XXXI. FishlightDezember 2009Inhaltsverzeichnis
Als ich 1972 mit dem Aquaristik-Virus infiziert wurde, war insbesondere das Thema Bodengrund für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Aus einer kleinen Aquaristik-Taschenfibel entnahm ich solche Geschichten, dass zu Zeiten unserer Urgroßväter beispielsweise Kuhdung mit überschichtetem Sand verwendet wurde. Damit sollte dem Unterwassergarten zu unermesslicher Dynamik verholfen werden. Nun kann ich mir hierbei alles andere vorstellen, als dass hiermit das gewünschte Ziel erreicht wurde. Sicher war die sich damit im Aquarium bildende Brühe lecker, appetitlich und ein Quell unabdingbarer Freude für Bakterien und anderes Kleingetier. Solche Gedanken sollten wir schleunigst wieder aus unserem Kopf verbannen. Allerdings ist der Gedanke mit den Nährstoffen für unsere Unterwasserpflanzen trotzdem nicht abwegig. Ich entsinne mich daran, wie mir meine Eltern von einer Familienfeier aus den Niederlanden ein neues Aquarium mitbrachten, denn bekanntermaßen vermehren sich diese Wasserkisten manchmal wie die Flöhe. Dazu gab es Bodengrund aus Vulkansteinbruch und zwei Packen kneteartigen Ton, der den Pflanzen Beine machen sollte. Mit meinen guten Niederländisch-Kenntnissen vernahm ich dann, man sollte den Ton zu kleinen Würstchen kneten und unter den Bodengrund geben. Gesagt, getan - Londoner Nebel war nichts dagegen. Das ganze Becken war trüb. Nicht nur das, mit meinen landläufig gefürchteten Feinmotorik-Fähigkeiten hatte ich mir an den Fingern einige saubere Schnitte gesetzt, denn das Knetzeug musste mit einem scharfen Messer dosiert zugeschnitten werden. Das war für mich also auch keine Lösung. So habe ich dann weiter ins Land gehorcht und viel gelesen, was zu dem für mich bis heute gültigen Ergebnis führte. Ich betone allerdings, dass ich hiermit keinen Absolutheitsanspruch erhebe. Der Bodengrund ist für unseren Lebensraum Aquarium ein elementar wichtiges Element, das unterschiedliche Funktionen erfüllen muss. Es dient als Gestaltungselement in Abhängigkeit davon, welche aquaristische Unterwasserwelt wir nachstellen. Wie eingangs schon angerissen, ist es das Substrat für unsere Aquarienpflanzen. Es bietet Halt für das Wurzelwerk und versorgt viele Pflanzen mit Nährstoffen. Hier tummeln sich aber auch sehr viele Mikroorganismen, die wichtig für das Biotopmilieu des Aquariums sind. Ich möchte hier nur an den Abbau von Nährstoffen erinnern. Doch was für Bodengrund-Materialien kann man nun empfehlen, wo ich mich auf die Wesentlichen beschränken möchte. Wichtig ist, dass der Bodengrund keine Schadstoffe wie Schwermetalle an das Wasser abgibt. Mit Ausnahmefällen will man auch eine Aufhärtung des Wassers durch kalkhaltige Bodenmaterialien vermeiden (zu der Ausnahme später). In der Regel sollten die Bodenmaterialien auch nicht scharfkantig sein, da sich gründelnde Fische wie Panzerwelse verletzen würden. Für die meisten Aquarien (unabhängig ob Nano oder nicht-Nano) hat sich guter kalkfreier Silikatkies mit einer Körnungsabstufung von etwa 1-3 mm erwiesen. Auch gröberer Kies kann je nach Unterwasserwelt gut sein, wenn man zum Beispiel eine Flusslandschaft nachahmt. Hier können noch gröbere Flusssteine als Gestaltungselement mit eingebracht werden. Auch diese sollten ebenfalls nicht das Wasser durch Abgabe von Schadstoffen negativ beeinflussen. Nun fehlt noch die Antwort auf die Gretchenfrage, heller oder dunkler Kies. Naja, hier lässt sich keine gesetzesartige Richtlinie vorgeben. Ich bin und bleibe ein Freund von einer mittleren bis dunklen Kiesfärbung, was ich optisch auch als angenehmer empfinde. Mitteldunkle Farbtöne habe ich zudem schon in zahlreichen Fließgewässern angetroffen. Manchmal kann man im Fachhandel auch Vulkanbruch erhalten, der zumeist eine dunkelrote bis dunkelbraune Färbung aufweist. Interessant an diesem Bodenmaterial ist, dass es bedingt durch zahlreiche Kleinstzwischenräume eine große innere Oberfläche aufweist. Es kann sich somit günstig für den Nährstoffhaushalt bezüglich der Bepflanzung auswirken. Nachteil ist seine Scharfkantigkeit! Häufig erhält man im Fachhandel auch Bodengrund aus kleinen runden, rotbraun gefärbten Tonkügelchen (Aquaclay). Diese weisen ähnlich wie der Vulkanbruch zahlreiche Kleinstzwischenräume und damit vergleichbare Eigenschaften auf, sind allerdings deutlich