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XXVIII. Fishlight

Februar 2008

Inhaltsverzeichnis

  • Aquarienclub bei Hagenbeck
  • Stimmen der Aqua-Kids
  • Wie man ein Aquarium einrichtet
  • Synodontis petricola* Zucht - ein "Kuckuckswels"?
  • Zucht vom Xenotilapia flavipinnis
  • Die Sandcichliden des Tanganyikasees
  • Wo kommen unsere Aquarienpflanzen her?
  • Harlekin-Garnele, Caridina spongicola
  • Der Schwarzbarsch - Elassoma evergladei

  • Aquarienclub bei Hagenbeck

    Hagenbeck

    Am 08.09.2007 trafen sich 28 Mitglieder und Nichtmitglieder unseres Aquarienclub, um gemeinsam den Tag in Hamburg zu verbringen. Los ging es um 6.00 Uhr am Zentralen Busbahnhof in Braunschweig. Einige stiegen etwas später in Peine in den Bus, der uns ans Ziel bringen sollte. Die Stimmung war trotz der unchristlichen Zeit sehr gut.

    Unser erstes Highlight war der Besuch des Aquariums im Zoo Hagenbeck in Hamburg.

    Eine mit Liebe zum Detail erbaute Unterwasserwelt in Form eines U-Bootes begeisterte uns alle. Ob kleinere oder größere bunte Becken, überall konnte man staunend seine Nase an die Scheiben drücken.

    Mittelpunkt war ein riesiges ca. 8m hohes Seewasserbecken, das einem die Illusion vermittelte, selbst unter Wasser und mitten im Geschehen zu sein.

    Nächste Station war das Aquaristikgeschäft Aquarium Tonndorf in Hamburg/Tonndorf. Als der Aquarienclub den Laden "stürmte", platzte dieser fast aus allen Nähten.

    Letzter Höhepunkt nach so viel lebenden Fischen, war ein Restaurant an der Elbe in Hoopte. Ein leckeres kalt-warmes Fischbuffet wartete darauf, von uns geplündert zu werden. Fisch auf verschiedenste Arten zubereitet, da war für jeden etwas dabei. Nur ein Vereinskollege verschmähte die Köstlichkeiten, die ansonsten von allen genossen wurden.

    Alles in allem war dies eine gelungene Fahrt, bei der man sich mal wieder näher kennen lernen und austauschen konnte, denn Zeit zum Plaudern nehmen wir uns bei solchen Gelegenheiten auch immer gern…

    Heike Reichert, Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Stimmen der Aqua-Kids

    Aqua-Kids

    Nach einem halben Jahr Aqua-Kids haben wir ein paar Stimmen der Aktiven eingefangen.

    Daniel (11 Jahre): "Uns hat gut gefallen, dass wir Becken geklebt haben. Die Leute sind sehr nett."

    Elias (9 Jahre): "Ich fand es schön, dass wir die Becken vom Naturhistorischen Museum angeguckt haben."

    Alex (10 Jahre): "Heike hat in ihrem Keller viele Fische."

    Leon (12 Jahre) und Peer-Ole (8 Jahre): In der Jugendgruppe des Vereins haben wir bei verschiedenen Treffen verschiedene Themen bearbeitet. Am Besten fanden wir das Beckenkleben. Da war Herr Meyer, der Aquarienbauer, da und hat uns dies gezeigt. Frank hat uns dann erklärt, wie die Technik verschiedener Filter und Heizer und Pumpen funktioniert. Heute haben wir Weihnachtsfeier. Die Treffen waren immer spannend.

    Lukas und Christopher (beide 10 Jahre): "Wir finden die Aqua-Kids toll! Es macht Spaß hier und die Themen, die wir bisher hatten, waren auch toll! Wir haben auch schon mit einem Fachmann kleine Aquarien geklebt. Der Kleber heißt Silikon. Wir haben auch schon Aquarientechnik kennengelernt, und wie man Fische halten muss.

    Karin (Mutter von Leon): "Mir gefällt hier: Alle haben gleiches Interesse. Ich weiß jetzt, wie ein Aquarium geklebt wird. Man kann alles über Aquarien fragen. Im Museum kann man sich alles ansehen. Jetzt weiß ich, wo im Aquarium Heizung und Filter angebracht werden und was es für Unterschiede bei Heizungen und Filtern gibt.

    Heike (Jugendgruppenleiterin): "Die Gruppe Aqua-Kids umfasst jetzt 10 Kinder. Viele Fragen werden von den Kindern gestellt und von uns nach Möglichkeit sofort beantwortet. Viel Planung ist nötig, damit diese "Horde" nicht das Interesse verliert. Ich finde, es macht sehr viel Spaß.

    Frank (Jugendgruppenleiter): "Obwohl es immer einiges an Zeitaufwand bedeutet und mit viel Planung und Gesprächen verbunden ist, bin ich froh, dass sich die Gruppe langsam weiterentwickelt und langsam wächst.

