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XXIII. Fishlight

Dezember 2005

Inhaltsverzeichnis

  • Hakenlilie - Crinum thaianum
  • Tiere sind keine Geschenke!
  • DATZ Forum 2005 - Schwarzwasser
  • Zur Zucht von C 118 Aspidoras spec.
  • Schmetterlingsbuntbarsch - Mikrogeophagus ramirezi
  • Blauaugen - Schmetterlinge unter Wasser
  • Mexikanischer Kampfkrebs - Hyallela azteca
  • Tierpark Blijdorp in Rotterdam

  • Hakenlilie

    Crinum thaianum

    Nach meinem Umzug im November 1998 stand die Aufforstung meines 450 l Wohnzimmeraquariums auf der Tagesordnung. Mir gefielen schon immer die flutenden langen Blätter der Riesenvalisnerien (Valisneria gigantea), aber irgendwie hatte ich hiermit seit dem Umzug kein Glück mehr. Guter Rat war teuer! Beim Durchforsten der Literatur stieß ich auf eine Pflanze, die von Weitem der Riesenvalisnerie täuschend ähnelte. Das war aber auch alles. Es handelte sich um die Hakenlilie Crinum thaianum (Thailändische Hakenlilie). Also wurden hiervon ein paar Pflänzchen angeschafft und in Kultur genommen. Die Pflanzen wiesen satt grüne, "Valisnerien-längliche" Blätter mit einer Breite von etwa 2 cm und einer Länge von etwa 50 cm auf.

    Doch da gab es eine Auffälligkeit: Am unteren Teil des Sprosses besaßen die Pflanzen eine etwa 6 cm dicke Speicherzwiebel, unter der sich ein starkes Wurzelwerk anschloss. Dieses ist ein sicheres Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Riesenvalisnerie.

    Nach dem Einsetzen meiner Hakenlilien war nach kurzer Zeit ein starkes Längenwachstum bei den Blättern zu beobachten. Auch die Anzahl der Blätter nahm bei jeder Pflanze stark zu. Es bildete sich ein dichtes flutendes Blattwerk im Aquarium, ebenso wie bei der Riesenvalisnerie. Um das Aquarium nicht zuwuchern zu lassen, musste alsbald die Sense angesetzt werden. Hierbei kürze ich mit einer Schere die Blätter regelmäßig ein (meist bei den monatlichen Wasserwechseln). Dieses Schauspiel wiederholt sich seitdem bis heute immer wieder aufs Neue, sodass ich die Hakenlilie als dankenswerte und genügsame Wasserpflanze für nicht zu kleine Becken (>150 l) ruhigen Gewissens empfehlen kann.

    Die Kulturbedingungen lassen sich knapp zusammenfassen:
    Die Wasserchemie weist einen pH-Wert von etwa 7,0-7,5 auf. Die Gesamthärte liegt bei etwa 15° GH, die Karbonathärte bei etwa 8° KH. Der Bodengrund hat eine Mächtigkeit von etwa 10 cm, bestehend aus Flusskies mit einer Körnung von ca. 1-2 mm. Gelegentlich erfolgen Düngerbeigaben. Die Beleuchtung erfolgt mit zwei Leuchtstoffröhren (30 bzw. 40 Watt) mit einer täglichen Betriebsdauer von 8 Stunden.

    Wer also vor einer ähnlichen Situation steht, wie ich sie damals hatte, der sollte ruhig mal eine Versuch mit der Hakenlilie starten.

    Eckhard Fischer, Aquarienclub Braunschweig


    Tiere sind keine Geschenke!

    Jedes Jahr wieder passiert es!

    Es ist Weihnachten, Ostern, das Kind oder Enkelkind hat Geburtstag! Ein schöner Anlass, dem süßen Kleinen einen Herzenswunsch zu erfüllen. Schließlich suchen wir als Angehörige ja über unsere Geschenke auch einen Weg in die Herzen unserer Kinder und Enkelkinder! Und wie oft haben wir schon Sätze wie " oh, ist das Häschen süß!" oder "Papa ich möchte auch so einen kleinen Hund!" gehört. Was liegt also näher, als den lieben Kleinen genau zu diesem Anlass so ein kleines Häschen, Hündchen oder auch ein Aquarium zu schenken. Schließlich sind junge Tiere ja so niedlich und passen ja auch so prima zu unserem Kind oder Enkelkind, und ein Aquarium braucht ja nun wirklich nicht viel Zuwendung. Aber ist das wirklich so? Klar sind junge Tiere niedlich! Aber passen sie wirklich zu unserem Kind oder Enkelkind! Nein!!!

    Im Grunde ist diese Art des Schenkens falsch und unüberlegt. Denn mit der Übergabe des Geschenks entstehen jede Menge Probleme. Wie oft hat die Praxis gezeigt, dass ein "tierisches" Geschenk noch nicht einmal mit den Eltern abgesprochen war. Natürlich würden die Eltern auch nie auf den Gedanken kommen, den lieben Opa oder die Oma zu bitten, das Geschenk wieder mitzunehmen. Schließlich wäre dieser beleidigt, die lieben Kleinen wären traurig und somit das so schön gedachte Familienfest wäre dahin. Statt Freude und Harmonie würden Tränen, Streit und Ärger vorherrschen. Und das alles soll dann die Schuld der Eltern sein? Nein, das will doch keiner auf sich nehmen. Also schlucken die Eltern ihre Zweifel und Einwände runter und handeln alle nach dem Motto: Nun ist das Tier da und eine Lösung werden wir auch noch finden - und irgendwie wird es schon gehen. Aber wie geht es dann weiter?

    Meist verlieren die Kinder schon nach wenigen Tagen das Interesse an dem neuen Haustier oder dem Aquarium und empfinden es als Belastung, sich darum zu kümmern. Auch die damit verbundenen Arbeiten wie Käfig sauber machen, Gassi gehen, Fell kämmen oder beim Aquarium Füttern oder Wasserwechsel durchführen, Scheiben reinigen, etc. werden als störend und unangenehm angesehen und somit gemieden. Die nötigen Arbeiten bleiben an den Eltern hängen und auch die entwickeln langsam immer mehr Frust gegen das nunmehr nicht ganz so neue Haustier. Hinzu kommen noch die zusätzlichen finanziellen Belastungen für Futter, Zubehör und eventuelle Tierarztkosten. Schnell wird der Entschluss gefasst, das Tier muss weg!

