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III. Fishlight

April 1998

Inhaltsverzeichnis

  • Die Hauptsache der Aquaristik
  • Wie ich Aquarianer wurde
  • Von Barben und Bärblingen
  • Idealer Standort und der Fischbesatz
  • Eine feine Gesellschaft (?!)
  • Die Filterung eines Aquariums
  • Wissenswertes über die Aquaristik

  • Die Hauptsache der Aquaristik

    sind natürlich die Fische, was vielleicht nicht die neueste Erkenntnis sein mag. Aber da gibt es auch noch anderes wichtiges Beiwerk. Sicher denken Sie jetzt an die neueste Entwicklung in der Filtertechnik, oder Sie erhoffen einen Bericht mit Lumen und Lux über eine ausgefeilte Beleuchtung ihres Aquariums. Einige Tips über “die CO2 - Anlage “, die sie aller Probleme mit Pflanzen und Algen enthebt, wäre sicher ebenfalls nicht schlecht, jedoch weit gefehlt, es geht um Kies.
    Oh Schreck, Kies! Was sollte man schon über Kies wissen. Man kann damit einige dekorative Hügelchen im Aquarium gestalten und außerdem braucht man etwas, wo man die Pflanzen hineinsteckt. Die Idee mit den Pflanzen mag nicht so schlecht sein; Kies ist jedoch weit mehr.
    Der Bodengrund im Aquarium ist in erster Linie eine große Wohnstube für äußerst wichtige Bakterien. Denken sie jetzt nicht gleich: Bakterien, igittigitt, Meister Propper her. Ohne diese Bakterien, stellvertretend seien hier Nitrobacter und Nitrosomas genannt, ist ein gesundes “Biotop Aquarium” nicht möglich.
    Ein nicht ganz unwesentlicher Faktor ist der Bodengrund im Aquarium auch für das Wohlbefinden unserer Fische. Wer  schon mal einen Panzerwels bis zu den Augen in feinem Kies verschinden gesehen hat, wird verstehen was ich meine. Das liegt nicht an der mageren Fütterung des Pflegers, das ist Lebensfreude; ich käme auch nicht auf die Idee bei Ihnen auf Fleischmangel zu tippen, nur weil Sie in ihrer Freizeit einem Ball nachjagen.
    Lassen Sie mich nun im einzelnen auf möglichen und besonders auf zweckmäßen Bodengrund eingehen.
    Leider wird im Zoohandel meist nur Bodengrund angeboten, der zwar für den Pfleger zweckmäßig und für das Auge dekorativ ist; Ihr Fisch dürfte diesen Kies jedoch kaum kaufen.
    Sehr grober Kies, ungefähr halbe Haselnußgröße, um auf Größenangaben in Millimetern oder Zentimetern zu verzichten, ist als Bodengrund für ein Gesellschaftsaquarium ganz und gar ungeeignet Kot und zerfallende Pflanzenstoffe fallen nach ganz unten, die Besiedlungsoberfläche für Bakterien ist äußerst gering. Grober Kies ist nur für Zuchtaquarien bei Freilaichern zu empfehlen, natürlich gut abgekocht (der/die Lebensgefährte/in oder Lebensabschnittsgefährte sollte beim Abkochen des Kieses im Suppentopf außer Haus sein).
    Weißer Kies! Ca. die Größe eines Halbedelsteins die ein Ehemann mit mittelmäßig schlechtem Gewissen seiner Frau zu Weihnachten schenkt, man könnte auch sagen Reiskorngröße. Vielleicht weniger die Größe des Kieses ist zu beanstanden, obwohl diese auch unnatürlich ist, vielmehr die Farbe ist mangelhaft. Durch die starke Lichtreflektion der Steinchen ist eine Schmieralgenzucht erster Güte zu erwarten. Ihre Fische fühlen sich über hellem Bodengrund überaus unwohl. Allein beim Betreten des Zimmers kann es Ihnen passieren, daß die Tiere wie wild durch das Aquarium schiessen und sich möglicherweise verletzten.
