SkalareLangläufer in der Aquaristik |
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Skalare (Pterophyllum scalare) kommen ursprünglich aus Südamerika, sind im Rio Xingu und Rio Negro in Brasilien, dem Rio Essequibo (Guyana), dem Amazonas, dessen nördlichen sowie südlichen Nebenflüssen von Guyana bis nach Peru weit verbreitet. Die Lebensräume sind unter anderem helle Flussbereiche, wo sie in Felsspalten stehen. Meist sind es jedoch Uferböschungen, wo kaum Strömung herrscht, wenig Licht und häufig auch keine Pflanzen zu finden sind. Durch Wurzelgeflecht von Uferpflanzen und Bäumen, abgebrochenen Ästen, welche ins Wasser fielen/ragen wird eine Landschaft geschaffen, die durch senkrechte Strukturen beherrscht wird. Hier können sich die Tiere wunderbar verstecken, die Längsstreifen auf ihrem Körper tragen noch dazu bei, dass sie mit ihrer Umwelt verschmelzen.
Moment: Längstreifen?
Diese sind sie nicht nur dazu gedacht, dass sich die Tiere im Licht und Schattenspiel der Umgebung besser verstecken
können. Mit diesen Streifen signalisieren Skalare untereinander auch ihre jeweilige Stimmung. Sie können sie verblassen,
oder auch satt und dunkel leuchten lassen. Sie kommunizieren. Andere Skalare wissen dann, in welcher Stimmung das Tier ist.
Aggressionen, Brutpflege oder auch Balz können somit unterstrichen werden, neben dem körperlichen Gebaren durch Flossenaufstellen,
Kopfschütteln, Laute oder Körperneigung.
Nun begegnen uns in der Aquaristik zahlreiche Zucht- und Farbformen, die keine Längsstreifen besitzen. Sie können sich nicht mehr so mitteilen, wie es ihnen von der Natur her eigentlich vorgegeben ist. Auch die Augen spielen dabei eine Rolle. Oft ist der Hinteraugenfleck nicht vorhanden, bzw. von Farben überlagert, so dass sie nicht in der Lage sind, über diesen ein weiteres wichtiges Erkennungsmerkmal/ Stimmungsmerkmal einzusetzen. Somit sind also diese bunten Formen, die goldenen, marmorierten, und wie sie alle heißen "sprachbehindert". Gerade bei Rangkämpfen kann dies stark zum Tragen kommen, denn die Tiere können sich nicht durch Farbveränderungen unterwerfen.
Aber dies ist nicht alles. Auch Unwohlsein kann nicht mehr gezeigt werden. Viele Besitzer erzählen stolz, ihre Tiere strahlen in den schönsten Farben... ja, sie können meist auch gar nicht anders. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Farbformen sogar unter dem größten Stress in schönsten Farben neben ihren absolut blassen und schreckgefärbten, wildfarbenen Kollegen stehen. Schlimm genug, dass sie sich untereinander nicht mehr so deutlich sagen können, was sie fühlen. Aber dass sie es nicht einmal mehr ihrem Pfleger mitteilen können, finde ich am schrecklichsten. Stirbt das Tier, ist es dann "plötzlich und unerwartet, ohne vorherige Anzeichen"...
Der Pfleger, ja wo hält er diesen schönen Fisch? Was benötigt ein Skalar? Da kursieren die wildesten Äußerungen, von einem 60 cm Becken an aufwärts. Ich möchte gar nicht weiter darauf eingehen, dies ist Tierquälerei. Eine Tatsache ist unverrückbar, 20 cm hoch werdende Tiere brauchen Platz. Dazu kommt noch, dass sie ein Revierverhalten zeigen, welches gerade bei der Brutpflege sehr ausgebildet ist. Ein Aquarium von 120 cm Kantenlänge, 60 cm Höhe und auch einer Mindesttiefe von 50 cm sollte gegeben sein für ein Paar. Bei 2 Paaren sollte die Kantenlänge 160 cm nicht unterschreiten, mehr wäre besser aus einem einfachen Grund!
Denn unsere Skalare, egal welcher Farbschlag, werden einmal erwachsen - und wenn sie das Glück hatten, sich in einer Gruppe zu befinden, dann können sie sich auch eine/n Partner/in suchen. Meist jedoch werden nur zwei kleine Jungtiere gekauft und diese haben dann das gleiche Geschlecht. Dabei brauchen Skalare aber Gesellschaft, besser also mehrere Tiere erstehen. Gerade als Jungtiere ist dies unglaublich wichtig, um Verhaltensweisen zu erlernen, später gibt die Gruppe Schutz.