    Dem Tier droht also folgendes Schicksal (mal abgesehen davon, dass der Leidensweg bis hierhin schon unverantwortlich ist und von einer artgerechten Tierhaltung nicht gesprochen werden kann): Das Tier wird ins Tierheim abgeschoben, in der Natur ausgesetzt oder noch Schlimmeres!

    Aber das Tier ist "weg". Und nach ein paar harmonischen Familienfeiern stehen Opa oder Oma wieder mit einer tollen Überraschung da!

    Nein , das kann es doch wohl nicht sein!

    Ganz klar ist es sehr schön, wenn Kinder mit Tieren aufwachsen und frühzeitig Kontakt mit Tieren haben. Aber das Ganze sollte in der Familie wohl überlegt sein! Erst wenn sich alle gemeinsam über die Anschaffung eines Haustieres und die damit verbundenen Konsequenzen verständigt haben, kann das Ganze ein sinnvoller Weg sein, Kinder und Tiere zusammen zu bringen. Tiere sollen uns Menschen Freude machen, aber das können sie nicht, wenn sie durch eine nicht artgerechte Haltung und falsche Pflege leiden!

    In unserer heutigen Zeit ist es schon selbstverständlich, dass wir uns über alle wichtigen Anschaffungen im Vorfeld informieren, da werden technische Daten von Fernsehern, Hifi-Anlagen, Kameras, PCs und Autos verglichen, sämtliche Besonderheiten erfragt, mit Freunden oder Bekannten über deren Erfahrung diskutiert und so weiter. Aber ein Haustier wird einfach geschenkt oder angeschafft! Ohne im Vorfeld wichtige Informationen einzuholen. Und wenn sich jemand tatsächlich mal die Mühe macht, dann beschränkt es sich auf ein Minimum. Meist werden im Zoofachhandel noch einige Fragen zu Futter und Zubehör gestellt, die aber kaum Informationen über eine artgerechte Pflege geben.

    Hier sollte nach Plan vorgegangen werden. Als erstes sollte sich die Familie gemeinsam überlegen, welche Tiere in Frage kommen würden. Sicherlich gibt es innerhalb der Familie einige Personen die das ein oder andere Tier nicht gern in ihrer Nähe hätten. Nachdem alle in Frage kommenden Tiere feststehen, sollte über das zur Diskussion stehende Tier Informationen eingeholt werden, wie zum Beispiel Unterbringung, Platzbedarf, Futter und Zusätze, Fellpflege, Auslauf sowie zu Verhaltensweisen und Besonderheiten der Tiere. Auch für die Anschaffung eines Aquariums sollten einige Fragen im Vorfeld geklärt werden. Hierzu sollten die Mitarbeiter eines Zoofachhandels befragt werden. Des Weiteren empfiehlt sich auf jeden Fall, ein Blick in die Fachliteratur und das Gespräch mit Züchtern und erfahrenen Haltern dieser Tiere zu suchen. Auch ein Besuch bei einem ortsansässigen Verein, der sich mit den Tieren beschäftigt ist zu empfehlen. Denn auch hier findet man meist Menschen die schon seit langer Zeit Erfahrung mit dem Umgang dieser Tiere haben und einen auch gerne mit dem notwendigen Wissen versorgen. Zum Schluss sollte noch ein Besuch beim Tierheim auf dem Plan stehen, zumindest bei der Anschaffung von Kleintieren, Hunden oder Katzen.. Hier hat man eine weitere Möglichkeit, sich umfassend zu informieren und eventuell auch das eine oder andere Tier, welches auf eine Vermittlung wartet, kennen zu lernen. Wenn man all diese Schritte beherzigt und alle Informationsquellen ausgeschöpft hat, sollte sich die Familie noch einige Tage Zeit nehmen, und erst wenn es dann zu einem einstimmigen Ergebnis kommt, sollte das gewünschte Haustier oder das Aquarium angeschafft werden.

    Frank Dzinblewski, Aquarienclub Braunschweig


    DATZ Forum 2005 - Schwarzwasser

    Zum 10. Mal fand dieses Jahr am 17. und 18. September in Stuttgart das DATZ Forum statt. Als Veranstaltungsort wurde wieder ein bestens geeigneter Vortragsraum im Naturkundemuseum neben dem Zoo (Wilhelma) gewählt. Im Vorraum waren zur Einstimmung zwei Aquarien eingerichtet, die allerdings frisch dekoriert waren und aufgrund der Wassertrübung eher einem Weiß- denn einem Schwarzwasser-Biotop nahe kamen.

    Um kurz nach 10 Uhr eröffnete Rainer Stawikowski (Chefredakteur der DATZ) die Veranstaltung und freute sich über die ca. 200 Teilnehmer, die dieses sehr interessante Thema angelockt hat. Natürlich waren viele Stammgäste da und auch manch bekannter Aquarianer und Buchautor fand sich im Auditorium.

    Rainer Stawikowski und Claus Schäfer nahmen sich in Ihren Vorträgen der Frage an, was Schwarzwasser ist, wo es in Amazonien vor kommt und welche Entdecker sich um die Erforschung der Biotope verdient gemacht haben. So bevorzugte Humboldt die Reise durch Amazonien auf den mückenfreien Schwarzwasserflüssen, um nicht zerstochen zu werden. Warum das sogar für Moskitolarven lebensfeindliche Schwarzwasser so besonders ist, erläuterte Claus Schäfer. Er wies auf die besonderen Charakteristika hin, der extrem saure pH-Wert (unter pH 4,5), die Mineral- und Nährstoffarmut sowie der hohe Gehalt an Huminsäuren. Letztere sind auch die Ursache dafür, dass das Wasser so schön Cola-mäßig eingefärbt ist. Nicht erwähnt wurde, dass Schwarzwasser in der Siedlungswasserwirtschaft etwas anderes bedeutet und laut ISO 6107-7:1997 häusliches Abwasser ohne Grauwasser mit fäkalen Feststoffen ist, was allerdings auch eine überflüssige Information gewesen wäre.