    Wenn also kein weisser Kies, nehmen wir schwarzen oder besser gesagt Basalt. Immerhin bietet uns dieser Bodengrund schon einige Vorteile.
    Die Fische stehen erheblich ruhiger im Aquarium und zeigen schöne Färbung. Algen haben am Grund kaum eine Chance. Endlich die richtige Bodenbedeckung, nein, auch bei Basalt sind die Nachteile nicht zu übersehen. Einerseits wird ein völlig unnatürlicher Gesamteindruck erzielt, in Richtung des sterilen Plastikaquariums, zum anderen versuchen Sie einmal mit einer Saugglocke das Aquarium zu reinigen.
    Sie werden nicht nur den Schutz, sie werden auch den Basalt entfernen, da dieser nur von verhältnismäßig geringem Gewicht ist.
    Also nicht unbedingt Basalt. Nehmen wir die feinste im Handel angebotene Körnung. Etwa der Größe einer am Freitagabend, wenn schon alle Zahnärzte geschlossen haben, herausgebrochenen Zahnecke.
    Wenn Sie meinen keine andere Möglichkeit zu haben, entscheiden sie sich für diesen Kies. Ihre Fische werden mit diesem Bodengrund weitgehend zufrieden sein und auch die Pflanzenwurzeln gedeihen verhältnismäßig gut. Doch leider gibt es hier ebenfalls so gewisse Nachteile. Da einige Aquarianer es überaus gut mit der Fütterung ihrer Lieblinge meinen, wird hier einiges an nicht verwertetem Futter im Bodengrund verschwinden. Die Bildung überaus gefährlicher Sumpfgase ist die Folge. Hier hilft dann nur noch das regelmäßige Durcharbeiten des Kieses mit der Saugglocke oder wenigstens einem Stöckchens.
    Was soll denn nun rein ins Aquarium? Da es nun der wärmeren Jahreszeit zugeht und der Mensch ins Freie strebt, leihen Sie sich doch mal vom Töchterlein oder vom Filius die Taucherbrille und schauen Sie in ein einheimisches Gewässer. Was werden sie sehen, mal abgesehen von alten Bierflaschen und verrosteten Fahrrädern? Algenteppiche, Mulm und Sand. Da Sie sicher weder Algenteppiche noch Mulm in ihrem Aquarium haben wollen, versuchen sie es mal mit Sand oder besser gesagt, mit ganz feinem Kies.
    Wo bekommt man so etwas nun? Schauen Sie einmal im Baustoffhandel nach, Sand für die Kindersandkiste, was für die lieben Kleinen recht ist, kann für unsere Fische nur billig sein. Schöner ist natürlich feiner Kies aus der Kiesgrube. Sie sollten damit aber vorsichtig sein und lieber vorher einen erfahrenen Aquarianer fragen, auch wenn der nicht in den gelben Seiten steht.
    Nachdem ich nun so ausgiebig die Nachteile anderer Kiessorten beschrieben habe, wollen sie sicher wissen, welche Vorteile bringt der feine Kies. Um gleich mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, der feine Kies staubt nicht, es ist meistens eine gewisse Feuchtigkeit im Aquarium vorhanden, und auch Fische von zwanzig Zentimetern und mehr erfreuen sich an feinem Bodengrund; großer Fisch = grober Kies ist Mumpitz.
    Um nun auf die am Anfang beschriebenen nützlichen Bakterien im Aquarium zurückzukommen, es wird sicher einleuchten, daß die Oberfläche eines feinen Bodengrundes um ein Vielfaches größer ist, als von groben Materialien. Es können sich also erheblich mehr Bakterien ansiedeln. Die Qualität des Wassers verbessert sich, da mehr Schadstoffe abgebaut werden.
    Die Wurzeln ihrer Pflanzen werden sich erheblich besser entwickeln.
    Und Die Hauptsache? Wenn sie dann mal einen glücklich gründelnden Fisch in ihrem Aquarium beobachten können werden sie meine Erfahrungen bestätigen.
     
