XXVII. FishlightDezember 2007Inhaltsverzeichnis
Es gibt wohl nur wenige Aquarianer, die noch keine unangenehme Bekanntschaft mit Algen im Aquarium machen durften. Algen sind wie andere Mikroorganismen auch in unseren Aquarien allgegenwärtig. Als besonders berüchtigte Vertreter haben sich die zumeist aus dem Nichts wachsenden Bart- und Pinselalgen einen Namen gemacht. Es soll trotzdem einige wenige Aquarianer geben, die diese Algen sogar als willkommenes Dekorationselement kultivieren. Die Bart- und Pinselalgen treten zumeist in büscheliger Form an der Aquariendekoration, an den Scheiben und den Blatträndern von Wasserpflanzen festsitzend auf und verschandeln das optische Bild eines Aquariums. Diese Algenbüschel setzen sich aus einzelnen, dunkelgrau bis schwarz gefärbten Fäden von etwa 2-12 mm zusammen. Die Fäden haften mit sogenannten Basiszellen so fest auf ihrem Substrat, dass jegliche Mühen zur mechanischen Beseitigung sinnlos erscheinen. Die Basiszellen bleiben zurück, treiben erneut aus und man ist genauso weit wie vorher. Die folgenden Hinweise sollen ohne einen Absolutheitsanspruch den steinigen Weg zur Beseitigung dieser Plage ein wenig ebnen helfen. Jedenfalls benötigt man viel Geduld. Der Weg über die anscheinend bequeme chemische Keule (häufig kupferhaltig) sollte außen vor bleiben, da eher unsere eigentlichen Aquarienpflanzen und die Fische Schaden erleiden! Bei unseren Plagegeistern handelt es sich trotz ihrer dunklen Erscheinung um Rotalgen, die zumeist aus Rhodochorton-Arten (Pinselalgen) und Compsopogon-Arten (Bartalgen) bestehen. Diese Algen stammen aus tropischen Gefilden und verbreiten sich leicht über Sporen. Hierdurch wird deutlich, wie diese "Unwesen" in unsere Aquarien gelangen konnten, vornehmlich über neu eingebrachte Pflanzen und Fische. Stellen sich für die Algen nun günstige Milieubedingungen ein, beginnt ein heftiger Algenwuchs oder auch Algenblüte genannt. Was sind auslösende Faktoren für eine Explosion von Bart- und Pinselalgen: Haben sich nun die beschriebenen "apokalyptischen" Verhältnisse in unserem Aquarium etabliert, kann eine selbstkritische Analyse über die bisherige Pflegepraxis schon eventuelle Ursachen ans Tageslicht befördern. Hieraus lassen sich dann zielorientiert folgende Gegenmaßnahmen einleiten: Sollten über einen längeren Zeitraum keine Gegenmaßnahmen anschlagen, muss man in den sauren Apfel beißen und die Rosskur wählen. Das heißt: Ausräumen und komplette Neueinrichtung des Aquariums. Dekorationsteile können wie oben beschrieben ausgekocht und wieder verwendet werden. Das Becken selbst und der Bodengrund sollten vor einer Neueinrichtung desinfiziert werden. Der Bodengrund kann z.B. entnommen, ausgewaschen und ebenfalls ausgekocht werden. Das Becken kann mit Ethanol ausgewischt werden (das Ethanol verdampft rückstandslos von selbst). Alternativ ist der Einsatz eines starken Oxidationsmittels wie Kaliumpermanganat oder H2O2 möglich, hierbei sind allerdings äußerste Vorsicht geboten und zwingend die beigefügten Anwendungsanweisungen zu beachten!! Die Altpflanzen sollten ins neu einzurichtende Becken besser nicht wieder eingebracht werden, weil man damit eine umgehende Neuinfektion riskieren würde. In der weiteren Praxis sollten nun zur Algen-Prophylaxe auch die oben beschriebenen Gegenmaßnahmen im Auge behalten werden, denn, nur ein ausbalanciertes Becken bietet die beste Position gegen unerwünschte Algenblüten. Viel Erfolg! Text: Eckhard Fischer, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Foto: Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V. Austausch