linie eine große Wohnstube
für äußerst wichtige Bakterien. Denken sie jetzt nicht
gleich: Bakterien, igittigitt, Meister Propper her. Ohne diese Bakterien,
stellvertretend seien hier Nitrobacter und Nitrosomas genannt, ist ein
gesundes “Biotop Aquarium” nicht möglich.
Ein nicht ganz unwesentlicher Faktor ist der Bodengrund im Aquarium
auch für das Wohlbefinden unserer Fische. Wer schon mal einen
Panzerwels bis zu den Augen in feinem Kies verschinden gesehen hat, wird
verstehen was ich meine. Das liegt nicht an der mageren Fütterung
des Pflegers, das ist Lebensfreude; ich käme auch nicht auf die Idee
bei Ihnen auf Fleischmangel zu tippen, nur weil Sie in ihrer Freizeit einem
Ball nachjagen.
Lassen Sie mich nun im einzelnen auf möglichen und besonders auf
zweckmäßen Bodengrund eingehen.
Leider wird im Zoohandel meist nur Bodengrund angeboten, der zwar für
den Pfleger zweckmäßig und für das Auge dekorativ ist;
Ihr Fisch dürfte diesen Kies jedoch kaum kaufen.
Sehr grober Kies, ungefähr halbe Haselnußgröße,
um auf Größenangaben in Millimetern oder Zentimetern zu verzichten,
ist als Bodengrund für ein Gesellschaftsaquarium ganz und gar ungeeignet
Kot und zerfallende Pflanzenstoffe fallen nach ganz unten, die Besiedlungsoberfläche
für Bakterien ist äußerst gering. Grober Kies ist nur für
Zuchtaquarien bei Freilaichern zu empfehlen, natürlich gut abgekocht
(der/die Lebensgefährte/in oder Lebensabschnittsgefährte sollte
beim Abkochen des Kieses im Suppentopf außer Haus sein).
Weißer Kies! Ca. die Größe eines Halbedelsteins die
ein Ehemann mit mittelmäßig schlechtem Gewissen seiner Frau
zu Weihnachten schenkt, man könnte auch sagen Reiskorngröße.
Vielleicht weniger die Größe des Kieses ist zu beanstanden,
obwohl diese auch unnatürlich ist, vielmehr die Farbe ist mangelhaft.
Durch die starke Lichtreflektion der Steinchen ist eine Schmieralgenzucht
erster Güte zu erwarten. Ihre Fische fühlen sich über hellem
Bodengrund überaus unwohl. Allein beim Betreten des Zimmers kann es
Ihnen passieren, daß die Tiere wie wild durch das Aquarium schiessen
und sich möglicherweise verletzten.
Wenn also kein weisser Kies, nehmen wir schwarzen oder besser gesagt
Basalt. Immerhin bietet uns dieser Bodengrund schon einige Vorteile.
Die Fische stehen erheblich ruhiger im Aquarium und zeigen schöne
Färbung. Algen haben am Grund kaum eine Chance. Endlich die richtige
Bodenbedeckung, nein, auch bei Basalt sind die Nachteile nicht zu übersehen.
Einerseits wird ein völlig unnatürlicher Gesamteindruck erzielt,
in Richtung des sterilen Plastikaquariums, zum anderen versuchen Sie einmal
mit einer Saugglocke das Aquarium zu reinigen.
Sie werden nicht nur den Schutz, sie werden auch den Basalt entfernen,
da dieser nur von verhältnismäßig geringem Gewicht ist.
Also nicht unbedingt Basalt. Nehmen wir die feinste im Handel angebotene
Körnung. Etwa der Größe einer am Freitagabend, wenn schon
alle Zahnärzte geschlossen haben, herausgebrochenen Zahnecke.
Wenn Sie meinen keine andere Möglichkeit zu haben, entscheiden
sie sich für diesen Kies. Ihre Fische werden mit diesem Bodengrund
weitgehend zufrieden sein und auch die Pflanzenwurzeln gedeihen verhältnismäßig
gut. Doch leider gibt es hier ebenfalls so gewisse Nachteile. Da einige
Aquarianer es überaus gut mit der Fütterung ihrer Lieblinge meinen,
wird hier einiges an nicht verwertetem Futter im Bodengrund verschwinden.
