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XXIX. Fishlight

Dezember 2008

Inhaltsverzeichnis

  • Die Abenteuer der Aqua-Kids
  • Schmetterlingsbarbe - Barbus hulstaerti
  • Tag der Aquaristik in Braunschweig
  • Online Aquarium-Magazin (OAM)
  • Insektenfressende Schlangen aus Papua-Neuguinea
  • Schwarzlinien-Harnischwels - Panaque cf. nigrolineatus
  • Mit einem Zwergsalmler zur Nano-Aquaristik
  • Flossensauger - Sewellia lineolata
  • Das Pfennigkraut Lysimachia nummularia
  • Sattelfleck-Buntbarsch - Guianacara owroewefi "Mana"
  • Der Loro Parque auf Teneriffa

  • Die Abenteuer der Aqua-Kids

    Aqua-Kids

    Angefangen hat alles am 17.03.2007, im Gliesmaroder Thurm. Dort trafen sich die Aqua-Kids das aller erste mal. Wir waren drei Kinder (Leon, Daniel und Alex) und zwei Betreuer (Heike und Frank). Inzwischen ist unsere Gruppe auf 14 Kinder angewachsen. Außerdem haben wir eine weitere Betreuerin (Karin) dazu bekommen. Außerdem treffen wir uns seit November 2007 im Naturhistorischen Museum Braunschweig, dort haben wir einen Raum, in dem die Aqua-Kids sich einmal im Monat zusammen finden und dort gemeinsam die Aquaristik erkunden. Damit auch ihr erfahrt was wir so machen, blicken wir gemeinsam zurück auf das Jahr 2008.

    Januar und Februar :
    "Wie richten wir ein Aquarium ein?" Wir alle lernten, wie man es richtig macht. Angefangen vom richtigen Standort, über die nötige Technik und insbesondere der Umgang mit Strom und Wasser.

    Weiter ging es mit dem Tag der Aquaristik im Naturhistorischen Museum am 24.02.2008. An diesem Tag veranstalteten wir Aqua-Kids einen Wettbewerb für das schönste Aquarium. Es wurden viele Besucher befragt, die für die Platzierung der Becken Zettel ausgefüllt haben.

    Verschiedene Züchter des Aquarienclub Braunschweig richteten 24 von der Firma Tetra gesponserte Becken mit Pflanzen, Wurzeln, Steinen usw. ein. Von 20 bis 60 Liter ließen die Kreativen keine Betrachterwünsche offen. Von Malawi über Garnelen bis zu Schlammspringern war alles vertreten. Der Andrang war riesengroß und im Laufe der Veranstaltung haben die Aqua - Kids entschieden, die schönsten Aquarien zu küren.

    Also los, leider gab das Ergebnis mit den Kids kein repräsentatives Ergebnis, wie man sich vorstellen kann. Also befragte ich (Heike) an diesem Tag bis 17 Uhr noch weitere 150 Besucher. Insgesamt waren es ca. 800 Fischverrückte, die sich das Spektakel angesehen haben.

    Einige von ihnen sind bis zum Schluss geblieben, um das Ergebnis abzuwarten. Gewonnen hat ein Aqua-Terrarium mit Vampirkrabben.

    Des Weiteren haben wir Aqua-Kids das Sealife Hannover besucht. Das war eine riesige Attraktion, bei der wir sehr viel über Aquaristik allgemein gelernt haben.

    Ein spannendes Thema war für uns auch, Lebendfutter unter dem Mikroskop zu betrachten. Rote Mückenlarven, Salinenkrebse (Artemia), Wasserflöhe und vieles mehr zappelten auf unseren Objektträgern.

    Zwischendurch werden von den Aqua-Kids immer viele Fragen zu Fischkrankheiten, Verletzungen der Tiere, Wasserwerten und alles, was es eben sonst noch im Bereich der Aquaristik für Probleme gibt, gestellt.

    Wenn Ihr jetzt Lust habt mitzumachen, kommt zu einem unserer Treffen vorbei.

    Pascal Langer, Jamie Langer, Julian Labodt, Elias Belz, Lukas Hase, Frank Dzinblewski, Heike Reichert, Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Schmetterlingsbarbe
    Barbus hulstaerti

    Schmetterlingsbarbe

    Die Schmetterlingsbarbe war bis in die 70er Jahre ein bekannter Aquarienfisch, der dann für einige Jahrzehnte aus der Aquaristik verschwunden ist, da aus seiner Heimat Zaire in Afrika aufgrund der politischen Situation keine Tiere mehr ausgeführt wurden. Erst 2007 gelangten wieder vereinzelt Tiere nach Deutschland.

    Die kleine bis 3,5 cm groß werdende Barbe ist ansprechend gezeichnet. Die schwarz gefleckte Zeichnung wird beim Männchen von teilweise gelben Flossen unterstützt. Die friedlichen Fische mögen keine Unruhe vor dem Aquarium und ziehen sich bei Störung ins Pflanzendickicht zurück.

    Die kleine Barbe sollte bei einem pH-Wert unter 7 und in weichem Wasser gehalten werden. Die Wassertemperatur sollte bei 20 °C bis 24 °C liegen. Die Barben mögen es nicht so warm. Regelmäßige Wasserwechsel von 10% bis 20% mit kühlem Wasser fördert die Gesundheit.

    Da die Schmetterlingsbarbe ein zurückhaltender Fisch ist, der sich gern versteckt hält, sollte das Aquarium mit vielen Pflanzen eingerichtet werden. Der Bodengrund wird dunkel gewählt und die Beleuchtung gering, damit die Farben zur Geltung kommen und die Fische nicht blass erscheinen. Bei mir haben sich der Kongo-Wasserfarn Bolbitis heudelotii und Javamoos als ideale Gewächse bewährt, da sich beide auch in kühleren Becken mit saurem Wasser und relativ wenig Licht zufrieden geben. Der Farn wächst im Hintergrund bis an die Oberfläche und das Moos in einer 10 cm dicken Schicht am Boden. Gefiltert wird bei mir über einen Hamburger-Mattenfilter mit einer recht kräftigen Strömung im hinteren Beckenbereich.