Hat sich in einer Gruppe ein glückliches Paar gefunden, was nun Nachwuchs haben will, suchen sich die Tiere eine geeignete Stelle, meist senkrechte Blätter, Schläuche oder Röhren. Sie legt Eier auf dem Substrat ab, er gleitet darüber, um diese zu besamen. Dann wird das Gelege mit den Flossen befächelt, verpilzte Eier werden mit dem Maul herausgepickt. Nach 24-36 Stunden schlüpfen die Kleinen und werden dann an eine andere Stelle umgebettet.
Oft sogar mehrmals. 4-5 Tage später schwimmen die Kleinen frei und müssen mit feinstem Lebendfutter gefüttert werden. Dazu eignen sich Pantoffeltiere und Artemianauplien.
Ihr habt es sicher geahnt: Die anderen Aquarienmitbewohner werden die Kleinen zum Fressen gerne haben und, um das zu verhindern, schaffen sich die Eltern Platz. Sprich, sie verjagen alles, was auch nur in den nahen Umkreis des Nachwuchses gerät. Das Revier kann einen Durchmesser von 80 cm haben, Sichtbarrieren durch hohe Pflanzen etc. vorausgesetzt. Salmler, Welse, niemand hat etwas zu lachen, mit anderen Skalaren können harte Kämpfe ausgefochten werden, vor allem, wenn diese auch noch Jungtiere haben. In die Gruppe kehren sie erst wieder zurück, wenn die Brutpflege beendet ist.
Skalare benötigen, um gesund zu wachsen und zu bleiben, abwechslungsreiches Futter. Frostfutter und Lebendfutter sollte ihnen regelmäßig geboten werden. Flockenfutter enthält viele Fette, und Skalare fressen gerne. Meist leiden daher ihre Organe an der falschen Ernährung und die Tiere verfetten sehr schnell.
Die erforderlichen Haltungsbedingungen lassen sich kurz zusammenfassen. Skalare lieben weiches, saures Wasser (pH-Wert <7, KH <4°, GH <8°, Temp. 26-29°C). Kurzweilige Schwankungen bis über/unter die vorgenannten Werte sind in der Natur auch vorhanden und werden toleriert. Regelmäßige wöchentliche Wasserwechsel von 30-40% sollten gegeben sein, es senkt den Keimdruck und auch hohe Nitratwerte. Torf, Erlenzäpfchen oder auch Seemandelbaumblätter und das trocken gewordene Buchen-/Eichenlaub unterstützen die Gesundheit und das Wohlbefinden.
Im Aquarium selbst sollte man sich an den Heimatbiotopen orientieren, d h. durch Pflanzen/Wurzeln senkrechte Strukturen entstehen lassen, die als Versteck und Rückzugsmöglichkeit dienen können. Beifische dürfen nicht zu klein gewählt werden, denn der Skalar ist und bleibt ein Barsch, der irgendwann doch mal auf den Gedanken kommen kann, einen Mitbewohner zu kosten und dann kann er auf den Geschmack kommen. Andererseits sollen keine flossenzupfenden Tiere mit im Aquarium sein. Sie würden sonst an die wunderschönen Bauchfäden gehen und dem Skalar dadurch Schaden zufügen.
Unter den beschriebenen Bedingungen werden wir lange Freude an diesen wunderschönen Fischen haben, denn sie können 10-12 Jahre alt werden.
Wer sich mit dem Wachstum von Pflanzen im Aquarium beschäftigt, hat sicher schon häufig etwas über Beleuchtung, CO2-Versorgung oder Flüssigdünger gelesen. Das Informationsangebot zu Kalzium (Ca - nicht K = Kalium) als Nährstoff für Aquarienpflanzen ist dagegen sehr gering, weil es ja im Wasser immer vorhanden ist und über den Wasserwechsel auch immer ergänzt wird und sich teilweise sogar als "schädliche" Kruste an Aquariengeräten absetzt. Damit hätte der praktische Sinn dieses Artikels also quasi sein Ende gefunden - wenn wir in Braunschweig und weiten Teilen Niedersachsens nicht so extrem "gutes" Wasser aus dem Harz oder aus Moorgebieten hätten (eine kostenlose Wasseranalyse bekommt man übrigens per Anruf oder Internet von seinem regionalen Wasserversorger).