    Hätten die nachfolgenden Referenten sich an die doch strenge Definition gehalten, wären einige Vorträge extrem kurz geworden, da in wirklichem Schwarzwasser kaum Interessantes an Tieren und Pflanzen gedeihen kann. So nahmen es die Referenten auch nicht ganz so eng und dehnten die Definition soweit aus, dass das Wasser zwar noch bräunlich klar aber doch etwas gehaltvoller und nicht so sauer sein darf. Ansonsten hätte Christel Kasselmann, die zugab, etwas voreilig den Vortrag über Wasserpflanzen aus Schwarzwasserbiotopen zugesagt zu haben, nichts Floristisches zeigen können. So durfte sie sich in diese saure Materie einarbeiten und alle freuten sich, dass ihr zu dem ungewöhnlichen Thema trotzdem ein Vortrag gelungen ist.

    Stefan Hetz, dem seine Uni-Karriere hilfreich und anzumerken war, ging auf die physiologischen Auswirkungen des Schwarzwassers auf Fische ein, und wie sie damit umgehen. Das chemische Verständnis der Zuhörer wurde zwar auf eine harte Probe gestellt, wobei der Vortrag dennoch sehr informativ war.

    Mit Kai-Erik Witte wurde Amazonien verlassen, und er ging auf Biotope in Asien ein. In seinem Vortrag, wie man in der Aquaristik geeignetes Schwarzwasser braut, gab er hilfreiche Tipps und zeigte wenige Bilder. Jeder der Zuschauer wird sicher nicht vergessen, wie alle gespannt auf das fertig eingerichtete Schwarzwasser-Becken gewartet haben, nachdem uns Kai-Erik das mit Filter und Technik vorbereitete Aquarium im Dia gezeigt hatte. Leider warteten wir vergeblich. Rainer Stawikowski bat ihn daher, Artikel und Fotos für die DATZ nachzureichen.

    Jürgen Schmidt ging nachfolgend auf verschiedene Zwerglabyrinthfische ein, während draußen vor dem Vortragssaal Ingo Koslowski und Friedrich Bitter ihre Vorträge vorbereiteten. Dabei einigte man sich darauf, dass Schwarzwasser mindestens leicht sauer und etwas braun ist. Die Entfernung zur Definition vom Morgen wurde größer…

    Da Ingo Koslowski mit dem Umstecken seiner Dias schneller war als Friedrich Bitter an seinem Laptop, wurde der Vortrag über die kleinen farbenprächtigen Fische Südamerikas vorgezogen. Friedrich Bitter ging dann anschließend, nachdem die von Stefan Hetz hervorragend betreute Laptop-Beamer- Kombination in den Griff bekommen wurde, auf Biotope in den USA ein und zeigte einige Krebsbiotope samt deren Bewohner.

    Auch wenn der Vortragstag lang war, einige zwischendurch in Träumen schwelgten und dabei nur ein Schnarcher zu hören war, war es ein gelungenes Samstagsprogramm. Die Veranstaltung wurde mit dem traditionellen geselligen Beisammensein im Aquarium der Wilhelma fortgesetzt. Bei Getränken und leckerem Buffet wurde weiter über die Aquaristik gefachsimpelt und die Aquarien bewundert. Einige konnten es auch wieder nicht lassen und mussten ihre Kamera auf Tiere und Besucher richten. Gegen 23 Uhr wurde aufgeräumt.

    Aufgrund des hervorragenden Wetters nutzten am Sonntag einige Besucher die Möglichkeit, durch die Wilhelma zu streifen, und die noch ausstehenden Vorträge zu schwänzen. Dennoch fanden sich an die 100 Besucher auch am Sonntag ein, um sich neben Vorträgen von Uli Schliewen, Wolfgang Tins und Rainer Stawikowski den legendären Film über's Feuerwasser von Wolfgang Tins anzusehen. Auch kam am Sonntag im Vortrag "Die Wirkung von Huminstoffen auf Fische" der chemische Ansatz nicht zu kurz.

    Zusammenfassend war es eine sehr gelungene Veranstaltung, für die es sich gelohnt hat, fünf Stunden Anreise quer durch die Republik in Kauf zu nehmen. Hoffentlich gibt es in Zukunft wieder solch interessante Themen, denn das DATZ Forum ist eine Reise wert.

    Kai A. Quante, Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Zur Zucht von
    C 118 Aspidoras spec.

    C118 Gruppenbild

    Es ist jetzt etwa 10 Jahre her, als ich mal wieder bei meinem Vereinsfreund Reiner Michalski durch den Fischkeller stöberte und dabei in einem Becken mir unbekannte Panzerwelse entdeckte. Die Tiere ähnelten auf den ersten Blick ein wenig gut bekannten Corydoras paleatus, aber die schlanke und längliche Körperform wollte nicht so recht passen. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass es sich um frisch importierte Schmerlenpanzerwelse aus Brasilien handelte, die der Gattung Aspidoras angehören. Nähere Angaben konnte ich von Reiner aber nicht erfahren.

    Da ich zuvor mit Aspidoras-Arten noch keine Erfahrungen gesammelt hatte, und mich die Tiere sofort angesprochen haben, bezogen 15 kleine Aspidoras-Welse meinen Zuchtkeller. Nach der mir vorliegenden Literatur konnte ich zunächst keine nähere Artbestimmung vornehmen, aber doch einiges über Schmerlenpanzerwelse, wie die Aspidoras auch genannt werden, erfahren. Nachfolgend fand ich heraus, dass es sich um eine unbeschriebene Aspidoras-Art mit dem Namenskürzel C118 handelte.

    Im Gegensatz zu den meisten anderen Panzerwelsen, die meist den Tag regungslos auf einem Fleck verbringen, sind die Schmerlenpanzerwelse den ganzen Tag über rege und wuseln auf Futtersuche durch das Aquarium. Die Weibchen, die mit ca. 50 mm Gesamtlänge ausgewachsen und damit ca. 10 mm länger als die Männchen sind, konnte ich recht früh an ihrem Leibesumfang und der Größe erkennen.

