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XXII. Fishlight

März 2005

Inhaltsverzeichnis

  • Oranger Zwergkrebs, Cambarellus patzcuarensis
  • Einrichtung eines Aquarium
  • Nitrat im Wasser
  • Heimische Fischarten für Aquarium und Teich
  • Das Problem gebietsfremder Tiere und Pflanzen
  • Jubiläum - 5 Jahre Wasserproben-Team
  • Farne für die Unterwasserlandschaft
  • Je oller, desto doller - ein Wels im besten Alter
  • Projekt: Schulaquarium

  • Oranger Zwergkrebs,
    Cambarellus patzcuarensis

    Die Nominatform von Cambarellus patzcuarensis ist graubraun gefärbt. Die Herauszüchtung der orangen Farbe, wodurch die Tiere das Interesse der Krebsliebhaber geweckt haben, verdanken wir wahrscheinlich Juan Carlos Merino (Holland).

    Herkunft
    Cambarellus patzcuarensis kommt ausschließlich im Lago de Pátzcuaro (Bundesstaat Michoacán/Mexiko) vor. Die Leitfähigkeit des Sees beträgt übers Jahr gemittelt ca. 800 ms, wobei der pH-Wert um 9 liegt und die Gesamthärte zwischen 12,5 und 18 dGH schwankt. Die Jahreswassertemperaturen reichen von 15°C bis 25°C.

    Haltung
    Aus den im Heimatbiotop bekannten Werten kann man die Werte fürs heimische Aquarium ableiten, wobei auch pH-Werte von etwas unter 7 sowie weiches Wasser mit dGH um 6 möglich sind. Bei höheren Temperaturen ab 22°C sollte darauf geachtet werden, dass die Aquarien gut belüftet sind, um den Sauerstoffgehalt hoch zu halten. Durch regelmäßige nicht zu extreme Wasserwechsel muss die Wasserbelastung durch Stickstoffverbindungen (Nitrat/Nitrit) möglichst niedrig gehalten werden.

    Die Einrichtung sollte abwechslungsreich mit vielen Pflanzen und Verstecken erfolgen. Ein dunkler Bodengrund mit einer Mulmschicht und Eichen- oder Buchenlaub (im Winter trocken im Wald gesammelt) bilden die Basis für die erfolgreiche Haltung und auch Zucht. Als Filter haben sich bei mir Hamburger Mattenfilter mit Luftheber bewährt, da sie hervorragende Wasserreinigungs-arbeit leisten, das Wasser mit Sauerstoff anreichern und die Quelle für den Mulmboden darstellen, denn ich drücke die Filter, sofern sie nicht mehr genug Wasser durch lassen, im Aquarium aus, so dass sich der Filterschlamm mit seinen Mikroorganismen am Aquarienboden absetzt. Die Filterbakterien sind dann weiter aktiv und die Mikroorganismen bilden eine Nahrungsgrundlage für Jungkrebse.

    Auf Grund der geringen Größe von maximal 4 cm lässt sich die Art auch schon in Aquarien ab 50 Liter Volumen gut pflegen. Bei abwechslungsreicher Einrichtung mit vielen Verstecken lassen sich darin 10 bis 20 erwachsene Tiere mit Nachwuchs halten. Einen Überbesatz wird es dabei nicht geben, da bei zunehmender Individuenzahl auch der Kannibalismus zunimmt.

    Bei mir vermehren sich die Tiere derzeit sehr gut bei 18°C, pH 6, 3 dKH, 8 dGH, 0 Nitrit und ca. 15 mg/l Nitrat. Außerdem wird täglich ca. 10% Wasser automatisch durch kaltes Leitungswasser ersetzt.

    Vergesellschaftung
    Eine Vergesellschaftung mit Harnischwelsen oder kleineren Fischen, die den Jungkrebsen nicht nachstellen, ist gut möglich.

    Auch können Zwerggarnelen mit eingesetzt werden. Dabei ist der Erfolg jedoch stark abhängig von Beckengröße, Einrichtung und Besatzdichte, denn frisch gehäutete Garnelen, die die Krebse auf ihren Streifzügen durchs Aquarium erbeuten, werden gefressen. Die Vergesellschaftung mit anderen Krebsarten empfiehlt sich nicht, da sie sich entweder gegenseitig auffressen oder es bei anderen Cambarellus-Arten evtl. auch zu Bastarden kommen kann.

    Ich selbst bevorzuge die Arthaltung. Dann sind die kleinen Krebse wenig scheu und auch tagsüber im Aquarium unterwegs.

    Futter
    Die Fütterung sollte sehr abwechslungsreich erfolgen, wobei bei mir tierische Kost der pflanzlichen vorgezogen wird. Meine Tiere füttere ich viel mit Frostfutter, entkapselten Artemia aber auch handelsüblichem Granulat- sowie Flockenfutter. Auch das Laub von Eiche und Buche wird gefressen, dient dem Wohlergehen der Tiere und fördert die Häutung, wodurch die Tiere wachsen. Besonders gern werden lebende Artemia und Wasserflöhe gejagt und gefressen.

    Zucht
    Da die Art nur ungefähr 1,5 Jahre alt wird, tritt die Geschlechtsreife zwischen dem 3. und 4. Monat bei einer Größe von 15 bis 20 mm recht früh ein, was jedoch stark von der Ernährung und den Wassertemperaturen bzw. der Wasserqualität abhängt. Aufgrund der geringen Lebenserwartung und des doch recht hohen Preises ab wenigstens 20 € (meist 30 bis 50 €) für ein Pärchen sollte man als Halter auch die Zucht anstreben. Durch die Begattungsgriffel der Männchen sind die Geschlechter ab 15 mm schon sehr gut zu unterscheiden, wenn man gute Augen hat oder eine Lupe zu Hilfe nimmt (siehe Bilder).