leichter. Daher schwimmt ein Großteil des Materials beim Ersteinsatz erst einmal auf. Es empfiehlt sich, das Material vor dem Einsatz ins Aquarium zunächst gut zu wässern. Der Ton saugt das Wasser regelrecht auf, und die Teilchen schwimmen durch die sich ergebende Gewichtszunahme nicht mehr auf. Gegenüber dem Vulkanbruch haben die runden Tonkügelchen einen großen Vorteil, sie sind nicht scharfkantig. Feinkörniger Quarzsand empfiehlt sich beispielsweise bei der Einrichtung von Becken für Cichliden aus dem afrikanischen Tanganjika- oder Malawisee. Dieses Material ist ideal für futtersuchende Barsche, die den Bodengrund auf Nahrungssuche häufig richtig durchkauen. Auch ist das Material für bestimmte Arten vorteilhaft, wenn bei Balz- oder Laichaktivitäten gebuddelt werden muss. Der Sand hat noch einen Vorteil. Durch seine Lagerungsdichte können keine Futterreste und Fischkot einsinken. Der "Dreck" lässt sich mit einem Schlauch bequem abziehen. Man sollte aber darauf achten, dass man gewaschenen und gebrannten Quarzsand ersteht. Dann lassen sich nämlich unerwünschte Erlebnisse vermeiden, wenn der Sand noch Feinstpartikel enthält, die das Becken in eine trübe Einöde verwandeln. Kalkhaltiges Bodenmaterial ist dann erwünscht, wenn man ein Wasser mit einem höheren pH-Wert und einer guten pH-Pufferung erzielen will. Letzteres gilt beispielsweise für die vorgenannten Cichlidenbecken. Hier kann feiner Korallenbruch eingesetzt werden. Durch die Abgabe von Kalk erhält man meistens ein alkalisches und gut gepuffertes Wassermilieu. Abschließend will ich ein paar Hinweise zum Einbringen des Bodengrundes geben. Es empfiehlt sich, im Vordergrund des Beckens mindestens eine Mächtigkeit von etwa 5 cm Bodengrund zu wählen, die nach hinten ansteigend bis über 10 cm erreichen kann. Dies bietet den Pflanzen dann ausreichend Wurzelraum. Aber auch für ausreichend Durchlüftung des Bodengrunds ist gesorgt. Auf einer der Aquarienbörsen wurde ich gefragt, ob man Silikatkies mit Quarzsand mischen könne. Hiervon würde ich abraten. Der feine Sand würde die Zwischenräume der Kiesteilchen zufüllen und eine negative Auswirkung auf die Bodendurchlüftung haben. Es können sich dann luftfreie Zonen im Bodengrund bilden, übelriechende Gasblasen steigen irgendwann auf. Auch der Pflanzenwuchs gerät ins Stocken und Unterwassergetier kann sterben. Das Becken kann quasi "umkippen". Empfehlen möchte ich sogenannten Düngesand, der im Fachhandel von unterschiedlichen Herstellern erhältlich ist. Es handelt sich um Sandmaterial, dass mit einem ausgewogenen Nährstoffanteil ausgestattet ist. Ich habe dieses Material in einer dünnen Schicht von maximal 1 cm in vielen meiner Becken unterhalb der Hauptbodenschicht eingebracht und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich meine hier, eine Wirkdauer des Düngerdepots von bis zu 2 Jahren bemerkt zu haben. Auf einen letzten Aspekt möchte ich noch eingehen. Im Handel lassen sich diverse quietschbunte Bodenmaterialien erstehen. Wer´s mag, der soll´s sich denn antun. Es handelt sich um Kies, der mit Lebensmittelfarben das poppige Outfit verliehen bekam. Das wirkt bestimmt sehr natürlich. Ich habe jedenfalls mit solchem Material einmal bei einem Nanobecken schlechte Erfahrungen gesammelt, da ich spontan auf der Suche nach dunklem Bodengrund war. Und da war nur dieses Zeug greifbar. Mir ist irgendwann das Wassermilieu umgekippt, trotz sparsamer Fütterung, Filterung und Wasserwechselei. Ob's am Kies lag, kann ich nicht sicher sagen, aber kurzum, so was kommt mir nicht wieder ins Haus! Eckhard Fischer, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Im letzten halben Jahr ist dank den abwechslungsreichen Themen viel passiert. Ein bisschen von dem möchte ich hier nun erzählen. Zu den Highlights gehörte zum Beispiel das Kanu fahren. Wir sind vom Anleger Walle ein Stück die Oker hinaufgefahren. Als wir an einem umgestürzten Baum nicht mehr weitergekommen sind, sind wir umgekehrt und zurück zum Anleger gefahren. Auf dem letzten Stück hat es leider noch angefangen ein bisschen zu regnen, hat aber doch recht schnell wieder aufgehört. Als wir dann wieder festen Boden unter den Füßen hatten, mussten wir noch die Boote wieder hinaus holen, dann wurde gegrillt. Als es dann zu Ende war, haben wir gleich beschlossen, das Ganze noch einmal im nächsten Sommer zu wiederholen. Ein weiteres Highlight war das "Tümpeln". Wir sind alle zusammen zu den Klärteichen Steinhof gefahren und dort hat uns Henning Töpperwien erklärt und gezeigt, was alles im Tümpel so kreucht und fleucht. Wir haben sehr viel gelernt. Auch das wollen wir im nächsten Jahr wiederholen, da es uns sehr gefallen hat. Des Weiteren gab es noch andere interessante Vorträge zu allen möglichen Themen, unter denen auch ein Vortrag von Kai Alexander Quante über Wirbellose war. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich hier zum ersten Mal einen Krebs gestreichelt habe. Am Ende gab es dann "Fischfutter in Dosen". Kai sagte, dass wir wenn wir das "Fischfutter" aufgegessen haben, jeder in die leere Dose ein bisschen Sand mit Urzeitkrebsen bekommen würden. Das "Fischfutter" erwies sich dann doch als Smarties, was jedoch keinen störte. Andere Themen waren noch "Fischkrankheiten", "Wasserwerte ermitteln und verstehen" und "Aquaristische Plaudereien". Das sind Treffen, bei denen wir uns mit den aktuellen aquaristischen Problemen der Aqua-Kids ausführlich beschäftigt haben. Natürlich wird dies auch an den anderen Treffen gemacht, doch dann meist nur flüchtig, da dann meistens nicht genug Zeit da ist. Ich möchte mich an dieser Stelle bei mehreren Personen bedanken: als allererstes bei Henning Töpperwien, dem wir das Kanufahren, sowie das Tümpeln zu verdanken haben. Des weiteren möchte ich mich bei denjenigen bedanken, die einen oder mehrere Vorträge für uns gehalten haben, bei unseren Betreuern (Karin Nuthmann und Frank Dzinblewski) sowie bei allen Eltern der Aqua-Kids, die mitgeholfen haben, uns zu den verschiedenen Orten der Veranstaltungen zu fahren und/oder das Grillen nach dem Kanufahren vorbereitet haben. Hoffentlich wird das nächste Jahr genauso interessant wie dieses. Leon Siwek, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Ich möchte die Gelegenheit ergreifen und Ihnen meinen ,, König '' der Panzerwelse vorstellen. Die deutsche Bezeichnung führt einen nämlich erst einmal gehörig in die Irre, da man bei dem Begriff Schabracke an etwas nicht so hübsches denkt. Richtigerweise handelt es sich bei dieser Art aber um einen der schönsten Panzerwelse, zumindest im männlichen Geschlecht, die bisher von mir gepflegt wurden. Da sind wir auch schon bei einer seiner Eigenarten. Die Männchen unterscheiden sich in Aussehen und Beflossung erheblich von den Weibchen. Die sind eher grau und beige gefleckt, während die Männchen schwarz gefärbt und teilweise mit goldenen oder silbernen Punkten gezeichnet sind. Die Brustflossen der Männchen sind stark sichelförmig ausgezogen, während die der Weibchen kürzer und runder sind. Auch die Rückenflosse ist bei den Männchen länger und spitzer geformt. Ausgewachsene Männchen bekommen mit der Zeit einen sogenannten Backenbart an den Seiten der Schnauze. Das ist bei Panzerwelse ziemlich einmalig. Scleromystax barbatus stammt aus dem Hochland zwischen Rio den Janeiro und Sao Paulo und ist dementsprechend temperaturmäßig nicht so hoch angesiedelt. Man sollte ihn bei Temperaturen zwischen 18 °C und 23 °C halten. Alles was dauerhaft darüber hinaus geht schadet ihm sichtlich. Also kein Fisch für hohe Temperaturen. Er soll laut Literatur in der Natur bis zu 12 cm groß werden, allerdings habe ich selber unter Aquarienbedingungen noch keine so großen Tiere gesehen. Das größte von mir gepflegte Weibchen hatte so etwa 8 - 9 cm Körpergröße. Immerhin im Vergleich zu anderen Panzerwelsen doch eine stattliche Erscheinung. Daraus ergibt sich auch die Mindestgröße des Aquariums zur Pflege und Zucht dieser Tiere. 80 cm Kantenlänge sollten es schon sein. Wenn man dann mal von den Temperaturbedingungen absieht, ist diese Art recht anspruchslos. Die Wasserparameter können von pH 6,0 bis 7,3 und bei der Härte von 3 -14 dGH gehen. Tiere dieser Größe kann man natürlich nicht nur mit Trockenfutter bedienen, da muss auch schon mal kräftiges Lebend- oder Frostfutter gereicht werden. Bei mir nehmen sie Grindalwürmer und frisch geschlüpfte Artemia und diverse gefrostete Mückenlarven. Da sie liebend gern gründeln, sollte der Bodengrund aus feinem Sand bestehen. Wird dieser geboten, tauchen sie bis über beide ,,Ohren'' darin ein. Ein wahrhaft toller Anblick! Über die Zucht von Panzerwelsen ist schon soviel geschrieben worden, dass ich hier