    Eine Vergesellschaftung mit anderen Fischen ist möglich, wenn diese klein, friedliche und nicht zu hektisch sind. Meine Bärblinge halte ich zusammen mit einer kleinen Boraras-Art in einem 60 Liter Aquarienabteil.

    Früher lebten mit ihnen noch eine Gruppe Corydoras habrosus, die sich in dieser Gesellschaft auch regelmäßig vermehrt hat. Hummel-Garnelen, die ebenfalls in dem Aquarium leben, vermehren sich ebenso.

    Die Fütterung erfolgt mit kleinem Lebend- oder Frostfutter sowie feinem Granulat. Ich gebe alle zwei Tage lebende Artemia, die gierig gefressen werden.

    Für die Zucht stellt man den pH-Wert auf unter 6 ein. Ich habe bei mir einen pH-Wert um 5,7 und gebe regelmäßig Seemandelbaumblätter ins Aquarium, die sich mit der Zeit auflösen und auch von den Garnelen gefressen werden. Nachdem ich alle Panzerwelse aus dem Aquarium entfernt hatte, konnten die Barbus hulstaerti ablaichen, ohne dass die Eier von den Panzerwelse gefressen wurden. Die Barben tauchen für das Ablaichen ins Moos ein und geben dort ihre Eier ab. Voraus geht dem Ablaichen ein Balzspiel bei dem die Männchen vor den Weibchen "flattern". Von diesem Schmetterlingsflug mag auch der Artname her rühren. Ob die Fische ihre eigenen Eier fressen, vermag ich nicht zu sagen. Auffällig ist, dass die Alttiere ihren Jungen nicht nachstellen, und sich die frei schwimmenden Babies mit gerade einmal 3 mm Länge gefahrlos in der Nähe ihrer Eltern aufhalten können. Dadurch müssen die Barben nicht in einem extra Zuchtbecken angesetzt werden. Auch spezielle Zuchtbecken, die mit Gitter oder "Sicherheitsabteilen" die Jungen schützen, sind nicht notwendig. Im Gegensatz zu den Alttieren halten sich die Jungtiere im freien Wasser auf. Da ich eine Gruppe von ca. 10 Zuchttieren habe, vermag ich den Ablaichrythmus nicht zu bestimmen. Es erscheinen jedoch fast täglich einzelne neue Jungtiere (Oktober 2008). Die Fütterung der Kleinen erfolgt zum Anfang mit Rädertierchen, Mikroälchen und Essigälchen. Nach ca. einer Woche werden auch frisch geschlüpfte Artemia genommen. Mit ca. 6 Wochen sind die Jungtiere bereits 1 cm groß und sehen aus wie die Eltern, allerdings ohne die gelbe Farbe in den Flossen der Männchen.

    Wenn jemand Spaß an kleinen und interessanten Barben hat und sich gern die Zeit nimmt, in Ruhe vor dem Aquarium zu sitzen, dem sei diese Art empfohlen. Ich hoffe, dass sie dann durch erfolgreiche Zucht in der Aquaristik erhalten bleibt.

    Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Tag der Aquaristik in Braunschweig

    Alex

    Am 24. Februar 2008 fand der (erste) Tag der Aquaristik des Aquarienclub Braunschweig e.V. im Naturhistorischen Museum in Braunschweig statt. Geöffnet war von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Dieser Tag war ein weiterer Beitrag, einen breiten Bevölkerungskreis aquaristisch anzusprechen und soll in jedem Jahr kurz vor der Zierfischbörse stattfinden.

    Geworben wurde mit den Punkten:

  • Ausstellung von Aquarien mit seltenen Aquarientieren
  • Ausstellung von Futtertieren sowie Tipps zur Zucht
  • Workshop: "Wie richte ich ein Aquarium ein?"
  • Aquaristische Vorträge
  • Informationsstand rund um die Aquaristik
  • Die Jugendgruppe Aqua-Kids stellt sich vor
  • Kostenlose Wassertests und Beratung
  • Verlosung von wertvollen Preisen

    Die Veranstaltung wird zusätzlich zu der bekannten "Zierfischbörse zwischen Harz und Heide" (im März und Dezember) durchgeführt. Da der Verein über 120 Mitglieder, davon über 10 Aqua-Kids, hat, steht diesen großen Veranstaltungen auch nichts im Wege. Ich sah dort viele Vereinsmitglieder, alle mit einem Vereinsbutton gekennzeichnet. Die Aqua-Kids, die Jugendgruppe des Aquarienclub Braunschweig e.V., hat alle ihre Veranstaltungen im Naturhistorischen Museum. Es scheint dort eine tolle Zusammenarbeit zwischen dem Museum und dem Verein zu geben.

    Das Museum hatte drei Räume und einen Flur für den Tag der Aquaristik bereitgestellt. Im Flur an einer langen Tafel saßen die ersten Ansprechpartner. Es lagen Vereinshefte, Programme und aquaristische Werbeliteratur aus und kostenlose Wassertests wurden angeboten. Weiterhin waren Tische mit Werbung, Futterproben, Futterringen u.ä. zur Selbstbedienung aufgestellt, weiterhin ein Tisch mit Futterbeispielen wie Tubifex, Essigälchen und Artemia. Dort wurde sogar das Schild respektiert, dass dies nur zum Ansehen sei.

    Im ersten Raum waren 21 Aquarien der Firma Tetra (Tetra Aqua-Art) mit 20, 30 und 60 cm Kantenlänge aufgestellt. Die Einrichtungsgegenstände und Pflanzen wurden u.a. von einem bekannten Braunschweiger Aquaristikhändler (das aquarium) gesponsert.