    Was bei der Haltung und beim Futter angesprochen wurde, gilt für die Zucht erst recht. Eier tragende Weibchen benötigen Höhlen, um sich während der 3- bis 5 wöchigen Tragzeit vor den anderen Beckeninsassen verstecken zu können. Dafür bieten sich auf einer Seite geschlossene Bambus- oder Tonröhren an, die einen Innendurchmesser von 10 bis 15 mm haben und mindestens 5 cm lang sein sollten.

    Die Begattung erfolgt kurz nach der Häutung der Weibchen. Dabei dreht das Männchen das Weibchen auf den Rücken und übergibt mit seinen "Begattungsgriffeln" ein Spermapaket in die Nähe der weiblichen Geschlechtsöffnung.

    Dieser Paarungsakt kann sich bis zu einer Stunde hinziehen. Nach einigen Tagen gibt das Weibchen dann seine Eier ab, die nach Auflösung des Spermapaketes befruchtet werden.

    Die 20 bis 60 Eier werden vom Weibchen an den Pleopoden (Schwimmfüßen) getragen und durch Bewegung mit Sauerstoff versorgt. Abgestorbene oder nicht befruchtete Eier werden vom Weibchen entfernt und gefressen. Die Jungkrebse schlüpfen nach ca. 4 Wochen, machen einige Häutung am Hinterleib der Mutter durch, eh sie als fertige Jungkrebse mit einer Größe von 3 mm ihre Mutter verlassen.

    Die Aufzucht der Jungkrebse kann in Gesellschaft der Alttiere erfolgen, wenn es viele Verstecke gibt und abwechslungsreich auch mit feinem Futter gefüttert wird.

    Sofern sich keine frei schwimmenden Fische im Aquarium befinden, werden sich die kleinen Krebse überall im Aquarium aufhalten und auch viel zu sehen sein. Normalerweise gehen sich die Krebse aus dem Weg. Aber wenn sie sich doch einmal begegnen wird kurz mit den Scheren gedroht oder gerangelt und umgehend nimmt einer der Kontrahenten durch einen schnellen Schwanzschlag Reißaus.

    Fazit
    Nach meinen Erfahrungen sind Cambarellus patzcuarensis wie auch andere kleine Cambarellus-Arten zwar aufgrund ihrer Größe gut mit kleineren Fischen zu vergesellschaften, kommen aber erst im Art-Aquarium richtig zur Geltung.

    Manch einer mag evtl. keine ein Zentimeter hohe Mulmschicht am Aquariumboden mit sich zersetzenden Blättern darauf und auch keinen dichten Pflanzenwuchs, der den Blick kaum 15 cm ins Becken lässt. Solche "Reinlicheits- bzw. Ordnungsfanatiker" werden dann auch nicht viel Freude mit den kleinen Kobolden haben, wenn sie das Aquarium penibel sauber halten, ohne den Bedürfnissen der Krebse gerecht zu werden.

    Kai A. Quante, www.wirbellose.de


    Einrichtung eines Aquarium

    Ein Haustier von einer besonderen Art sind Zierfische aus fernen Ländern. Sie haben sich entschieden für diese einzigartige Exotik der Unterwasserwelt und holen Sie in Ihre Wohnlandschaft. Ein Aquarium passt auf jeden Fall zu jedem Wohnstil, egal wie Sie eingerichtet sind. Möbel in Buche, Eiche, Fichte, Erle, Mahagoni , Kunststoff usw. finden hier einen farbigen Ausgleich und bilden einen Dekopunkt in Ihrer Wohnung. Aquarien lassen sich grundsätzlich in Ihre Wohnmöbel integrieren. Es muss gewährleistet sein, dass das Gewicht des Aquariums von den Möbeln getragen werden kann.

    Sie tauchen täglich in eine andere Welt, in ein Stück Unterwasserwelt, die Natürlichkeit verbreitet und Entspannung bringt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Wohnen mit Aquarien sich positiv auf den Körper auswirkt. Es kann den Blutdruck senken, Anfälligkeit auf Stress abbauen und im Allgemeinen sehr beruhigend wirken.

    Kommen wir zum Standplatz unseres Aquariums. Hier ein Beispiel zum Gewicht: ein Becken von der Größe (in cm) 100 x 50 x 50 = 250 kg Wasser + Eigengewicht + Dekomaterial + Unterschrank = Gesamtgewicht von ca. 400 - 500 kg. Wichtig ist hier die Tragfähigkeit des Schrankes oder Regals, auf jeden Fall auch des Fußbodens. Erschütterungsfrei und waagerecht muss der Untergrund sein. Klären Sie die Belastbarkeit Ihres Fußbodens mit Ihrem Vermieter oder einem Statiker.

    Entscheiden Sie sich für den richtigen Standort Ihres Aquariums. Das Becken sollte nicht dem einfallenden Sonnenlicht ausgesetzt sein, Sonnenlicht fördert doch sehr den Algenwuchs. Ein Platz neben dem Fenster in einer ruhigen Ecke, ein etwas dunklerer Platz ist auf jeden Fall vorteilhafter.

    Das Untergestell
    Ein Kombi-Programm, Unterschrank - Aquarium - Abdeckung, löst fast alle Probleme. Fußbodenbelastbarkeit muss hier, wie auch bei allen anderen Untergestellmöglichkeiten, geprüft werden. Untergestell selber herstellen: Die Möglichkeit, das Aquarium in den Schrank oder in die Schrankwand einzubauen, löst natürlich auch die Standortwahl und das Problem mit dem Untergestell. Untergestell aus 4-Kantrohr aus Alu oder Eisen ist sehr variabel. Der Standort lässt sich mit dieser Variante öfter ändern. Noch eine von vielen Möglichkeiten ist der massive Steinaufbau.