Die Bildung überaus gefährlicher Sumpfgase ist die Folge. Hier
hilft dann nur noch das regelmäßige Durcharbeiten des Kieses
mit der Saugglocke oder wenigstens einem Stöckchens.
Was soll denn nun rein ins Aquarium? Da es nun der wärmeren Jahreszeit
zugeht und der Mensch ins Freie strebt, leihen Sie sich doch mal vom Töchterlein
oder vom Filius die Taucherbrille und schauen Sie in ein einheimisches
Gewässer. Was werden sie sehen, mal abgesehen von alten Bierflaschen
und verrosteten Fahrrädern? Algenteppiche, Mulm und Sand. Da Sie sicher
weder Algenteppiche noch Mulm in ihrem Aquarium haben wollen, versuchen
sie es mal mit Sand oder besser gesagt, mit ganz feinem Kies.
Wo bekommt man so etwas nun? Schauen Sie einmal im Baustoffhandel nach,
Sand für die Kindersandkiste, was für die lieben Kleinen recht
ist, kann für unsere Fische nur billig sein. Schöner ist natürlich
feiner Kies aus der Kiesgrube. Sie sollten damit aber vorsichtig sein und
lieber vorher einen erfahrenen Aquarianer fragen, auch wenn der nicht in
den gelben Seiten steht.
Nachdem ich nun so ausgiebig die Nachteile anderer Kiessorten beschrieben
habe, wollen sie sicher wissen, welche Vorteile bringt der feine Kies.
Um gleich mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, der feine Kies staubt
nicht, es ist meistens eine gewisse Feuchtigkeit im Aquarium vorhanden,
und auch Fische von zwanzig Zentimetern und mehr erfreuen sich an feinem
Bodengrund; großer Fisch = grober Kies ist Mumpitz.
Um nun auf die am Anfang beschriebenen nützlichen Bakterien im
Aquarium zurückzukommen, es wird sicher einleuchten, daß die
Oberfläche eines feinen Bodengrundes um ein Vielfaches größer
ist, als von groben Materialien. Es können sich also erheblich mehr
Bakterien ansiedeln. Die Qualität des Wassers verbessert sich, da
mehr Schadstoffe abgebaut werden.
Die Wurzeln ihrer Pflanzen werden sich erheblich besser entwickeln.
Und Die Hauptsache? Wenn sie dann mal einen glücklich gründelnden
Fisch in ihrem Aquarium beobachten können werden sie meine Erfahrungen
bestätigen.
Wie ich Aquarianer wurde
Ich kam durch meinen Bruder an ein Aquarium, denn er hatte sich ein neues
gekauft und brauchte das alte nicht mehr. Vorher hatte ich schon öfters
seine Fische gefüttert und auch gesehen, wie niedlich es ist, wenn
ganz viele Jungfische im Becken herumschwimmen. Bald kam ich zu dem Entschluß,
das kleine Becken zu übernehmen; ich hatte auch schon bald Nachwuchs
von Guppys und Platys. Diese wollte ich, als es zuviele wurden, an ein
Zoogeschäft verkaufen, aber leider hatte ich Pech, keiner wollte sie
haben. So habe ich sie zum Schluß an meine Freunde weitergegeben.
Irgendwie kam mir dann eine Krankheit ins Becken und nur ein paar Fische
überlebten. Die setzte ich zu meinem Bruder ins Becken. Dann hatte
ich eine ganze Zeit nur ein Pflanzenaquarium, irgendwann kam ich mit meinem
Bruder auf die Idee, richtig mit Züchten anzufangen. Zu Weihnachten
bekam ich dann das Aquarium meiner Oma, sie hatte schon länger aufgehört,
aber die Sachen standen noch im Keller. In dieses Becken (100x40x50) setzte
ich Buntbarsche, denn ich hatte gehört, daß diese schon etwas
anspruchsvollere Fische seien, und daß es Arten gibt, die die Jungfische
im Maul ausbrüten und auch noch im Maul bis zu einer bestimmten Größe
versorgen. Das stellte ich mir sehr schön vor, und so kaufte ich ein
paar Arten, natürlich informierte ich mich vorher gründlich über
die Fische, was ich übrigens jedem empfehle.