    Schon im Verlauf des ersten Jahr laichten meine Aspidoras ab und konnten seitdem bis zum heutigen Tage regelmäßig vermehrt werden. Unter den damals in meinem Zuchtkeller herrschenden Bedingungen lag die Hauptlaichzeit von ca. November bis März. Zu dem Zeitpunkt wurden bei mir sämtliche Aquarien mit Regelheizern bei einer Temperatur von ca. 25-26°C betrieben. So ergaben sich bis vor 4 Jahren kaum Temperaturschwankungen. Dann stellte ich zum Stromsparen meinen Fischkeller auf Raumheizung um. Da nach der Heizperiode ca. Mitte bis Ende Mai die Becken nicht mehr beheizt wurden, ergaben sich nun Temperaturunterschiede. Im Sommer lagen die Temperaturen in meinen Becken bei etwa 20 bis 25°C und im Winter wie bisher bei etwa 26 bis 27°C in den Aquarien. Durch die Temperaturabsenkung Anfang Juni wird eine einsetzende Regenzeit simuliert, was durch erhöhte Wasserwechselintervalle noch unterstützt wird. Füttere ich die Tiere nun noch besonders abwechslungsreich mit Wurmfutter und roten Mückenlarven, lässt das Ablaichen meist nicht mehr lange auf sich warten.

    Die Eier werden von den Schmerlenpanzerwelsen zu etwa 90% in den direkten Prallbereich der Filterströmung, an die Front oder Seitenscheibe angeheftet. Sie sind mit einer Größe von ca. 2 mm recht groß. Es werden, je nach Größe des Weibchens, in der Regel Gelegegrößen von 50 bis 60 Eiern erreicht. Da die Aspidoras bei mir immer am Tage abgelaicht hatten und ich dann auf der Arbeit war, konnte ich den eigentlichen Ablaichvorgang leider nie selbst beobachten. Er wird sich aber von anderen Panzerwelsarten nicht wesentlich unterscheiden.

    Nun zu meiner bewährten Aufzuchtmethode:
    Nach Auffinden der Eier sammle ich diese, mit den Fingern, von den Scheiben ab und überführe sie in ein etwa 1 Liter großes Kunststoffbecken. Dieses ist zu ca. 1/3 mit abgestandenem, belüfteten Leitungswasser befüllt, dem etwas Typaflavin beigegeben wurde. Die Larven schlüpfen bei etwa 25°C nach ca. 2,5 bis 3 Tagen und sind dann etwa 5 mm groß. Ich setze sie dann sofort in ein separates Becken, unter den gleichen Bedingungen, nur ohne Trypaflavin. Dieses Becken wird dann täglich durch Auspinseln gereinigt und ein ca. 90%er Wasserwechsel durchgeführt. Hierdurch wird die Bildung eines Bakterienrasen auf dem Boden verhindert, der bei den kleinen Welsen Pinselschwänze verursacht. Wenn dann die Larven, etwa am dritten Tag nach dem Schlupf, ihre erste Nahrung (Artemia) aufgenommen haben, überführe ich sie in ein identisches Becken mit einer dünnen Sandschicht. Hier befinden sich einige Turmdeckelschnecken dabei, die ein Ausufern eines Bakterienrasens verhindern und damit Deformationen und Ausfälle bei den kleinen Welsen verhindern. In diesen nicht gefilterten Behältnissen wechsele ich täglich das Wasser und belasse die kleinen Welse darin, bis sie 10 bis 12 mm groß geworden sind. Danach werden sie dann in etwas größere Becken umgesetzt, die mit luftbetriebenen Innenfiltern bestückt sind. Erst in den gefilterten Becken bekommen sie bei mir auch andere Nahrung in Form von Tabletten, oder Frostfutter. Die kleinen C118 erreichen nach 3-4 Monaten etwa eine Länge von 3,5 cm und könne dann an andere Aquarianer abgegeben werden.

    Armin Senger, 1. Vorsitzender Aquarienverein Hildesheim


    Schmetterlingsbuntbarsch - Mikrogeophagus ramirezi

    Schmetterlingsbuntbarsch Paar

    Mikrogeophagus ramirezi ist einer der schönsten und beliebtesten Aquarienfische, jedoch kein leichter Pflegling. Wildfänge sind selten zu erhalten, die hiesigen Aquarienstämme stammen fast ausschließlich aus Nachzuchten. In der Natur lebt dieser kleine Zwergbuntbarsch in Kolumbien und im westlichen Venezuela.

    Die im Handel anzutreffenden Tiere stammen häufig aus asiatischen Massenzuchten, wo die Tiere nicht genügend Abwehrstoffe bilden können oder sogar unter permanenter Zugabe von Medikamenten aufgezogen werden. Solche Tiere haben ein sehr schwaches bzw. gar kein Immunsystem und erkranken schon nach kurzer Zeit. Oft sieht man dies schon in den Händlerbecken, sind die Tiere noch nicht lange da, beginnt das Sterben erst beim neuen Besitzer.

    Vielfach erzählen die Händler, sie würden nur deutsche Nachzuchten verkaufen, und diese seien an das hiesige Leitungswasser (welche Härte es auch immer hat) angepasst. Ein Trugschluss, wenn man nun denkt, dass die Tiere also keine besonderen Werte benötigen. Die Jungen wurden bei weichem Wasser aufgezogen und erst vor dem Verkauf an härteres Wasser "gewöhnt". Dies halten sie dann auch eine Zeitlang aus, doch sind sie auf lange Sicht dann Todeskandidaten. Der inzwischen so sorglose Kommentar: "ach, Immunleichen, die halten nicht lange" ruft immer wieder Ärger in mir herauf.

    Für eine erfolgreiche Haltung sollte man diesen wunderschönen Tieren mindestens 80 Liter Beckenvolumen bieten, Sandboden, dichte Bepflanzung und einen ruhigen Beibesatz. Ein ganz wichtiges Augenmerk sollte auf den Wasserwerten liegen. Ramirezis brauchen weiches, saures Wasser mit folgenden Werten: pH 5-6,5; KH 0-2°; GH 0-4°; Leitwert <120µs/cm; Temp. 26°-29°C

    Regelmäßige Wasserwechsel (etwa wöchentl. 40%) senken den Keimdruck und tragen zum Wohlbefinden bei. Die Fütterung sollte abwechselungsreich sein (gefrorene weiße/ schwarze Mückenlarven, Cyclops, Artemien, Bosmiden, Daphnien etc.), aber auch Lebendfutter ist sehr wichtig. Dabei habe ich mit Enchyträen, roten Mückenlarven und Tubifex schlechte Erfahrungen gemacht, was auf belastete Futtertiere zurückzuführen ist. Meinen Beobachtungen nach reagieren Ramirezis auf eine CO2-Konzentration von mehr als 15 mg/L mit Dunkelfärbung und beschleunigter Atmung. Man sollte daher darauf achten, diese Menge nicht zu überschreiten.