    Heike Reichert, Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Wie man ein Aquarium einrichtet

    Alex

    Alle Aquarien müssen auf einem stabilen Unterbau stehen unter den Aquarien muss 1 cm dicke Styropor-Unterlage oder ein Aquarien-Unterlagematte. Sonst geht die Bodenscheibe kaputt. Bevor man den Kies ins Becken schüttet, muss man die Unterlage drunter legen.

    Der Boden des Aquariums muss mit Kies bedeckt sein, damit die Pflanzen Halt finden und Nährstoffe kriegen. Der Kies sollte 1 mm bis 3 mm groß sein. Die Kiesschicht sollte für die Pflanzen 5 cm dick sein.

    Die Fische nutzen den Kies, um darin zu gründeln und sich Verstecke anzulegen.

    Alle Aquarien brauchen einen Filter. Der Filter entfernt Schmutzpartikel aus dem Aquarium und sammelt die Schmutzpartikel im Filter. Für ein kleines Becken braucht man einen kleinen Filter für ein großes Becken einen großen Filter.

    Es gibt Innenfilter und Filter, die man neben das Aquarium stellt. Es gibt Filter mit Motor- und Luftbetrieb.

    Der Filter muss gereinigt werden, wenn das Wasser nicht mehr so gut durchfließt. Man darf dafür kein heißes Wasser nehmen, weil sonst die Filterbakterien getötet werden.

    Die meisten Aquarienfische brauchen Temperaturen zwischen 24 °C und 27 °C.

    Für ein 60 Liter Becken nimmt man bei Zimmertemperatur eine 50 Watt Heizung.

    Für ein Aquarium braucht man Licht weil die Pflanzen dann wachsen. Maximal 14 Stunden soll das Licht an bleiben. Mittags macht man das Licht ein paar Stunden aus, damit die Algen schlechter wachsen.

    Das Wasser muss vorsichtig eingefüllt werden, damit die Pflanzen nicht ausgegraben werden.

    Nach der Einrichtung wartet man ca. 3 Wochen, damit die Pflanzen festwachsen und sich die Filterbakterien vermehren können.

    Zum Fotografieren brauch man eine schwarze Rückwand sonst spiegelt es.

    Alexander Schumacher (10 Jahre), Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Synodontis petricola* Zucht
    -
    ein "Kuckuckswels"?

    Synodontis petricola

    Als absoluter Tanganjikasee-Fan kommt man über kurz oder lang auch nicht an Fiederbartwelsen der Gattung Synodontis vorbei. Einen Zuchtbericht von Synodontis multipunctatus* finden Sie im Fishlight VII. Heute möchte ich über die Zucht von Synodontis petricola, dem kleinsten Fiederbartwels des Sees schreiben. Er wird nach Literatur ca. 12 cm groß, ich habe jedoch selten solch große Tiere gesehen. Meine ersten Petricola bekam ich vor ca. 11 Jahren von meinem Freund Eckhard Rinkel aus Eltze geschenkt.

    Was mich an dieser Art faszinierte, war der flache Kopf, im Gegensatz zu den S. multipunctatus, und das diese Art unabhängig von Futterzugabe auch sehr tagaktiv ist. Man hält Synodonten im Schwarm, am besten mindestens 10 Tiere in Gesellschaft anderer Tanganjikaseebewohner oder auch Malawisee-Cichliden, denn hier sind die notwendigen Wasserparameter, mindestens pH von über 7,5 und über dKH 10° gegeben. Synodontis petricola mögen es alkalisch. Sie können auch ohne weiteres mit kleineren Fischen vergesellschaftet werden. Ich habe nie erlebt, dass Sie Nachwuchs von Maulbrütern nachstellen, dafür ist auch ihr leicht unterständiges Maul nicht unbedingt geeignet. Bei eierlegenden Cichliden bin ich mir jedoch sicher, dass S. petricola den bewachenden Elterntieren in der Nacht durch ihre Fühlorgane (Barteln) gern mal das eine oder andere Ei aus dem Gelege stibitzt.

    Die von mir gehaltenen eierlegenden Arten (Neolamprologus, Lamprologus und Julidochromis) haben jedoch bei mir bei genügend Versteckmöglichkeiten immer ausreichend Nachwuchs gehabt. Zur Zeit halte ich S.petricola in Gesellschaft mit Julidochromis ornatus, Lamprologus leleupi, Lamprologus ocellatus, Cyprichromis leptosoma Utinta, Tropheus duboisi Maswa sowie Tanganjika-Killis Lamprychthys tanganicanus. Ich habe mein 720 Liter Aquarium im Wohnzimmer, wo immer reger Durchgangsverkehr herrscht, und habe den Besatz aufgrund der Arten- und Formenvielfalt und der Nachzuchtmöglichkeit der einzelnen Arten gewidmet. Hier lässt sich ein Gesellschaftsaquarium auch zur Zucht nutzen. Was mich dabei immer überraschte, war die Tatsache, dass meine fast 10 cm großen Synos nach der Fütterung eindeutig zu unterscheiden waren. Ich füttere hier 1-2 mal wöchentlich Cyclops, wegen der Tropheus viel Trockenfutter, dass die Weibchen ganz klar am Laichansatz zu erkennen sind. Der Laichansatz bleibt dann auch für einige Tage und war dann irgendwann verschwunden. Leider konnte ich nie Nachwuchs verzeichnen, was mich doch reizte, der Sache auf den Grund zu gehen.