"Gut" ist das reine "Harzwasser" wegen der sehr geringen Wasserhärte, weil das Waschpulver spart und das Verkalken von Leitungen und Geräten fast gänzlich verhindert. Durch die fehlenden Dünger- oder Schadstoffrückstände eignet es sich hervorragend für die Versorgung von Menschen und Tieren. Etwas vereinfacht könnte man von destilliertem Wasser reden, und die obere Oker ist demnach ein (kalter) Regenwaldfluss. Das Wasser im Oderteich ist sogar vergleichbar mit dem "Schwarzwasser" im Amazonasgebiet, und (manchmal) im Hochsommer kann und darf man darin sogar baden. Früher nicht züchtbare Aquarienfische (z. B. Blauer Neon) wurden vor Jahrzehnten erstmalig mit Harzwasser vermehrt und im Raum Goslar gab es einmal etliche Zuchtbetriebe.
Dass die Harzwasserwerke kein Wundermittel für alle Aquarien liefern, wissen mindestens die Halter von ostafrikanischen Barschen, weil diese Fische eben härteres Wasser und einen höheren pH-Wert benötigen. Auch jedem Gärtner ist klar, dass Pflanzen "Kalk" benötigen - also auch Aquarienpflanzen? Exakte Werte lagen dem Verfasser dazu bisher leider nicht vor. Aus Nährwerttabellen kann man aber entnehmen, dass z. B. die Brunnenkresse und einige andere "wassernahe" Pflanze einen recht hohen Kalziumgehalt haben. Dann müsste das bei Valisnerien, Sagittarien, Hornkraut und Wasserpest doch auch so sein, zumal diese Pflanzen bei etwas höherem pH-Wert (und entsprechendem Kalkgehalt) besser wachsen. 100 Gramm Brunnenkresse enthalten umgerechnet ca. 0,5 Gramm Kalziumkarbonat (= 0,2 g Ca). Wenn wir das auf Aquarienpflanzen übertragen, dann würde das Wachstum von z. B. 100 Gramm Wasserpflanzen etwa 10 Liter Harzwasser total entkalken!
Damit ist noch nicht einmal die extreme Form der "biogenen Entkalkung" gemeint, bei der sich wegen CO2-Mangel Kalk auf der Blattoberfläche absetzt - wodurch sich der beschriebene Effekt noch verstärken kann. Bei dem leider oft üblichen Wasserwechsel von nur 20% alle 2 oder gar 4 Wochen nähern wir uns jetzt vielleicht der Erklärung einiger Probleme: Valisnerien (etc.) wachsen nicht, Lebendgebärende sehen krank aus, "Säuresturz" = sehr geringer pH-Wert, etc.. (Da in diesem Artikel nicht der Gesamtkomplex von Karbonathärte (KH)/Gesamthärte (GH), Kohlendioxid/Kohlensäure/Hydrogenkarbonat/Karbonat oder gar noch elektrischem Leitwert sorgfältig erörtert werden kann, wird darauf nur beschränkt eingegangen.)
Wenn also Aquarienpflanzen Kalzium verbrauchen, müssen wir es dosiert zuführen, um das Aquarienwasser zu stabilisieren. Das klingt jetzt eher etwas kompliziert, ist aber recht einfach, wenn man körniges Kalziumkarbonat (einige gehäufte Teelöffel je 100 Liter Aquarienbecken) z. B. in den Filterauslaufbehälter gibt. Es kann auch an anderer Stelle im Aquarium in einem durchlässigen Kunstfaserbeutel (z. B. Nylonstrumpf) platziert werden. Aber bitte nicht im Bodengrund, weil sonst die Nährstoffaufnahme der Pflanzenwurzeln blockiert wird! Die dosierte Abgabe in das Wasser erfolgt dann automatisch:
Durch das Pflanzenwachstum wird Kalziumkarbonat und CO2 dem Wasser entzogen und damit die Nicht-Karbonathärte gesenkt. Abends liegt der pH-Wert bei angenommen 7 oder höher.
Wegen der nächtlichen CO2-Produktion durch Pflanzen, Fische und Bakterien und dem fehlenden CO2-Verbrauch der Pflanzen sinkt der pH-Wert des Wassers. Er sinkt sogar tiefer, als es ohne das vorherige Pflanzenwachstum der Fall wäre, weil ja der "pH-Puffer" = Härte verbraucht wurde.
Das jetzt relativ saure Wasser löst das körnige Kalziumkarbonat oberflächlich; damit steigen pH-Wert, Karbonathärte und Nicht-Karbonathärte wieder an und es kann immer weniger gelöst werden. Bei pH-Wert 7 wird dann fast nichts mehr gelöst. Der Prozess steuert sich quasi selbst und behält einen pflanzenverträglichen pH-Wert bei! Das ist der puffernde = stabilisierende Effekt der Wasserhärte.