Am Anfang kam mir die Zeit unheimlich lang vor, und ich wollte die
Hoffnung schon aufgeben, zum Glück habe ich das nicht getan, denn
eines Tages kam ich aus der Schule und fütterte meine Fische, da sah
ich plötzlich, daß das eine Weibchen (Astotilapia burtoni)
ein ganz dickes Maul hatte. Es gelang mir, hineinzuschauen, und ich sah,
daß dort ziemlich viele Eier herumwirbelten.
Nach drei Wochen habe ich das Weibchen herausgefangen und extra gesetzt.
Am nächsten Morgen hatte sie die Jungen dann herausgelassen. Ich stellte
hinterher fest, daß es höchste Zeit gewesen war, denn sie hatte
die Jungen nicht mehr ins Maul genommen, was sie eigentlich sonst immer
machen, sobald Gefahr droht. Die Jungen wachsen jetzt gut auf. Sobald sie
groß genug sind, setzte ich sie in ein 200-Liter-Becken.
Ich hörte, daß es Aquarienclubs gibt und wollte auch gleich
in so einen Club eintreten, was ich dann auch tat. Ihr könntet ja
vielleicht mal vorbeischauen, wir treffen uns jeden 1. und 3. Donnerstag
im Monat in der Mehrzweckhalle in Dibbesdorf um 20 Uhr.
Vincent Wille-Baumkauff, 12 Jahre
Mitglied der Jugendgruppe
Von Barben und Bärblingen
Als ich mir neulich die beiden „Fishlights“ angeguckt hatte, habe ich mir
gedacht, daß eine Fischart noch gar nicht angesprochen wurde. Über
diese will ich in diesem Bericht schreiben, nämlich die Barben und
Bärblinge.
Bärblinge
Da die Bärblinge eher die kleineren Vertreter der Gattung „Karpfenähnliche
Fische“ sind, passen sie zu fast allen Fischen, die nicht übermäßig
agressiv oder groß werden. Doch wenn man ein ruhiges und „gemütliches“
Aquarium haben möchte, sollte man eher in die Schublade der Salmler
greifen, da die Bärblinge sehr lebhaft sind. Ich bevorzuge ein Artenaquarium
mittlerer Größe, wo man einige verschiedene Schwärme dieser
Arten halten kann. Zur Einrichtung sollten dichte Pflanzengruppen, einige
Wurzeln und nicht zu grober Kies gehören. Ein Großteil von ihnen
ist sehr ansprechend gefärbt und damit ein sehr oft gehaltener Fisch.
Die Wassertemperatur kann bei den meisten Arten sehr variabel gehalten
werden, denn sie kommen aus den asiatischen Reisfeldern. Der pH-Wert sollte
im neutralen Bereich liegen und die deutsche Gesamthärte zwischen
10-25°. Beim Futter sind sie nicht wählerisch und nehmen jedes
normale Flockenfutter, doch möchte man mit diesen Tieren züchten,
sollte ihnen Lebend- und Frostfutter gereicht werden.
Die Zucht ist relativ einfach und auch der Anfänger wird vielleicht
einmal das Glück haben das „Jagen“ durch das Aquarium beobachten zu
können. Nach dem Laichakt sollten die Alttiere aus dem Becken entfernt
werden, weil sie starke Laichräuber sind. Aber auch, wenn man sich
mal nicht so beeilt, kann man durch die hohe Eianzahl noch genug Jungfische
großziehen. Sie nehmen schon nach dem Verzehr des Dottersacks Artemia-Nauplien
und Mikrowürmchen und wenn sie ca. einen Zentimeter erreicht haben,
füttere ich sie mit einem Granulat. Später bekommen sie Trockenfutter
und rote Mückenlarven. Wenn sie größer sind, sollte man
sie in verschiedene Aquarien umsetzen, weil es zum Beispiel beim Zebrabärbling
bis zu 200 und mehr Jungtiere geben kann, und sie sich dann nicht mehr
richtig entfalten können. Außerdem sehe ich von der Zucht von
„Schleier“-Varianten ab, weil es aufgrund der langausgezogenen Flossen
zu Komplikationen bei der Paarung kommt. Einem Anfänger in der Züchterei
möchte ich Fische dieser Arten nahe legen, weil er damit wohl am ehesten
Erfolge erzielen kann. Da nur wenige Arten, die in den Bücher beschrieben
sind, auf dem Markt zu erhalten sind, muß man sich auf ein paar wenige
beschränken.