    Leider gab das Internet nicht unbedingt Aufschluss über Zuchterfolge, auch diverse Fachliteratur half mir nicht weiter. Fälschlicherweise wurden S.petricola als Kuckuckswels bezeichnet. Nie hatte ich sie jedoch dabei beobachtet, dass sie reges Interesse an der Eiablage von Maulbrütern hatten. Auch die Vermutung, sie würden Ihre Eier eierlegenden Tanganjikaseebewohneren unterjubeln, bestätigte sich nicht.

    Also beobachteten wir, meine Frau und ich, die Synos des Öfteren in Ihrem Verhalten. Die Tiere sind strömungsliebend, und die Männchen treiben die etwas runderen Weibchen gerne stundenlang durchs Becken. Erst stutzig wurden wir, als sich mehrere Männchen ausschliesslich um ein pralles Weibchen etwas intensiver bemühten. Dies geschah in den Wurzeln einer Anubias barteri. Wir vermuteten, dass dies die Welse wohl motivieren würde. Dieses Balzspiel, was immer so ablief, dass Männchen und Weibchen sich in gegensätzlicher Richtung umklammerten, endete dann mit einem Schwall Eier. Verblüffenderweise sahen wir diese nun in den Mäulern anderer Fische verschwinden, die sich das ganze aus nächster Nähe ansahen, ein richtiges Festmahl. Nun hielt das Schauspiel mehrere Minuten an, sodass schätzungsweise ca. 200-300 Eier verspeist waren.

    Tja nun wussten wir, wo der Laichansatz verblieb, doch leider noch nicht, wie man den Laich retten kann. Also machten wir uns auf Erkundungstour. Wir nutzten ein Plastikaquarium mit Deckel, wie man sie in diversen Petshops zum Transport von Hamstern etc. findet, Größe 30 cm x 20 cm x 20 cm. Vorteil des Deckels, man kann hier ein vorgegebenes Loch öffnen, der den Synos als Einstieg dienen sollte, und andere Fische davon abhält, die Eier im "Vorbeischwimmen" zu verputzen. Um es den Synos kuschelig zu machen, versahen wir unsere selbstentworfene "Ablaich-Box" noch mit Javamoos und Hamburger Mattenfiltermaterial auf dem Boden.

    In der Box hielten nun neugierige Synos Einzug. Neugierig erforschten die Jungs den Kasten. Nach 2-3 Tagen fanden regelrechte Kämpfe unter den Männchen statt, bis ein Weibchen, welches gut ausgesucht und über den dementsprechenden Laichansatz verfügte, den Eingang in den Behälter fand. Nun folgte nach diverser Rangelei wieder das gleiche Spiel wie vorhin beschrieben unter der Anubias statt. Nach diversen Umklammerungen flogen die Eier durch die Gegend und ein Teil davon in den Mattenfilter. Meistens war nur ein Männchen, das stärkste, mit dem Weibchen in der Box, die anderen wohl unterlegenen Tiere wurden aus der Box gejagt. Ich habe auch nie beobachtet, dass mehrere Männchen bei der Befruchtung der durch die Box schwebenden, vom Weibchen abgelassenen Eier beteiligt waren.

    Nach 1-2 Tagen, je nach weiterer Aktivität der Synos, hebe ich die "Ablaich-Box" samt Inhalt aus dem Gesellschaftsbecken und belüfte sie mit einem Sprudelstein. Vorteil bei dieser Aktion ist, dass die befruchteten Eier im gleichen Wasser aus dem Gesellschaftsbecken verbleiben. Die Eier entwickeln sich sehr schnell, ca. 30-36 Std. nach Ablage schwimmen schon die ersten Larven durch das Becken, die nun sofort gefüttert werden wollen. Im Gegensatz zu S. multipunctatus kann man S. petricola nicht sofort mit Artemia-Nauplien füttern, da die Nauplie am Anfang größer als das Syno-Baby ist. Also müssen Kleinstlebewesen her, aber woher. Also nahm ich einen meiner im Gesellschaftsbecken eingesetzten Filterschwämme und drückte diesen über den Larven aus. Im Filterschwamm und dessen Schlamm hausen diverse Kleinstlebewesen, die die Synos anfangs mit vertilgen.

    Dieses und die Zugabe von Kleinst-Artemia-Nauplien, ab dem 5.-6. Tag lassen die kleinen langsam wachsen. Bei den ersten Zuchten musste ich leider feststellen, dass die S. petricola bei zu extremer Fütterung platzen, was mich zum geringeren Dosieren zwang.