Damit ist die Hauptwirkung eigentlich schon beschrieben. Hier aber noch einige zusätzliche Hinweise dazu:
Durch Platzierung im Filterauslauf und mit einer größeren Oberfläche (Menge) des Kalziumkarbonats kann man auf
Wunsch den Effekt verstärken.
Die leider immer noch üblichen Luftsprudler bremsen den Lösungseffekt, da sie CO2 aus dem Wasser austreiben und Sauerstoff zuführen und somit den pH-Wert anheben. Luftsprudler sind generell schädlich für das Pflanzenwachstum und nur ein befristeter Notbehelf bei Sauerstoffmangel für die Fische. Richtige Abhilfe kann über Reinigung von Filter und Bodengrund, verringertem Fischbesatz und besseres Pflanzenwachstum erreicht werden!
Kalziummangel in der Landwirtschaft blockiert den Nitratverbrauch - vielleicht auch im Aquarium.
Kalziumkarbonat bindet auch evtl. schädliche Säuren unter Abgabe von CO2.
Eine grobe "Messmethode" für den Bedarf an Kalziumkarbonat ist die Gehäuseoberfläche von lebenden Posthornschnecken. Ist der jüngere Teil des Gehäuses weißlich und brüchig statt braun und stabil, dann hat diese Schnecke offensichtlich Probleme, Kalk aufzunehmen. Meist wird dann sogar der ältere Teil des Gehäuses langsam aufgelöst.
Das zugeführte Kalziumkarbonat (CaCO3 - auf keinen Fall Brandkalk = CaO) sollte möglichst rein sein. Korallenbruch und andere Naturmaterialien können problematisch sein, da sie Giftstoffe enthalten können und einige Korallenarten fast nur Magnesium statt Kalzium in ihrem "Kalk"-Skelett ablagern.
Durch Fischfutter wird zwar auch Kalziumkarbonat zugeführt, aber die Menge ist sicher sehr unterschiedlich und meist nicht bekannt.
Gleichzeitige Torffilterung macht vermutlich wenig Sinn.
Achtung! Mit den handelsüblichen KH+/GH+-Lösungen oder staubfeinem Pulver kann man die oben beschriebenen Effekte natürlich nicht erzielen. Häufig enthalten sie kein Kalzium und selten Kalziumkarbonat. Sie sind zudem auch recht teuer!
Wenn gleichzeitig noch Natriumbikarbonat (oder andere Härteregulatoren) dem Wasser beigemischt sind, ist die Lösbarkeit von Kalziumkarbonat teilweise oder ganz blockiert, weil der pH-Wert ja nicht so stark absinken kann. Es sollte ggf. ein großer Wasserwechsel durchgeführt werden, wenn die beschriebene Wirkung schnell eintreten soll.
Mit der vorgeschlagenen "Steuerungstechnik" kann man gleichzeitig die Kalziumversorgung und die Stabilisierung von Gesamthärte und pH-Wert gewährleisten.
Die weiteren Wachstumsfaktoren (Licht, Nährstoffe, Spurenelemente, etc) darf man aber besonders bei dem sehr sauberen Harzwasser auf keinen Fall vernachlässigen! Ein guter Aquariendünger sollte regelmäßig abends in kurzen Zeitabständen von wenigen Tagen zugegeben werden. Wenn da einige Düngerhersteller "nur beim Wasserwechsel düngen" empfehlen, dann kann das richtig sein - wenn man sehr häufig das Wasser wechselt. Die zugegebenen Spurenelemente (Eisen, Mangan, etc.) bleiben trotz der Stabilisierung mittels Chelatoren im Aquarium nicht über Wochen für die Pflanzen verfügbar! Aquariendünger enthalten übrigens meist kein Kalzium, weil das ja bei dem üblichen, harten Wasser nicht sinnvoll wäre.
Als dieser Artikel dann schon fast fertig war, hat der Verfasser doch noch eine recht verlässliche Literaturangabe zu Kalziumgehalten in Aquarienpflanzen gefunden. Dort war etwa die halbe Menge der oben angegebenen Annahme verzeichnet. Die dargestellten Schlussfolgerungen sind dadurch bestätigt, besonders, wenn man ein "normales" Aquarium mit pH-Wert um 7,0 und den dazu passenden Fischen und Pflanzen betreiben will. Die Gefahr der Überdosierung ist quasi nicht vorhanden - die Folgen von Kalziummangel können aber dramatisch sein!