    Die Höhe des Untergestells sollte ca. 60 - 70 cm haben, kann aber auch natürlich ganz nach Ihren Vorstellungen gewählt werden.

    Eine Steckdose hinter dem Untergestell sichert die Stromversorgung für Filter, Heizstab und Beleuchtung. Für den elastischen Ausgleich zwischen Becken und Untergestell nehme ich Styropor.

    Und nun zur Aquariengröße
    Klein fängt man an. Den Fehler machen die meisten Anfänger und geben nach relativ kurzer Zeit wieder auf, weil ihnen das kleine Becken große Probleme bereitet. So war es auch bei mir, nur ich habe nicht aufgegeben. Heute betreibe ich ein 2,50 m Becken ohne Probleme, und das schon Jahre. Das Becken habe ich in eine Schrankwand eingebaut, und es steht ca. 3,00 m gegenüber dem Fenster (Lichteinfall).

    Bestimmen Sie die Größe des Beckens nach Ihrer Standortwahl. Sie können ein großes Aquarium leichter pflegen und bieten somit den Fischen und Pflanzen gute stabile Lebensbedingungen. Das biologische Gleichgewicht lässt sich leichter aufbauen und halten. Eine gute Entscheidung treffen Sie mit den Maßen 120 x 50 x 60 oder natürlich noch größer (länger).

    Für den Inhalt des Aquariums
    brauchen Sie Kies oder Sand, es kommt darauf an, für welche Art Fisch Sie sich entscheiden. Kies in der Körnung bis 6mm, Sand = Quarzsand. Heizstab oder Bodenheizung, Filter - Innen- oder Außenfilter, Thermometer, Beleuchtung. Sicher können Sie noch mehr Technik einbauen, Sprudelpumpe, Strömungspumpe, CO2- Anlage usw.

    Zur Dekoration
    Pflanzen für den Vordergrund, für den Mittelbereich und den Hintergrund, Wurzeln, Steine, Rückwand, sehr gute günstige Dekowände gibt es im Handel, aber auch Fotorückwände beeindrucken sehr, ganz individuell ist natürlich die Eigenkonstruktion.

    Kies-Bodengrund
    In der Körnung 1 - 3 oder 3 - 6 mm in dem Farbton gelbbräunlich wird gründlich gewaschen und mit speziellem Bodengrund für Pflanzen eingefüllt. Haben Sie sich für eine Bodenheizung entschieden, installieren Sie diese nach Anleitung als erstes und füllen darauf den Kies. Wurzeln / Steine einsetzen, die Wurzeln gut säubern. Mein Tipp, auskochen und mit Salz wässern evtl. Hochdruckreiniger anwenden.

    Pflanzen einsetzen
    Die Wurzeln werden beschnitten und in den Kies, der mindestens eine Höhe von 6 cm haben sollte, eingesetzt. Solitärpflanzen bitte nicht " einmauern".

    Filter installieren
    Hier die eine Variante, der Außenfilter in Form eines Topfes, rund oder eckig. Die Ansaug- und Einlaufschläuche werden fest installiert. Der Filtertopf mit den herausnehmbaren Einsätzen wird mit verschiedenen Filtermaterialien gefüllt. Diese Filtermaterialien haben verschiedene Funktionen, die zum biologischen Gleichgewicht des Wassers beitragen und zum Schadstoffabbau dienen.

    Die gesamte Technik (Heizstab, Ansaugstück und Einlauf, Thermometer usw.) im Becken wird so wegdekoriert, dass sie aber nicht die Wirkung verliert. Das Wasser wird über einen Teller, der am Boden liegt, eingelassen. Der Kies wird nicht aufgewühlt und die Pflanzen nicht ausgespült. Das Wasser bleibt verhältnismäßig klar. Der Filter wird nach dem Ansaugprinzip zum Laufen gebracht. Die Abdeckung mit der Beleuchtung wird aufgelegt und schon haben Sie ein fertig installiertes Aquarium, aber immer noch ohne Fische. Jetzt kommt die Geduldsphase, die Einlaufzeit. Mikroorganismen müssen sich ansiedeln, und dafür geben Sie der Natur zwei bis vier Wochen Zeit.

    Welche Fische Sie dann in Zukunft halten und pflegen wollen, richtet sich nach den Wasserwerten. Sagen Sie nicht D I E Fische will ich haben, sondern sagen Sie, D I E Wasserwerte habe ich, welche Fische kann ich halten. Fragen Sie uns, fragen Sie Zoofachhändler, Sie bekommen garantiert den richtigen Wegweiser für das herrlich faszinierende Hobby Aquaristik. Ich gebe Ihnen keinen generellen Tipp, aber zwei kurze Anregungen:

    Fast jeder kennt die lebendgebärenden Zahnkarpfen. Es sind die robusten, lebhaften "Anfängerfische". Sie stellen keine großen Ansprüche. Oft reicht die Wasserqualität unseres Leitungswasser aus. Der Platy braucht eine Temperatur von ca. 22°C , einen pH-Wert von 7 - 8 und die Härte kann auch ziemlich hoch sein, 15°dGH und mehr. Er erreicht eine Größe von ca. 6 - 8 cm und ist ein friedlicher Vertreter. Ein Fisch für das Gesellschaftsbecken.

    Zweite Anregung:
    Tanganjika-Cichliden, z.B. maulbrütende Tropheus-Arten, die Wasseransprüche sind etwas spezialisierter. Temperatur ca. 23°C, pH 7 - 8, Härte 15°dGH aufwärts, Algenfresser. Lassen sich gut in Gruppen halten. Ein typischer Fisch für ein Artenbecken.

    Finden Sie Ihre Entscheidung mit unserer Hilfe!