    S. petricola lässt sich nicht wie S. multipunctatus groß ziehen, doch während sich S. multipunctatus Unterernährung auch mal an seinen Geschwistern vergreift, besteht diese Gefahr bei S. petricola nicht. Selbst 1-1,5 cm große Jungtiere haben sich nicht an gerade 0,5 cm großen Jungtieren vergriffen, was die Aufzucht recht einfach macht. Die kleinen petricola schwimmen bei kurzen Berührungen mit einem Geschwistertier sofort auseinander. Ich habe dies verglichen mit einem Magneten, an dem man die gleichen Pole aneinander hält, ein witziges Bild. Es scheint, als wenn das Sehvermögen sehr gering ist und bei Berührung eine Flucht ausgelöst wird.

    Die jungen Synos wachsen nun bis zu einer Größe von 3-3,5 cm in 3-4 Monaten heran. Danach bedarf es jedoch viel Zeit für Wachstum. Nach einem Jahr haben sie ungefähr eine Größe von 6 cm und sind frühestens nach 2 Jahren ausgewachsen und geschlechtsreif. Die Geschlechtsunterschiede sind wie oben beschrieben am einfachsten am Bauchumfang der Weibchen zu erkennen.

    Mittlerweile hältere ich in fast jedem Aquarium mindestens 50, meist mehr Synodontis petricola in Gesellschaft mit anderen Bewohnern. S.petricola ist ein sehr friedlicher aktiver Bodenbewohner, den ich auch mit Salmlern und Lebendgebährenden vergesellschafte, sofern das Wasser einen pH > 7 aufweist.

    Ein witziges Bild stellt ein umgekippter Blumentopf mit einem nach oben weisenden Loch in einem meiner Becken dar, ca. 100-150 Synos bewohnen ihn. Sobald man ihnen Ihr Dach wegnimmt, oder man füttert in diesem Becken, so kommt der ganze Schwarm Synos heraus, um gierig zu fressen. Optisch ähnelt dieses einem Schwarm Wespen oder Bienen, die bei Bedrohung Ihr Nest verlassen, um den Angreifer zu vertreiben.

    Jeder, der diese Tiere hält, wird sicher begeistert sein von Ihrer grazilen Schwimmweise und dem flachen Körper, ein interessanter "Nicht"- Kuckuckswels, denn so wird er leider nach wie vor in diverser Literatur beschrieben.

    * Seit 2006 gibt es eine Revision der Tanganyikasee-Synodontis, nach der eine Zuordnung der einzelnen Arten teilweise genauere Detailkenntnisse erforderlich sind. Daher folgt der Autor hier bei der Benennung der Synodontis-Arten aus dem Tanganyika-See der in Aquarianerkreisen bisher gängigen und bekannten Namenszuordnung. Die Redaktion

    Jörg Hauschild, Aquarienclub Braunschweig e.V.

    www.fischparadiesvoehrum.de


    Zucht vom Xenotilapia flavipinnis

    Xenotilapia flavipinnis

    Es gibt Sandcichliden, die in einer Gruppe ablaichen, wie z.B. X.ochrogenys, X. sima. Andere Arten, wie z.B. X. flavipinnis, X. papilio laichen als Pärchen. Man muss eine gut funktionierende Gruppe oder ein gutes Pärchen besitzen. Alle Sandcichliden sind Maulbrüter. Wildfänge haben bei der Zucht große Vorteile. Bei der Brutzeit machen sie kaum Fehler (damit meine ich, dass sie nicht so oft wie Nachzuchttiere, die Eier oder Jungen zu früh ausspucken bzw. verschlucken). Wenn sie zu früh gespuckt haben, ist die Brut dem Tode geweiht, es sei denn, es sind schon größere Junge, die sollte man dann schnell heraus fangen. Artgenossen und andere Beckenbewohner werden sich sofort auf die Larven stürzen. Aber irgendwann werden das auch Nachzuchten lernen.

    Das Futter muss abwechslungsreich sein. Ich empfehle 2 Arten Trockenfutter (z.B. 1x Granulat und 1x Flockenfutter) ergänzend sollte man jeden 2. bis 3. Tag Frostfutter füttern. Das A und O einer erfolgreichen Zucht ist der Wasserwechsel. Man sollte jede Woche ca. 30% des Wassers wechseln. Dann KANN es sein, dass sie ablaichen. Aber man muss wie gesagt eine gute Gruppe oder ein gutes Pärchen haben. Wenn das Weibchen oder Männchen die Jungen im Maul hat, und diese kurz vorm Entlassen sind, kann man das bei manchen Sandcichliden durch den Kehlsack sehen. Dort sieht man die Kleinen mit ihrem winzigen Dottersack. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Tiere herauszufangen, weil die Jungen jetzt auch ohne weitere Brutpflege überlebensfähig sind.

    Ein Tipp zum Fangen des Tieres: Man sollte sich langsam anschleichen. Wenn man hektisch agiert, wird der Fisch auch hektisch. Achtung die Tiere springen gerne! Wenn man den Fisch im Kescher hat sollte man gleich etwas über den Kescher legen, damit er nicht herausspringen kann. Dann spuckt er meistens schon die Jungen aus. Danach setzt man die Kleinen in ein Aufzuchtsbecken.