    Besetzt waren die Becken mit: Prachtkärpflingen, Aphyosemion australe, Blauen Prachtkärpflingen, A. sjoestedi, Walkers Prachtkärpflingen, A. walkeri, Schmetterlingsbarben, Barbus hulstaerti, Javakampffischen, Bette picta, Schwanzfleckpanzerwelsen, Corydoras caudimaculatus, Sichelfleckpanzerwelsen, C. hastatus, Zebrabärblingen, Devario rerio, Trauermantelsalmlern, Gymnocorymbus ternetzi, Zwergkärpflingen, Heterandria formosa, Roten von Rio, Hyphessobrycon flammeus, Schilfsalmlern. H. elachys, L 144-Welsen, Goldancistrus, Neolamprologus multifasciatu, (Schneckenbuntbarsche), einem Malawi-Mix von Jungtieren, bei denen extra darauf hingewiesen wurde, dass diese Tiere noch wachsen und das Ausstellungsaquarium zu klein ist, Nannacara anomala, (Stahlblauen Maulbrütern), Pelvicachromis pulcher (Purpurprachtbarschen), Rivulus magdalenae (Magdalena-Bachling), R. cylindraceus (Kuba-Bachling), Paracheirodon axelrodi (Rote Neons), Schlammspringern, (ev. Periophthalmus papilio), Flossensaugern, Sewellia lineolata, Trigonostigma espei (Espes Bärblinge), Tanichthys albonubes (Kardinalfische), Xiphophorus maculatus (Platys), Yasuhikotakia shidtimunki (Schachbrettschmerlen), Zwergkugelfischen, Carinotetraodon travancoricus, Axolotl, Ambystoma mexicana, Crystal red-Zwerggarnelen (Caridina cf. cantonensis), Caridina serrata, Neocaridinia cf. zhangjiajiensis (Weiß-Perlen-Zwerggarnelen), Roten Mangrovenkrabben, Pseudosesarma moeshi, Sumpfkrebsen, Procambarus clarkii und Vampirkrabben Geosesarma sp.

    Weiterhin standen in diesem Raum noch zwei Tische mit Tombolaartikeln. Zu dieser brauchte lediglich eine Karte mit Namen und Adresse ausgefüllt und eingeworfen werden. Diese Tombola wurde zwei Mal durchgeführt.

    Im anschließenden Vortragsraum wurden von den Vereinsmitgliedern alle halbe Stunde Vorträge angeboten. Los ging das mit "Wasser". Es folgten "Aquarienpflanzen", "Zwerggarnelen" und "Beckeneinrichtung" mit den Aqua-Kids. Ich staunte, was die Kinder alles schon wussten, existiert die Gruppe doch erst seit März 2007. Dem folgte "Aqua-Terrarien", "Tanganjikasee", "Kleine Fische", "So fing es an" und noch einmal bzw. die Fortsetzung "Beckeneinrichtung". Die Vorträge, welche ich besuchte, waren mit 20 bis 30 Personen gut besucht.

    Im dritten Raum war vom Museumspädagogen ein kleines Kaffee eingerichtet worden. Kaffee, Tee und selbstgebackener Kuchen wurden zu Spottpreisen angeboten.

    Zum Abschluss besuchte ich das Museumsaquarium im Keller noch ein Mal. Die Meeresaquarien sind inzwischen alle in Betrieb. Dort unten merkte ich wieder, wie das Museum mit dem Verein zusammenarbeitet. Es wurden Führungen angeboten, auch hinter den Kulissen, welche, wie ich erlebte, von vielen Besuchern angenommen wurden. So etwas fehlt uns inzwischen in Halle, das liegt aber wohl an der zu geringen Mitgliederzahl unseres Vereines und an zu geringer Beteiligung bei irgendwelchen Angeboten.

    Ganz zum Schluss: Der Verein hat von dem Tag der Aquaristik keinerlei Einnahmen gehabt. Es war reines Vereinsmarketing und für die Aquaristik gedacht.

    Hans-Jürgen Ende, Stellv. Vorsitzender "Roßmäßler Vivarium 1906", Verein für Aquarien- und Terrarienfreunde Hall (Saale) e.V.


    Online Aquarium-Magazin (OAM)

    OAM

    Ein Aquarien- und Terrarienmagazin, welches eine breite Themenvielfalt, interessante Artikel bietet und zudem noch kostenlos zu beziehen ist - das kann es doch eigentlich gar nicht geben. Aber warum eigentlich nicht? Die Suche nach älteren Ausgaben ohne zusätzlichen Aufwand? Auch leicht möglich! Im Internet-Zeitalter ist das zumindest rein technisch kein Problem mehr - es muss nur jemand machen.

    Entstanden war die Idee eines kostenlosen Online-Magazins in der Newsgroup d.r.t.a. (de.rec.tiere.aquaristik) bei der seinerzeit ein reger aquaristischer Erfahrungsaustausch stattfand. Sebastian Karkus nahm sich dieser Idee an und erarbeitete ein Konzept für ein derartiges Projekt. Es mussten ein Sponsor für die Internetseite gefunden werden und natürlich auch Autoren, die ohne Honorar Artikel sowie Fotos zur Verfügung stellen. Keine leichte Aufgabe, da auch keinerlei Referenzen und abgesehen von den Mitstreitern in der d.r.t.a, nur wenige Kontakte zur aquaristischen Szene zur Verfügung standen. Mit viel Mut, wenig Erfahrung mit einem Magazin-Layout und etwas Skepsis erschien im Oktober 2005 unter der Adresse www.aquariummagazin.de die erste Ausgabe des Online Aquarium-Magazins als Download-Datei. Vorgesehen war eine monatliche Erscheinungsweise. Es gab jedoch auch einige Bedenken, ob kontinuierlich jeden Monat Autoren für die vorgesehenen Fachartikel gefunden werden.

    Das Konzept ging auf, und es bildete sich ein Redaktionskollegium, welches sich - gerade in der Anfangszeit - erst finden musste. Nach einer relativ kurzen Startzeit und einigen personellen Veränderungen steuert nun das Redaktionskollegium in enger Zusammenarbeit die Entwicklung des OAM.