    Helmut Reinsch
    Tel. 05309 / 5226

    Wie ich Aquarianer wurde

    Ich kam durch meinen Bruder an ein Aquarium, denn er hatte sich ein neues gekauft und brauchte das alte nicht mehr. Vorher hatte ich schon öfters seine Fische gefüttert und auch gesehen, wie niedlich es ist, wenn ganz viele Jungfische im Becken herumschwimmen. Bald kam ich zu dem Entschluß, das kleine Becken zu übernehmen; ich hatte auch schon bald Nachwuchs von Guppys und Platys. Diese wollte ich, als es zuviele wurden, an ein Zoogeschäft verkaufen, aber leider hatte ich Pech, keiner wollte sie haben. So habe ich sie zum Schluß an meine Freunde weitergegeben. Irgendwie kam mir dann eine Krankheit ins Becken und nur ein paar Fische überlebten. Die setzte ich zu meinem Bruder ins Becken. Dann hatte ich eine ganze Zeit nur ein Pflanzenaquarium, irgendwann kam ich mit meinem Bruder auf die Idee, richtig mit Züchten anzufangen. Zu Weihnachten bekam ich dann das Aquarium meiner Oma, sie hatte schon länger aufgehört, aber die Sachen standen noch im Keller. In dieses Becken (100x40x50) setzte ich Buntbarsche, denn ich hatte gehört, daß diese schon etwas anspruchsvollere Fische seien, und daß es Arten gibt, die die Jungfische im Maul ausbrüten und auch noch im Maul bis zu einer bestimmten Größe versorgen. Das stellte ich mir sehr schön vor, und so kaufte ich ein paar Arten, natürlich informierte ich mich vorher gründlich über die Fische, was ich übrigens jedem empfehle.
    Am Anfang kam mir die Zeit unheimlich lang vor, und ich wollte die Hoffnung schon aufgeben, zum Glück habe ich das nicht getan, denn eines Tages kam ich aus der Schule und fütterte meine Fische, da sah ich plötzlich, daß das eine Weibchen  (Astotilapia burtoni) ein ganz dickes Maul hatte. Es gelang mir, hineinzuschauen, und ich sah, daß dort ziemlich viele Eier herumwirbelten.
    Nach drei Wochen habe ich das Weibchen herausgefangen und extra gesetzt. Am nächsten Morgen hatte sie die Jungen dann herausgelassen. Ich stellte hinterher fest, daß es höchste Zeit gewesen war, denn sie hatte die Jungen nicht mehr ins Maul genommen, was sie eigentlich sonst immer machen, sobald Gefahr droht. Die Jungen wachsen jetzt gut auf. Sobald sie groß genug sind, setzte ich sie in ein 200-Liter-Becken.
    Ich hörte, daß es Aquarienclubs gibt und wollte auch gleich in so einen Club eintreten, was ich dann auch tat. Ihr könntet ja vielleicht mal vorbeischauen, wir treffen uns jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat in der Mehrzweckhalle in Dibbesdorf um 20 Uhr.
     
    Vincent Wille-Baumkauff, 12 Jahre
    Mitglied der Jugendgruppe
    Tel.: 0531/347172
    Fax: 0531/333359

    Von Barben und Bärblingen

    Als ich mir neulich die beiden „Fishlights“ angeguckt hatte, habe ich mir gedacht, daß eine Fischart noch gar nicht angesprochen wurde. Über diese will ich in diesem Bericht schreiben, nämlich die Barben und Bärblinge.