    Am besten ist es, man füttert sie mehrmals täglich mit frischen Artemien oder gefrorenen Cyclops, später dann zusätzlich zerriebenes Flockenfutter und Granulat. Von Flüssigfutter rate ich ab, da es das Wasser sehr stark belastet. Man sollte nicht zu viel Füttern, weniger ist oft mehr. Ansonsten kippt das Wasser um und es kann sein, dass die Jungfische dann sterben.

    Christopher Winkler, Gehrden

    www.chrissis-cichliden.de


    Die Sandcichliden des Tanganyikasees

    Sandcichlide

    Es gibt viele verschiedene Gattungen von Sandcichliden aus dem Tanganyikasee. Das sind Callochromis, Enantiopus, Ectodus und Xenotilapia. Zur der Gattung Callochromis gehören C. pleurospilus, C. macrops und C. melanostigma, von denen gibt es wieder verschiedene Standortvarianten. Das wäre z.B. C. pleurospilus Kigoma. Es kommt darauf an, wo sie herkommen. Bei diesem Beispiel würde der C. pleurospilus aus Kigoma kommen. Zur Gattung Enantiopus gehören nur E. kilesa und E. melanogenys. Mit den Standortvarianten ist das hier wie bei allen anderen Fischen aus dem Tanganjikasee das Gleiche, wie ich es bei der Gattung Callochromis erklärt habe. Zur Gattung Ectodus gehören auch wieder nur 2 Arten dazu. Das sind E. stapersi und E. descampsi. Zur Gattung Xenotilapia gehören schon viel mehr Arten dazu, und das sind X. bathyphyllus, X. flavipinnis, X. nigrolabiata, X. ochrogenys, X. papilio, X. ornatipinnis, X. sima und X. spilopterus.

    Der C. pleurospilus ist der friedlichste Callochromis. Ihn kann man auch schon in kleineren Becken halten. Ich würde mindestens ein 120x50x50cm Becken nehmen, und dann auch nur mit 1 Männchen und mehren Weibchen. Und es sollten dann auch genügend Verstecke da sein, z.B. große Steine als Revierabgrenzung oder kleine, mit Anubien bepflanzte Steine als Versteck für ein Weibchen. Die Männchen vom C. pleurospilus bauen nur einen kleinen Laichkrater, wo sie dann die Weibchen zum Ablaichen hineinlocken. Bei den Männchen von C. melanostigma sehen die Laichkrater schon ganz anders aus. Sie sind viel größer und auch tiefer. Dafür brauchen sie natürlich mehr Platz und da sie auch viel aggressiver sind, empfehle ich ein Becken, das mehr als 400l Volumen hat. Da sollte man auch wieder nur 1 Männchen und mehrere Weibchen halten. Der C. macrops unterscheidet sich nicht viel im Verhalten gegenüber den C. melanostigma.

    Bei allen Callochromis-Arten betreibt das Weibchen eine Brutpflege, die ca. 21 Tage lang ist. Nach dem Entlassen der Jungfische aus dem Maul, sind sie schon sofort bereit zu flüchten. Die Eltern betreiben nach dem Entlassen der Jungfische keine Brutpflege mehr. Wenn man ein paar Jungfische separat großziehen möchte, muss man entweder das Weibchen schon früher herausfangen, und sie die Jungfische in ein Extra-Becken/Kescher spucken lassen.

    Die Enantiopus bauen wunderschöne Brutarenen. Sie heben eine kleine Kuhle aus und um die Kuhle werden kleine Türmchen aufgehäuft. Zum Ablaichen werden die Weibchen in diese Brutarena gelockt. Dort laichen sie dann ab. Hier übernimmt das Weibchen auch die gesamte Brutpflege. Die Männchen sind untereinander nicht so aggressiv wie bei den Callochromis. Darum kann man auch schon in einem 120x50x50cm großen Becken 2 Männchen mit mehreren Weibchen halten. Wenn ein Enantiopus-Becken gut läuft, ist es echt schön, den Fischen zu zugucken. Die Männchen sind die ganze Zeit damit beschäftigt, Weibchen in ihre Brutarena zu locken, und darum stehen sie die ganze Zeit in voller Farbe.

    Bei den Ectodus gibt es nur 2 Arten. Die Männchen sind auch nicht so bunt gefärbt wie zB. ein Enantiopus kilesa-Männchen. Den E. descampsi sollte man erst in Becken halten die mindestens eine Kantenlänge von 100cm haben. Am Besten ist es auch, wenn man 2 Männchen hält, damit sie Konkurrenz haben und ihre Farbe zeigen. Die Weibchen leben in Schwärmen zusammen. Bei den Ectodus betreibt das Weibchen alleine die Brutpflege.

    Zu den Xenotilapia gehören die meisten Sandcichliden-Arten. Der X. flavipinnis ist der kleinste Sandcichlide mit seinen 8cm Größe. Ihn kann man dann auch schon in kleineren Becken halten, das mindestens 80x40x40cm Volumen hat, dann kann man aber auch nur 1 Männchen und 1 Weibchen halten da es paarbildende Sandcichliden sind. Allerdings sind die Flavipinnis auch sehr friedlich gegenüber anderen Sandcichliden. Bei den X. flavipinnis ist das Männchen genau so wie das Weibchen gefärbt, und darum kann man die Geschlechter nur sehr schwer unterscheiden. Am Besten erkennt man es an den Genitalien, oder wenn sie das erste Mal abgelaicht haben. Bei den Flavipinnis ist noch etwas sehr besonders. Das Männchen teilt sich die Brutpflege mit dem Weibchen. Nach dem Ablaichen nimmt das Weibchen die Eier in ihr Maul auf.