getrost darauf verzichten kann. Entscheidend ist hier, nur die Weibchen mit kräftigem Futter zum Laichansatz zu bringen und dann mit kühlem und weichem Wasser die Tiere zu stimulieren. Die Eier werden in Trauben an die Glasscheiben geklebt. Bei der Aufzucht der Larven und Jungtiere muss man aber peinlich genau auf die Beckenhygiene achten. Die Jungfische sind sehr empfindlich gegen bakterielle Verunreinigungen und danken diese mit Pinselschwanzbildung und deformierten Brustflossen. Vom Charakter her ist er ein neugieriger und gar nicht scheuer Bodengrundbewohner, der immer zu sehen ist und ewig an der Frontscheibe um Futter bettelt. Diesen Wesenszug finde ich sehr liebenswert gegenüber anderen Arten, die bei der kleinsten Erschütterung im Gebüsch verschwinden. Wie alle anderen Panzerwelse kann man sie gut vergesellschaften. Eine Gruppe von mindestens 7 Tieren aufwärts sollte es schon sein, da sie sich im Trupp erst richtig wohl fühlen. Lediglich bei der Balz können die Männchen untereinander schon mal etwas ruppig werden. Da habe ich mit einem Zuchtansatz von 1 Männchen und 2 Weibchen recht gute Erfahrungen gemacht. Thomas Teichmann, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Sie bewohnen den südöstlichen Teil des Tanganyikasees, der zu Sambia gehört (endemisch). Dort leben sie im felsigen Uferbereich in geringer Wassertiefe. Nach einigen Besuchen im Aquarienfachhandel habe ich mich entschieden, diese schönen Tiere zu erwerben. Da sie etwas härteres Wasser lieben und auf längere Zeit auch brauchen, wurde es mit Muschelkalk und einigen Kalksteinen aufgehärtet, denn aus meiner Wasserleitung kommt es mit 3-5 Härtegraden. Es dauerte einige Zeit bis ich die gewünschte Härte erreicht hatte. Danach habe ich den Muschelkalk, welchen ich in einem Filterbeutel vor den Auslauf des Filters gehängt habe, herausgenommen. Die Kalksteine hielten die Härte längere Zeit so um die 15 dgH. Mit einem Regelheizer wurde die Temperatur auf 25 °C eingestellt. Der pH Wert pendelte sich bei 7-8 ein. Nachdem ich einige Felsaufbauten mit vielen engen Spalten und Ritzen in meinem ca. 300 1 Becken eingerichtet hatte, wurden meine fünf erworbenen Tiere eingesetzt. Es dauerte nicht sehr lange und ein Paar hatte sich gefunden. Kurz darauf ging der ,,Terror" los. Die restlichen drei wurden erbarmungslos gejagt. Sie wurden nicht nur aus dem Revier vertrieben, sondern durch das gesamte Becken verfolgt. Obwohl genug Platz und Versteckmöglichkeiten für alle vorhanden waren, musste ich die restlichen drei Julidochromis heraus fangen. Das übriggebliebene Pärchen begutachtete längere Zeit eine waagerechte extrem schmale Felshöhle im unteren Bereich des Aquariums. Diese war so eng, dass sie gerade hineinpassten. Nachdem sie die zukünftige Wohnung ausgiebig geputzt hatten, sah ich auch schon die ersten Eier an der Decke der Felsspalte hängen, wie gesagt, nur einige. Der Rest des Geleges lag im Verborgenen hinteren Bereich der Höhle. Nach ungefähr 4 Tagen zappelten die ersten Kleinen an der Höhlendecke. Ich wollte sie am nächsten Tag gleich etwas füttern, doch sie waren verschwunden. Mein erster Gedanke war: Alle aufgefressen! Doch dann sah ich sie wieder, sie hingen säuberlich aneinandergereiht unter einem Pflanzenblatt in der Nähe ihrer vorigen Höhle. Mit einer etwas längeren Pipette habe ich sie sofort gezielt mit frischgeschlüpften Artemien und auch Staubfutter gefüttert. Ich musste sie aber in der nächsten Zeit oft suchen, denn sie waren des Weiteren von ihren fürsorglichen Eltern ,,umgebettet" worden. Meistens bewachte das etwas kleinere Weibchen (ca. 10 cm) das Gelege oder auch die Jungen. Das Männchen (ca. 13 cm) sicherte die nähere Umgebung. Als ,,Beifische" hatte ich einige Guppys und Aphyosemion walkeri im Becken, damit der Beschützer- und Brutpflegeinstinkt nicht vernachlässigt wurde. Sie konnten den ,,Kleinen" aber nicht wirklich gefährlich werden. Nach dem Ausschwärmen der Jungfische stellte ich fest, dass es so ca. 80-90 Stück waren. Sie wurden von den Eltern immer zusammengehalten und durch das Becken geführt. Nach 2-3 Monaten hatten sie schon eine Größe von 4-5 cm erreicht. In dem riesigen Tanganyikasee leben noch mehrere Arten der Gattung Julidochromis. Sie sollten jedoch getrennt voneinander gehalten werden, da sich Julidochromis marlieri z.B. mit Julidochromis