Ein selten für die Allgemeinheit vorgestelltes Thema, worüber aber dennoch oft diskutiert wird. Denn ich kenne kein Aquarium, das nicht jeden Tag 10-14 Stunden zusätzlich technisch beleuchtet wird. Da die meisten Tiere und Pflanzen aus den Tropen stammen, mit einem ziemlich konstanten 12 Std. Tag- und Nachtrhythmus, sollte man diese Beleuchtungsdauer auch einhalten. Es ist mit einer einfachen Zeitschaltuhr kein Problem mehr, dieses zu steuern.
Ob nun das Zuchtbecken mit einer Energiesparlampe, das Gesellschaftsbecken mit Leuchtstoffröhren oder das Meerwasserbecken mit HQI - Brennern ausgestattet wurde, dank der großen Aquariumanbieterpalette gibt es mittlerweile immer eine passende Möglichkeit. Viele Komplett-Becken sind sogar mit Abdeckung und Leuchtmitteln ausgestattet. Man vertraut den Anbietern und Fachgeschäften und geht davon aus, dass diese Kombinationen wohl optimal zusammengestellt wurden. Was soll man sich große Gedanken machen, wenn der Preis stimmt. Doch unterliegen alle Leuchtmittel nach einer ca. einjährigen Betriebszeit einem gewissen Alterungsprozeß. Visuell zwar nicht wahrnehmbar, doch die spektrale Zusammensetzung und Beleuchtungsintensität nehmen stark ab. Wer Meerwasser- oder Pflanzenbecken betreibt, sollte nicht bis zum Versagen des Leuchtmittels warten, sondern diese vorzeitig austauschen.
Meistens beim Leuchtmittelneukauf kommt die Qual der Wahl. Denn das Angebot im Elektro- und Zoofachhandel ist mittlerweile sehr groß und für den Laien zu unübersichtlich geworden. Fast jeder Anbieter rühmt sich nämlich, das optimale Leuchtmittel zu besitzen. Die Bezeichnungen dafür hören sich ja auch gut an wie: Bio Sun, Tropic Sun, African Lake, Amazonas Day usw.. Darüber sollten wir nicht verzagen, vielmehr sollten wir durch ein gewisses technisches Wissen dieses reichhaltige Angebot zu unserem Vorteil nutzen.
Spätestens jetzt stellt sich die Frage, welches der Leuchtmittel sich als optimal auszeichnet und wodurch?
Die meisten wissen ja, dass sich ein gutes Leuchtmittel durch eine möglichst natürliche Farbwiedergabe der Fische und Pflanzen auszeichnet. Es soll das Pflanzenwachstum fördern und Algenwachstum vermeiden! In anderen Fällen soll die Beleuchtung einzelne Farben betonen und hervorheben oder einen Sonnenauf- oder -untergang simulieren können. Ja auch wirtschaftliche Aspekte spielen immer mehr eine Rolle.
Da ich einige Jahre bei der Firma Hella Beleuchtung tätig war und seit 30 Jahren das Hobby Aquaristik mit dem Schwerpunkt Wasserpflanzen betreibe, möchte ich dem interessierten Aquarianer meinen Vortrag zum Thema (siehe unten) empfehlen. Ich versuche Ihnen die wesentlichen Grundlagen zum Thema Licht zu vermitteln, so dass auch Sie die entscheidenden Kriterien bei der Auswahl des richtigen Leuchtmittels erkennen können. Denn es gibt einen großen Unterschied zwischen Seh-, Wuchs- und Tageslicht.
Wer jetzt meint, das könne nicht so schlimm sein, der entscheide sich mal eben in der abgebildeten Beleuchtungspalette, nach dem Motto von Robert Lembke :"Welches Schweinderl hätten Sie denn gerne"? Das Rote, Gelbe oder Blaue.
Doch Vorsicht ist geboten, dieses nur nach visueller Ansicht zu entscheiden. Jetzt sollte man schon ein paar weitere lichttechnische Aspekte mit berücksichtigen. Denn diese Unwissenheit nutzen manche Anbieter durch ihre Pseudobezeichnungen aus. Es ist dann gut, wenn man weiß, wodurch sich die Leuchtmittel unterscheiden, so dass man das gleiche Leuchtmittel bei einem anderen Hersteller nicht für 30 Euro sondern für 15 Euro bekommt, oder ob eins für 10 Euro eventuell auch reicht. Ganz besonders dann, wenn man mehrere Becken betreibt.
Natürlich wird der eine oder andere Aquarianer im Laufe der Jahre schon einige Erfahrungen mit seiner Beleuchtung gemacht haben. Er bleibt dann meistens bei der altbewährten Aquarelle oder Tritonröhre oder HQL - Beleuchtung.