    Nach ca. 7 Tagen übergibt es die Eier/Larven dann dem Männchen, der sie dann noch mal 7 weitere Tage ausbrütet, bis es voll entwickelte Jungfische sind. Die Flavipinnis nehmen die Jungfische nach dem ersten Ausspucken auch wieder in das Maul auf und beschützen sie, dass heißt, wenn Gefahr kommt, nehmen sie die Jungen sofort wieder in das Maul auf. Jeder nimmt dann so viel Jungtiere, wie er kann. Die Nacht sind die Kleinen auch im sicheren Maul der Eltern. Die Eltern betreiben solange Brutpflege, bis sie wieder anfangen abzulaichen. Der X. papilio ist im Aussehen und Verhalten fast so ähnlich wie der X. flavipinnis. Die Eltern sehen auch gleich aus, und sie teilen sich die Brutpflege untereinander auf. Den X. ochrogenys sollte man mit mindestens 3 Männchen und mehreren Weibchen halten. Damit die Männchen sich untereinander scheuchen und nicht nur die Weibchen. Außerdem benötigt man genügend Rückzugsmöglichkeiten. Die Reviere bestehen aus vielen kleinen Sandhaufen, und in der Mitte ist eine kleine Mulde, wo sich dann das Männchen und das Weibchen beim Ablaichen drehen. Das Ablaichen läuft wie folgt ab: Erst versucht das Männchen durch zitternde Bewegungen und mit seinen wunderschönen Farben, das Weibchen in die Laicharena zu locken. Dort drehen sie sich im Kreis (das Männchen kommt dann bei dem Weibchen an die Schwanzspitze heran und umgedreht). Jetzt kommt ein Probedrehen, wo das Männchen prüft, ob das Weibchen wirklich laichbereit ist. Wenn ja, legt das Weibchen bei jeder Umdrehung 1-2 Eier ab, dann legt das Männchen sofort seinen Samen darüber. Anschließend nimmt das Weibchen die Eier ins Maul auf. Das machen sie so lange, bis das Weibchen keine Eier mehr hat (20-30 Eier hat ein Weibchen je nach Größe). Wenn sie fertig sind, schwimmt das Weibchen weg und brütet die Eier aus.

    Christopher Winkler, Gehrden

    www.chrissis-cichliden.de


    Wo kommen unsere Aquarienpflanzen her?

    Emerse Kulturbeete

    Ein Blick hinter die Kulissen

    Wenn wir Aquarianer uns auf den Weg in eine der gut sortierten Aquarienfachhandlungen machen, vor den sattgrünen Pflanzen der dortigen Verkaufs- und Schaubecken stehen, vielleicht sogar etwas von dem Grün zur Bepflanzung unserer Aquarien erstanden haben, mag sich der eine oder andere schon so seine Gedanken über deren Herkunft gemacht haben. Doch wie sieht es denn in der Realität tatsächlich aus.

    Hinsichtlich ihrer natürlichen Herkunft stammen die Pflanzen für unsere Aquarien aus allen tropischen und subtropischen Gebieten der Erde, teilweise sogar aus den gemäßigten Bereichen unseres Planeten. Nun möchte ich gleich den aufkeimenden Verdacht entkräften, dass die Verkaufsware bei den Fachhandlungen Pflanzen aus Naturentnahmen seien. Das lässt sich mit einem kategorischen Nein beantworten. Vielmehr stammt das Pflanzensortiment für unsere Aquarien aus Gärtnereien, die sich auf die Kultur und Vermehrung von Wasser- und Sumpfpflanzen (Aquarienpflanzen) spezialisiert haben. Naturentnahmen spielen für die Gärtnereien insofern nur eine Rolle, wenn neue Pflanzenarten entdeckt werden oder vielleicht eine Auffrischung des Kulturmaterials gewünscht ist. Das ist und bleibt aber in der Masse sowie für den Handel selbst völlig unbedeutend! Wie kommen nun die riesigen Pflanzenmengen zusammen? Auch diese Frage ist schnell zu beantworten: Durch die Vermehrung in den einzelnen Gärtnereien. Als Produktionshochburgen können hier der EU-Raum (Deutschland, Spanien, Niederlande, Dänemark, Ungarn) und Südostasien (Singapur, Thailand, Malaysia) genannt werden.

    Zunächst müssen die Pflanzen jedoch vermehrt werden, wofür unterschiedliche Techniken eingesetzt werden. Aus wirtschaftlichen Erwägungen hinsichtlich der erzielbaren Mengen erfolgt das zumeist auf vegetativem (ungeschlechtlichem) Wege. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ein Weg ist die Abtrennung der Tochtersprosse von Mutterpflanzen (z.B. bei Echinodoren) oder Abtrennung von Jungpflanzen aus Seitentrieben (z.B. Valisnerien).