    Beim Kauf von Tieren sollte man darauf achten, nicht ausgewachsene, sehr große Exemplare zu erwerben, denn diese haben meist schon den Zenit ihres Lebens erreicht.

    Sicherlich wirken sie farbenfroher und schöner, der Kopf bulliger (breiter im Gegensatz zu dem Körper), aber mit etwas Geduld sieht man dann aus einem noch recht blassen Jungtier einen wunderschönen Barsch heranwachsen. Man sollte die Geschlechter aber eindeutig unterscheiden können. Da Ramirezis selten älter als 3 Jahre werden, 2-2,5 Jahre ist ein gutes Alter, kann man sich dann wenigstens diese Zeit noch an ihnen erfreuen. Auch sollte der Bauch immer noch rund sein, leicht nach innen gewölbte Bauchlinien weisen auf eine schlechte Ernährung hin und bei großen bunten "Pracht-Exemplaren", dass sie schon körperlich abbauen.

    Hält man sich an die oben beschriebenen Punkte, dann sollte man lange Freude an diesen wunderschönen Barschen haben. Die Anschaffung dieser Tiere sollte also gut überlegt sein... Dann blühen sie auch auf und bereiten bei der Pflege und Nachzucht sehr viel Freude. Für mich gab es bisher nichts schöneres als zuzusehen, wie ein Paar seine Jungen aufzog.

    Die Nachzucht in einem 60er Becken erfolgte mit folgenden Wasserwerten und -bedingungen: pH-Wert ~5, KH/GH/NO2/NO3/PO4 mit Tropfentest nicht nachweisbar, Leitwert ~60µs/cm, Temperatur ~27,5 °C, Torffilterung, Eichenlaub, wöchentliche Zugabe von Spurenelementen, Einsatz einer Umkehrosmose-Anlage.

    Mein Zuchtpaar hat immer auf einem ins Zuchtbecken eingebrachten Eichenblatt abgelaicht, obwohl auch flache Steine oder auch Anubiaspflanzen zur Verfügung standen. Sie begann die Balz, umschwamm ihn und zitterte dabei, die Legeröhre war deutlich sichtbar. Immer wieder putzte sie das Blatt, schwamm das Männchen an und forderte ihn somit auf, es ihr gleich zu tun. Schließlich kam er hinzu und sie begann mit der Eiablage (zw. 100-250 Stück). Nach und nach platzierte sie mit Hilfe ihrer Legeröhre den Laich auf das Blatt, das Männchen glitt dann dicht über das Gelege und besamte es. Dieser Vorgang zog sich über mehrere Stunden hin.

    Die Eier waren zuerst gelblich, wurden dann immer klarer, bis man schließlich schon den Schatten der Jungtiere erkennen konnte. Das Männchen übernahm die Brutpflege, stand mit leicht eingebogenen Körper über dem Gelege und fächelte mit den Seitenflossen Frischwasser zu, verpilzte Eier wurden gefressen. Das Weibchen löste ihn nur kurz ab, anscheinend nur zur Paarbindung, sicherte sonst die Umgebung. Am Ende des 2. Tages spuckte das Männchen eine hauchdünne Sandschicht auf das Gelege. Schnecken wurden energisch solange attackiert, bis sie entweder das Weite suchten, oder "man" sie mit dem Maul wegschieben konnte.

    Nach ca. 3 Tagen schlüpften die Jungen und wurden von beiden Eltern in eine Sandkuhle umgebettet, welche beide Elterntiere abwechselnd ausgehoben haben. Dabei schoben sie den Sand mittels des Bauches und kräftig schlagenden Flossen von der erwählten Stelle fort, bis eine ca. 10 cm im Durchmesser und 2 cm tiefe Einbuchtung entstanden war.

    Wie schon beim Bau der Kuhle, so wurde auch beim Transport der Jungen die Brut nicht aus dem Auge gelassen, die Elterntiere sicherten immer wieder, bis sie sich in der Mitte des Weges trafen und strebten dann schnell ihr Ziel an. Sorgfältig wurde auch noch bis zum späten Abend immer wieder das Blatt abgesucht, ob nicht doch eine Larve übersehen wurde.

    Das Freischwimmen erfolgte nach weiteren 3 Tagen, indem die kleinen Larven in rotierenden Bewegungen unkontrolliert aufstiegen. Dabei wurden sie von der intensiv wachenden Mutter (die permanent frisches Wasser zufächelte) mit dem Maul eingefangen und in die Kuhle zurückgespuckt. Das Männchen übernahm nun mehr den absichernden Teil.

    Gefüttert wurde am zweiten Morgen nach dem Freischwimmen mit frisch geschlüpften Artemianauplien, die ich mittels einer Spritze und aufgesetztem Luftschlauch direkt in den Jungfischschwarm einbrachte. Besser wären aber am Anfang sicherlich Pantoffeltiere gewesen, die aber nicht verfügbar waren.

    5 Tage nach dem Schlupf waren dann alle fleißig im Becken unterwegs. Die Jungen wurden abends in die Kuhle verfrachtet. Ich hatte eine kleine Diode als Nachtlicht angebracht, denn meine Beobachtung war, dass die Kleinen völlig kopflos beim Ausschalten des Lichtes durch das Aquarium schossen und die Eltern in Panik gerieten. War aber ein winziges Nachtlicht vorhanden (an der Kuhle, im unteren Bereich außen angebracht), so sammelten sie die Jungen ein und wachten auch über den im dichten Pulk am Boden liegenden Kleinen.