ornatus verpaaren lässt, aber die Nachzuchten steril sind. Die wenigen Pflanzen, die im Aquarium waren, ließen sie zufrieden. Diese interessanten Fische sind sogar für ein Gesellschaftsbecken geeignet, aber wie gesagt, nur paarweise, sonst gibt es jede Menge auf die Flossen. Wolfgang Vespermann, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Nach dem ersten Versuch 2008 wurde am 1. März 2009 der zweite "Tag der Aquaristik" vom Aquarienclub Braunschweig e.V. gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Braunschweig in der Pockelsstrasse durchgeführt. Diese Veranstaltung wird zusätzlich zu den zwei Mal im Jahr stattfindenden bekannten Zierfisch- und Pflanzenbörsen zwischen Harz und Heide durchgeführt. Vom Museum wurden in der ersten Etage zwei Räume und der Flur zur Verfügung gestellt. Empfangen wurde der Besucher im Flur von Vereinsmitgliedern an einem langen Infostand mit Vereinsheften und einer Wasserteststation. Beides wurde rege in Anspruch genommen. Mitgebrachtes Wasser wurde getestet und ich konnte viele Gespräche über Aquarieneinrichtung und -besatz belauschen. Auch über Verträglichkeit, Einzel- und Gruppenhaltung wurde gesprochen. Diesem Infostand gegenüber befand sich das Museumskaffee, welches immer gut besetzt war. Der erste Raum war einer Ausstellung vorbehalten. Dort waren 17 Aquarien mit 30 bzw. 60 Liter Inhalt der Firma Tetra aufgestellt, eingerichtet und besetzt. Im ersten Becken waren Jungfische verschiedener Malawiseecichlidenarten ausgestellt. Das folgende Becken war mit Orange-Zwergkrebsen, Cambarellus patzucarensis aus Mexiko besetzt. Im nächsten Aquarium schwamm ein schöner Schwarm Roter Neons, Paracheirodon axelrodia. Es folgten weitere südamerikanische Fische. Aquarium vier war mit Apistogramma cacatuoides, dem Kakadu-Zwergbuntbarsch und Hasemania nana, Kupfersalmlern besetzt. Denen folgten im nächsten Aquarium Corydoas pygmaeus, Zwergpanzerwelse, mit Jungfischen. Danach kamen wir nach Asien, nach Sri Lanka. In diesem, dicht bepflanzten Aquarium konnte man, wenn man Glück hatte, Pseudusphromenus cupanus, Schwarze Spitzschwanzmakropode, schwimmen sehen. Die ebenfalls dort eingesetzten Horodandia atukorali, Ceylon-Zwergbarben standen hingegen im wenigen freien Wasser. Aquarium sieben war mit Garnelen, Caridina A1 sp Crystal Red, besetzt. Daran schloss sich ein Becken mit Apistogramma agassizi, Agassiz´ Zwergbuntbarsch, Zwergschwertträgern, Xiphophorus pygmaeus und Erdbeersalmlern, Astyanax riesei (?) an. Dem folgten Betta channoides "Pambang", ein maulbrütender Kampffisch. Denen schlossen sich Betta splendens, kurzflossige, fast weiße Tiere, an. Damit hätten wir die erste, lange Reihe von Aquarien besichtigt. Leicht war das nicht, da ständig Schaulustige vor den Becken standen, bzw. hockten. Die nächsten beiden Aquarien standen quer zu den ersten. Hier fanden wir Vampirkrabben, Geosersarma sp. Das nächste war ein Brackwasseraquaterrarium, besetzt mit Zwerschlammspringern, Periophthalmus novemradiatus. Wieder um die Ecke war das erste Becken mit schönen roten Schwertträgern, Xiphophorus helleri und Procambarus clarkii, weißen Sumpfkrebsen, besetzt. Daneben ein Aquarium mit roten Sumpfkrebsen. Weiter ging es mit Schneckenbuntbarschen aus dem Tanganjika-See, Lamprologus ocellatus Gold, bei dem die Wildfärbung allerdings nur gelb überhaucht war. Das letzte Aquarium war mit Aplocheilus lineatus, dem Streifenhechtling, Hemichromis cristatus, dem Wald-Juwelenbarsch, Pelvicachromis pulcher, dem Purpurprachtbarsch und Betta splendens Halbmond besetzt. Im letzten Aquarium waren Synodontis petricola, Tanganjikasee-Fiederbartwelse. Daran schloss sich die Tombola an. Der Tisch war mit Preisen gut bestückt. Es waren 60 Liter Aquarien, große Tetra-Trucks, Tetra-Eimer mit je einem Bodenfluter für Aquarien, verschiedene Bücher und andere Sachen im Angebot. Ein Los war für 5 Euro zu erwerben, denn fast jedes Los war ein wertvoller Gewinn. In einem Seitengang befand sich der Vortragsraum. Dort fanden stündlich Vorträge statt. Eröffnet wurden diese von Kai A. Quante, dem Vorsitzenden des VDA-Arbeitskreises Wirbellose mit "Krebse - Ritter im Aquarium. Den zweiten Vortrag hielt der bekannte Buchautor Uwe Werner über "Fischfangreisen am Amazonas". Das war einmal ein anderer Vortrag. Hier ging es vordergründig nicht um Fische, sondern um