    Viele Farne entwickeln auf ihren Blattunterseiten zahlreiche Jungpflanzen, die gleich zur Weiterkultur eingesetzt werden können (z.B. bei Java- und Sumatrafarnen). Bei vielen Stecklingspflanzen werden einfach Teile des Sprosses abgeschnitten und können sofort weiter kultiviert werden (z.B. Hygrophila oder Ludwigien). Viele Pflanzen bilden Rhizome (Wurzelstöcke), die getrennt und zu neuen Pflanzen kultiviert werden können (z.B. Anubien und Javafarne). Viele dieser Methoden sind selbst uns Aquarianern ja im heimischen Bereich nicht unbekannt. In den letzten Jahren hat zunehmend der Weg der Meristemvermehrung (Gewebekultur) an Bedeutung gewonnen. Es handelt sich zwar um eine Methode aus dem Labor, aber um keine Hexerei. Hierzu werden kleinste Gewebestückchen von Pflanzen, deren Zellen hohes Teilungspotential (Wachstumspotential) besitzen auf ein Nährmedium gebracht und ankultiviert. Wichtig ist hierbei ein sauberes steriles Vorgehen zur Vermeidung von Verunreinigungen durch schädliche Pilze oder Bakterien. Haben die neuen Pflanzen eine gewisse Größe erreicht, können sie gut in die Gärtnereikultur überführt werden. Dieses Verfahren konnte mittlerweile so perfektioniert werden, dass hierüber bedeutende Pflanzenmassen erzielt werden.

    Der generative (geschlechtliche) Vermehrungsweg ist dagegen zumeist von untergeordneter Bedeutung. Durch Befruchtung der weiblichen Blüten (Bestäubung) werden Samen (Früchte) produziert, die dann ankultiviert werden können. Im Verhältnis zu den vegetativen Methoden ist dieser Weg aber aufwändiger. Er bleibt aber der grundsätzliche Weg bei der Kreuzung von Pflanzenarten zur Zucht von neuen Pflanzensorten, wie es z.B. bei Echinodoren oder Cryptocorynen angewendet wird, die dann weiter vermehrt und kultiviert werden können.

    Für die Anzucht und Kultur von Jungpflanzen lassen sich nun grundsätzlich emerse (über Wasser) und submerse (unter Wasser) Techniken unterscheiden. Emerse Techniken werden weitgehend für Sumpfpflanzen (z.B. Anubias, Javafarn oder Cryptocorynen) eingesetzt, submerse Techniken für reine Wasserpflanzen (z.B. Cabomba oder Valisnerien). Emers kommen in der Regel Kulturbeete oder Kulturtische in Gewächshäusern zum Einsatz. Diese werden über einen Kreislauf mit Wasser versorgt, worüber den Pflanzen die erforderlichen Dünge- und Nährstoffe zugeführt werden können. Die Gewächshäuser selbst verfügen über mannigfaltige Beregnungs- und Befeuchtungstechniken, sowie unterschiedliche Beleuchtungs- oder Heizungstechniken zur Erzielung unterschiedlicher Luftfeuchte-, Klima- Temperatur- und Lichtverhältnisse. Für den submersen Weg werden Kulturteiche und -bassins und sogar Aquarien eingesetzt, die selbst auch in Gewächshäusern untergebracht sein können. Auch diese sind zumeist in einen Wasserkreislauf für die Versorgung der Pflanzen mit Dünge- und Nährstoffen eingebunden. Welche Düngemittel oder Nährstoffzusammensetzungen und mengen bei den einzelnen Gärtnereien für die erfolgreiche Pflanzenkultur zum Einsatz kommen bleibt meist verständlicherweise ein Betriebsgeheimnis. Aber die Historie zeigt, dass zahlreiche Aquarianer auch ohne Kenntnis dieser Betriebsgeheimnisse erfolgreiche Pflanzenkulturen im Aquarium erzielen.

    Zur Vorbereitung für den Verkauf werden die Pflanzen häufig in Kulturtöpfe umgesetzt. Diese enthalten zumeist durchlässige Mineralwolle oder auch Schaumstoff als Wurzelsubstrat. Für "Aufsitzerpflanzen" (z.B. für Anubien) werden häufig Wurzeln oder Vulkangestein als Substrat gewählt. Wenn die Pflanzen in ihren Kulturbereichen nun die endgültige Verkaufsgröße erreicht haben, erfolgt die Vorbereitung für den Vertrieb. Emers gehaltene Aquarienpflanzen werden zur Qualitätssicherung und Anpassung an die reinen Aquarienverhältnisse häufig vor dem Verkauf eine Zeit lang unter Wasser gehalten, da sie sonst meistens nach Bezug ihres neuen Standortes unter der Wasserlinie im Aquarium die Blätter abwerfen. Der Verkauf erfolgt nun über die Gärtnereien direkt oder über Großhändler an die einzelnen Fachhändler, wo wir quasi wieder am Anfang des Artikels stehen.