des Bodengrundes - Sand statt KiesWelse, Panzerwelse, Schmerlen und auch Zwergbuntbarsche leben im Gegensatz zu Salmler, Platys und Co. in enger Berührung mit dem Bodengrund. Daher sollte man auch hier darauf achten, dass man ihren Ansprüchen gerecht wird. Vor allem Panzerwelse und Schmerlen, zu denen auch Dornaugen gehören, leben auf Sandboden erst richtig auf. Sie wühlen "bis über die Ohren" im Bodengrund, suchen nach Futter und filtern dabei den Sand sogar durch die Kiemen. Ein Verhalten, was ihnen bei Kies nicht möglich ist. Viele Zwergbuntbarsche heben Kuhlen für ihr Gelege aus, Kies lässt dies meist nur schwerlich zu. Dem alten Vorurteil, dass Pflanzen auf Sand schlecht wachsen oder der Bodengrund nach einiger Zeit fault, widerspreche ich gerne. Dies stimmt absolut nicht! Wer möchte, kann sich auf meiner Homepage (siehe unten) vom Gegenteil überzeugen. Nun hat man sich also entschieden und will den Fischen einen wühlgerechten und maulfreundlichen Bodengrund geben. Aber nach all dem "soll ich, soll ich nicht" kommt nun das große "wie macht man das und was soll ich vermeiden?". Es ist gar nicht so schwierig, wenn man nicht gerade zu dem Typ Aquarianer zählt, den alleine schon ein Wasserwechsel große Überwindung kostet. Zuerst einmal sollte man alles gründlich vorbereiten. Lieber einige Tage mehr abwarten, es eilt ja nicht. Dafür einen Tag wählen, an dem man ausreichend Zeit hat und eventuell auch Hilfe und Unterstützung bekommen kann (bei Becken ab 80 cm nicht verkehrt). Ich persönlich habe immer einen Werktag bevorzugt, falls doch mal ein Malheur passiert, so kann man schnell ein Geschäft aufsuchen. Als erstes sollte man also eine Liste erstellen, die notwendig ist, um den Umbau zu ermöglichen.
Der Fußboden wird, wenn nötig, abgedeckt und dann werden Eimer und Kescher parat gelegt. Spätestens jetzt werden wir feststellen, dass uns die Fische argwöhnisch betrachten. Wenn nötig, wird die Abdeckung abgenommen und der Stecker des Heizers gezogen, damit er abkühlen kann. Nun befüllt man mind. 2 größere Eimer mit Aquarienwasser für die spätere Aufbewahrung von Fischen und Pflanzen. Aber bitte immer darauf achten, dass kein Tier angesaugt werden kann. Zur Not lässt sich ein Stück Filtermatte/ Schaumstoff über das Schlauchende im Aquarium ziehen. Schon vor der Pflanzenentfernung einige Eimer Wasser abzulassen ist sinnvoll, da es dann noch nicht so stark mit Mulm versetzt ist. Ein niedriger Wasserstand ist zudem von Vorteil beim Fang der Tiere im Aquarium. Bewährt haben sich bei mir immer die 25 Liter Oscar-Tonnen, oder die durchsichtigen Plastikwannen von Ikea. Man kann beide jeweils platzsparend ineinander stapeln. Mörtelkübel aus dem Baumarkt gehen ebenfalls, sollten aber vorher sehr gut gewässert werden. Dann sollte der Filter ab-/ausgebaut werden und an einem der geeigneten Wasserbehälter angeschlossen werden. Dies ist sehr wichtig, damit die Filterbakterien keinen Schaden nehmen und später wieder das biologische Gleichgewicht im Aquarium herstellen. Somit sollte kein Nitrit entstehen, welches für Fische hochgiftig ist. Denn mit dem Kies/Mulm entfernen wir auch eine Menge der wichtigen Bakterien! Bitte bei einem Außenfilter darauf achten, dass die Schläuche sich nicht verselbständigen oder knicken können. Ist der Filter sichergestellt, so kann man die neugierigsten Fische fangen (Guppys etc.). Spätestens jetzt werden die Fische aufgeschreckt durch das Aquarium rasen, immer auf der Flucht. Würden wir