Liebe Leserinnen und Leser,
wir als Redaktion haben lange überlegt, ob und wie wir auf den Film "Findet Nemo" eingehen. Da der Film doch einiges in Bezug auf die Aquaristik bewegt hat und die Gemüter diesbezüglich spaltet, nachfolgend einige Bemerkungen zum Film und in einem gesonderten Artikel auch zum Clown-Fisch selbst.
Beim Film "Findet Nemo" handelt es sich um einen technisch hervorragenden Trickfilm, der comic-haft aber doch realistisch die Tiere darstellt. Leider nehmen zu viele Kinder aber auch Erwachsene die Darstellungen der Aquarienhaltung und den Umgang mit den Tieren als Vorbild.
Ist Ihnen bei der Aquarieneinrichtung und Technik etwas aufgefallen? Mir schon... Neben der geschmacklich fraglichen blubbernden Schatztruhe und den Totenschädel erinnert mich die Einrichtung doch sehr an Süßwasseraquarien. Die gezeigten, in Amerika leider üblichen, Plastikpflanzen würden, auch wenn sie echt wären, nie auch nur wenige Tage im Meerwasser überleben. Korallen, Anemonen und ähnliches sucht man im Filmaquarium vergebens.
Dass inzwischen Firmen auf den "Nemo-Zug" aufgesprungen sind und 60er-Komplettsets im Nemo-Design verkaufen, ist sicher verkaufsfördernd, aber die angebotenen Aquarien sind mit der Technik nur für Süßwasser geeignet und viel zu klein, um ein stabiles Meerwasseraquarium einzurichten.
Dass die Toilette nicht der mögliche Weg ist, ins Meer zu gelangen, dürfte jedem klar sein. Auch in Australien werden die Abwässer aus dem Bad nicht direkt ins Meer geleitet. Auch dort gibt es Kläranlagen, die das Wasser filtern und grobe Verunreinigungen, als diese können wir dann auch die Fische bezeichnen, auf unsanfte Weise aus dem Wasser holen. Wobei ich bezweifeln möchte, dass insbesondere Meerwasserfische es lebend bis zur Kläranlage schaffen.
Lebende Fische im Klo zu entsorgen, ist Tierquälerei, da das der sichere Tod für jeden Fisch ist, allerdings sehr qualvoll und teils langwierig, je nach dem, wie robust der Fisch ist.
Diesmal haben wir wieder einige interessante Artikel, schöne Bilder und neue Werbepartner, die dieses Heft mit finanzieren.
Also viel Spaß beim Lesen des neuen Fishlights...
Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
Tel.: 0531 / 3808417
Clown-Fisch, Amphiprion percula |
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Die Vorlage für Nemo und Marlin im Film "Findet Nemo" ist der Clown-Fisch Amphiprion percula, der z.B. am Great Barrier Riff vor Australien vorkommt.
Die Tiere werden bis ca. 8 cm groß und bewohnen meist paarweise eine Anemone, mit der sie in Symbiose leben. Die Anemonen-Fische, die von den Nesselkapseln der Anemone aufgrund eines angesonderten Hautsekrets nicht verletzt werden, verteidigen ihre Anemone heftig gegen andere Fische und attackieren dabei auch weit größere Tiere. Beim Tauchen habe ich dies schon selbst erlebt, denn es war kaum möglich, die Tiere ordentlich zu fotografieren, weil sie die Kamera so arg angegangen haben, dass sie direkt vorm Objektiv schwammen und nicht den gewünschten Fotoabstand von 1 m eingehalten haben. Außerdem erhält die Anemone evtl. Futterreste von den kleinen Fischen. Die Amphiprion haben durch die Anemone den Vorteil, dass sich ihre Fressfeinde aufgrund der nesselnden Wirkung der Anemone nicht heran trauen und sie die Jungfische im Schutz der Anemone großziehen können.
In einem Meerwasseraquarium sind die Clown-Fische relativ einfach zu halten, wenn man ihnen als Unterschlupf eine passende Anemone anbietet und mit dem herkömmlichen Frostfutter füttert.