    Bärblinge

    Da die Bärblinge eher die kleineren Vertreter der Gattung  „Karpfenähnliche Fische“ sind, passen sie zu fast allen Fischen, die nicht übermäßig agressiv oder groß werden. Doch wenn man ein ruhiges und „gemütliches“ Aquarium haben möchte, sollte man eher in die Schublade der Salmler greifen, da die Bärblinge sehr lebhaft sind. Ich bevorzuge ein Artenaquarium mittlerer Größe, wo man einige verschiedene Schwärme dieser Arten halten kann. Zur Einrichtung sollten dichte Pflanzengruppen, einige Wurzeln und nicht zu grober Kies gehören. Ein Großteil von ihnen ist sehr ansprechend gefärbt und damit ein sehr oft gehaltener Fisch. Die Wassertemperatur kann bei den meisten Arten sehr variabel gehalten werden, denn sie kommen aus den asiatischen Reisfeldern. Der pH-Wert sollte im neutralen Bereich liegen und die deutsche Gesamthärte zwischen 10-25°. Beim Futter sind sie nicht wählerisch und nehmen jedes normale Flockenfutter, doch möchte man mit diesen Tieren züchten, sollte ihnen Lebend- und Frostfutter gereicht werden.
    Die Zucht ist relativ einfach und auch der Anfänger wird vielleicht einmal das Glück haben das „Jagen“ durch das Aquarium beobachten zu können. Nach dem Laichakt sollten die Alttiere aus dem Becken entfernt werden, weil sie starke Laichräuber sind. Aber auch, wenn man sich mal nicht so beeilt, kann man durch die hohe Eianzahl noch genug Jungfische großziehen. Sie nehmen schon nach dem Verzehr des Dottersacks Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen und wenn sie ca. einen Zentimeter erreicht haben, füttere ich sie mit einem Granulat. Später bekommen sie Trockenfutter und rote Mückenlarven. Wenn sie größer sind, sollte man sie in verschiedene Aquarien umsetzen, weil es zum Beispiel beim Zebrabärbling bis zu 200 und mehr Jungtiere geben kann, und sie sich dann nicht mehr richtig entfalten können. Außerdem sehe ich von der Zucht von „Schleier“-Varianten ab, weil es aufgrund der langausgezogenen Flossen zu Komplikationen bei der Paarung kommt. Einem Anfänger in der Züchterei möchte ich Fische dieser Arten nahe legen, weil er damit wohl am ehesten Erfolge erzielen kann. Da nur wenige Arten, die in den Bücher beschrieben sind, auf dem Markt zu erhalten sind, muß man sich auf ein paar wenige beschränken.

    Barben

    Barben werden im Vergleich zu Bärblingen sehr viel größer. Sie können Längen von bis zu 15 Zentimeter erreichen und können daher nicht mehr mit allen Fischen vergesellschaftet werden. Sie fressen auch die Jungfische anderer und gehen an feinfiedrige Pflanzen. Es gibt aber auch kleinere Barbenarten, die etwas größer als Bärblinge werden, die aber ohne weiteres mit Lebendgebärende & Co. zusammengehalten werden können. Jedoch fressen auch diese die Pflanzen an. Daher sollte man als Bepflanzung härtere Pflanzen wählen  (z.B. Kirschblattpflanze, verschiedene Echinodorus-Arten, Vallisnerien, ...), die nicht  angefressen werden. Teilweise sind sie intensiver gefärbt als die Bärblinge. Dafür stellen sie etwas höhere Ansprüche an die Wasserverhältnisse als die Bärblinge. Der pH-Wert sollte auch im neutralen Bereich liegen, doch der dGH-Wert um ca. 5-15°. Für die größeren Arten empfehle ich Becken ab einer Kantenlänge von 80-100 Zentimeter und für die kleineren Barben genau so wie für die Bärblinge Aquarien ab 60 Zentimeter. Wie ich schon oben erwähnt habe, fressen sie Jungfische und können daher mit größerem Lebend- und Frostfutter gefüttert werden. Diese Fische sind nicht nur in der Haltung etwas schwieriger, sondern auch in der Zucht. Sie benötigen etwa 50-60 Zentimeter große Zuchtaquarien und einen dGH-Wert von ca. 6-12°. Die Barben und ebenso die Bärblinge sind Freilaicher, daher sollte man das Zuchtaquarien mit Javamoos oder sonstigen feinfiedrigen Pflanzen bestücken. Da auch sie Laichfresser sind, jedoch weniger produktiv, sollte man übermäßiges Eierfressen vermeiden. Das kann man zum Beispiel mit Glasmurmeln oder grobkörnigem Kies auf dem Boden des Beckens. Um die Eier nicht verpilzen zu lassen, sollte man das Becken abdunkeln oder ein Mittel gegen Verpilzung hineingeben. Ich möchte zwar keine Werbung machen, aber am meisten Erfolge habe ich immer mit ESHA 2000. Die Aufzucht führe ich genauso wie bei den Bärblingen durch, doch Barben wachsen meiner Meinung nach in mehreren Schüben. Einmal kann man fast zugucken, wie schnell sie wachsen, doch dann legen sie wieder eine Wachstumspause ein und wachsen einige Wochen kaum ein Stück. Von ihnen sind im Gegenteil zu den Bärblingen auf dem Markt recht viele Arten zu bekommen. Diese Fische würde ich zur Zucht eher einem etwas fortgeschrittenem Züchter empfehlen, da sie  höhere Ansprüche stellen.