Barben
Barben werden im Vergleich zu Bärblingen sehr viel größer.
Sie können Längen von bis zu 15 Zentimeter erreichen und können
daher nicht mehr mit allen Fischen vergesellschaftet werden. Sie fressen
auch die Jungfische anderer und gehen an feinfiedrige Pflanzen. Es gibt
aber auch kleinere Barbenarten, die etwas größer als Bärblinge
werden, die aber ohne weiteres mit Lebendgebärende & Co. zusammengehalten
werden können. Jedoch fressen auch diese die Pflanzen an. Daher sollte
man als Bepflanzung härtere Pflanzen wählen (z.B. Kirschblattpflanze,
verschiedene Echinodorus-Arten, Vallisnerien, ...), die nicht angefressen
werden. Teilweise sind sie intensiver gefärbt als die Bärblinge.
Dafür stellen sie etwas höhere Ansprüche an die Wasserverhältnisse
als die Bärblinge. Der pH-Wert sollte auch im neutralen Bereich liegen,
doch der dGH-Wert um ca. 5-15°. Für die größeren Arten
empfehle ich Becken ab einer Kantenlänge von 80-100 Zentimeter und
für die kleineren Barben genau so wie für die Bärblinge
Aquarien ab 60 Zentimeter. Wie ich schon oben erwähnt habe, fressen
sie Jungfische und können daher mit größerem Lebend- und
Frostfutter gefüttert werden. Diese Fische sind nicht nur in der Haltung
etwas schwieriger, sondern auch in der Zucht. Sie benötigen etwa 50-60
Zentimeter große Zuchtaquarien und einen dGH-Wert von ca. 6-12°.
Die Barben und ebenso die Bärblinge sind Freilaicher, daher sollte
man das Zuchtaquarien mit Javamoos oder sonstigen feinfiedrigen Pflanzen
bestücken. Da auch sie Laichfresser sind, jedoch weniger produktiv,
sollte man übermäßiges Eierfressen vermeiden. Das kann
man zum Beispiel mit Glasmurmeln oder grobkörnigem Kies auf dem Boden
des Beckens. Um die Eier nicht verpilzen zu lassen, sollte man das Becken
abdunkeln oder ein Mittel gegen Verpilzung hineingeben. Ich möchte
zwar keine Werbung machen, aber am meisten Erfolge habe ich immer mit ESHA
2000. Die Aufzucht führe ich genauso wie bei den Bärblingen durch,
doch Barben wachsen meiner Meinung nach in mehreren Schüben. Einmal
kann man fast zugucken, wie schnell sie wachsen, doch dann legen sie wieder
eine Wachstumspause ein und wachsen einige Wochen kaum ein Stück.
Von ihnen sind im Gegenteil zu den Bärblingen auf dem Markt recht
viele Arten zu bekommen. Diese Fische würde ich zur Zucht eher einem
etwas fortgeschrittenem Züchter empfehlen, da sie höhere
Ansprüche stellen.
Trotz der kleinen Unterschiede zwischen Barben und Bärblingen gehören
beide Arten zu den pflegeleichtesten Fischen und sind in fast jedem Aquarium
zu finden. Gerade für die Einsteiger in die Aquaristik können
sie einen ersten Erfolg in der Zucht bieten.
Wer noch Fragen hat oder mehr über diese Fische wissen möchte,
kann mich gerne anrufen oder vorbeikommen!