    Eckhard Fischer, Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Harlekin-Garnele,
    Caridina spongicola

    Caridina cf. spongicola

    Das Malili-Seensystem auf Sulawesi, einer großen Insel Indonesiens, bietet den Garnelenfreunden einige bisher unbekannte Arten. Bezüglich ihrer Farbintensität können sie es mit Meerwassergarnelen locker aufnehmen.

    Das besondere an den Seen sind ihre teils extremen Wasserwerte. Die Seen sind sehr sauber. Im Towuti-See, woher die Harlekin-Garnele kommt, liegt der pH-Wert über 8 und die Temperatur recht konstant um 28 °C.

    Die hier vorgestellte Garnele Caridina spongicola lebt ausschließlich auf und in einem Süßwasserschwamm. Das Vorkommen konzentriert sich auf einen sehr begrenzten Bereich des Towuti-Sees in einer Wassertiefe von 2 bis 5 m. Ihre auffallende Zeichnung mit dunklen Streifen auf hellem Untergrund gibt ihr ein charakteristisches Aussehen. Mit weniger als 15 mm Größe ist sie unscheinbar klein. Die unter 20 Eier sind verhältnismäßig groß und aus ihnen schlüpfen weit entwickelte Jungtiere, die als Minigarnelen bereits substratgebunden leben.

    Obwohl die Art nur auf und in einem Süßwasserschwamm nachgewiesen werden konnte, konnten keine Schwammbestandteile im Verdauungstrakt nachgewiesen werden. Es scheint, als würden die Garnelen im Schwamm Schutz suchen und Kieselalgen, die sich auf dem Schwamm sammeln, fressen.

    Kristina von Rintelen, geb. Zitzler, (Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin), hat die Art auf ihren Forschungsreisen entdeckt und 2006 zusammen mit Yixiong Cai beschrieben. Die Garnelen sind sehr selten und bisherige Zuchtversuche im Aquarium waren nicht erfolgreich, weshalb sie nicht kommerziell ausgebeutet werden sollten.

    Importiert wird derzeit eine Art, die Caridina spongicola extrem ähnlich sieht, jedoch aus einem anderen Bereich des Towuti-Sees kommt und nicht an Schwämme gebunden ist. Vorläufig möchte ich sie hier als Caridina cf. spongicola bezeichnen. Bei dieser Art gibt es Hoffnungen, dass die Haltung und Zucht im Aquarium in Zukunft erfolgreich sein wird. Die Preise bewegen sich derzeit jedoch noch im gut dreistelligen Bereich.

    Literatur: Raffles Bulletin of Zoology 2006 54(2)

    Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Der Schwarzbarsch
    -
    Elassoma evergladei

    Elassoma evergladei

    Sie leben in den sumpfigen und überschwemmten Urwäldern an der Südspitze Floridas - den Everglades. In kleinen Bächen und Tümpeln kommen sie auch bis Nordcarolina vor.

    Die Schwarzbarsche haben eine etwas seitlich eingedrückte Körperform, wobei sich das Weibchen mit einem bräunlichen Schuppenkleid und einem Bäuchlein zeigt. Das Männchen dagegen präsentiert sich dagegen blauschwarz mit noch dunkleren Punkten und Binden auf Körper und Flossen. Sie erreichen eine Größe von ca. 2-3 cm.

    Bei einer Wassertemperatur von 5-30°C sind sie sogar für den Gartenteich hervorragend geeignet. In einem Aquarium von ca. 20 l kann man 2-3 Paare gut pflegen. Allerdings sollte es außer Wasser auch viele feine Pflanzen enthalten (Wasserpest, Javamoos usw.). Ein kleiner Filter aus Schaumstoff reicht für das Wohlbefinden der tollen "Zwerge" völlig aus.

    Die laichwilligen Weibchen legen nach kräftigem Werben der Männchen an Pflanzen und Scheiben ihre Eier ab. Es werden jedes mal 3-6 Eier abgelegt. Dieser Vorgang wiederholt sich aber in kurzen Abständen. Man kann dabei mit ca. 50 Eiern rechnen. Bei gutem Futter (Cyclops, kleinen Wasserflöhen) beginnt der Ablaichprozess nach 14 Tagen von Neuem. Die Eier, sowie die nach 2 Tagen ausgeschlüpften larvenähnlichen Jungfische werden von ihren Eltern kaum beachtet. Die winzigen Jungen sind mit vielen dunklen Punkten gezeichnet. Sie hängen ca. 4-5 Tage regungslos an den Pflanzen oder Scheiben herum, bevor sie frei schwimmen. Ab und zu versuchen sie, die Oberfläche zu erreichen, um Luft zu schnappen. Ab jetzt brauchen sie Lebendfutter. Micro-Würmer, Rädertier oder Artemia, werden gern gefressen. Sie wachsen sehr schnell. Nach ein paar Wochen haben sie fast die Größe der Eltern erreicht.

    Also auf geht's!!! Ein wundervoller Fisch fürs Mini-Aquarium.

    Text: Wolfgang Vespermann, Aquarienclub Braunschweig e.V.
    Fotos: Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.