versuchen, sie im gut bepflanzten Becken zu fangen, gäbe es meist nur reichlich Frust und vor allem kaputte Pflanzen. Daher holt man langsam und behutsam die Pflanzen aus dem Aquarium und bringt sie in einem Eimer unter. Dabei beachten, dass sie immer gänzlich mit Wasser bedeckt sind. Nun werden wir froh sein, schon vorher Wasser entnommen zu haben, denn spätestens jetzt wird das Wasser vom aufgewirbelten Mulm komplett trüb sein. Vorsichtig werden nun auch die Deko-Gegenstände und der Heizer ausgebaut. Bei mir hat es sich bewährt, die Fische zusammen mit dem Filter und dem Heizer in einem Behälter unterzubringen. Somit ist die Sauerstoffversorgung und auch die Temperatur (immer wieder kontrollieren!) gewährleistet. Einige Pflanzen, die man einfach mit zugibt, bieten den Tieren dann Schutz. Beim Fang sollte darauf geachtet werden, immer ruhig und gelassen zu Werke zu gehen (was manchmal leichter gesagt als getan ist!). Hektische, genervte Aktionen können Fische verletzen. Nicht selten versuchen sie in ihrer Angst, sich in den Kies einzugraben, was schlimme Schleimhautverletzungen und sogar tödliche Infektionen nach sich ziehen kann. Hilfreich ist es, mit zwei (großen) Keschern zu arbeiten. Man kann somit die Fische vorsichtig "treiben". Hier zeigt sich dann auch, warum ein niedriger Wasserstand das Ganze unterstützt. Wichtig ist, den Eimer/die Tonne abzudecken. Denn viele Fische springen aus Angst, und nicht selten ist in solchen Situationen schon ein Tier unbemerkt verendet oder unerreichbar hinter den Aquarienschrank gesprungen. Wurzeln etc. müssen genauestens nach heimlichen Passagieren abgesucht werden, sollte man sie außerhalb vom Wasser während des Umbaus lagern. Gerade Welse bleiben oft störrisch an/in ihnen hängen, und man sucht sie verzweifelt im Aquarium. Hat man alle Fische draußen, so gönnt man sich eine Pause und nutzt diese, um in Ruhe noch mal nach eventuellen Jungfischen oder den nützlichen Schnecken zu sehen. Ich habe immer noch mal absichtlich den obersten Mulm (der sich während der Pause absetzt) in einem Extra-Eimer gefüllt und diesen dann aufbewahrt, also besser nicht weg gießen. Das restliche Wasser habe ich am einfachsten mit einem langen Gartenschlauch abgelassen...es wurde dann direkt in die ´Duschwanne/Toilette geleitet, ein Eimerschleppen war so nicht nötig. Wenn man sich einen Adapter für den Anschluss kauft, wo man den Duschschlauch befestigt, kann man später das frische Wasser auch direkt aus dem Hahn einfüllen. Schließlich kommt die unangenehmste Aufgabe...den Kies aus dem Aquarium holen. Achtet dabei darauf, dass Ihr die Scheiben nicht zerkratzt! Am besten ist es, den Kiese immer aus der Mitte zu holen (also nicht an der Scheibe hochschieben), und zum Schluss die Kehrschaufel zu Hilfe zu nehmen. Ist das Becken leer, so fühlt man sich je nach Größe des Inhalts (so ab 200 Liter) doch etwas angegriffen. Aber keine Sorge, das Gröbste ist geschafft. Nun kommt endlich der Sand hinein. Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, erst einmal etwas Wasser einzulassen und dann den Sand dort daraufzuschütten. So bilden sich nicht allzu viele Lufteinschlüsse. Wer anfangs ohne oder mit wenig Wasser Steinaufbauten, Dekogegenstände oder Pflanzen in das Aquarium einbringt, der sollte beim Einfüllen des Wassers eine Plastikplane/Teller auf den Sand legen, damit diese nicht wieder unterspült werden. Ansonsten braucht man dies nicht. Das (temperierte) Wasser wird einfach eingefüllt, und den verwirbelten Sand kann man wieder etwas "ebnen". Hat man einen Hamburger Mattenfilter, so ist es am einfachsten, dass Wasser hinter der Matte einzubringen. Kann man das Wasser nicht gleich aus der Leitung temperieren ( z.B. fischgiftiges Kupfer im Wasser wegen Durchlauferhitzer), so sollte man etwas Wasser kochen und dann im Aquarium beimischen. Ansonsten dürfte es sehr lange dauern, bis ein Stabheizer kaltes Wasser aufgewärmt hat Ist das Aquarium zu ca. 2/3 voll, baut man die Technik wieder ein. Der Filter wird am Aquarium angeschlossen, und auch der Heizer kommt an seinen Platz (erst anschließen, wenn man nicht mehr mit den Händen im Aquarium ist!). Darauf achten, dass der Heizer nicht heiß ist, sonst könnte er bei Temperaturschwankungen (kaltes Wasser im Aquarium) platzen. Nun wandern auch wieder Wurzeln, Deko, Höhlen und Pflanzen an ihren vorbestimmten Platz. Bei letzteren sollten die Wurzeln wenn nötig gestutzt und alte, angegriffenen Blätter entfernt werden. Die Fische kommen nun auch eine Zeit lang ohne Filter und Heizer aus. Aber nicht das Abdecken des Behälters vergessen! Pflanzen wie Echinodoren etc. sollte ruhig noch eine Düngekugel erhalten, damit sie auch genügend Nährstoffe haben. Nach der Bepflanzung kommt immer mein Mulmeimer zum Einsatz. Ich schütte diesen einfach in das Aquarium. Je nachdem wie viel altes Wasser ich habe, passe ich natürlich auch das neue Wasser aus der Leitung an (also lieber später etwas nachfüllen, als zuviel frisches Wasser genommen zu haben). Mein Bestreben ist es immer, soviel altes Wasser wie möglich zu übernehmen, wobei der Mulm wesentlich wichtiger ist. Das alte Wasser ist für die Schleimhäute der Fische meist angenehmer. Nach dem Schmuddelwasser sieht das ganze erst recht trübe aus. Aber seit ich das so mache, habe ich noch keine hohe Nitritkonzentration gehabt, mehr als 0,05 mg/l NO2 konnte ich nie messen. In 4 von 6 Fällen habe ich keinerlei Nitrit messen können. Die Technik wird gerichtet (Filterauslass etc.), und solange das Wasser bei den Fischen noch warm ist, warte ich erst einmal ab, bis sich die gröbsten Trübstoffe legen. Nun sollte die Abdeckhaube drauf, um zu testen, ob alle Kabel/Schläuche auch richtig sitzen. Mit Licht lässt sich auch prüfen, ob man auch im Aquarium alles am richtigen Platz hat. Wenn die Fische erst einmal wieder eingesetzt sind, sollte man nicht mehr am Aquarium herumhantieren. Auch ein Wasserwechsel mit temperiertem Wasser kann gemacht werden, damit sich die Fische an das frische Leitungswasser gewöhnen, falls dies von den Werten des alten Beckens abweicht (pH-Wert!). Schließlich kommen die Fische bei ausgeschalteter Beleuchtung wieder ins Aquarium. Gefüttert werden sollte die nächsten 2 Tage gar nicht, die kommenden Tage sehr sparsam. Die Nitrit-Konzentration sollte die ersten 4 -5 Tage 2x täglich kontrolliert werden. Wird Nitrit festgestellt, muss ein ausreichender Wasserwechsel erfolgen, um den für Fische giftigen Stoff aus dem Aquarium zu holen. Verena Kuhl, Aquarienclub Braunschweig e.V., www.verenas-aquaristik.de