die Vorbereitung solch einer Reise, die Ausrüstung, das Umfeld, die verschiedensten Gewässertypen und Hintergründe bei diesen Reisen. Dem folgte Kai A. Quante mit "Schlammspringer im Aqua-Terrarium". Er führte aus, dass die Periophthalmus möglichst hohe Punkte auf dem Landteil besetzen. Die Männchen sichern sich dabei Reviere. Gefüttert wird mit Granulat, Frostfutter oder lebenden Mückenlarven. Mit Tubifex hat der Referent schlechte Erfahrung gemacht. Dann kam er zur Einrichtung eines solchen Aqua-Terrariums. Das Aquarium wird in einen kleineren Wasserteil und einen größeren Landteil durch Einkleben einer Trennwand geteilt. In den Landteil kommt als unterste Schicht Korallengruß, darüber Kies. Im Wasserteil ist eine el. Pumpe, welche das Wasser über ein gebogenes Rohr bei ihm zu einem auf dem Kies liegenden Lochstein drückt. Von diesem läuft es durch den Kies(filter) wieder zurück in den Wasserteil. Der nächste Vortrag nach der Mittagspause sollte eigentlich "Die Garnelen Sri Lankas" behandeln. Auf Wunsch eines einzelnen Herren, welcher zeit- und zuggebunden war, zog Kai den letzten Vortrag "Auf der Suche nach Aquarienfischen in Sri Lanka" vor. Da er dienstlich öfter dort ist, konnte er mehrere Fundorte vorstellen, welche nicht oft von Aquarianern besucht werden. Er zeigte 10 Biotope im Bild und auch die dort gefundenen Fische. Als nächster brachte Uwe Werner seinen Vortrag vom Vormittag noch einmal, welchen der Berichterstatter aber schon nicht mehr erlebte. Ob Kai A. Quante zum Abschluss den geplanten Vortrag über die Aquarienfische Sri Lankas noch einmal brachte oder den am Mittag Ausgefallenen über die Garnelen, entzieht sich meiner Kenntnis. Im Aquarium des Museums im Keller fanden drei Führungen durch den Leiter des Aquariums vor und hinter den Kulissen statt. Hans-Jürgen Ende, "Roßmäßler-Vivarium 1906" e. V., Halle (Saale)
Der Hornfarn Ceratopteris cornuta wird von verschiedenen Botanikern nicht als eigenständige Art angesehen, sondern zu Ceratopteris thalictroides gestellt. In der Aquaristik werden jedoch Formen mit gröber gefiederten/gelappten Blättern als C. cornuta und solche mit fein gefiederten Blättern als C. thalictroides bezeichnet. In der Natur gibt es Formen. Die zwischen beiden "Arten" vermitteln. Sehr ähnlich und nur durch Sporenmerkmale von C. cornuta und C. thalictroides zu unterscheiden ist Ceratopteris richardii, der als Modellorganismus n der Pflanzengenetik etabliert worden ist. Möglicherweise wird auch diese Art in Aquarien kultiviert, aber für C. cornuta gehalten. Beschreibung und Pflege: Wie auch Ceratopteris thalictroides kann Ceratopteris cornuta sowohl in das Substrat oder den Bodengrund gepflanzt als auch schwimmend verwendet werden. Meine Pflanzen pflege ich in meinem Gesellschaftsbecken unter folgenden Bedingungen: Schwimmend unter 2 x 30 Watt Leuchtstofflampen bei einer Lichtstärke von 6000 Kelvin mit einem Abstand zwischen Lampen und Pflanzen von ca.7cm; pH-Wert 7,2; dGH 8; KH 6; Temperatur: 26 °C; 12 Stunden Beleuchtungsdauer; CO2-Zugabe 12 Stunden. Mit meiner Methode habe ich zur Zeit sehr gute Erfolge. Viel Erfolg beim Nachmachen! Bruno Overwin, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Plattfische gehören zu den Arten, die nicht sehr häufig in unseren Aquarien gepflegt werden. Dabei stellt die Süßwasserflunder (Achirus achirus) eine interessante Fischart dar, die wir auch recht einfach erfolgreich pflegen können. Mit ihrer Körperform und der Lebensweise auf dem bzw. im Boden besetzen wir eine Nische im Aquarium, die kaum ein anderer Aquarienpflegling mit sich bringt. Die hier vorgestellte Art bewohnt die küstennahen Flüsse von Venezuela bis Brasilien und ist in reinem Süßwasser, aber auch im Brackwasser zu finden. Sie sind sehr anpassungsfähig was die Salinität des Wassers angeht. Im Aquarium des Naturhistorischen Museums Braunschweig pflegen wir die Art seit mehreren Jahren erfolgreich in weichem Süßwasser. Die Wasserwerte betragen pH-Wert 6,5-7,5, dGH 4-6, KH 1, Nitrit 0,01 mg/l, Nitrat 10-20 mg/l, Temperatur 25-28°C. Das Wasser wird einmal wöchentlich zu 50% durch Frischwasser ersetzt, welches direkt aus der Leitung fließt. Die Aquariengröße sollte sich nach der Anzahl der zu pflegenden Tiere richten. In der Literatur sind Größenangaben von über 30 cm zu finden, unsere Flundern im Aquarium haben