    Hans-Peter Kemnitz, Aquarienclub Braunschweig


    Nitrat im Wasser

    Phosphat und Nitrat sind die Hauptverantwortlichen für das Algenwachstum in unseren Becken, außerdem wird das Wachstum von Fischen durch Nitrat gehemmt. Die "Abwasserreinigung" spielt deshalb eine besonders wichtige Rolle im Aquarium. Mein Artikel soll über Nährstoffelimination aus Aquarienwasser informieren.

    Wozu einen Nitratfilter?
    Nitrat ist das größte Problem in einem Aquarium, da durch den erhöhten Nitratgehalt die Algen im Wachstum den Pflanzen überlegen sind, und sie sich deshalb im Aquarium überall ausbreiten. Zwar brauchen Pflanzen auch Nitrat zum Wachsen, aber sie brauchen kein gelöstes Nitrat im Wasser, da sie an ihren Wurzel Bakterien beherbergen, die Harnstoff und Proteine abbauen und den Pflanzen das Nitrat sozusagen "vor die Füße legen".

    Woher kommt das Nitrat/Phosphat?
    Aus dem Frischwasser kommt es nicht, da die Grenzwerte in Deutschland so streng sind, dass dieser Eintrag zu vernachlässigen ist. Durch Futterreste und Fischexkremente kommt es zu einem Eintrag in das Aquarienwasser. Phosphat ist im Aquarium nicht abbaubar, darum kommt es hier zu einer Anreicherung, die nur durch einen Wasserwechsel oder Ionenaustauscher zu verringern ist. Das Nitrat kann nur unter anoxischen (sauerstofffreien) Bedingungen abgebaut werden. Dieses Milieu herrscht zum Beispiel im Bodengrund, darum kommt es hier zu einem geringen Abbau. Der Abbau ist deshalb so gering, da die Bakterien zum Abbau des Nitrats, auch Denitrifikation genannt, eine Kohlenstoffquelle benötigen. Da aber im ersten Zentimeter des Bodengrundes aerobe Verhältnisse herrschen, werden hier schon die leicht abbaubaren Kohlenstoffquellen abgebaut, so dass in die darunter liegenden Bereiche kaum noch eine Energiequelle kommt.

    Was macht der Filter?
    Der Filter hält das Wasser auf mechanische Weise recht gut sauber, dass heißt, er entfernt recht gut schwebende Schmutzpartikel und sammelt diese in der Filterkammer. Auf der Filterwatte kommt es zur Bildung eines Biofilms, einer dünnen Schicht aus Bakterien, die das ganze Material überzieht. Diese überwiegend aerob lebenden Bakterien verdauen das ankommende Material und produzieren durch den Abbau von Proteinen eine Menge Nitrat. Dieses Nitrat wird nur in einem sehr geringen Teil im Filter denitrifiziert, da die Oberfläche des Biofilms aerob ist.

    Erst in den unteren schichten des Biofilms herrschen anoxische Bedingungen. Aber auch hier ist die Konzentration der Kohlenstoffquelle sehr gering, so dass die Lebensbedingungen der Bakterien alles andere als gut sind. Zusätzlich wird von den Fischen Allantoinsäure ins Wasser abgegeben. Diese Allantoinsäure entspricht der Harnsäure beim Menschen. Allantoinsäure wird von einigen Bakterien zu Harnstoff abgebaut. Wieder andere Bakterien wandeln den Harnstoff in CO2 und Ammonium um. Ammonium wird anschließend zu Nitrit und dann zu Nitrat oxidiert. Es gibt also mehrere Wege, wie das Nitrat sich in unserem Aquarienwasser ansammelt. Doch nur eine geringe Menge wird auf biologische Weise abgebaut. Um dieses zu fördern, sind spezielle Filter notwendig, die in ihrem Aufbau relativ kompliziert und aufwendig sind. Je nach Konzentration von Nitrat muss eine nicht vergärbare Kohlenstoffquelle wie Ethanol und Essigsäure zugegeben werden. Aus diesen Gründen kommt man ohne einen häufigen Wasserwechsel nicht aus. Doch ein Wasserwechsel hat seine Grenzen. Eine häufig genannte Faustregel: Alle zwei Wochen die Hälfte des Wassers wechseln.

    Was bewirkt ein Wasserwechsel eigentlich?
    Wenn wir alle zwei Wochen die Hälfte wechseln, bewirkt dies, dass alle zwei Wochen die Hälfte des im Wasser vorhandenen Nitrates entfernt wird.

    Nehmen wir ein Beispiel:
    Ein Becken wird frisch mit Fischen besetzt, also Leitungswasser ohne Nitrat ist im Aquarium. Die Fische koten und Futterreste fallen auf den Boden, also steigt aus oben beschriebenen Gründen der Nitratwert an. Nach zwei Wochen sind 8 mg/l Nitrat im Wasser. Führt man einen Wasserwechsel mit 50% Austausch durch, sind nach dem Wasserwechsel noch 4 mg/l enthalten. Am Besatz wird nichts geändert, darum haben sich nach 2 Wochen 12 mg/l angereichert. Wieder ein Wasserwechsel mit 50%, dann sind noch 6 mg/l enthalten. Nach weiteren 2 Wochen schon 14 mg/l. Das bedeutet, dass sich immer mehr Nitrat im Wasser ansammelt, da jeder Wasserwechsel nur eine 50%ige Verdünnung ist. Zwar steigt die natürliche Denitrifikation etwas an, so dass die Zunahme mit der Zeit geringer wird, aber dennoch kommt es zu einer Anreicherung, der man mit einem Wasserwechsel nicht Herr wird.