Der Aquarienclub Braunschweig e.V. hat seine Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Braunschweig weiter intensiviert. So engagiert sich der Verein durch die Übernahme der Patenschaft für das große Asienbecken im Keller des Museums. Im Aquarium werden Fische, Wirbellose und Pflanzen aus dem asiatischen Raum präsentiert. So findet man verschiedene Bärblinge, Küssende Guramis, Glaswelse und Ringelhand-Garnelen. Mark Regent als Leiter des Aquariums im Naturhistorischen Museum hat das besondere Becken erst im Jahr 2007 fertig gestellt. Für den Aquarienclub ist die Patenschaft für das Asienbecken eine vorausschauende Aktion. Durch die zunehmende Einschränkung des Exports von Zierfischen aus Südamerika und den politischen Problemen in den Exportländern Afrikas rücken die asiatischen Länder in den Fokus der Aquarianer. Reisen nach Asien werden beliebter, wodurch auch das Interesse an Tieren aus dem asiatischen Raum steigt. Neben vielen Zwerggarnelen-Arten, die seit den letzten Jahren zu uns kommen, erfreuen sich Bärblinge, Labyrinthfische, Schmerlen und andere wachsender Beliebtheit. Als Verein freuen wir uns, durch die Patenschaft das Museum weiter zu unterstützen. Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Mal ganz ehrlich, viele Grundel-Arten werden in den Zoofachgeschäften nicht angeboten. Trotzdem sind sie es wert, aufgrund ihrer interessanten Lebensweise gezeigt und gepflegt zu werden. Die Grundeln leben im Salz- und Brackwasser, wie auch im Süßwasser. Die australische Wüstengrundel, oder auch aus gutem Grund Blauflossengrundel genannt, stammt aus dem Lake Eyre-Becken, einer Senke der Simpson-Wüste in Süd-Australien. In dieser Senke gibt es unterirdische Quelle, die einige kleine Seen und Teiche speisen. Trotz der großen Trockenheit, die dort herrscht, führen doch einige Seen immer Wasser. Ab und zu gibt es auch gewaltige Wolkenbrüche, sodass alles überschwemmt ist, um in kurzer Zeit wieder fast auszutrocknen. In der Winter- bzw. Sommerzeit schwanken die Temperaturen des Wassers von ca. 15-30°C. Die Härte beträgt dort ca. 14°dGH und der pH-Wert liegt bei pH 8. Der Salzgehalt des Wassers schwankt zwischen 1-3 Promille. Meinem Pärchen Wüstengrundeln habe ich ein 50L-Becken eingerichtet. Es besteht aus feinem Kies als Bodengrund, einer Wurzel und mehreren Verstecken (Höhlen), außerdem einer Bepflanzung mit Javafarn und Anubias barteri nana, die ich auf Steine gebunden habe. Nach dem Einsetzen der "Zwei" wurde erst einmal das gesamte Aquarium in Augenschein genommen. Am meisten Interesse hatte das Männchen für die Höhlen. Ich habe mir aus einem Baumarkt einige handtellergroße Blumentopf-Untersetzer (aus Ton) geholt, die sie sofort angenommen haben. Nachdem sie gut gefüttert wurden, mit schwarzen Mückenlarven usw., hat das Weibchen auch schon etwas Laich angesetzt. Man sollte mit dem Füttern vorsichtig sein, denn die Tiere neigen leicht zur Verfettung. Sie fressen sich kugelrund und schlingen alles in sich hinein, was sie kriegen können. Dies kommt daher, dass sie in ihrer australischen Heimat zum Überleben alles fressen müssen, was gerade vor ihr Maul kommt. Das Männchen hatte sich bald für eine Höhle entschieden und hopste ganz aufgeregt vor ihr herum, damit auch das Weibchen sich für die neue Wohnung interessiert. Es dauerte nicht lange, und beide inspizierten das neue Heim. Jetzt wurde das schönste Balzkleid vom Männchen angelegt. Mit gespreizten Flossen hopste er unentwegt um seine Partnerin herum. Ein paar Tage später war das Weibchen verschwunden. Nur der Chef des Hauses lag stolz vor dem Eingang der Höhle. Nach einiger Zeit fand ich auch das Weibchen wieder. Es lag versteckt in der äußersten Ecke des Aquariums unter einem Stein. Mit kurzen Attacken wurde es vom Herrn des Hauses verjagt. In den nächsten Tagen wurde vom Männchen fleißig Wache geschoben und mit den Brustflossen Sauerstoff in die Höhle gefächert. Weil ich sehr neugierig bin, habe ich die Höhle etwas angehoben, um nach dem Gelege zu sehen. Die elliptischen Eier hingen dicht