Wer nun neugierig geworden ist, den möchte ich auf den Vortragsabend am 21. September 2006 beim Aquarienclub Braunschweig vertrösten.
Ein Besuch in Holland
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Ein Besuch in Burgers Zoo in Holland lohnt sich immer!
Besonders hat es dem Aquarianer natürlich die riesige Meerwasserhalle, "Ocean" genannt, angetan. Dieses imposante Bauwerk wurde erst im April 2000 eröffnet, macht aber den Eindruck, als ob es schon jahrelang in dieser Form bestehen würde, da die Einrichtungen so natürlich aussehen, als ob die Natur selber sie dort platziert hätte.
Bei so vielen Korallen kann man schnell vergessen, dass die meisten davon künstlich sind! Riesige Panoramagemälde von 75 Metern Länge und 8 Metern Höhe gaukeln einem die Weite des Ozeans vor. Die Gezeiten regeln hier den Tagesablauf von Rochen und anderen farbenprächtigen Salzwasserbewohnern. Man befindet sich mit den Fischen in Augenhöhe.
Um Burgers Ocean so zu bauen, wie es heute zu bestaunen ist, wurden insgesamt 7.000 m3 Beton verarbeitet! Für die Ersteinrichtung mussten 240.000 kg Salz aufbereitet werden! Die Wassertemperatur beträgt 24°C.
Insgesamt kann man 10 verschiedene Aquarien im Ocean bewundern. Das klingt zunächst nicht einladend - wenn man sich aber vor Augen hält, dass das Gesamtvolumen dieser 10 Becken etwa 8 Millionen Liter Wasser ausmacht, bekommt man schon eher einen Anreiz, sich diese Anlage einmal genauer anzuschauen! Jedes Becken hat seine eigene Lichtanlage, die in Form und Farbe der Lichtstrahlen den jeweiligen Lebensformen angepasst wurde.
Auch ein Aquarium mit wenigen Fischen ist interessant. So wurde unter anderem ein Becken eingerichtet, in welchem Korallen im Vordergrund stehen und nur wenig anderer Tierbesatz vorhanden ist.
Das größte Erstaunen mag jedoch die "Grotte" beim Besucher hervorrufen! Circa 3 Millionen Liter Meerwasser sind allein in diesem Becken enthalten! Die Scheibe ist insgesamt 20 Meter breit, 5 Meter hoch und 35 cm dick! Das Dach für diese Halle konnte erst nach Montage dieser Aquarienwände aufgesetzt werden. Die einzelnen Teile der Scheibe wurden in einem speziellen chemischen Verfahren zusammengefügt. Hierfür musste die Raumtemperatur zunächst 800C betragen und wurde dann kontrolliert runtergekühlt, um die Verbindung zu erhärten. Neben vielen verschiedenen Arten zieht ein Leopardenhai seine Bahnen durch dieses riesige Becken. Durch die Tiefe des Aquariums von 17 Metern kann sich der Hai jederzeit zurückziehen. Ein Schiffswrack bietet weitere Versteckmöglichkeiten. Natürlich darf in so einer Anlage ein begehbarer Tunnel nicht fehlen. Riesige Rochen und Haie tummeln sich über den Köpfen der Besucher!
Der "Ocean" ist nur ein Teil von Burgers Zoo. Weitere Lebensräume wie der Regenwald, eine Wüste oder ein Mangrovenwald wurden sehr ansprechend aufgebaut. Ein Tag reicht nicht aus, um alle Attraktionen im Zoo sehen zu können!
Empfohlen wird ein mindestens 2-tägiger Aufenthalt - es lohnt sich!
Aphyosemion bivittatumKillifisch fürs Gesellschaftsaquarium |
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Der Artname bivittatum kommt aus dem lateinischen und bezieht sich auf zwei dunkle Längsbinden, die vom Maul bis zur Schwanzflosse je nach Stimmung mehr oder weniger deutlich zu sehen sind. Aphyosemion bivittatum gehört mit anderen ähnlich aussehenden Killifischarten aus Zentralafrika zur Untergattung Chromaphyosemion. Die Heimat von Aphyosemion bivittatum ist die Küstenregion im Grenzgebiet zwischen Nigeria und Kamerun. Dort bewohnt er kleine Bäche im Regenwald. Der von mir gezüchtete Stamm kommt aus Funge in Westkamerun. Er ist mit 4-5 cm ausgewachsen.