    Trotz der kleinen Unterschiede zwischen Barben und Bärblingen gehören beide Arten zu den pflegeleichtesten Fischen und sind in fast jedem Aquarium zu finden. Gerade für die Einsteiger in die Aquaristik können sie einen ersten Erfolg in der Zucht bieten.
     
    Wer noch Fragen hat oder mehr über diese Fische wissen möchte, kann mich gerne anrufen oder vorbeikommen!

    Patrick Kemnitz, 14 Jahre
    Mitglied der Jugendgruppe
    Tel./Fax: 05 307-67 43

    Idealer Standort und der Fischbesatz

    Der ideale Aquarienstandort in der Wohnung ist ein Platz, der von direkter Sonnenbestrahlung verschont wird. Bei zu starker Sonnenbestrahlung neigt die Frontscheibe des Aquariums zu schneller Veralgung. Die ideale Größe des Aquariums beträgt 100 x 40 x 40 cm. Obwohl ein solches Aquarium ein Gewicht von ca. 200 Kilogramm mit Kies und Wasser hat, ist die Belastung für ein normal gebautes Haus nicht zu hoch.
    Werden jedoch Spezialaquarien mit mehr Wasserinhalt aufgestellt, so ist schon vorher abzuklären, ob die Tragfähigkeit des Bodens ausreichend ist. Wenn das Aquarium einen praktischen Platz und einen stabilen Untertisch gefunden hat, sollte man überlegen, was man sich für Fische anschaffen möchte.

    Mein Tip:
    Die afrikanischen Buntbarsche aus dem Malawisee. Sie haben prächtige Farben im Gegensatz zu den meisten Tanganjikasee-Buntbarschen, aber das ist Geschmackssache. Im Kreis der Aquarianer sind die Tanganjikasee-Buntbarsche noch beliebter.
    Um Fehlkäufe zu vermeiden, sollte man sich vor dem Kauf der Fische einige Gedanken über die Lebensgemeinschaft der Cichliden im Aquarium machen.
    Welche Buntbarsche man auswählt, ist jedem selbst überlassen. Denn hier entscheidet der persönliche Geschmack und natürlich auch das Platzangebot im Haus.

    Für Anfänger folgen hier 5 Beispiele einer Cichlidengesellschaft für ein Aquarium mit den Maßen 100 x 40 x 40 cm. Die erste Zahl gibt jeweils die Zahl der Männchen an, nach dem Komma folgt die Anzahl der Weibchen.

    1,4  Cyrtocara moorii
    2,5  Aulonocara sturdgranti
    2,4  Labidochromis caeroleus „yellow“
    1,2  Pseudotropheus acai „msuli“
    1,2  Pseudotropheus spec. „zebra rot“

    Marcel Kolberg, 12 Jahre
    Mitglied der Jugendgruppe

    Eine feine Gesellschaft (?!)

    Das tropische Gesellschaftsaquarium bietet seinem Betreiber einen fast unerschöpflichen Gestaltungsspielraum bei der Schaffung einer ganz persönlichen Unterwasserwelt. Sie können viele verschiedene Zierfischarten zusammen halten und so durch Farben- und Formenvielfalt ein lebendiges Bild schaffen. Wichtig ist, daß Sie die Ansprüche Ihrer Pfleglinge kennen und in der Haltung umsetzen.
    So sollten Sie nur Fische vergesellschaften, welche in ihrem typischen Verhalten zusammen passen. Am besten geht das mit friedlichen Fischarten von etwa derselben Größe. Zudem müssen sie fast gleiche Ansprüche an Wasserbeschaffenheit, Temperatur und Größe des Beckens stellen.
    Wir müssen unseren Fischen einen Lebensraum anbieten, der denen in ihrem Heimatgewässer ähnelt. Als Faustregel sollte gelten: je größer das Aquarium, um so besser werden Pflegefehler verkraftet.
    Verschiedene Fischarten bevorzugen unterschiedliche Wasserregionen. So gibt es Fische, die ständig dicht unter der Wasseroberfläche schwimmen; andere halten sich im mittleren oder unteren Bereich auf.
    Eine wahllos durcheinander gewürfelte Fischgesellschaft mit möglichst vielen bunten Arten sieht nur im ersten moment interessant aus. Weil aber eben nicht alle bunten Fische miteinander harmonieren, stellt sich mancher Ärger ein und man sieht sich sehr schnell an diesem bunten Gewimmel satt.