aneinandergereiht an der Höhlendecke. Nach einigen Tagen hatte das Männchen plötzlich kein Interesse mehr am Gelege. Ich merkte auch schnell warum - es hatte alles aufgefressen. "Pech gehabt!" Ein paar Wochen später ging die Zeremonie von Neuem los. Das Männchen führte wieder seinen schönsten Tanz vor und bald ging es wieder gemeinsam in die gleiche Höhle. Doch dieses Mal habe ich aufgepasst. Einige Tage nach der Eiablage habe die Höhle mit den Eiern in ein anderes, kleineres Aquarium überführt und mit einem Sauerstoffstein durchlüftet. Zusätzlich habe ich dem Wasser ein Verpilzungsmittel hinzugefügt. Nach ca. 16 Tagen waren sie da, die ersten kleinen Grundeln! Die Wassertemperatur lag bei ca. 27°C. Die Kleinen haben sofort Artemia und Staubfutter gefressen und auch an weichen Algen wurde gern herumgezupft. Die Aufzucht der jungen Grundeln ist unproblematisch, wenn genügend Futter zur Verfügung steht. Ansonsten dezimieren sie sich gegenseitig. Wichtig ist auch, des öfteren einen Teilwasserwechsel durchzuführen (ca. 1/3 des Beckenvolumens). Das Wasser muss dann auch gleich wieder mit Salz etwas "aufgeschärft" werden. Die Männchen werden ca. 7 cm lang, die Weibchen bleiben etwas kleiner. Der Körper des Männchens besteht aus einer dunkelgelb bis orangenen Grundfärbung, dazu leuchtend blaue Flossen, die hellweiss umrandet sind. Die Weibchen sind beige bzw. gelblich mit einigen dunklen Flecken gefärbt. Diese kleinen Kerle begeistern mich immer wieder mit ihrem kessen Imponiergehabe. Es ist schon etwas Besonderes, sie einmal zu pflegen. Wolfgang Vespermann, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Wenn Aquarianer von Schmerlen sprechen, meinen sie meist Prachtschmerlen der Gattung Botia. Die bekannteste Art ist zweifellos Chromobotia macracanthus, die als Prachtschmerle schlechthin bekannt ist. Die Familie der Schmerlen ist aber weitaus vielgestaltiger als allgemein bekannt ist. Insgesamt gibt es viele hundert Arten. Sie sind ausschließlich in der alten Welt, vor allem in Asien und Europa verbreitet. Vielen davon sind regelmäßig im Aquarienhandel zu erwerben. Dennoch können nicht alle uneingeschränkt für die Pflege im Aquarium empfohlen werden. Andere, seltenere importierte Arten, die sich aufgrund Größe und Lebensweise viel besser für die Pflege im Aquarium eignen, sind weniger bekannt und werden auch wenig beachtet. Der Name "Schmerle" leitet sich ab von dem althochdeutschen "smer" = Schmalz, Fett oder Speck. In "Meyer's Konversationslexikon" aus dem Jahre 1897 steht zu lesen, dass die heimische Bartschmerle (Barbatula barbatula) als fetter Speisefisch besonders bei der ärmeren Bevölkerung geschätzt war. Sie, lieber Leser, wollen ihre Schmerlen aber bestimmt nicht verspeisen, sondern im Aquarium pflegen. Lassen Sie sich nicht von den Märchen, Schmerlen seien lichtscheu, nachtaktiv und unscheinbar, abschrecken. Das sind meist die Folgen falscher, unsachgemäßer Pflege. Es gibt aber dennoch eine Reihe von Punkten zu beachten, wenn man verantwortungsbewusst und artgerecht Vertreter dieser Fischgruppe wirklich pflegen, ihr Verhalten studieren will und nicht einfach nur die vorhandenen Importe "hält", bis sie irgendwann sterben. Schmerlen sind immer noch eine Herausforderung an ernsthafte Aquarianer. Über ihre Biologie ist oft sehr wenig bekannt. Und man kann sich auch noch züchterische Meriten erwerben. Nur wenige Arten haben sich bisher im Aquarium vermehrt. Von richtigen Zuchten kann gar nicht die Rede sein. Auf diesem Gebiet können Sie sich also noch aquaristische Lorbeeren verdienen. Schmerlen werden von Aquarianern bisher nicht erfolgreich gezüchtet, weil es zu wenige Aquarianer gibt, die sich mit dieser Problematik ernsthaft befassen. Obwohl ein biologischer Erkenntnisgewinn zu erreichen wäre, beschäftigen sie sich nicht damit, weil der finanzielle Anreiz Fische nachzuziehen, die für wenige Mark im Handel zu erwerben sind, nicht sehr groß ist. Gerhard Ott, VDA aktuell