    Gefüttert wurde bis zu 10 mal am Tag, je nachdem wie oft ich konnte, mindestens jedoch 5 mal. Als die Kleinen ca. 2 Wochen alt waren, bekam das Elternpaar sich heftig in die Wolle und ich befürchtete schon das Schlimmste. Das Weibchen schien ein neues Gelege vorbereiten zu wollen, obwohl sie noch Junge führten. Aber anscheinend konnten sich die beiden einigen und führten zwei Tage später wieder harmonisch und gewissenhaft in diesem Aquarium weitere 3 Wochen ihre Jungtiere. Dann setzte ich sie samt Brut in ein größeres Becken (120x35x40cm) um.

    Dort führten sie nicht ganz weitere 2 Wochen, bis ich sie trennte, da das Weibchen wieder ein Gelege vorbereitete und diesmal auch die Laichpapille zu sehen war.

    Die Kleinen blieben schon seit etwas über 2 Wochen zwar in Kontakt mit den Elterntieren, durchstöberten aber schon das gesamte Aquarium. Immer mehr sonderten sich ab und gingen ihren eigenen Weg, ich sah es also nicht als Verlust für sie an, die Eltern zu entfernen, zumal das Männchen langsam etwas gereizt wirkte. Bis dahin war eigentlich alles noch kein Problem, doch schon die kleinen Ramirezi-Männchen fingen an Reviere aufzuteilen und lieferten sich schon erstaunliche Streitereien und das mit gerade mal 2,5-3 cm!!!

    Ebenfalls darf man die enorme Fütterungsbelastung für die jeweiligen Becken nicht vergessen. Täglicher Wasserwechsel von knapp 40-70% waren angesagt, je nach Belastung. Auch die Umstellung von lebenden Artemien/Daphnien/Mikrowürmchen (Essigälchen wurden verschmäht!) auf Frostfutter (Cyclops, Daphnien, Moina) scheiterten. Mit knapp 10 Wochen erst nahmen sie gefrorene feine schwarze Mückenlarven an und zwei Wochen später dann auch endlich Cyclops und Moina und kurz darauf dann auch Flockenfutter.

    Die Aufzucht und Brutpflege zu beobachten, war mein bisher schönstens Erlebnis in der Aquaristik und ich denke, ich werde früher oder später wieder zu der Pflege dieser wunderschönen Fische zurückkehren.

    Verena Kuhl


    Blauaugen

    Schmetterlinge unter Wasser

    Pseudomugil furcatus

    Sie flattern regelrecht durch das Aquarium, spreizen ihre Flossen bis zum Zerreißen oder klappen sie in atemberaubender Schnelle auf und zusammen. Ihre Körper sind meist unscheinbar - häufig hellbraun gefärbt. Aber die Flossen: Gelb oder orange, schwarz oder schwarz-weiß gerandet, fahnenartig vergrößert und mit vielen schwarzen Punkten oder einer fast körperlangen ersten Rückenflosse. Es handelt sich um Blauaugen, 3-6 cm lange Fische.

    Herkunft: Blauaugen der Familie Pseudomugilidae bewohnen (mit einer Ausnahme) küstennahe Gewässer im Osten und Norden Australiens sowie auf der Insel Papua-Neuguinea.

    Wasserwerte: Die Werte in den natürlichen Vorkommensgebieten (meist Bäche und kleine Wasseransammlungen) sind je nach jahreszeitlichen Schwankungen unterschiedlich. Im Aquarium sollten folgende Werte angestrebt werden: Temperatur zwischen 23 und 28°C, pH-Wert um oder etwas über 7, Gesamthärte bis 30°dH. Da viele Blauaugen in küstennahen Gewässern vorkommen, ist ein gelegentlicher leichter Salzzusatz empfehlenswert, aber keine Bedingung. Er steigert das Wohlbefinden und schützt vor Krankheiten. Mindestens zwei Arten tolerieren (Pseudomugil signifer) bzw. benötigen (Pseudomugil cyanodorsalis) Salzzugaben von 10-40 mg/l.

    Pflege: Blauaugen werden ja nach Art zwischen 3 und 6 cm groß. Pro Art sollten mindestens 6 Tiere gehalten werden, denn es handelt sich um Gruppen- bzw. Schwarmfische. Daraus ergibt sich eine erforderliche Beckengröße von mindestens 40 Litern. Am besten kann man folgende Arten miteinander vergesellschaften: Pseudomugil signifer mit Ps. furcatus, Ps. conniae und Ps. tenellus oder Ps. gertrudae mit Ps. mellis und dem Regenbogenfisch Iriatherina werneri. Als Beifische eignen sich ebenfalls kleine Salmler oder Rasbora- bzw. Boraras-Arten. Kleine Grundeln und Otocinclus-Welse runden das Bild ab. Die Bepflanzung kann weitestgehend dem eignen Geschmack entsprechen. Freier Schwimmraum auf der einen und Rückzugsmöglichkeiten auf der anderen Seite sollten jedoch angeboten werden. Javamoos oder andere feinfiedrige Pflanzen eignen sich sehr gut als Laichsubstrat.

    Futter: Zu empfehlen ist natürlich Lebendfutter in Form von Artemien, Cyclops, kleinen Wasserflöhen und Grindalwürmern. Aber auch gefrostete Kleinkrebse und Mückenlarven sowie qualitativ hochwertiges Flocken- und Granulatfutter werden von fast allen Arten gern gefressen. Ich favorisiere Cyclops, weil diese wegen ihrer Größe von allen Blauaugen bewältigt werden können und sich durch einen hohen Anteil an Karotin günstig auf die Farben der Fische auswirkt.

    Zucht: Blauaugen gehören zu den Dauerlaichern. Man kann sie nahezu täglich beim Imponieren, Balzen und Laichen bewundern. Das Schauspiel beginnt bei den meisten Arten am frühen Nachmittag, wenn die Männchen um die Rangordnung kämpfen, indem sie durch Spreizen der Flossen dem Gegner zeigen, wie groß und stark sie sind. Die Sieger umwerben danach die Weibchen durch elegantes Umschwimmen mit angelegten bzw. flatternden Flossen. Dabei kommen sich die Partner immer näher und suchen sich einen geeigneten Laichplatz (bevorzugt Javamoos oder andere feinfiedrige Pflanzen) aus. Pro Laichakt, bei dem das Paar sich eng aneinander schmiegt, werden meist 1-3 Eier befruchtet und in das Laichsubstrat gedrückt. Nun sind die Eier etwa 2 Wochen sich selbst überlassen. Frischgeschlüpfte Jungfische haben keinen Dottersack und müssen demzufolge sofort angefüttert werden. Großer Vorteil: die größeren Arten (Pseudomugil signifer und Co.) nehmen sofort frisch geschlüpfte Artemia, die kleinen füttert man in den ersten Tagen mit gefrosteten Rädertierchen oder einem guten Staubfutter. Durch die geringe Eizahl sind Blauaugen weniger für den Großzüchter, aber um so mehr für den Liebhaber geeignet.