    Wie kann man nun den Nitrat-/Phosphatwert dauerhaft senken?
    Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Erstens biologisch mit einem anoxischen Filter unter Zugabe einer Kohlenstoffquelle (nur für Nitratentfernung) oder
  • zweitens mit sogenannten Ionenaustauscherharzen. Letztere sind klar im Vorteil, da sie dem Wasser das Nitrat und Phosphat entziehen, aber das Wasser nur unwesentlich beeinflussen.
  • Für normale Becken gibt es überhaupt durch die Ionentauscher keine relevanten Einflüsse. Für manche Fische ist die Leitfähigkeit allerdings entscheidend. Aber auch hier ist kein größerer Einfluss zu erwarten, da nur ein Nitrat-Ion gegen ein Chlorid-Ion ausgetauscht wird. Da die Leitfähigkeit von der Ladung und weniger von der Art des Ions abhängt ist, ist kein großer Einfluss zu erwarten.

    Wie funktionieren Ionenaustauscherharze?
    Ionenaustauscherharze sind Copolymerisate aus zwei verschiedenen Polymeren, die eine oder mehrere funktionelle Gruppen besitzen. Dieser funktionellen Gruppen nehmen an der Reaktion teil. Bei Nitrationenaustauscherharzen wird ein Chlorid-Ion gegen ein Nitrat-Ion ausgetauscht. Es stellt sich ein Gleichgewicht zwischen den Nitrationen im Wasser und denen im Harz ein. Dieses Gleichgewicht ist entscheidend an der Effektivität eines Nitratfilters beteiligt.

    Da es sich um ein Gleichgewicht handelt, kann natürlich auch die Rückreaktion begünstigt werden, also der Austausch eines Nitrat-Ions gegen ein Chlorid-Ion. Diese macht man sich bei der Regeneration des Nitratfilters zu nutze, indem man eine konzentrierte Salzlösung durch den Filter schickt.

    Die Harze sind immer wieder verwendbar, was ihren Nutzen in der Aquaristik erst richtig wirtschaftlich und interessant macht. Ich verwende schon seit Jahren Nitrat/Phosphatharze und konnte so die Wasserwechselintervalle auf 8 Wochen erhöhen. Das wurde in einem eigentlich überbesetzten Becken erreicht, ohne Algenprobleme zu bekommen oder irgendeinen negativen Einfluss auf meine Fische festzustellen. Leider sieht man in Shops immer wieder Filter, die ungeeignet konstruiert wurden, so dass zum Teil ein erheblich größerer Zeitaufwand bei der Regeneration des Harzes investiert werden muss als notwendig, und die Kapazität nicht voll ausgeschöpft werden kann. Bei Interesse helfe ich gerne die beste Lösung zu finden.

    Timo Thiel


    Heimische Fischarten für Aquarium und Teich

    Durch die langjährige Belastung unserer Gewässer mit Industrie- und Hausabwässern sowie durch den starken Verbau (Begradigung, Bebauung oder Befestigung der Uferzonen und vieles mehr) sind die einheimischen Fischarten zunehmend gefährdet. Zur Zeit finden sich etwa drei Viertel aller Arten auf roten Listen wieder. Aus diesem Grund alleine sollten viele einheimische Fische nicht von Privatleuten gehalten werden.

    Aufgrund des geringeren Platzangebotes können im Aquarium nur Kleinfischarten, wie beispielsweise der dreistachlige Stichling, der Gründling oder der Kaulbarsch gehalten werden. Eine weitere Alternative sind Fischarten, die bei geringem Platzangebot und/oder großer Anzahl "verbutten", d.h. die unter diesen Bedingungen Schwärme bilden und dann in der Regel im Größenwachstum stark zurück bleiben. Hierzu gehören beispielsweise Karauschen, Sonnenbarsche und Flussbarsche. Generell sind diese Fische auch für den Gartenteich geeignet. Hier können bei entsprechenden Bedingungen auch größere Fische gehalten werden, wie etwa Karpfen und Goldorfen. Für umweltbewusste Fischhalter sollte es selbstverständlich sein, keine bedrohten Fische der Natur zu entnehmen sowie gebietsfremde Arten oder erkrankte Tiere in die "freie Natur" zu entlassen.

    Dr. Frank Reinhardt


    Das Problem gebietsfremder Tiere und Pflanzen

    Die Einwanderung von Tierarten in neue Gebiete war und ist ein Bestandteil natürlicher Prozesse. Seit des Eingreifens des Menschen hat dieser Prozess allerdings eine völlig neue Qualität erfahren. Insbesondere seit Entdeckung der neuen Welt und des zunehmenden interkontinentalen Handels werden Tiere und Pflanzen über geographische Barrieren transportiert, die sie vorher nie überwinden konnten. In Lebensräumen, die sehr lange weitgehend isoliert waren, hat die Einschleppung neuer Arten zu massiven Problemen geführt. Inzwischen wird neben der Zerstörung des Lebensraumes die Invasion neuer Tier- und Pflanzenarten als Hauptgrund für das Artensterben genannt. Für eine Übersicht der Situation siehe beispielsweise Bernhard Kegel: Die Ameise als Tramp, Heyne Verlag.

    In Mitteleuropa bestehen die Probleme bisher zumindest in erster Linie in Bereichen, die vom Menschen stark verändert wurden. Man geht davon aus, dass von 100 Arten, die hierher gelangen, sich zehn etablieren können (d.h. überleben und sich selbständig vermehren) und eine sich so stark vermehrt, dass sie Probleme verursacht. Deren Verbreitung sollte dann möglichst verhindert werden, wie z.B. der Ochsenfrosch, der eine schwere Beeinträchtigung der heimischen Amphibienwelt verursachen könnte. Neben den ökologischen Auswirkungen können neue Tier- und Pflanzenarten durchaus auch den Menschen beeinträchtigen. Hierzu gehören krankheitsverursachende Neobiota, wie z.B. die Herkulesstaude oder die Beifussambrosie.