Patrick Kemnitz, 14 Jahre
Mitglied der Jugendgruppe
Idealer Standort und
der Fischbesatz
Der ideale Aquarienstandort in der Wohnung ist ein Platz, der von direkter
Sonnenbestrahlung verschont wird. Bei zu starker Sonnenbestrahlung neigt
die Frontscheibe des Aquariums zu schneller Veralgung. Die ideale Größe
des Aquariums beträgt 100 x 40 x 40 cm. Obwohl ein solches Aquarium
ein Gewicht von ca. 200 Kilogramm mit Kies und Wasser hat, ist die Belastung
für ein normal gebautes Haus nicht zu hoch.
Werden jedoch Spezialaquarien mit mehr Wasserinhalt aufgestellt, so
ist schon vorher abzuklären, ob die Tragfähigkeit des Bodens
ausreichend ist. Wenn das Aquarium einen praktischen Platz und einen stabilen
Untertisch gefunden hat, sollte man überlegen, was man sich für
Fische anschaffen möchte.
Mein Tip:
Die afrikanischen Buntbarsche aus dem Malawisee. Sie haben prächtige
Farben im Gegensatz zu den meisten Tanganjikasee-Buntbarschen, aber das
ist Geschmackssache. Im Kreis der Aquarianer sind die Tanganjikasee-Buntbarsche
noch beliebter.
Um Fehlkäufe zu vermeiden, sollte man sich vor dem Kauf der Fische
einige Gedanken über die Lebensgemeinschaft der Cichliden im Aquarium
machen.
Welche Buntbarsche man auswählt, ist jedem selbst überlassen.
Denn hier entscheidet der persönliche Geschmack und natürlich
auch das Platzangebot im Haus.
Für Anfänger folgen hier 5 Beispiele einer Cichlidengesellschaft
für ein Aquarium mit den Maßen 100 x 40 x 40 cm. Die erste Zahl
gibt jeweils die Zahl der Männchen an, nach dem Komma folgt die Anzahl
der Weibchen.
1,4 Cyrtocara moorii
2,5 Aulonocara sturdgranti
2,4 Labidochromis caeroleus „yellow“
1,2 Pseudotropheus acai „msuli“
1,2 Pseudotropheus spec. „zebra rot“
Mitglied der Jugendgruppe
Eine feine Gesellschaft (?!)
Das tropische Gesellschaftsaquarium bietet seinem Betreiber einen fast
unerschöpflichen Gestaltungsspielraum bei der Schaffung einer ganz
persönlichen Unterwasserwelt. Sie können viele verschiedene Zierfischarten
zusammen halten und so durch Farben- und Formenvielfalt ein lebendiges
Bild schaffen. Wichtig ist, daß Sie die Ansprüche Ihrer Pfleglinge
kennen und in der Haltung umsetzen.
So sollten Sie nur Fische vergesellschaften, welche in ihrem typischen
Verhalten zusammen passen. Am besten geht das mit friedlichen Fischarten
von etwa derselben Größe. Zudem müssen sie fast gleiche
Ansprüche an Wasserbeschaffenheit, Temperatur und Größe
des Beckens stellen.
Wir müssen unseren Fischen einen Lebensraum anbieten, der denen
in ihrem Heimatgewässer ähnelt. Als Faustregel sollte gelten:
je größer das Aquarium, um so besser werden Pflegefehler verkraftet.
Verschiedene Fischarten bevorzugen unterschiedliche Wasserregionen.
So gibt es Fische, die ständig dicht unter der Wasseroberfläche
schwimmen; andere halten sich im mittleren oder unteren Bereich auf.
Eine wahllos durcheinander gewürfelte Fischgesellschaft mit möglichst
vielen bunten Arten sieht nur im ersten moment interessant aus. Weil aber
eben nicht alle bunten Fische miteinander harmonieren, stellt sich mancher
Ärger ein und man sieht sich sehr schnell an diesem bunten Gewimmel
satt.
Hier nun ein paar Fragen und Tips, die Ihnen die Auswahl erleichtern
sollen:
-
Besetzen Sie alle Wasserzonen nur mit wenigen Arten
-
Achten Sie darauf, daß manche Arten nur einzeln bzw. paarweise gehalten
werden können.
-
Decken sich die Ansprüche der Arten an das Wasser? (Hart oder weich?
Leicht sauer oder alkalisch?)
-
Stellen alle Arten die gleichen Temperaturansprüche?