    Die monatliche Erscheinungsweise mit unterschiedlichen Themengebieten und Schwerpunkten der einzelnen Ausgaben bewährte sich gut, auch wenn anfangs die Anzahl der vorliegenden Artikel schon mal etwas mager ausfiel.

    Inzwischen wird eine aktive Zusammenarbeit mit der aquaristischen Presse gepflegt. Auch in Industrie und Handel ist man auf das OAM aufmerksam geworden. So ist das OAM inzwischen zu einem "richtigen" Aquarienmagazin geworden.

    Die d.r.t.a als aktiver Geburtshelfer ist inzwischen leider (momentan) zu einer unbedeutenden Episode in der Online-Aquaristik geworden. Der Absturz von einigen hundert Beiträgen pro Tag auf einige wenige Beiträge pro Monat in der d.r.t.a. schadete dem OAM aber ganz und gar nicht und die Downloadzahlen in der Statistik des OAM steigerten sich stetig.

    Trotz saisonbedingter Schwankungen konnte sich das OAM auf eine stets wachsende Leserschaft verlassen, die auch im Urlaub nicht auf die neueste Ausgabe verzichten müssen - Internetzugang gibt es heutzutage in fast jedem Urlaubsgebiet.

    Im Dezember wird nun die 39. Ausgabe des OAM unter www.aquariummagazin.de als Download-Datei erscheinen, ebenfalls kostenlos (es fallen lediglich die Download-Gebühren an) zu beziehen.

    Als neues Angebot für unsere Leser würden wir gerne auch aktuelle Magazine (Titelseite & Inhaltsverzeichnis) von Vereinen, Arbeitskreisen oder sonstigen Vereinigungen in dieser Rubrik vorstellen. Dieser Service ist sicherlich zudem eine interessante Möglichkeit, für den jeweiligen Verein oder Arbeitskreis Werbung zu machen. Der Anfang ist mit den ersten zwei Vereinsmagazinen getan, und wir würden uns freuen, weitere Vorstellungen aufnehmen zu können. Daher die große Bitte an alle Redakteure, diese Möglichkeit auch zu nutzen. Kontaktmöglichkeit: b.posseckert@aquariummagazin.de.

    Bernd Poßeckert, Redaktion Online Aquarium-Magazin

    www.aquariummagazin.de


    Insektenfressende Schlangen aus Papua-Neuguinea

    Insektenfressende Schlange

    In den Wäldern von Papua-Neuguinea findet man auch in der heutigen Zeit regelmäßig ungewöhnliche Tiere mit unbekannter Lebensweisen und -formen, die der Wissenschaft noch völlig unbekannt sind. Während meiner Studien zur Grillenfauna (Anfang April 2003 bis Ende September 2004) in Papua-Neuguinea konnte ich schon einige spektakuläre Beobachtungen durchführen, zum Beispiel über die am Wasser jagende Angelspinne (Kallweit, 2005). Diese Beobachtung fand weltweit bei den Arachnologen Beachtung. Neben diesen Jägern gab es aber weitere, die meinen Untersuchungsobjekten stetig nachstellten. Das Jagdverhalten dieser Tiere soll hier kurz wiedergegeben werden, wobei eine Verwandtschaftsbeziehung zweier Schlangen etwas näher betrachtet wird. Das Praktikum fand in der Nähe von der Stadt Kainantu am Ramu-River statt.

    Untersuchungsgebiet
    Der Ramu-River entspringt am östlichen Rand des Bismarck-Range-Gebirgszuges in einer Höhe von 2.500 m ü. NN. Bereits nach zwei Kilometern ist der Bach mit zahlreichen Jungfischen besetzt. Es handelt sich um einen Sekundärwald, geprägt durch einen Vertreter der Euphorbiaceae, Macaranga denticulata, ein kleiner bis 18 m hoher immergrüner Baum. Die Tagesdurchschnittstemperatur beträgt 23 °C, die während der Nacht auf 18 °C abkühlt. Der klare Fluss hat an dieser Stelle eine Breite von zwei Metern.

    An den Flußrändern im östlichen Papua-Neuguinea gibt es einige insektenfressende Schlangen, die zu den Grubenottern zu zählen sind. Sie haben kleine Giftzähne, die jedoch nicht mit Giftdrüsen in Verbindung stehen. Die Bestimmung der Schlangen konnte trotz intensiver Bemühungen nicht erfolgen. Nach Aussagen meines dortigen Studienkollegen, Rai Sadi Gahn Kid Mahg, (ein angesehener Herpetologe der Region) handelt es sich um eine neue Art und Gattung.

    Die Schlange erreicht eine Endgröße von zirka 80 cm. Der Körper ist gräulich-schwarz gefleckt. Der Kopf ist kaum abgesetzt. Die Schwanzspitze ist etwas aufgehellt. Die zweite Art hat eine deutlich abgeplattete Nasenregion, jedoch waren von dieser Art nur einige wenige Exemplare zu finden.

    Die Schlangen sind Dämmerungsjäger, tagsüber vollführen sie eine "technische" Meisterleistung. Die Schlangen suchen sich frische Zweige einiger junger Rankenpflanzen. Eine Fixierung auf eine bestimmte Pflanzenart konnte nicht festgestellt werden. Es werden junge Triebe von den Schlangen ausgewählt, die flexibel genug sind und bis zirka 30 cm über den Boden reichen. An diesen Trieben schlängelt sich die Schlange entlang bis sie zum Boden reicht. Anschließend greift sie mit ihrem Schwanzende um die nächstliegende Blattachse und umschlingt diese. Der Körper wird nun wieder zurück in Richtung Baumkrone bewegt. Beim Emporklettern beißt die Schlange sämtliche Blätter auf beiden Seiten der Ranke ab, bis sie zum Schwanzende kommt. Hier hält sie inne und krabbelt dann weiter am Gebüsch hinauf, bis sie auf einer Anhöhe von 2 bis 2,5 Meter einen ruhigen Platz finden. Die ganze Zeit ist ihr Schwanz bis dahin mit der Ranke verankert. Teilweise zieht die Schlange die Ranke weiter das Gebüsch hinauf.