    Empfehlenswerte Arten: Bis April 1999 wurden 17 Arten beschrieben, was darauf schließen lässt, dass weitere Neuentdeckungen im politisch und geographisch schwer zugänglichen Irian Jaya folgen werden. Die Internationale Gesellschaft für Regenbogenfische (IGR) bemüht sich, die Importe zu züchten und so der Nachwelt zu erhalten. Dennoch ist etwa die Hälfte der Arten (noch) nicht in Europa verfügbar. Im Folgenden möchte ich 6 Arten näher vorstellen, die im guten Zoofachhandel oder beim Liebhaberzüchter erhältlich sind.

    Pseudomugil conniae
    Sie ist eine Art, die Mitte der 80er Jahre unter dem Namen Popondetta conniae in unsere Aquarien gelangte. Der große Kenner und Regenbogenfischfreund Gerald Allen, von der Universität Perth, nannte die Art zu Ehren seiner Frau. Ps. conniae werden ca. 5 cm groß. Obwohl über 10 Jahre in unseren Aquarien vertreten, ist sie nur selten erhältlich, da die Tiere meist nur 1-2 Eier pro Tag produzieren. Die Grundfärbung der Männchen ist gelb mit breiten schwarzen Streifen in beiden Rücken- und Afterflossen.

    Pseudomugil furcatus (Gabelschwanz-Blauauge)
    Dieser ähnelt der vorab beschriebenen Art, nur fehlen die schwarzen Binden in den Flossen. Dafür ist die Schwanzflosse durch eine breite gelbe Umrandung besonders markant. Durch qualitativ hochwertiges Futter,

    wie Artemien oder Cyclops, können Männchen mit orangefarbenen Spitzen der 1. Rückenflosse und der Brustflossen herausgezüchtet werden. Eine attraktive und eher häufig erhältliche Art.

    Pseudomugil gertrudae (Gepunktetes Blauauge)
    Die bis zu 4 cm groß werdenden Fische sind die aktivsten Blauaugen. Den ganzen Tag über sind sie auf Achse, indem sie "unter Männern" die Flossen aufstellen oder die Weibchen umflattern. Über Körper und Flossen, die je nach Herkunft verschieden lang sein können, sind kleine schwarze Punkte verteilt. Je nach Vorkommensgebiet unterscheidet man Tiere mit weißen, gelben oder orangefarbenen Brustflossenspitzen.

    Pseudomugil mellis (Honig-Blauauge)
    Dieses Blauauge ist mit nur 3 cm Größe ein kleines Schmuckstück. Die Körperfarbe gab den Tieren ihren Namen. Die Flossen sind schwarz-weiß gerandet. Bei der Balz tritt dieser Kontrast besonders stark hervor. Honig-Blauaugen sind eher zurückhaltend und nehmen sich sogar beim Fressen Zeit. Sie legen wenige Eier, die nicht alle befruchtet sind. Deshalb gelten diese Tiere als seltene Kostbarkeit.

    Pseudomugil signifer (Schmetterlings-Blauauge)
    Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich 2.000 km entlang der australischen Pazifik-Küste. Wegen der großen geographischen Verbreitung in voneinander isolierten Gewässern sind bisher 15 verschiedene Formen in reinen Süßwasser- bis Meerwasserbiotopen bekannt. Besonders spektakulär sind die Tiere aus dem Ross-River in der Nähe von Townsville. Männchen besitzen extrem lange erste Rückenflossen, die den Tieren beim Imponieren ein bizarres Aussehen verleihen. Obwohl schon mehr als 20 Jahre bekannt, wurde die Variante erst 1997 durch Mitglieder der IGR nach Europa eingeführt. Aber auch andere Formen der Schmetterlings-Blauaugen bestechen durch die Pracht und Länge ihrer schwarz-weiß-gelben Flossen. Die Jungfische sind relativ groß, sodass die Zucht kein Problem darstellt.

    Pseudomugil cyanodorsalis (Blaurücken-Blauauge)
    Sie bewohnen küstennahe Gewässer und das Meer im Norden Australiens. Wenn man die Tiere in reinem Süßwasser hält, sind sie hinfällig und zeigen nicht ihre Farbenpracht. Wer jedoch ein kleines Brackwasserbecken (ca. 20 l mit einer Dichte von 1010) mit Fadenalgen oder Javafarn ausstattet, kann sich am Balzspiel dieser kleinen Prachtstücke von knapp 3 cm Länge erfreuen. Männchen haben einen leuchtend blauen Rücken sowie schwarz-gelbe After- und Rückenflossen, was einen herrlichen Kontrast ergibt.

    Harald Hildebrandt, Seepferdchen Oschersleben


    Mexikanischer Kampfkrebs

    Hyallela azteca

    Mexikanischer Kampfkrebs

    Diese Flohkrebs-Art aus Mexiko ist als blinder Passagier Mitte der 90er Jahre beim Import von Lebendgebärenden nach Deutschland gekommen und hat durch Bernd Poßeckert weite Verbreitung in der Aquaristik gefunden. Auf ihn geht auch der Populärname zurück, wobei die Aufschrift "Vorsicht Kampfkrebse" lediglich als Abschreckung für Postangestellte auf den an Aquarianer versendeten Päckchen stand und nicht als Artbezeichnung gedacht war.

    Die bis 1 cm groß werdenden Flohkrebse sind in der Aquaristik sowohl ein Segen als auch ein Fluch. Einerseits werden Sie sehr gern von einigen Fischarten, insbesondere kleineren Kugelfisch-Arten gefressen (z.B. Carinotetraodon lorteti). Sie können andererseits auch sehr lästig werden, da sie sich von pflanzlichem Futter ernähren und auch vor feinfiedrigen Pflanzen, wie Javamoos, nicht Halt machen.