    Hier nun ein paar Fragen und Tips, die Ihnen die Auswahl erleichtern sollen:

    Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Fische in Ihr Aquarium passen, der Aquaristikfachhändler und unsere Hobbyzüchter beraten sie auch in diesen Fragen gern. Oder kommen Sie einfach bei einem unserer Vereinstreffen vorbei, dort werden Ihre Fragen in geselliger Runde beantwortet.
     
       Jens Tangermann
    Tel. 0531 / 371276

    Die Filterung eines Aquariums

    In diesem Bericht möchte ich über einige Filtertechniken schreiben, die ich in meiner Aquarianerlaufbahn bereits genutzt habe. Ich hoffe, ich kann damit helfen, die richtige Filter-„Taktik“ zu finden.

    Der meistgenutzte Filter für kleine Aquarien ist der Innenfilter. Er ist innerhalb des Aquariums angebracht und saugt das Aquariumwasser durch eine Schaumstoffpatrone. Es ist darauf zu achten, daß die Filterleistung nicht zu gering ist, da sonst das Wasser nicht ausreichend gereinigt wird. Diese Filter sind nur bei Aquarien, die etwa bei 50 l Volumen oder darunter liegen, sinnvoll. Für größere Aquarien verwendet man meist Außenfilter, von denen es verschiedene Konstruktionen gibt. Am bekanntesten ist wohl der „Topffilter“, der unter dem Aquarium (oder daneben) steht und mittels Schläuchen das Wasser absaugt und wieder hineinpumpt. Das Filtervolumen ist im Vergleich zum Innenfilter viel größer und ermöglicht, daß sich mehr Mikrobakterien ansiedeln, was dazu führt, daß die Schadstoffe besser abgebaut werden. Diese Filter finden Verwendung bei Aquarien ab ca. 50 Liter Inhalt.

    Eine Alternative dazu bietet ein „eingeklebter Innenfilter“ oder auch Biofilter genannt. Hier wird ein Teil des Aquariums durch eine Scheibe abgeklebt (meist am Rand, ca. 10 – 15 cm breit). Das Wasser fließt dann über einen „Kamm“ in den Filter und durchläuft dort mehrere Kammern (siehe auch Zeichnung 1). Das Filtervolumen ist (meist) etwas größer als das des Außenfilters. Durch das Überlaufprinzip wird das Wasser zusätzlich mit Sauerstoff angereichert. Ein Biofilter muß nicht so oft gereinigt werden.

    Eine weitere Filtermethode ist die Filterung durch luftbetriebene Innenfilter. Hierbei steigt Luft im Rohr auf und reißt Wasser mit sich, so daß neues Wasser von unten nachfließt. Als Filtermaterial wird Filterschwamm verwendet (siehe auch Zeichnung 2). Dieses Verfahren kommt häufig in Zucht- und Verkaufsanlagen zum Einsatz, da die Luft durch einen Kompressor zu dem Filter gepumpt wird und dieser nur wenig Strom im Gegensatz zu den anderen Filtern verbraucht.

    Ein Zusatzfilter sind Pflanzen, wie z.B. die Efeutute, die mit ihren Wurzeln in das Aquarium gehängt wird und damit Schadstoffe aufnimmt. Bei genügend großer Menge an Pflanzen können sogar Aquarien ausschließlich damit „gefiltert“ werden, es muß jedoch häufiger ein Wasserwechsel durchgeführt werden und das Becken darf nur spärlich besetzt sein.

     Einige Worte zum Reinigen und allgemeines zum Filtermaterial:

    Neu-Aquarianer reinigen ihr Filtermaterial sehr oft und sind wahrscheinlich der Meinung, daß das Filtermaterial ständig sauber sein muß. Das ist völlig falsch! Erst wenn sich im Filtermaterial (z.B. Schaumstoff) eine bräunliche Masse bildet, entstehen die Mikrobakterien, die die anfallenden Schadstoffe abbauen.
    Soll der Filter gereinigt werden, empfiehlt es sich, den Schaumstoff nur kurz im lauwarmen Wasser auszudrücken. Die bräunliche Masse darf nicht total ausgespült werden.