    Dr. Frank Reinhardt


    Jubiläum - 5 Jahre Wasserproben-Team

    Mit dem Anfang März 2005 vor uns liegenden Aquarianerwochenende feiert unser Wasserproben-Team 5-jähriges Bestehen. Seit Dezember 1999 stehen wir als ständige Serviceeinrichtung auf den Börsenterminen an unserem Vereins-Infostand, um bei kleineren und größeren Fragen den Besuchern mit Rat und Tat sowie Wasseranalysen zur Seite zu stehen. Wie hat alles angefangen?

    Unser Vorsitzender Jörg Hauschild sprach mich im Herbst 1999 (nachdem er mich endgültig zum Vereinseintritt "überredet" hatte) mit der Idee an, ob wir nicht auf der Börse des Aquarienclubs einen "Erste-Hilfe-Infostand" mit Wasseranalysen samt fachlicher Beratung anbieten sollten. Hier wurde nicht lange überlegt, kurz und bündig wurde die Idee realisiert. Im Dezember 1999 (damals fanden die Aquarienbörsen noch in der Mehrzweckhalle Dibbesdorf statt) wurde mit Unterstützung des Braunschweiger Labor-Unternehmens Biolab Umweltanalysen GmbH mit allerlei technischem Gerät, Messinstrumenten und Analysenkoffer mit Testreagenzien der Beratungsstand durchgeführt - mit durchschlagendem Erfolg (über 40 Analysen in 4 Stunden). Hier zeigte sich, dass wir mit der "High-End-Technik" vollkommen überlastet waren. Die hohe Probenzahl konnte in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht bewältigt werden. Also mussten wir uns auf die Gegebenheiten logistisch, materiell und personell einstellen. Der Verein organisierte zunächst eigene Messgeräte für pH-Wert- und Leitfähigkeitsmessungen. Weiterhin wurde zur Untersuchung der Hauptmessparameter Nitrat, Nitrit und Wasserhärte auf Teststäbchen umgestellt, was einen deutlichen Zeitgewinn bei einer hinreichenden Messgenauigkeit bietet. Für ausgefallenere Messparameter (Eisen, Kupfer etc.) stehen selbstverständlich jederzeit Analysenkoffer zur Verfügung. Heute wird unser Wasserprobenteam durch die Vereinskollegen Werner Schmidt, Frank Schurbaum und Eckhard Fischer gemanagt. Für jede vermessene Wasserprobe wird ein Messprotokoll angefertigt, dass der ratsuchende Aquarianer mitbekommt - und den Ratsuchenden wird mit Tipps und Hinweisen geholfen. Unsere Vereinsmitglieder können im Bedarfsfall die Gerätschaften jederzeit ausleihen.

    Für eine zielführende Wasseruntersuchung soll ein wichtiger Punkt nicht unerwähnt bleiben, nämlich wie eine verwertbare Wasserprobe aussehen sollte. Im Lauf der Zeit erlebten wir lustige Begebenheiten. Eines Tages hielt uns ein ratsuchender Aquarianer ein Probengefäß vor, dass anscheinend als nächstliegendes Gefäß aus dem Altglaskontainer stammte und einen fleischig-aromatischen Duft nach Öffnung des Deckels aussandte. Es war ein Würstchenglas, in dem noch die Reste der vormaligen Füllung schwammen.

    Hier konnte leider keine aussagefähige Untersuchung durchgeführt werden. Mehrfach erhielten wir als Probengefäße Kleinobjekte wie Fotodosen, die sicher prima zu transportieren sind. Jedoch ist die sich daraus ergebende Wassermenge für die Messungen zu gering. Daher sei folgender Hinweis erlaubt: Für die Wasserproben sollten saubere Gefäße mit einem Volumen von 0,25-0,5 l verwendet werden (z. B. saubere Konfituren- oder Gurkengläser, ohne Spülmittelreste!). Weiterhin sollte das Probenglas nicht übermäßig durch Sonneneinstrahlung oder die Autoheizung beim Transport aufgewärmt werden, denn das führt zu einer unerwünschten Veränderung der Wasserchemie.

    Mit Schwung und Elan steht unser Wasserprobenteam auch in Zukunft mit Rat und Tat im Dienste der Aquaristik bereit.

    Eckhard Fischer, Aquarienclub Braunschweig


    Farne für die Unterwasserlandschaft

    Jeder kennt unsere heimischen Farngewächse aus dem Wald. Auch im Blumenpott auf der Fensterbank sind sie nicht unbekannt. Es gibt aber auch Farne, die die Wasserlinie unterschritten haben - also im Aquarium eingesetzt werden können. Hier haben sie sich als zumeist genügsame und pflegeleichte Pflanzen erwiesen. So möchte ich die wichtigsten Arten kurz vorstellen.

    Java-Farn (Microsorium pteropus)
    Der Java-Farn ist mir in den letzten Jahren am häufigsten begegnet. Es handelt sich um eine sehr genügsame, bis zu ca. 30 cm große Pflanze mit einem Wurzelrhizom (Wurzelstock). Dieses darf nicht in den Bodengrund eingepflanzt werden, da es sonst verfault. Der Java-Farn verträgt saure und basische, sowie weiche bis mittelharte Wasserverhältnisse im Bereich pH 5,0-8,5, und er kommt auch mit geringen Lichtverhältnissen noch gut zurecht. Allerdings ist zu beachten, dass es sich um eine langsam wachsende Pflanze handelt. Die Vermehrung erfolgt problemlos durch Teilung des Wurzelstockes oder Adventivpflänzchen, die sich auf der Unterseite der Blätter bilden. Der Java-Farn lässt sich gut in Pflanzenbecken mit südamerikanischen Salmlern einsetzen, aber auch in einem afrikanischen Seecichliden-Becken. Seine Blätter beinhalten Bitterstoffe, die Pflanzenfreunden unter den Aquarienbewohnern den Appetit verderben.