Der Fisch ist sehr robust. Ich halte und züchte diese Art schon seit vielen Jahren, ohne dass es zu Degenerationserscheinungen, wie z.B. verkrüppelte Wirbelsäule o.ä. gekommen ist. Auch in der Hälterungstemperatur ist er nicht wählerisch. Im Winter fällt bei mir im Aquarienzimmer die Temperatur bis auf knapp unter 20 Grad C, während es im Sommer schon mal 30 Grad werden können. Nie konnte ich deswegen Unwohlsein bei den Tieren erkennen. Auch die Wasserwerte spielen nur eine untergeordnete Rolle. Ich halte die Tiere in weichem Braunschweiger Wasser, während ein Bekannter von mir die Fische ohne Probleme in weitaus härterem Salzgitteraner Wasser hält.
Da ich außerdem noch viele andere Killifischarten pflege, die teilweise nur Lebend- oder Frostfutter fressen (vor allen Dingen die Killifische aus Südamerika), gehe ich oft Tümpelfutter fangen. Deshalb füttere ich die Fische oft mit Wasserflöhen. Außerdem fressen sie noch alle Arten von Mückenlarven und gefrostete Artemia. Sie lassen sich auch ohne weiteres an Trockenfutter gewöhnen.
Aus diesen Gründen passt Aphyosemion bivittatum auch in ein Gesellschaftsbecken mit nicht zu bissigen Fischen. Vergesellschaften kann man ihn z.B. mit Barben, Salmlern, Lebendgebärenden und friedlichen Barschen, wie z.B. Microgeophagus ramirezi, dem Schmetterlingsbuntbarsch. Man muss allerdings das Aquarium immer gut abdecken, da die Fische wie alle Killifische sehr springfreudig sind.
Wie bei fast allen Killifischen herrscht auch bei den A. bivittatum ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus. Während die Weibchen relativ schlicht gefärbt sind und größtenteils nur die zwei dunklen Längsbinden zeigen, bestechen die Männchen durch prachtvolle Farben und lang ausgezogener Rücken- und Schwanzflosse (siehe Abb. 1). Man sollte schon mehrere Paare halten. Erst dann entfalten die Männchen beim gegenseitigen Imponieren mit zum Zerreißen gespannten Flossen ihre volle Farbenpracht.
Auch ist A. bivittatum ein idealer Einsteigerfisch für Aquarianer, die es schon immer mal mit der Zucht von Killifischen versuchen wollten, da nicht nur die Haltung, sondern auch die Zucht leicht ist. Voraussetzung für die erfolgreiche Zucht ist jedoch, dass die Weibchen einen guten Laichansatz aufweisen.
Diesen bekommen sie durch die Fütterung von Mückenlarven, vorzugsweise Schwarzen Mückenlarven, die man nach der Schneeschmelze in Waldtümpeln oder im Sommer in jeder Regentonne fangen kann. Nach Verfütterung dieser Leckerbissen setzen die Weibchen schnell innerhalb weniger Tage genügend Laich an. Die einfachste Methode ist es nun, ein Männchen mit bis zu 3-4 Weibchen in ein etwa 10 Liter fassendes bepflanztes Becken ohne weitere Fische zu setzen und drei bis vier Tage ablaichen zu lassen. Dabei wird sparsam gefüttert. Danach werden die Fische herausgefangen. Nach 10-14 Tagen schlüpfen aus den in den Pflanzen abgelegten Eiern die Jungfische, die sofort in der Lage sind, frischgeschlüpfte Artemia und Mikrowürmchen zu fressen und schnell heranwachsen.
Eine weitere Methode, diese Fische zu züchten ist, sie im Wollmop ablaichen zu lassen. Vorteil dieser Methode ist die kontrollierte Zucht, weil man die einzelnen Eier aus dem Wollmop absammelt und deswegen abschätzen kann, wie viel Jungfische man erzielen kann. Dabei setzt man ein Paar oder ein Trio (1 Männchen und zwei Weibchen) in ein 3-5 l fassendes Gefäß ohne Bodengrund und ohne Pflanzen. Einziger Einrichtungsgegenstand ist ein Wollmop, an dem die Eier abgelegt werden. So kann man täglich die Eier aus dem Wollmop mit den Fingern absammeln. Da die Eier der Killifische hartschalig sind, schadet es ihnen nicht. Sie werden in einem flachen, etwa 5 cm hohen Gefäß mit gleichem Wasser wie aus dem Zuchtansatz zur Reifung gelagert. Abgestorbene und verpilzte Eier, erkenntlich an der weißlichen Farbe und am watteartig aussehenden Pilzmycel an den Eiern, sollten täglich entfernt werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass das Pilzmycel auf die angrenzenden Eiern überspringt und diese abtötet. Auch bietet die Zugabe einer Posthornschnecke gute Dienste, weil die Schnecke die abgestorbenen Eier und das Pilzmycel auffrisst, ohne die befruchteten Eier zu beschädigen. Auch bei dieser Methode schlüpfen die Jungen nach 10 - 14 Tagen und sind leicht, wie schon zuvor beschrieben, aufzuziehen. Mit dieser Methode lassen sich eigentlich alle nicht annuellen Arten der Killifische züchten, wie A. australe (der bekannteste Killifisch Kap Lopez), A. striatum, A christy, A. elegans usw., sowie alle Bachlinge wie z.B. Rivulus cylindraceus, R. igneus und R. xiphidius.