-
Setzen Sie immer auch ein paar algenfressende Fische ins Aquarium.
-
In bepflanzte Aquarien gehören keine Pflanzenfresser.
-
Vergesellschaften Sie keine Friedfische mit Räubern.
-
Pflegen Sie Schwarmfische nur im Schwarm (ab 6 Tiere)
Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Fische in Ihr Aquarium passen,
der Aquaristikfachhändler und unsere Hobbyzüchter beraten sie
auch in diesen Fragen gern. Oder kommen Sie einfach bei einem unserer Vereinstreffen
vorbei, dort werden Ihre Fragen in geselliger Runde beantwortet.
Die Filterung eines Aquariums
In diesem Bericht möchte ich über einige Filtertechniken schreiben,
die ich in meiner Aquarianerlaufbahn bereits genutzt habe. Ich hoffe, ich
kann damit helfen, die richtige Filter-„Taktik“ zu finden.
Der meistgenutzte Filter für kleine Aquarien ist der Innenfilter.
Er ist innerhalb des Aquariums angebracht und saugt das Aquariumwasser
durch eine Schaumstoffpatrone. Es ist darauf zu achten, daß die Filterleistung
nicht zu gering ist, da sonst das Wasser nicht ausreichend gereinigt wird.
Diese Filter sind nur bei Aquarien, die etwa bei 50 l Volumen oder darunter
liegen, sinnvoll. Für größere Aquarien verwendet man meist
Außenfilter, von denen es verschiedene Konstruktionen gibt. Am bekanntesten
ist wohl der „Topffilter“, der unter dem Aquarium (oder daneben) steht
und mittels Schläuchen das Wasser absaugt und wieder hineinpumpt.
Das Filtervolumen ist im Vergleich zum Innenfilter viel größer
und ermöglicht, daß sich mehr Mikrobakterien ansiedeln, was
dazu führt, daß die Schadstoffe besser abgebaut werden. Diese
Filter finden Verwendung bei Aquarien ab ca. 50 Liter Inhalt.
Eine Alternative dazu bietet ein „eingeklebter Innenfilter“ oder auch
Biofilter genannt. Hier wird ein Teil des Aquariums durch eine Scheibe
abgeklebt (meist am Rand, ca. 10 – 15 cm breit). Das Wasser fließt
dann über einen „Kamm“ in den Filter und durchläuft dort mehrere
Kammern (siehe auch Zeichnung 1). Das Filtervolumen ist (meist) etwas größer
als das des Außenfilters. Durch das Überlaufprinzip wird das
Wasser zusätzlich mit Sauerstoff angereichert. Ein Biofilter muß
nicht so oft gereinigt werden.
Eine weitere Filtermethode ist die Filterung durch luftbetriebene Innenfilter.
Hierbei steigt Luft im Rohr auf und reißt Wasser mit sich, so daß
neues Wasser von unten nachfließt. Als Filtermaterial wird Filterschwamm
verwendet (siehe auch Zeichnung 2). Dieses Verfahren kommt häufig
in Zucht- und Verkaufsanlagen zum Einsatz, da die Luft durch einen Kompressor
zu dem Filter gepumpt wird und dieser nur wenig Strom im Gegensatz zu den
anderen Filtern verbraucht.
Ein Zusatzfilter sind Pflanzen, wie z.B. die Efeutute, die mit ihren
Wurzeln in das Aquarium gehängt wird und damit Schadstoffe aufnimmt.
Bei genügend großer Menge an Pflanzen können sogar Aquarien
ausschließlich damit „gefiltert“ werden, es muß jedoch häufiger
ein Wasserwechsel durchgeführt werden und das Becken darf nur spärlich
besetzt sein.
Einige Worte zum Reinigen und allgemeines zum Filtermaterial:
Neu-Aquarianer reinigen ihr Filtermaterial sehr oft und sind wahrscheinlich
der Meinung, daß das Filtermaterial ständig sauber sein muß.
Das ist völlig falsch! Erst wenn sich im Filtermaterial (z.B. Schaumstoff)
eine bräunliche Masse bildet, entstehen die Mikrobakterien, die die
anfallenden Schadstoffe abbauen.