Schlammspringer faszinieren uns Aquarianer immer wieder besonders. Wir sind es gewohnt, dass sich Fische im Wasser aufhalten. Schlammspringer verhalten sich da etwas anders. Der hier vorgestellte Indische Zwergschlammspringer Periophthalmus novemradiatus verbringt die meiste Zeit außerhalb des Wassers. Nur um ihre Kiemen und Körper zu befeuchten, nehmen die Fische ein kurzes Bad oder rollen sich an Land in einer Pfütze. Ihre Augen sitzen oben am Kopf und bieten einen Rundumblick. Das große Maul hilft beim Durchkauen des Sandes nach Fressbarem, dem Fressen großer Futterbrocken und beim Graben von Höhlen. Die Brustflossen sind kräftig ausgebildet, wodurch die Fische damit stehen und krabbeln können. Die Bauchflossen sind zu einem Saufnapf angeordnet, mit dem sich die Tiere in der Natur an glatten Stämmen und Steinen und im Aquarium an der Scheibe festhalten können. Der Indische Zwergschlammspringer ist die einzige Art, die ich bedenkenlos für das Aqua-Terrarium empfehlen kann, denn im Gegenteil zu den meisten anderen Arten sind diese auch untereinander sehr friedlich. So kann man in einem 60 cm Aquarium bereits eine kleine Gruppe aus 6 bis 8 dieser nur 7 cm groß werdenden Tiere gut vergesellschaften. Die Geschlechter sind recht gut zu unterscheiden, da die Männchen eine größere und kräftig rot gezeichnete Rückenflosse haben, deren erster Flossenstrahl verlängert ist. Diese meist angelegte Flosse wird jeweils für kurze Zeit aufgestellt, um Artgenossen zu imponieren. Die schlauen Schlammspringer sind wenig schreckhaft. Unsere Katzen, die gelegentlich versuchen, die Fische durch die Scheibe zu ergreifen, imponieren ihnen überhaupt nicht. Erst wenn man ins Aquarium greift, hüpfen sie davon. Von Periophthalmus barbarus, der häufiger angeboten wird, ist abzuraten, denn sie werden 20 cm groß und sind untereinander so unverträglich, dass sogar in sehr großen Aquarien häufig nur ein Tier überlebt. Von der Vergesellschaftung von Schlammspringern mit Mangrovenkrabben ist abzuraten, denn entweder fressen die Fische irgendwann die frisch gehäuteten Krabben, oder die Krabben vergreifen sich mit ihren Zangen an den Fischen. Die Haltung der Zwerge ist recht einfach, wobei die Zucht in Gefangenschaft noch nicht gelungen ist. Bei der Einrichtung des Aquariums muss beachtet werden, dass die Fische Salz im Wasser und einen großen Landteil benötigen. In der Natur kommen sie an der Küste häufig in Mündungsgebieten von Flüssen vor, wo sie teils Mangrovenwälder bewohnen. Salz im Wasser fördert die Gesundheit, wobei die Konzentration Meerwassergehalt mit 30 gr. auf 1 Liter Wasser erreichen kann und mindestens 5 gr. pro Liter betragen sollte. Die Fütterung ist denkbar einfach und sollte vorwiegend tierisch erfolgen. Bei mir haben sich Cyclop Eeze, gefrorene Cyclops und Lobstereier bewährt. Nachfolgend möchte ich den Bau eines Aquariums vorstellen, das die Bedürfnisse der Schlammspringer berücksichtigt. Ich habe dazu, weil ich nicht viel Platz auf meinem Schreibtisch habe, ein 30 l AquaArt von Tetra genommen. Den Landteil habe ich mit einem Stück Aquarienrückwand (Slimline von Back to Nature) abgetrennt. Der Landteil dient als Filter. Dazu wurde eine Lage grober Korallenbruch mit Fliegengaze abgedeckt und mit Muschelgrieß aufgefüllt. Eine kleine Pumpe im Wasserteil fördert alle halbe Stunde eine Viertelstunde lang Wasser über einen Lochstein auf den Landteil. Das Wasser fließt durch den Kies und einen Spalt unter der Trennwand wieder zurück in den Wasserteil. Der Bereich an Land muss gut strukturiert sein, damit sich die Fische trotz des geringen Platzes nicht ständig sehen und kleine Reviere bilden können. Wer denkt, dass die Schlammspringer nur langsam am Boden krabbeln, der irrt sich. Sie erklimmen mit den Brustflossen auch höhere Steine und Wurzeln und können sehr gut springen. Mit dem aus den Bauchflossen gebildeten Saugnapf halten sich die Fische an der Scheibe fest und schaffen es so, oben aus einem offenen Becken zu entkommen, weshalb Aqua-Terrarien für Schlammspringer abgedeckt sein sollten. Als Einrichtungsgegenstände eignen sich sehr gut glatte Steine oder Lochgestein, in den die Fische auch hinein klettern. Holzstücke aus hartem Holz sind mit Vorsicht zu verwenden, da sie in salzigem Wasser und ständigem Lufteinfluss und Feuchtigkeit schnell anfangen können zu gammeln. Als Bepflanzung des Landteils verwende ich für mein Aquarium Mangroven-Arten, die hohe Salzresistenz haben und relativ anspruchslos sind. Ich habe zwei Gelbe Mangroven (Ceriops tagal) und drei Klein-Fruchtige Orange Mangroven (Bruguiera cylindrica) eingepflanzt, wobei die Orange Mangroven aufgrund des kleineren Samens und der damit geringeren Grundhöhe besser geeignet sind. Da Mangroven mehrere Meter groß werden, müssen sie für die Haltung im kleinen, geschlossenen Aqua-Terrarium wie Bonsai behandelt werden, d.h. man schneidet frische Sprossen aus, so dass kleinere seitlich neu kommen. Für die Reinhaltung der Scheiben im Wasserteil kann man bei hohem Salzgehalt Turboschnecken aus der Meerwasseraquaristik nehmen oder bei weniger die bekannten zickzack gezeichneten Rennschnecken aus der Süßwasseraquaristik, die auch höheren Salzgehalt vertragen. Kai Alexander Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.
Aqua-Kids aus Kindersicht:
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Aqua-Kids
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Der Aquarienclub Braunschweig e.V. hat die "Aqua-Kids" ins Leben gerufen.
Junge Aquarianer - und solche, die es werden wollen - zwischen 10 und 18 Jahren, sind aufgerufen, sich den Aqua-Kids anzuschließen. Diesem Ruf sind schon einige Kinder gefolgt, und so konnten die ersten Vereinsnachmittage stattfinden. Was zunächst in privaten Räumen begann, hat mittlerweile Dank des großen Engagements der "großen" Vereinsmitglieder einen festen Rahmen erhalten. Seit dem Ende der Sommerferien dürfen sich die "Aqua-Kids" in den Räumlichkeiten des Naturhistorischen Museums Braunschweig treffen. Jeden 3. Samstag im Monat wird der extra reservierte Seminarraum von den Kids "gestürmt". Auch die Besichtigung anderer Räume ist mit Begleitung kostenlos möglich. Ein besonderer Dank sei an dieser Stelle an die Herren Gerhard Pohl (Museumspädagoge) und Mark Regent (Leiter Aquarium) vom Naturhistorischen Museum ausgesprochen, welche die Kooperation mit dem Aquarienclub Braunschweig e.V. sehr unterstützen.
Die Aqua-Kids möchten weiter wachsen: Wer Zeit und Lust hat, melde sich bitte bei den Betreuern Heike Reichert (Tel. 05171/769104) oder Frank Dzinblewski (Tel. 05128/960956) oder E-Mail unter aqua kids@aquarienclub.de.