    Als Filtermaterial verwenden wir außer Schaumstoff und Filterwatte überwiegend Zeolith. In unserer Anlage ist in jedem Becken und Filter Zeolith „eingebaut“. In einigen Aufzuchtbecken verwenden wir Zeolith auch als Bodengrund. Es gibt auch noch andere Filtermaterialien im Handel. Bei uns hat sich Zeolith bestens bewährt.
     

    Zeichnung 1
    Aquarium mit eingeklebtem Filter Wasserkreislauf im Filter
     
    Zeichnung 2
    luftbetriebener Filter
     
    Lawrence Kemnitz,
    Jugendbeauftragter
    Tel./Fax: 05307/951864


    Wissenwertes über die Aquaristik

    Fische in einem Aquarium sind neben Hund, Katze, Meerschweinchen u.s.w. beliebte Haustiere. So ein Aquarium ist ja auch wunderbar anzusehen und strahlt eine gewisse Ruhe aus. Allerdings muß der Besitzer einiges tun, damit sich die Fische wohl fühlen. Der Anfang liegt bereits in der Wahl des Standortes. Das Aquarium sollte nicht im direkten Sonnenschein stehen, da das Wasser unnötig erhitzt wird, und die Fische darunter zu leiden haben.
    Außerdem wird durch das Sonnenlicht das Algenwachstum gefördert. Bei dem Unterbau (Unterschrank) ist darauf zu achten, daß er das entstehende Gewicht auch halten kann. Es kommt durch Wasser, Kies und Dekoration einiges an Gewicht zusammen. Bei der Auswahl der Beckengröße ist zum Anfang so groß wie möglich zu empfehlen, da Fehler bei einem kleineren schwerer zu verkraften sind. Es sollte regelmäßig in 2-4 Wochen Abschnitten ein Wasserwechsel durchgeführt werden, um das alte, „verbrauchte“ Wasser gegen frisches und sauberes Wasser zu tauschen. Man redet von einem Teilwasserwechsel, das bedeutet bis zu 1/3 des Wassers zu wechseln. Auf keine Fall sollte man, weil man es einmal vergessen hat, gleich die doppelte Menge Wasser wechseln. Bei jedem Wasserwechsel ist ein Wasseraufbereitungsmittel zu empfehlen, das Schwermetalle und Chlor bindet. Da im Frischwasser  keine Mikroorganismen enthalten sind, die sich im Filtermaterial entwickeln und das Wasser aufbereiten, sollte man nicht gleichzeitig Wasser wechseln und den Filter säubern.
    Da die meisten Fische, die in der Zoohandlung angeboten werden, Warmwasserfische sind (das bedeutet Temperatur zwischen 23-28°C), benötigen Sie eine Heizung, die Ihr Aquarienwasser auf die gewünschte Temperatur aufheizt. Man rechnet in einem beheizten Raum pro Liter Wasser 0,3-0,5 Watt.

    Nun haben Sie einige Vorkenntnisse über den Standort des Aquariums, Wasserwechsel, Filterbakterien und Heizung. Nun gehen wir über zu dem Thema, das Sie bestimmt schon lange und ungeduldig erwarten, zu den Fischen. Bei der Auswahl der Fische ist darauf zu achten, daß nicht alle Arten, die schön Aussehen, auch zusammen gehalten werden können. Außerdem sollte darauf geachtet werden, daß Fische aus verschiedenen Gebieten auch andere Wasserwerte haben, zum Beispiel ein ostafrikanischer Buntbarsch, der in seiner Heimatgegend ein sehr hartes Wasser besitzt, wird sich nicht in einem Diskus- Becken mit sehr weichem Wasser wohlfühlen, wenn er überhaupt überlebt.
    Der pH-Wert (Säuregrad) des Wassers ist bei den Barschen ein sehr wichtiger Faktor, nicht nur zur Zucht, da bei Malawi u. Tanganjika Buntbarschen sich die Schleimhaut bei einem PH-Wert unter 7 ablösen könnte.

    Dominik Weber
    Tel.: 05303 / 941193

    © KAQ, 14.04.1999

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