nach mehrjähriger Pflege eine Größe von ca. 10-15 cm. Ich denke, dass dies auch ungefähr die zu erwartende Endgröße ist. Es gibt immer noch sehr viel Verwirrung mit der genauen Bestimmung der Süßwasserflundern und so findet man in der Literatur und im Internet verschiedene Namensbezeichnungen und Größenangaben. Oftmals handelt es sich aber um die gleiche Art. Wichtig für die Pflege der Süßwasserflundern ist eine möglichst große Bodenfläche des Aquariums. Als Bodengrund sollten wir Aquariensand verwenden, damit sich die Tiere ohne Probleme eingraben können. Ansonsten können wir das Aquarium mit Holz, Steinen und Pflanzen strukturieren. Bei der Pflanzenauswahl sollten wir darauf achten, dass diese gut im Boden verwurzelt sind, bevor wir die Flundern einsetzen. Sie sind zwar keine extremen Wühler, sie verhalten sich auch sehr ruhig und bewegen sich meist langsam, aber Stängelpflanzen können durchaus entwurzelt werden. Achirus achirus kann mit allen friedlichen Fischarten vergesellschaftet werden, wichtig ist nur, dass sie keine extrem gierigen Fresser sind, da sonst die Flundern zu kurz kommen. Hier sind zum Beispiel südamerikanische Salmler, kleine Harnischwelse und Zwergbuntbarsche geeignet, um nur einige zu nennen. Wir pflegen die Flundern sogar erfolgreich mit einem Süßwasserkrebs zusammen und hatten noch nie Probleme. Vorsichtig sollte man bei der Vergesellschaftung mit größer werdenden Harnischwelsen sein. Von der Süßwasserrochenpflege ist bekannt, dass manche Arten die Körperoberfläche von Rochen förmlich abraspeln. Dies könnte bei den Flundern durchaus auch der Fall sein. Zur Fütterung benötigen wir tierisches Futter in Form von Mückenlarven, Artemia, Mysis etc. Da es sich um Wildfänge handelt, sollte man am Anfang mit lebenden roten Mückenlarven oder auch lebenden Tubifex füttern. Nach und nach lassen sie sich dann auch an gefrostetes Futter der gleichen Art gewöhnen. Lebendfutter wird aber immer bevorzugt und es ist sehr spannend die Süßwasserflundern bei der Suche danach zu beobachten. Als Abwechslung und Bereicherung des Speisezettels reichen wir ab und zu ein paar kleine Regenwürmer. Achirus achirus lässt sich fast den ganzen Tag gut beobachten, mal im Sand verborgen und wir sehen nur die Augen, mal beim durchsuchen des Bodens. Es macht den Eindruck, als würden die Tiere mit ihren Flossen über den Sand laufen, mal an der Aquarienscheibe angeheftet und wir sehen die weiße Körperunterseite der Tiere. Es sind wirklich interessante Tiere und wer ein etwas außergewöhnliches Aquarientier sucht, dem seien diese dankbaren Tiere empfohlen. Mark Regent, Leiter Aquarium, Naturhistorisches Museum Braunschweig
Beschreibung
Vorkommen
Pflege
Zucht Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Weitere Tiere für Nano-Aquarien finden Sie auf der Seite Aquaristik Consulting.
Ich möchte einige Beispiele für die Zucht von Lebendfutter vorstellen, das insbesondere für kleine Fische in Nano-Aquarien oder Jungfische benötigt wird.
Artemia Für die nachfolgenden Futtertiere bekommt man Zuchtansätze am besten und günstigsten bei Vereinsfreunden.
Mikrowürmchen
Essigälchen
Pantoffeltierchen
Springschwänze Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Weitere Beschreibungen zu Lebendfutter und Bilder finden Sie auf der Seite Aquaristik Consulting.
Die Corydoras pygmaeus kommen aus Südamerika in Brasilien Rio Madeira. Die Wassertemperatur liegt zwischen 25 - 27 °C. Wie man die Pygmaeus-Geschlechter unterscheidet: Die Weibchen sind größer und dicker als die Männchen. Die Weibchen werden bis zur 3 cm groß und die Männchen sind etwas kleiner und werden bis zur 2,5 cm groß. Die kleinen Pygmaeus sind erst gefleckt und kriegen erst ab 1 cm ihre Längsstreifen. Sie essen Flockenfutter, Frostfutter, Artemia, Lebendfutter und Wasserflöhe. Ihre Feinde sind Krebse und große Barsche. Sie können mit folgenden Fischen zusammenleben: Flossensauger, Garnelen, Welse Guppies und Platies. Aber die Guppies und Platies essen die Jungtiere der Pygmaeus auf. Deswegen haben wir noch viele Pflanzen, Wurzeln und Kokosnussschalen ins Aquarium rein getan zum Verstecken der Jungtiere. Man kann natürlich auch Steine und Blumentöpfen rein tun. Man kann auch andere Pflanzen mit rein tun, zum Beispiel Javamoos, Farn, Anubis. Alexander Schumacher (12 Jahre), Aquarienclub Braunschweig e.V.