    Auch anderen Fischen, die die Krebschen nicht so gern fressen, sind sie für schlechte Zeiten, z.B. Urlaub des Aquarianers, eine willkommene Notration.

    Die kleinen Tierchen halten sich am Substrat im ganzen Becken auf, leben aber bei Feindbesatz meist zwischen den Steinen im Mulm am Boden, in feinen Pflanzenbeständen aus Riccia oder Javamoos oder auch in Schaumstoffmatten des Innenfilters. Da sie sich im Filterschwamm auch von sich dort ansammelndem Mulm ernähren, verstopfen die Schwämme des Hamburger Mattenfilters nicht so schnell.

    Hyallela azteca benötigen zur erfolgreichen Vermehrung Temperaturen zwischen 25°C und 28°C, eine Gesamthärte des Wassers ab 10°dgH und pH-Werte ab 7. Werte jeweils darunter verhindern eine massenhafte Vermehrung. Gefüttert werden kann mit Grünfutter, wobei sich bei mir gefrorene Mango (siehe Foto), Spinat, Gurke und sonstiges Fischfutter bewährt hat. Es werden allerdings auch gefrorene Mückenlarven gefressen, und kleine wehrlose, noch nicht schwimmfähige Jungfische sind ebenfalls nicht sicher vor ihnen.

    Kai A. Quante, Leiter VDA Arbeitskreis Wirbellose in Binnengewässern: www.wirbellose.de


    Tierpark Blijdorp in Rotterdam

    Tierpark Blijdorp in Rotterdam

    Bei einem Kurzbesuch in Holland besuchten wir den Tierpark Blijdorp in Rotterdam. Wir begannen unsere Entdeckungsreise natürlich im "Oceanium". Im Eingangsbereich begrüßte uns die Brandung der Nordsee mit ihrer Tierwelt wie Garnelen, Krabben sowie kleinen Fischen.

    Der Weg führte weiter in den Atlantischen Ozean, den wir durch einen riesigen Tunnel durchschritten, über uns Haie, Riesenwasserschildkröten und andere Fische. Wir nahmen Platz, um diesen gigantischen Eindruck in uns aufzunehmen.

    Von dort ging es in eine Halle, in der es Informationen zu Walen gab. Gleich daneben war das Publikumslaboratorium, in der wir sehen konnten, wie Plankton zur Aufzucht von Meerwassertieren und zur Fütterung von Seepferdchen hergestellt wird. Fragen zu dem Themenbereich wurden durch Mitarbeiter fachgerecht beantwortet, wobei unser Holländisch nicht so gut war. Aber es ging auch mit englischen Sprachkenntnissen recht ordentlich.

    Faszinierend waren die vielen kleinen Aquarien mit reichlich trächtigen Seepferdmännchen. Wenn man weitergeht wird die Luft immer wärmer, es geht in die Tropen. Wir konnten viele Becken mit Bewohnern des Korallenriffes betrachten. Es waren Becken aus jeder Schicht im Riff zu sehen, von tiefen Schichten bis hoch zur Riffkrone mit Korallen und den Fischen.

    Dann kamen wir in den Mangrovenwald, wo es galt, im flachen Wasser nach Tieren zu suchen. Wir fanden Schwärme von kleinen Fischen, aber auch Rochen und Schlammspringer. Dort leben auch Krokodile und Wasserschildkröten.

    Weiter geht es zu den Antillen und nach Südamerika. Auch hier gab es schöne Fische, die auch aus heimischen Aquarien bekannt sind, nur sind diese Becken hier wesentlich größer. Es waren auch Echsen und Vögel zu sehen.

    Nun mussten wir eine Klimaschleuse passieren und waren im arktischen Teil unseres Wasserplaneten. Wir hatten die Falklandinseln betreten und konnten den Pinguinen beim Schlafen und Tauchen zusehen. Die Pinguine werden nicht nur gehalten, sondern erfolgreich nachgezogen.

    Wieder eine Klimaschleuse und schon geht es auf die Galapagosinseln mit ihren Riesenschildkröten. Von dort wanderten wir nach Mexiko, wo es viele Reptilien zu sehen gab.

    Zum Schluss dieses Rundganges kommt dann die kalifornische Küste mit ihren Kelpwäldern unter Wasser. In diesen riesigen Seetangwäldern tummelten sich Seelöwen und Seeotter.

    Der weitere Weg führte uns durch die Außenanlagen, die im Zoo so üblich sind. Allerdings fielen uns hier die oft fehlenden Zäune auf. So ist man schnell mit den Erdmännchen Auge in Auge, sie stehen auch für ein Foto still. Die Anlagen sind tierfreundlich gestaltet, der Besucher muss schon aufmerksam betrachten und teilweise auch ein wenig die Tiere suchen.

    Anschließend ging es ins Tropenhaus. Dort gab es viele Arten von Schmetterlingen, Spinnen, Skorpionen, sowie viele Insekten, z. B. Stabschrecken, Gottesanbeterinnen, Schaben und Käfer. Die Insektarien sind naturnah gestaltet und daher schön anzusehen. Die Reptilien, wie Echsen und Schlangen sind in einem hervorragenden Zustand und leben in großzügig gestalteten Terrarien. Diese gute Haltung kann man auch in der Aufzuchtstation sehen, wo die kleinen Tiere gehalten werden. Durch Glasscheiben abgetrennt kann der Besucher dort die Brutapparate mit Eiern sehen, sowie frisch geschlüpfte Tiere in kleinen Aufzuchtbehältern.

    Der Zoo ist insgesamt sehr schön gestaltet, nach Themen gegliedert und mit Ruhezonen für Besucher ausgestattet. Diese Ruhezonen oder auch ein Cafe brauchten wir auch, denn der gesamte Besuch dauerte rund sechs Stunden. Wobei wir allein im Oceanium gut zwei Stunden staunend verbrachten. Wir können jedem empfehlen, bei einem Besuch in Holland diesen Zoo zu besuchen.

    Elke Reese & Werner Schmidt, Aquarienclub Braunschweig e.V.