    Nach diesen Anstrengungen verbringen die Schlangen hier den Nachmittag, und scheinen sich auszuruhen. Mit Einsetzen der Dämmerung werden die verschiedenen Insekten des Waldbodens aktiv, so auch die Grillen. Und diese sind es auch, welche die Schlangen als Nahrung nutzen. Haben sie eine Grille auf dem Boden gesichtet, dann lassen sie sich einfach fallen. Um schneller zu dem Futtertier zu gelangen, haben die Schlangen meist mehrere kleine Kieselsteine vom Boden zuvor in einer Backentasche plaziert. Die kleinen Steine werden bereits am Boden ins Maul genommen. Dadurch fallen sie schneller und können die Beutetiere effektiver erreichen und ergreifen. Meist wird die Schlange samt Beute durch die Ranke wieder noch oben geschleudert, sodass ein Hinaufklettern für die Schlange entfällt. Die Jagd erfolgt mehrmals in der Nacht. Ist eine Schlange erstmal an einer günstigen Stelle eingenistet, so bleiben sie hier für längere Zeit. Sie holen dann nur noch in regelmäßigen Abständen die neuen Kieselsteine in ihre Backentaschen. Die anderen Steine scheinen sie mit der Nahrung regelmäßig in den Darmtrakt zu überführen.

    Durch Zufall konnte ich dann auch endlich die Frage klären, wozu die flachen Nasen der "anderen" Art dienen. An dieser Stelle kann gesagt werden, dass es sich bei den beiden relativ ähnlichen Arten (lediglich die Kopfform durch die platte Nase ist anders), um ein und dieselbe Art handelt. Die Schlangen prallen beim Versuch Grillen zu fangen des Öfteren auf die Erde, wenn sie vergessen, das Wachstum der Pflanze regelmäßig zu kontrollieren oder die Grille zuvor durch einen schnellen Fluchtsprung entkommen kann. Durch das Wachstum verringert sich der Abstand von der Ranke zum Boden und die Tiere stürzen regelrecht mit ihren Steinchen im Maul auf den Boden. Je öfters dies passiert, umso schneller bekommen sie eine platte Nase. Man kann dies als ein Zeichen des Alters deuten, wobei man doch eigentlich meint, dass die Weisheit mit zunehmendem Alter steigt. Bei diesen Schlangen scheint dies nicht so zu sein. Vielleicht lässt aber auch die exzellente Sehkraft der Schlange mit zunehmendem Alter nach.

    Abschließend sei noch erwähnt, dass die Tiere lebendgebärend sind. Von den zwei Schlangen, welche ich mitbringen konnte, habe ich innerhalb kurzer Zeit ein paar Jungtiere bekommen. Sollte sich die weitere Zucht als erfolgreich erweisen, so bin ich gern bereit, diese interessante Schlange weiter zu verbreiten.

    Literatur:
    Kallweit, S (2005): Sensationelle Entdeckung im Regenwald von Papua-Neuguinea - Eine wohl neue, fischfangende Spinne. Tarantulas of the World 105: 15-18.

    Silvia Kallweit


    Schwarzlinien-Harnischwels
    Panaque cf. nigrolineatus

    Panaque cf. nigrolineatus

    Der Panaque ist in den letzten Jahren zu einem beliebten Fisch bei vielen Aquarianern geworden. Dabei wissen aber manche nicht, was mit der Haltung dieser imposanten Tiere auf sie zukommt. Häufig werden die Tiere dann falsch gehalten und gehen qualvoll ein.

    Eigentlich handelt es sich bei den Panaques um einen ganzen Artenkomplex, deren Varianten in mehreren Flusssystemen Amazoniens ihren Lebensraum haben, in Peru, Kolumbien, Venezuela und Brasilien. Viele Panaque-Arten sind wissenschaftlich noch nicht beschrieben, sodass sie in der Literatur mit diversen L-Nummern verzeichnet sind.

    Der Schwarzlinien-Harnischwels wächst sehr langsam und braucht mindestens 10 Jahre, bis er seine Gesamtgröße von 30-50 cm erreicht hat. Sie können bis zu 20 Jahre und älter werden. Man sollte sie daher in nicht zu kleinen Becken halten. Ich denke, als Untergrenze kann von einer Kantenlänge des Beckens von einem Meter ausgegangen werden.

    Einige Aquarianer vergleichen den Schwarzlinien-Harnischwels mit dem Wabenschilderwels (Glyptoperichthys gibbiceps), aber das stimmt überhaupt nicht. Ein Panaque produziert deutlich weniger Fäkalien als ein Wabenschilderwels. Außerdem schwimmen sie viel eleganter. Es handelt sich um Allesfresser, aber hauptsächlich nehmen sie pflanzliche Kost wie Gurken, Karotten, Salatblätter und Spinat zu sich. Auch Algentabletten und gekochtes Ei werden gerne genommen.

    Was sie aber am meisten brauchen, ist Wurzelholz. Ich kann aus eigener Erfahrung darauf hinweisen, dass man sich auf den halbjährlichen Neukauf einer Moorkienwurzel einstellen kann. Die Wurzel wird nämlich von den Tieren nach und nach abgeraspelt, bis sie verschwunden ist. Holz ist sehr wichtig für die Verdauung und das Überleben der Tiere.

    Für die Beckeneinrichtung ergibt sich hieraus, dass entsprechendes Wurzelwerk dazu gehört, aber auch Anderes wie Tontöpfe und -röhren, die von den Tieren zur Deckung und als Ruheplätze genutzt werden können. Die Dekoration des Beckens mit Wasserpflanzen ist eher nachteilig, da diese wie oben beschrieben als willkommene Ergänzung des Speiseplanes herhalten müssen. Höchstens ein paar harte Pflanzen wie Javafarn können empfohlen werden. Von der Wasserbeschaffenheit halte ich meinen Schwarzlinien-Harnischwels bei einem neutralen pH-Wert und bei einer Temperatur zwischen 25-30°C.