    Horn-Farn (Ceratopteris cornuta)
    In den 80er Jahren ist mir der Hornfarn sehr häufig begegnet, und ich war von seiner Wuchsfreudigkeit begeistert. Ich setzte die Pflanze in einem Labyrinther-Becken mit unterschiedlichen Faden- und Kampffischen ein, indem den Tieren entsprechend ihrer heimatlichen Lebensverhältnisse ein vollkommen verkrauteter Teich geboten werden sollte. Dies zeigten sie dann auch mit entsprechend regen Laichaktivitäten. Der Horn-Farn bevorzugte bei mir das Schwimmpflanzen-Dasein, wo er zum Teil kräftige Wurzelpakete in Richtung Bodengrund ausschickte. Diese boten für die Fische hervorragende Deckungsmöglichkeiten. Ein Einpflanzen des Farnes ist möglich, jedoch zeigten meine Pflanzen immer das Bestreben nach oben. Es handelt sich um eine sehr genügsame Pflanze, die wie der Java-Farn ein breites pH- und Härtespektrum in der Wasserbeschaffenheit verträgt. Allerdings ist der Horn-Farn etwas lichtbedürftiger und findet leider auch eher Zuspruch bei den Pflanzenliebhabern unter den Fischen (z.B. einige afrikanische Seecichliden). Die Vermehrung erfolgt am besten über Adventivpflänzchen an den Blättern.

    Sumatra-Farn (Ceratopteris thalictroides)
    Der Sumatra-Farn sieht dem Horn-Farn sehr ähnlich, seine Blätter sind jedoch schlanker gefiedert und gelappt. Die Ansprüche des Sumatra-Farnes sind denen seines Vetters sehr ähnlich. Er kommt ebenfalls mit einem breitem Spektrum hinsichtlich der Wasserbeschaffenheit zurecht. Ich habe allerdings festgestellt, dass er etwas mehr Licht als der Horn-Farn dankend entgegen nimmt. Auch ließ er sich von mir besser zum Wuchs im Boden überreden. Die Vermehrung klappt ebenfalls über Adventivpflänzchen. Zusammenfassend stellen beide Ceratopteris-Arten ein gutes "Nitratbeseitigungsmittel" im Aquarium dar.

    Kongo-Wasserfarn (Bolbitis heudelotii)
    Eine kleine Ausnahme in dieser Reihe stellt der Kongo-Wasserfarn dar, denn er mag keine alkalischen Wasserverhältnisse und höhere Härtegrade. Günstig sind pH-Werte <7. Bei höheren Härtegraden (ca. GH >6° ) und alkalischem Wassermilieu zeigen die Blätter schwarze Flecken und die Pflanze geht langsam ein. Ich hörte auch von einem Hinweis, dass der Kongo-Wasserfarn in zwei Varianten vorkommen solle: Eine große, bis über 0,5 m hoch werdende Form, die vom Unterwasserleben nicht so angetan ist. Zum anderen eine kleinere Wuchsform (<< 0,5 m), die gut unter Wasser bei den erforderlichen Milieuverhältnissen zurecht kommt.

    Ich selbst habe große und kleine Farne eingesetzt, mit der kleiner bleibenden Pflanze habe ich bis heute in meinem "Dschungelbecken" mit Salmlern etc. keine Probleme. Der Kongo-Wasserfarn verfügt ebenfalls über einen Wurzelstock, der nicht in den Bodengrund eingepflanzt werden sollte. Die Pflanze hat einen relativ hohen Licht-Bedarf und eine gelegentliche Düngung wird ebenfalls dankend angenommen. Die Vermehrung erfolgt am besten über Seitentriebe oder durch Teilung des Wurzelstockes.

    Eckhard Fischer, Aquarienclub Braunschweig


    Je oller, desto doller - ein Wels im besten Alter

    Synodontis nigrita

    Im Jahre 1972 ereilte mich mit Unterstützung meiner Mutter der Aquaristikvirus. Ich weiß heute leider nicht mehr genau, wie es dazu kam und ich etwa 1976 auf den rückenschwimmenden Kongowels Synodontis nigriventis aufmerksam wurde. Folglich entwickelte ich unter Beachtung des zur Verfügung stehenden Finanzetats den Plan, ein entsprechendes Wassertier zu erstehen. Mit Enthusiasmus zog ich los und klapperte die Zoogeschäfte im heimatlichen Wolfsburg ab, leider ohne Erfolg. Eines Tages, im Sommer 1976, ergab sich der Zufall, dass ich mit meinem Vater nach Braunschweig zur fachlichen Erkundung fahren konnte. In einem alteingessenen Zoofachgeschäft wurde ich vermeintlich fündig. In einem der Verkaufsbecken paddelten einige Synodontis herum, bei denen es sich um den gesuchten Rückenschwimmer handeln sollte.

    Ohne große Überlegung wurde zugeschlagen und ein Tier für wenige Deutsche Mark (die gab´s zu dieser Zeit noch) erstanden. Zu Hause zog das fiederbärtige Wassertier in ein 70L-Becken ein. In der Folgezeit wurde ich stutzig, denn mein neuer Freund zeigte wenig Gelüste, seine Rückenschwimmerkünste vorzuführen. Zudem wuchs das Tierchen possierlich, aber kontinuierlich auf eine Größe von etwa 22 cm im Jahre 1979 heran. Irgendwas stimmte da nicht!

    Um es kurz zu machen: Gedanken habe ich natürlich schon vor 1979 angestellt. Mittlerweile musste der Fiederbart in ein größeres Becken umziehen. Aber was war hier los?