Soll der Filter gereinigt werden, empfiehlt es sich, den Schaumstoff
nur kurz im lauwarmen Wasser auszudrücken. Die bräunliche Masse
darf nicht total ausgespült werden.
Als Filtermaterial verwenden wir außer Schaumstoff und Filterwatte
überwiegend Zeolith. In unserer Anlage ist in jedem Becken und Filter
Zeolith „eingebaut“. In einigen Aufzuchtbecken verwenden wir Zeolith auch
als Bodengrund. Es gibt auch noch andere Filtermaterialien im Handel. Bei
uns hat sich Zeolith bestens bewährt.
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Zeichnung 1
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Zeichnung 2
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Wissenwertes
über die Aquaristik
Fische in einem Aquarium sind neben Hund, Katze, Meerschweinchen u.s.w.
beliebte Haustiere. So ein Aquarium ist ja auch wunderbar anzusehen und
strahlt eine gewisse Ruhe aus. Allerdings muß der Besitzer einiges
tun, damit sich die Fische wohl fühlen. Der Anfang liegt bereits in
der Wahl des Standortes. Das Aquarium sollte nicht im direkten Sonnenschein
stehen, da das Wasser unnötig erhitzt wird, und die Fische darunter
zu leiden haben.
Außerdem wird durch das Sonnenlicht das Algenwachstum gefördert.
Bei dem Unterbau (Unterschrank) ist darauf zu achten, daß er das
entstehende Gewicht auch halten kann. Es kommt durch Wasser, Kies und Dekoration
einiges an Gewicht zusammen. Bei der Auswahl der Beckengröße
ist zum Anfang so groß wie möglich zu empfehlen, da Fehler bei
einem kleineren schwerer zu verkraften sind. Es sollte regelmäßig
in 2-4 Wochen Abschnitten ein Wasserwechsel durchgeführt werden, um
das alte, „verbrauchte“ Wasser gegen frisches und sauberes Wasser zu tauschen.
Man redet von einem Teilwasserwechsel, das bedeutet bis zu 1/3 des Wassers
zu wechseln. Auf keine Fall sollte man, weil man es einmal vergessen hat,
gleich die doppelte Menge Wasser wechseln. Bei jedem Wasserwechsel ist
ein Wasseraufbereitungsmittel zu empfehlen, das Schwermetalle und Chlor
bindet. Da im Frischwasser keine Mikroorganismen enthalten sind,
die sich im Filtermaterial entwickeln und das Wasser aufbereiten, sollte
man nicht gleichzeitig Wasser wechseln und den Filter säubern.
Da die meisten Fische, die in der Zoohandlung angeboten werden, Warmwasserfische
sind (das bedeutet Temperatur zwischen 23-28°C), benötigen Sie
eine Heizung, die Ihr Aquarienwasser auf die gewünschte Temperatur
aufheizt. Man rechnet in einem beheizten Raum pro Liter Wasser 0,3-0,5
Watt.
Nun haben Sie einige Vorkenntnisse über den Standort des Aquariums,
Wasserwechsel, Filterbakterien und Heizung. Nun gehen wir über zu
dem Thema, das Sie bestimmt schon lange und ungeduldig erwarten, zu den
Fischen. Bei der Auswahl der Fische ist darauf zu achten, daß nicht
alle Arten, die schön Aussehen, auch zusammen gehalten werden können.
Außerdem sollte darauf geachtet werden, daß Fische aus verschiedenen
Gebieten auch andere Wasserwerte haben, zum Beispiel ein ostafrikanischer
Buntbarsch, der in seiner Heimatgegend ein sehr hartes Wasser besitzt,
wird sich nicht in einem Diskus- Becken mit sehr weichem Wasser wohlfühlen,
wenn er überhaupt überlebt.
Der pH-Wert (Säuregrad) des Wassers ist bei den Barschen ein sehr
wichtiger Faktor, nicht nur zur Zucht, da bei Malawi u. Tanganjika Buntbarschen
sich die Schleimhaut bei einem PH-Wert unter 7 ablösen könnte.
Dominik Weber
Tel.: 05303 / 941193

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