    Man sollte sich gut überlegen, ob man sich so einen Fisch ins Aquarium holt und pflegen möchte. Aber wer es trotzdem wagt, dem wünsche ich viel Spaß und Erfolg mit diesen Saugern.

    Text: Martin Allstädt, Aquarienclub Braunschweig e.V.; Foto: Ingo Seidel


    Mit einem Zwergsalmler zur Nano-Aquaristik

    Zwergsalmler

    Seit Längerem geistert eine neue Trendwelle durch die Republik, die Nano-Aquaristik. Gewöhnlich wird hierunter der Betrieb von Aquarien unter 60 l Beckeninhalt mit nicht zu monströsen Pflanzen, Zwergfischen und vor allem Garnelen verstanden. Ich muss gestehen, im Anfangszeitraum 2008 hat der Nano-Aquaristik-Virus mit Nachhilfe meines Freudes Kai A. Quante und eines Tetra AquaArt Aquariums von mir Besitz ergriffen. Ein kompletter 25 l-Beckensatz mit Licht und Filtertechnik (Schwammfilter auf Luftheberbasis) war verfügbar. Flott habe ich mir etwas dunklen Bodengrund (Aquaclay auf Tonbasis) und ein paar kleinwüchsige Pflanzen (Moose, Cryptocorynen, kleiner Javafarn) besorgt.

    Meine Herausforderung bestand in dem recht harten Leitungswasser, wie es bei uns in Vechelde aus der Leitung fließt (ca. 13° dGh). Aber auch hier war schnell für Abhilfe gesorgt. Mit einem 20 l-Kanister kann ich bei Freunden, die in einem "Weichwassergebiet" wohnen, Wasser tanken. Nun wurden alle Ingredienzien zusammengebraut, die Filtertechnik an meine Belüftungsanlage angeschlossen, fertig war das Machwerk.

    Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich, warum dieser Aufwand mit dem weichen Wasser. Ein großer Teil der in Frage kommenden Zwergfischchen bevorzugt leider ausgerechnet solche Wasserverhältnisse. Zudem kam nun in diesem Frühjahr ein entzückender kleiner orangeroter Zwergsalmler aus Westafrika in den Handel, den die Wissenschaft auf dem Namen Ladigesia roloffi getauft hat. Das Tierchen passt exakt in die zuvor beschriebene Schablone. Für mich als bekennender Afrika-Fan war das wie "ein saftiger Sonntagsbraten", und ich musste aktiv werden. Also habe ich mir eine Gruppe von 10 Tierchen besorgt, die max. 1,5-2 cm groß werden.

    Täglich erhalten meine neuen Mitbewohner feines, für sie bewältigbares Futter in Form von Granulat und gefrorenen Cyclops. Die Tierchen sind in einer prima Verfassung und bis jetzt habe ich nach 5 Monaten Laufzeit noch keine Ausfälle verzeichnen müssen.

    Zeitgleich habe ich meinen Ladigesias noch ein paar Mitbewohner gegönnt. Eine kleine Gruppe von Moskitobärblingen (Boraras brigittae) und ein Pärchen kleine afrikanische Bodensalmler (Nannocharax spec.). sind mit eingezogen. Das Becken erweist sich samt seiner Bewohner als ausgesprochen stabil und sehr pflegeleicht. Also könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Gleichung, je größer die Wassermenge desto stabiler die Milieuverhältnisse, nicht pauschal stimmt. Doch hier will ich einschränkend zugeben, dass ein vernünftiges Pflanzenwachstum, regelmäßige Wasserwechsel (mind. alle 2 Wochen 50% des Beckeninhalts) und eine wohldosierte Fütterung (täglich eine Futterdosis, die umgehend von den Tieren verzehrt wird) unabdingbar sind. Für mich heißt das, monatlich im Weichwassergebiet tanken zu fahren (vielen Dank auch auf diesem Wege für die Tankerlaubnis). Mal sehen, ob ich in der Zukunft auch einmal Nachwuchs im Pflanzendickicht erspähen kann?

    Es bleibt eindeutig festzuhalten, mit der Nano-Aquaristik ist kein Hexenwerk verbunden. Mit Augenmerk praktiziert, bieten sich interessante Alternativen zu Großanlagen.

    Eckhard Fischer, Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Flossensauger,
    Sewellia lineolata

    Flossensauger

    Die Flossensauger sind braun und gelb gefärbt. Sie haben auch ein Muster. Sie heißen Flossensauger, weil sie so große Flossen haben, die so aussehen wie ein Saugnapf. Die Flossensauger können sich bei Strömung mit den Saugnäpfen auf den Steinen festsaugen, weil sie auch so flach sind. Die Flossensauger werden bis zu 5 cm groß.

    Ihr Lebensraum ist in Asien in Vietnam. Sie sollen überall in den Flüssen vorkommen.

    Die Wassertemperatur bei den Flossensaugern muss 22 °C - 26 °C betragen. Bei den Flossensaugern kann man Pflanzen rein tun, zum Beispiel Farne und Anubias.

    Sie essen Flockenfutter, Granulatfutter und gefrorenes Futter. Aber sie essen keine Algen, wie manche denken.

    Wir haben noch 3 bis 6 cm Steine rein getan, damit sie darauf ablaichen und die Eier in die Ritzen rein rutschen, weil sie die Eier sonst aufessen. Die Flossensauger kann man mit anderen Tieren zusammenhalten, zum Beispiel Garnelen und mit Welsen.

    Wie man die Geschlechter der Flossensauger unterscheiden kann: Die Flossensauger kann man dadurch unterscheiden, dass die Männchen auf der Brustflosse am vorderen Rand schuppenartige Strukturen haben, die bei den Weibchen fehlen.