Es gibt auch Killifische, die zum Reifen der Eier eine Trockenperiode benötigen. Von denen berichte ich in einer der nächsten Ausgaben.
Malawis sind immer "in Mode" |
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Vor ca. einem Jahr habe ich bei Bekannten ein Malawiseebecken (2,0 m x 0,7 m x 0,6 m hoch) gesehen. Ich war begeistert über die Einrichtung aus Kalk-Lochgestein und den weißen feinen Quarzsand, sowie die Auswahl der farbprächtigen Buntbarsche. In mir wuchs der Gedanke, auch so ein Becken zu besitzen. In unserem Verein holte ich mir von den Mitgliedern gute Ratschläge und Literatur über Malawis. Nun konnte ich loslegen, denn Theorie hatte ich genug.
Ich ließ mir ein Becken von 1,5 m x 0,6 m x 0,6 m mit einer zweifachen Filterkammer, sowie einer Bohrung im Beckenboden herstellen. Ein stabiler Unterschrank aus Kiefernholz wurde gebaut und eine Abdeckung aus Holz, die ich mit Scharnieren in der Wand befestigt habe. Zum Füttern habe ich eine Öffnung ausgesägt, die ich als Deckel wieder verschließen kann. Dann wurden Bohrungen durch die Wand hergestellt, für die Versorgungsleitungen. Im Nebenraum habe ich ein Filterbecken (3-Kammer-System) von (1,0 m x 0,4 m x 0,4 m) stehen, wo eine Eheim-Pumpe Typ 1250 (ca. 1.000 l/Std.) das Wasser im Becken umwälzt.
Alle Leitungen habe ich mit PVC-Rohren, Bögen und Kugelventilen versehen, sodass ich durch Absperrung der Ventile Wasser ablassen und aufbereitetes Wasser durch die gleiche Leitung einlassen kann. Das Filterbecken habe ich mit groben und feinen Filtermatten bzw. Keramik-Röhrchen (erste Lage) versehen, und Korallenbruch für die Aufhärtung des Wassers eingesetzt.
Den Heizstab (a 200 Watt) habe ich auch, wie die Pumpe, in die 1. Kammer des Filterbeckens verlegt. Zur Aufbereitung des Frischwassers habe ich ein Fass mit 150 l Inhalt stehen. Hier setze ich Calciumbicarbonat zu, damit ich eine Karbonathärte von 6°-10° KH erreiche (Gesamthärte 10°-12° dGH). Der pH-Wert liegt bei mir immer etwa bei pH 8.
Beim Einrichten des Beckens haben mir die Vereinsfreunde Peter und Lawrence Kemnitz geholfen, über die ich auch das Kalk-Lochgestein bezogen habe. Die Rückwand habe ich noch mit 5 mm hellblauen Kunststoff (farbecht) beklebt. Vorher habe ich eine 15 mm starke Matte auf die Bodenscheibe gelegt, um ein Zerplatzen der Glasplatte durch Punktlasten von den geplanten Steinaufbauten zu vermeiden. Nachfolgend wurde das Lochgestein mit Geschick ohne Verklebungen gestapelt. Dann kam der Quarzsand (ca. 50 kg) hinein.
Anschließend habe ich das Wasser eingelassen. Als nach 14 Tagen Einlaufzeit die Wasserwerte stabil waren, setzte ich Anubias und Java-Farn in das Lochgestein ein. Die Pflanzen gedeihen prächtig und haben eine sattgrüne Färbung. Nach weiteren 14 Tagen habe ich 8 Antennenwelse eingesetzt.
Seit Dezember 2005 ist folgender Besatz im Becken:
Als Beleuchtung (Leuchtstoffröhren) sind eine Sylvania Grolux (36 Watt) und eine TriPlus (36 Watt) installiert. Die Beleuchtungsdauer beträgt ca. 12 Stunden.
Bisher haben mir die Malawis sehr viel Freude bereitet, und jeden, der das Becken sah, konnte ich mit meiner Begeisterung anstecken.