Als Tümpelfutter wird Futter bezeichnet, das man selbst in der freien Natur in Wasseransammlungen fangen kann. Da Fischnährtiere in den meisten Bundesländern Deutschlands unter den Schutz des Fischereigesetzes fallen, darf man nicht einfach an den nächsten Tümpel gehen. Häufig ist die Voraussetzung ein Angelschein und die Erlaubnis des Fischereiberechtigten. Natürlich dürfen keine geschützten Wassertiere wie Libellenlarven gefangen werden. Für den Fang ist bereits ein feinmaschiges Netz mit stabilem, langem Stiel und ein gut verschließbares Gefäß ausreichend. Leider kann man beim Tümpeln, wie die Tätigkeit des Lebendfutterfangens genannt wird, unerwünschte Mitbewohner erwischen, das heißt insbesondere Planarien und Hydra. Daher den Fangort gut wählen und größere Beifänge wie etwa die oben genannten Libellenlarven bereits vor Ort zurücksetzen. Tümpelt man in fischfreien Gewässern vermeidet man außerdem das Einschleppen von Fischkrankheiten und Fischparasiten wie Karpfenläusen, die einem das Leben dann doch schwer machen können. Schwarze Mückenlarven sind Larven der verschiedenen Stechmückenarten. Schwarze Mückenlarven sind besonders nahrhaft und regen viele Fischarten zum Ablaichen an. Bereits im zeitigen Frühjahr sind in Wasseransammlungen die ersten Mückenlarven zu finden. Die Eier werden in ovalen Trauben von bis zu 300 Eiern, so genannten Schiffchen, abgelegt. Diese kann man bereits einsammeln und ebenfalls verfüttert. Da die Larven Luft atmen, treiben sie mit dem Hinterleib nach oben an der Wasseroberfläche. Die Larven ernähren sich von zerfallendem, organischem Material. Beim Keschern sollte man sich ruhig verhalten, denn die Larven fliehen nach unten.
Schwarze Mückenlarven züchten Weiße Mückenlarven der Büschelmücke kommen in sauberen, unbelasteten Gewässern vor. Sie schwimmen frei im Wasser und können fast das ganze Jahr über gefangen werden. Die Mücken selbst stechen nicht, aber die Mückenlarven leben räuberisch und können im Aquarium kleinen Jungfischen gefährlich werden. Manche Fische müssen sich erst an dieses Futter gewöhnen, da die Mücken vor den Fischen fliehen und mit bis zu 15 mm relativ groß sind. Die Mückenlarven lassen sich manchmal in großen Mengen fangen und können bis zu einer Woche kühl aufbewahrt werden. Dazu gibt man sie in eine flache Schale mit kaltem Wasser oder auf feuchtes Zeitungspapier und klappt dies zu. Das Papier muss immer feucht gehalten und kühl gelagert werden. Rote Mückenlarven sind durch einen dem Hämoglobin ähnlichen Farbstoff rot gefärbt und bis 2 cm groß. Sie leben am Bodengrund und können sehr gut in verschmutzten, Sauerstoff armen Gewässern überleben und Giftstoffe in ihrem Körper anreichern. Es kann daher eine Gefahr für unsere Tiere darstellen, wenn wir Mückenlarven aus belastetem Wasser füttern. Daher muss beim Kauf darauf geachtet werden, nur Markenware aus spezieller Zucht zu erwerben. Selbst sammeln in ausreichender Menge ist kaum möglich.
Warnung Wasserflöhe gibt es in verschiedenen Arten und Größen von bis zu 3 mm für unsere Aquarienfische. Sie kommen in stehenden Gewässern vor und können dort insbesondere in den Sommermonaten zum Teil in sehr großen Mengen gefangen werden. Sie sind Filtrierer, die sich von pflanzlichem Plankton ernähren. Das heißt, grünliches, nährstoffreiches Wasser ist ideal für ihre Entwicklung. Sie selbst stellen ein ballaststoffreiches aber nährstoffarmes Futter dar. Wenn man sie kurz nach dem Fang mit noch vollem Darmtrakt verfüttert, sind sie besonders wertvoll, da die Fische davon auch zehren können. Eine Zucht in der Regentonne oder Gartenteich ist gut möglich, wenn diese grüne Schwebealgen haben. Außerdem gibt es auch Arten, die sich bei Zimmertemperatur in der Wohnung in entsprechenden Behältern halten lassen.
Tipp Cyclops sind Ruderfußkrebse, auch Hüpferlinge genannt. Die meist weniger als 2 mm großen Tierchen sind leicht an ihren ruckartigen, hüpfenden Bewegungen zu erkennen. Die Weibchen tragen am Körperende zwei Eitrauben. Sie können das ganze Jahr über in Teichen gefangen werden. Cyclops sind sehr nährstoffreich. Da einige Hüpferlingarten Parasiten sind, können sie Jungfischen gefährlich werden. Leider ist dies für Laien ohne Mikroskop nicht erkennbar. Tubifex sind Schlammröhrenwürmer, die im Boden biologisch belasteter Gewässer vorkommen. Sie sind sehr fettig, weshalb sie nur selten verfüttert werden sollten. Allerdings regen sie beispielsweise bei Panzerwelsen den Laichansatz an. Frisch gekaufte Tubifex aus dem Handel sollten vor dem Verfüttern ausreichend gewässert werden. Selbst wird man kaum eine Stelle finden, in der Tubifex in guter Qualität unbelastet zu fangen sind. Unter kühlem, leicht fließendem Wasser halten sich Tubifex ohne Futter über eine Woche. Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Weitere Beschreibungen zu Lebendfutter und Bilder finden Sie auf der Seite Aquaristik Consulting. |