    Alexander Schumacher (11 Jahre), Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Das Pfennigkraut Lysimachia nummularia

    Pfennigkraut

    Auf meinen zahlreichen früheren Exkursionen bei floristischen Kartierarbeiten in unserer heimischen Natur ist mir auch gelegentlich das Pfennigkraut begegnet. Es handelt sich um ein Primelgewächs, das mit seiner auf dem Boden entlang kriechenden Wuchsform feucht bis nassfeuchte, nährstoffreiche Standorte wie Wiesen oder Gewässerränder bevorzugt.

    Überrascht war ich natürlich, als mir das Pfennigkraut in einer befreundeten Wasserpflanzengärtnerei begegnete. So hatte ich mir auch jüngst einen Topf mit nach Hause genommen, um ihn zur Kultur in einem meiner kleineren Aquarien einzusetzen. Als Bodengrund habe ich hier Aquaclay auf Tonbasis eingebracht. Die Beleuchtung erfolgt über eine T5-Leuchtstoffröhre mit 8W über eine Dauer von 7 Stunden/Tag. Besonders gedüngt wird bisher nicht, lediglich ein 14tägiger Wasserwechsel bis 50% des Beckenvolumens (pH-Wert 6-7; ca. 5° dGH) gemacht. Das Becken verfügt über keinen separaten Heizer, sondern wird über die Raumheizung auf etwa 22-24°C Wassertemperatur gehalten. Unter diesen Bedingungen hat sich das Pfennigkraut als dankbarer Pflegling erwiesen, der sich wie jede andere Stängelpflanze einkürzen lässt. Die abgeschnittenen Stecklinge lassen sich dann wieder in den Bodengrund einbringen und wachsen sofort an. Alles in allem lässt sich das Pfennigkraut als sehr "umgängliches" Pflänzchen für die Aquarienbegrünung beschreiben.

    Neben der normalen grünen Form bietet der Handel auch eine gelbe Variante an, die sich von der Färbung her als gelblich grün beschreiben lässt. Die vorgenannten Aussagen gelten für beide Formen gleichermaßen. Auf eines will ich allerdings hinweisen: Wie eingangs beschrieben, stammt das Pfennigkraut aus gemäßigten Breiten. Daher muss unbedingt beachtet werden, dass eine längere Kultur bei Temperaturen über 22-24°C den Pflanzen nicht zuträglich ist.

    Eckhard Fischer, Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Sattelfleck-Buntbarsch:
    Guianacara owroewefi "Mana"

    Guianacara owroewefi &Mana& Männchen

    … ist ein selten gepflegter mittelgroßer Cichlide. Wie der Name Guianacara schon verlauten lässt stammen die Tiere aus der Guyana - Region, genauer gesagt aus dem Rio Maroni.

    Der Name Guianacara kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Sattelfleckbuntbarsch. Der Name bezieht sich auf die beiden schwarzen Flecken auf dem Rücken der Tiere. Die Flecken geben dem Tier das Aussehen, als ob es einen Sattel trägt. Daher rührt auch der Name Sattelfleckbuntbarsch.

    Die Tiere sind mit knapp 15 cm ausgewachsen, wobei die Männchen meistens etwas größer und bulliger werden als die Weibchen. Guianacara fühlt sich am wohlsten, wenn er in einer kleinen Gruppe gepflegt wird. Es sind friedliche und etwas zurückhaltende Fische. Sie können mit kleineren Arten, Salmlern und Welsen vergesellschaftet werden kann.

    Das Verbreitungsgebiet befindet sich im nordöstlichen Südamerika. Es umfasst die Länder Guyana, Surinam und Französisch Guyana. Die Art bevorzugt feinen Kies oder Sand als Bodengrund. Es sollten viele Versteckmöglichkeiten in Form von Holz, Höhlen, Röhren und großen Steinen vorhanden sein. Dies ist nötig, damit sich die einzelnen Tiere aus dem Weg gehen können. Die Tiere helfen bei der Gestaltung des Aquariums selbstständig mit. Sie graben den Untergrund um, wobei sie keine Pflanzen beschädigen oder ausgraben, und durchsuchen den Bodengrund nach fressbarem. Füttern kann man seine Guianacara mit allen gängigen Frostfuttersorten, roten Mückenlarven, Artemia, schwarzen und weißen Mückenlarven und Cyclops. Ansonsten fressen die Tiere auch Granulat- und Flockenfutter. Außerdem fressen sie gerne halbierte Salatgurken und im Sommer Tümpelfutter. Um die Tiere zum Ablaichen zu bewegen, könnte man es mit Tubifix probieren. Tubifix sollte aber nur sehr sparsam gefüttert werden, weil es sehr fettreich ist, und die Fische bei übermäßiger Fütterung verfetten und Probleme mit der Verdauung bekommen.

    Guianacara sind von der Körperfarbe her hellbraun bis sandfarben. Im oberen Bereich des Rückens befindet sich bei jedem Tier der schon angesprochene typische Sattelfleck. Hierdurch sind sie auch eindeutig von anderen Arten zu unterscheiden.

    Sie gehören in den großen Verwandtschaftskreis der südamerikanischen Erdfresser. In diesem Verwandtschaftskreis gibt es die unterschiedlichsten Verhaltensweisen und die verschiedensten Größen. Geophagus sp. altifrons kann bis zu 30 cm groß werden. Biotodoma - Arten bleiben dagegen mit ca. 10 cm wesentlich kleiner.

    Zu den weiteren verwandten Arten gehören Geophagus (eigentlicher Erfresser), Gymnogeophagus, Santanoperca (Teufelsbuntbarsch), Retroculus, Biotodoma und Arcaichthys. Für die Gattungen ohne Klammer gibt es zurzeit keine deutsche Übersetzung.

    Bei der Gattung Guianacara gibt es aktuell ca. sechs beschriebene Arten. Wobei einige Arten nur als Guianacara sp. vorgestellt worden sind. In der letzten Zeit sind erfreulicherweise einige neue Guianacara in den Zeitschriften, Datz, Amazonas und Aquaristik Fachmagazin vorgestellt worden.