    Aus den zur Verfügung stehenden Büchern konnte ich nach einiger Zeit feststellen, dass es nicht um einen Rückenschwimmer, sondern um einen Synodontis nigrita (ein Männchen) handelte. Dieser sieht seinem kleinen Bruder im Jugendalter sehr ähnlich, und ich erfuhr später, dass Verwechselungen nicht ungewöhnlich sind/waren. Zwar kam mir der echte Rückenschwimmer später auch noch ins Haus, doch der falsche Rückenschwimmer ist bis heute ein treuer Weggefährte geblieben und denkt mit seinen 28 Jahren noch nicht an die Rente!!

    Da ich mich seit geraumer Zeit einem Afrika-Fimmel unterworfen habe, bewohnt der Nigrita heute ein 180 L-Becken mit ein paar anderen afrikanischen Welskollegen, einigen Malawi-Cichliden, afrikanischen Salmlern und Ährenfischen. Ich achte auf eine gute Wasserhygiene (monatliche Wasserwechsel und Filterreinigungen), abwechselungsreiche Fütterung (Frostfutter, unterschiedliches Flockenfutter, z.B. mit pflanzlichen Anteilen).

    Diese Fürsorge hat sich mein Fiederbart allemal verdient, denn er hat auch dürftigere Zeiten mitmachen müssen. Beispielsweise führte der Nigrita während meiner Bundeswehrzeit und einem Teil der anschließenden Studienzeit zu Hause in Wolfsburg ein Eremitendasein. Erst 1984 fand ich dann in Braunschweig (wo ich mittlerweile studierte) eine ausreichend große Behausung, um meinem Kumpel ein entsprechend großes Aquarium bieten zu können. So musste er im Lauf der Jahre auch mehrere Umzüge und "Krankheitsepidemien" mit durchstehen. Ein Artgenosse, den ich ihm 1986 zur Seite gestellt hatte, ist bei einem Umzug 1988 trotz aller Sorgfalt gestorben. So lebt mein Fiederbart heute als Nigrita-Single, ist aber trotzdem nicht allein - und - hoffentlich kommen bei guter Laune noch viele Jahre dazu.

    Da ich mittlerweile zu einem richtigen Fiederbartwels-Fan mutiert bin, möchte ich abschließend eine Lanze für die fiederbärtigen Charakterköpfe brechen. Ich pflege unterschiedlichste Synodontisarten, die sich allgemein als ausdauernde, interessante Aquarienbewohner erwiesen haben. Für Welsfans bietet sich hier noch viel Neuland, auch zum Beispiel bei Zuchtversuchen. Die Welt ist voller Scheußlichkeiten, aber es ist leicht, mit einem Fiederbart Freundschaft zu schließen.

    Eckhard Fischer, Aquarienclub Braunschweig


    Projekt: Schulaquarium

    Aquaristik-Unterricht

    Als mein Sohn in die 3. Klasse kam, durfte er erstmals eine Arbeitsgemeinschaft wählen. Als Vater und Hausmann kam mir die Idee, der Schule meine Unterstützung anzubieten und unterbreitete den Vorschlag zu einer Aquarium-AG. Die Rektorin der Grundschule war von der Idee begeistert, und so starteten wir mit dem Projekt im Herbst 2004.

    Zunächst musste natürlich die "Ausrüstung" beschafft werden. Ein Aquarium samt Unterschrank, Bodengrund und Pflanzen wurden von einem engagierten Aquaristikgeschäft gespendet. Wurzeln, Pflanzen und schließlich die Bewohner wurden von befreundeten Aquarianern kostenlos beigesteuert. Die nötige Technik und weitere Tiere wurden von mir zur Verfügung gestellt. Natürlich waren die AG-Kinder sehr ungeduldig und hätten am liebsten in der ersten Stunde das Becken gleich komplett bestückt! Als erfahrener Aquarianer musste ich hier natürlich Einhalt gebieten!

    Die ersten Stunden verbrachten die Kinder mit trockener Theorie und einigem Anschauungsmaterial. Dabei wurde erläutert, warum ein Aquarium eine gewisse Einlaufphase benötigt, was während dieser Zeit passiert und ab wann man frühestens Pflanzen und Tiere in das Becken einbringen kann.

    Neben Arbeitsblättern, welche die Kinder ausfüllen mussten, habe ich ebenfalls eine Computer-Präsentation erstellt, die ich den Schülerinnen und Schülern ebenso wie der Rektorin mit einem Beamer vorstellte. Nach einigen Stunden war es dann soweit. Wir ließen das erste Wasser in das Becken.

    Die Kinder waren natürlich Feuer und Flamme, nun endlich tätig werden zu können! Die Euphorie wurde dann aber auch schon wieder etwas gedämmt, als den Schülern bewusst wurde, wie viel Arbeit doch hinter einem schön eingerichteten Aquarium steckt! Muss man Kies wirklich so oft waschen? Diskussionen blieben da natürlich nicht aus, aber letztendlich konnte der "Lehrer" mit seinen Argumenten doch überzeugen!

    Blieb noch das Problem der Fütterung. Anfangs waren die Kinder der AG eingeteilt, die Fische nach einem Wochenplan zu füttern. Leider kamen nicht alle dieser Aufforderung nach und so wurde - nicht zuletzt auch wegen der Ferienzeit- ein Futterautomat von mir zur Verfügung gestellt. Die Reinigung und Pflege liegt aber weiterhin in der Hand der AG-Teilnehmer und wird wöchentlich durchgeführt.

    Natürlich gibt es zwischendurch immer wieder etwas Theorie, um das Wissen aufzufrischen und zu erweitern. Schlussendlich kann man festhalten, dass das Projekt Schulaquarium ein voller Erfolg ist. Den Kindern (und Lehrern) wurde näher gebracht, was es bedeutet, sich um ein Aquarium kümmern zu müssen, und welche Freude es bereitet, die Früchte seiner Arbeit ernten zu können - denn Babyfische sind auch schon vorhanden!

    Frank Dzinblewski