Das Fortpflanzungsverhalten des A. percula ist interessant. Grundsätzlich werden nur männliche Percula's geboren.
Von mehreren Fischen, die bei einer Anemone leben, wandelt das größte Exemplar sein Geschlecht zu einem Weibchen.
Der zweitgrößte Fisch wird das paarungsbereite Männchen. Alle anderen Mitglieder der Gemeinschaft sind männliche
Fische in unterschiedlichen Stadien der sexuellen Entwicklung. Stirbt das Weibchen, verändert sich sein Partner in
ein Weibchen und der nächst kleinere Fisch reift zum paarungsbereiten Männchen heran. Normalerweise bilden A. percula's
Paare, die ein Leben lang zusammen bleiben.
Die Eier werden im Schutz der Anemonententakel gelegt. Aufgabe des Männchen ist es dann, die Eier regelmäßig zu säubern.
Männchen niederer Entwicklungsstufe, werden von dem geschlechtsreifen Fisch verjagt, wenn diese sich zu nahe an ein Gelege
heranwagen.
Wenn sie jetzt auch diese schönen Fische pflegen wollen, suchen Sie sich einen Züchter, denn inzwischen hat aufgrund des Films der Fang dieser wunderbaren Tiere solche Ausmaße angenommen, dass das natürliche Vorkommen in einigen Bereichen bereits gefährdet ist.
Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
Tel.: 0531 / 3808417
Mosaikfadenfisch, Trichogaster Leeri |
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Dieser ursprünglich aus Sumatra, Borneo und Malaysia stammende Fisch lebt in Flüssen mit extrem starken Pflanzenwuchs.
Bei dieser Art sind die Geschlechter recht gut zu unterscheiden, da die Männchen eine spitze Rücken- und Afterflosse und eine intensivere Rotfärbung haben. Meine ersten Mosaikfadenfische (ein Pärchen) hielt ich in einem Becken (60x30x30cm).
Da diese Tiere Schaumnester bauen, muss besonderes Augenmerk auf die Filterung gelegt werden. Um vernünftige Wasserwerte zu erhalten, wollte ich auf eine Filterung nicht verzichten. Ich hatte auch schon von einigen Züchtern gehört, dass sie alle zwei Tage einen Teilwasserwechsel durchführen, aber das war mir zuviel Zeitaufwand. Von daher musste eine Lösung gefunden werden, die das Wasser filtert aber die Oberflächenbewegung gering hält. Ich entschloss mich, einen Filter nach dem Lufthebeprinzip zu verwenden. Unter Wasser nahm ich eine große Schaumstoffpatrone für viel Filtervolumen und oben am Filterauslauf wurde ebenfalls ein Schaumstoffstück über das Rohr gesteckt, so dass das ausströmende Wasser zuerst durch den Schaumstoff floss.
Hierdurch konnte eine Filterung erreicht werden, die keine große Oberflächenbewegung verursachte und auch der Sog war nicht so stark, dass für das Schaumnest Gefahr bestand. Des weiteren wurde einiges an Hornkraut in das Becken eingebracht. Nachdem das Becken eingefahren und die gewünschten Wasserwerte erreicht waren, wurde das Pärchen in das so vorbereitete Becken eingesetzt. Gefüttert wurden lebende weiße Mückenlarven.
Schon nach drei Tagen konnte ich beobachten, wie das Männchen begann, ein Schaumnest zwischen dem Hornkraut zu bauen. Als Larven im Schaumnest zu erkennen waren, habe ich das Weibchen aus dem Becken wieder entfernt. Als die ersten Jungfische anfingen das Schaumnest zu verlassen, wurde dann auch das Männchen heraus gefangen. Die kleinen Fadenfische wurden zuerst mit Rädertierchen und später dann mit frisch geschlüpften Artemia und feinstem Staubfutter gefüttert. So gelang es mir mehrere hundert Jungfische groß zu ziehen.
Frank Dzinblewski
Blauer Utaka-Cichlide, Copadichromis trewavasae |
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Bei diesem Copadichromis handelt es sich um einen Buntbarsch des ufernahen Freiwassers (Utaka) des Malawi-Sees, der auch unter dem Namen Mloto White Top (Ivory) bekannt ist.