    Guianacara sind leicht zu pflegende Fische, die leider nur selten im Aquarienhandel angeboten werden. Durch ihre zurückhaltende Art sollten die Tiere nur mit "gleich starken" Fischen vergesellschaftet werden. In der Eingewöhnungszeit sind die Tiere empfindlich gegenüber bakteriellen Infektionen und sollten als letztes in ein neues Aquarium eingesetzt werden. Wenn die Anfangsphase überstanden ist sind sie ausdauernde und friedfertige Fische.

    Text: Jan Wessel, Aquarienclub Braunschweig e.V.;Fotos: Jens Gottwald, Aquatarium, www.geophagus.net


    Der Loro Parque auf Teneriffa

    Loro Parque auf Teneriffa

    Seit Jugendtagen, in denen ich mich eher der Vogel- denn der Fischzucht gewidmet habe, stand der Loro Parque auf Teneriffa auf meiner Urlaubswunschliste. Das ehemals als reiner Park für Krummschnäbel-Freunde gegründete Urlaubsziel hat sich in den über 35 Jahren seit Bestehen stark gewandelt. Es ist ein großer Freizeitpark geworden, in dem repräsentative Tiere im Mittelpunkt stehen. Papageien und Sittiche sind nur noch ein Randthema, an dem die Besucher zwangsläufig vorbei müssen, da deren meist spartanisch eingerichteten Volieren eher einen Sammlungs- als einen Biotopcharakter haben. Die meisten Zuchterfolge werden sicherlich nicht in den von Besuchern beäugten Volieren erzielt. Die recht große, von außen einsehbare Aufzuchtstation für Papageien lässt etwas erkennen, wie viele Handaufzuchten aus dem Loro Parque später in Zoogeschäften auftauchen werden, denn zur Arterhaltung mit natürlichem Verhalten können diese Tiere später kaum beitragen. Allerdings wird damit dem Bedarf an Papageien als Haustiere nachgekommen und die Anzahl von Wildfängen reduziert.

    Dennoch hat der Loro Parque etwas für Besucher zu bieten und alles in einem Tag zu sehen, ist schon anstrengend, insbesondere im Sommer zur Hauptferienzeit, wenn "alle" dorthin fahren.

    Schon bald nach dem Eingang, wenn man Koi-Teich und Menschenaffenanlage hinter sich gelassen hat, kommt man zum Planet Penguin. Mit aufwändiger Technik und in großem Maßstab ist dort die Heimat der Pinguine in der Antarktis nachgebildet. Im Sommer ist es etwas düster, da auch die Dunkelheit an der Spitze der Südhalbkugel in unserer warmen Zeit nachempfunden wird, und nur ein leichtes Schummerlicht den Blick auf die verschiedenen Pinguinarten unterstützt. Eine schönere Pinguin-Anlage habe ich noch nicht gesehen, und Zuchterfolge scheinen dem Konzept recht zu geben. Außerdem werden Papageientaucher präsentiert, die woanders kaum gehalten werden. Dass man beim Hinausgehen an einem riesigen Zylinder voll mit Heringen vorbei kommt, ist zwar nett, allerdings fragt man sich, wozu diese Sardinenhaltung gut ist und ob sie sich in einer Büchse wohler fühlen würden.

    In den wohl größten Volieren werden verschiedene Kakadu-Arten miteinander vergesellschaftet. Sie kuscheln auch artübergreifend, was sicherlich nicht Zuchtziel ist. Das Papageien-Highlight ist die große Voliere der Blaulatzaras, die im Loro Parque in größerer Zahl gehalten und gezüchtet werden.

    Die zu durchschreitende Orchideen-Halle erinnert eher an ein gut sortiertes Baumarktsortiment als an eine Ausstellung seltener und besonderer Orchideen. Phalaenopsis-Hybriden bilden den Hauptanteil an Pflanzen.

    Wer schon einmal in San Diego im Sea World war, wird sich beim Besuch der Orcas im Loro Parque an das Stadion, die Becken, die Tiere und auch die Show erinnern. Nur ist sie in San Diego länger und spektakulärer. Dass Orcas mit ihren Flossenschlägen die Besucher in den unteren Reihen komplett mit einer Wasserdusche beglücken und immer wieder Dumme dabei sind, die nicht glauben, dass dem so sein wird, ist nichts Neues. Naja, beeindruckend sind die Tiere dennoch.

    Im Vergleich zur Orca-Show hat die Delfin-Show doch mehr Dynamik und zeigt verspielte Tümmler in einer sehenswerten Art. Ob die Haltung in Gefangenschaft nun unterstützt werden sollte oder nicht, lassen wir einmal dahingestellt. Spaß hat man bei ihrer synchronen und eleganten Show dennoch.

    Als Aquarianer freut man sich natürlich zum Abschluss die Aquarien besichtigen zu können. Klein aber fein könnte man bei der Anzahl der Becken sagen, wobei die Größe doch teils das normale Maß daheim überstiegen. Beim Eintritt in das Acuario darf man sich als erstes an großen Süßwasserfischen satt sehen, die leider auch aus der Aquaristik bekannt sind. Pfauenaugen-Buntbarsche, Pacus, Riesenguramis und Rotflossenwelse waren in beachtlicher Größe und Anzahl zu bestaunen. Ich hoffe, mein kleiner Riesengurami bleibt 60 cm kleiner als seine Artgenossen auf Teneriffa.

    Weitere sehr gut gepflegte Süß- und Meerwasseraquarien konnten betrachtet werden. Neben einem Becken mit vielen roten Piranhas, je einem Malawi- und Tanganjikasee-Aquarium, einem Glaszylinder mit roten Neons und verschiedenen Meerwasser-Aquarien war der Haitunnel ein besonderes Highlight.

    Trotz des saftigen Eintrittspreises lohnt sich der Besuch des Loro Parques für Menschen, die den Trubel nicht scheuen und sich für Vögel wie für Wassertiere interessieren. Allerdings reicht der einmalige Besuch für einige Jahre, bis ich wieder hin fahren würde.

    Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.