Vor 2 Jahren hat alles damit angefangen, als ich diesen wunderschönen Fisch bei einem Vereinskollegen gesehen hatte. Von da an gab es kein zurück mehr; ich wollte diesen Cichliden haben. Bald schon ergab sich mir die Möglichkeit, an einen wunderschönen Wildfang heranzukommen. Der Preis von 75 € für das Tier war mir egal; ich erstand ein Männchen und vier Weibchen.
Nachdem sich die Tiere bei mir eingewöhnt hatten, zeigte das Männchen reges Interesse an den Weibchen, und es dauerte nicht lange, bis zwei Weibchen mit ihren Eiern im Maul durchs Becken zogen.
Kurze Zeit danach verstarb das Männchen aus mir unbekannten Gründen. Jetzt hatte ich zwar vier Weibchen aber kein Männchen mehr; was also tun, dachte ich. Nach 14 Tagen habe ich mich entschlossen, die zwei Eier tragenden Weibchen umzusetzen, damit sie in Ruhe ihre Jungen austragen konnten. Es dauerte noch knapp zwei Wochen und die beiden Weibchen haben insgesamt 38 Jungfische entlassen. Das war die Rettung.
Von nun an beobachtete ich meine kleinen sehr genau, überprüfte fast täglich die Wasserwerte und gab ihnen reichlich frisches Artemia zu fressen. Sie wuchsen schnell heran. Nach etwa 6 Monaten musste ich mir was einfallen lassen, da ich ja nicht vor hatte, alle 38 Fische zu behalten. Ich gab nach und nach welche ab und zum Schluss hatte ich noch 12 Tiere für mich zurückbehalten. Diesen Besatz hatte ich dann für ein weiteres Jahr im Becken und nun fingen die Männchen an, sich umzufärben. aus meinen Nachzuchten konnte ich weiter aussortieren.
Da man Copadichromis in Gruppen und laut Literatur im Artbecken pflegen sollte, entschied ich mich für einen endgültigen Besatz von 7 Tieren. Wichtig für die Männchen ist es, dass sie einen Nebenbuhler im Becken haben, nur dann zeigen sie ihre schönen Farben. Leider hat sich hinterher noch ein vermeintliches Weibchen als Männchen herausgestellt, so dass ich heute ein Verhältnis von 3 zu 4 habe. Dies ist zwar nicht ideal, aber die Gruppe kommt gut zurecht. Im Gegensatz zu Hinweisen, die in der Literatur zu finden sind, halte ich meine Copadichromis zusammen mit einer Gruppe Aulonocara Red Flush. Probleme konnte ich noch nicht beobachten, die dominanten Männchen gehen sich aus dem Weg. Angst vor einer Kreuzung beider Arten braucht man auch nicht zu haben.
Im Malawisee ernähren sich die Copadichromis von Plankton, das sie aus dem freien Wasser zu sich nehmen. Sie ziehen in großen Gruppen auf Nahrungssuche durch den See. Diesen Nahrungsgewohnheiten sollte man im Aquarium Rechnung tragen. Sicherlich nehmen sie auch Flockenfutter zu sich, das sollte aber nicht Hauptbestandteil der Nahrung sein sollte. Meine Tiere bekommen überwiegend Cyclops und Artemia zu fressen. Heute, nach über zwei Jahren, habe ich regelmäßig Nachzuchten von meiner Gruppe und es macht immer wieder Freude, die Kleinen großzuziehen.
Wegen seiner plakativen Färbung ist dieser Cichlide bei Aquarianern sehr beliebt. Im Fachhandel trifft man ihn aber nur selten an. Wer diesen Cichliden halten und pflegen möchte, sollte ein Becken von 1,50m Kantenlänge nicht unterschreiten. Die Männchen erreichen immerhin eine Grösse von fast 16 cm. Die Weibchen bleiben deutlich kleiner. Als Bodengrund kommt für Malawiseecichliden nur Sand in Frage. Einige Steinaufbauten im Hintergrund und viel Schwimmraum kommt diesen Fischen sehr entgegen.
Weitere Infos über diesen und anderen schönen Cichliden aus dem Malawisee finden sie auf meiner Homepage unter: www.cichlidenbuntbarsch.de
Grundsätzlich sollte die Fütterung so abwechslungsreich sein wie möglich. In den meisten Fällen wird zu viel Futter auf einmal ins Aquarium gegeben, das dann zum größten Teil im Filter landet und dort von den Bakterien zersetzt wird. Zur Fütterung mit Trockenfutter sollten nur Futtergaben in kleinen Mengen angeboten werden. Als Faustformel soviel Futter wie die Fische in 2-3 Minuten auffressen können, ohne Reste zu lassen. Ausnahmen sind natürlich Futterspezialisten wie z.B. Welse. Diese sollten gezielt gefüttert werden z.B. mit Futtertabletten. Eine weitere Fütterung kann nach 3-4 Std. erfolgen, aber auch jetzt gilt, nur soviel füttern, wie die Fische in 2-3 Minuten fressen können. Ist das Aquarium mit einem sehr starken Filter ausgerüstet, der große Mengen des Futters aufsaugt, bevor es die Fische fressen können, kann dieser zur Fütterung kurzzeitig abgeschaltet werden (nicht vergessen wieder einzuschalten sonst sterben die im Filter lebenden Bakterien).
Futtersorten
Ich möchte hier das Futter in drei Gruppen einteilen: Trockenfutter, Frostfutter und Lebendfutter
Trockenfutter
wird in verschiedenen Formen angeboten (Flockenfutter, Futtertabletten, Sticks , Futtergranulat)
Das am häufigsten verwendete Futter ist das Flockenfutter, was von den meisten Fischen gern angenommen wird.
Meiner Meinung nach aber den geringsten Fütterungswert hat. Wird das Futter zudem noch zu warm gelagert, verliert
es einiges an Vitaminen. Eine Anreicherung mit einem im Zoohandel erhältlichen Vitaminpräparat macht daher Sinn. Es werden so
für die Tiere wichtige Vitamine zugesetzt. Die qualitativen Unterschiede spiegeln sich im Preis wieder. Ein Markenfutter hat
seinen Preis.
Ein weiteres Trockenfutter sind Futtersticks. Sie sind schwimmfähig und für große Fische wie z.B. Barsche geeignet. Da diese Tiere einen hohen Futterbedarf haben, würde man sich mit Flockenfutter schnell das Wasser verderben. Futtersticks sind gepresst und quellen nach einigen Minuten im Wasser auf. Durch ihre Schwimmfähigkeit gelangen sie nicht so schnell in den Filter. So kann man auch größere Mengen Futter anbieten.
Das Futtergranulat kennt man hauptsächlich als Diskusgranulat. Auch Diskus haben einen hohen Futterbedarf und sollten mehrfach am Tag gefüttert werden. Mit Hilfe eines Futterautomaten kann man Futtergranulat bestens mehrmals am Tag anbieten. Es ist qualitativ hochwertig und wird auch als Farbfutter für diverse Farbschläge angeboten.
Futtertabletten sind in unterschiedlichen Varianten erhältlich z.B.: Haft- oder Bodentabletten, FD (freeze-dried (engl.): gefriergetrocknet) oder mit Spirulina (Grünalge). Mit diesen Futter kann man Futterspezialisten wie Welse gezielt füttern. Auch hier hat Qualität seinen Preis. FD-Tabs hervorragend geeignet, um Welse zu füttern, die überwiegend tierisches Futter brauchen. Spirulina-Tabs sind ideales Futter für alle Fische, die pflanzliche Kost bevorzugen.
Algenflages haben sich bei mir zur Fütterung von Ancistrus-Arten (z.B. Blauer Antennenwels) bestens bewährt. Sie sind recht hart, fallen im Wasser nicht auseinander und können somit von Fischen mit Saugmaul gut bearbeitet werden. Sie enthalten 10% Spirulina.
Frostfutter
Die Palette der Frostfuttersorten ist groß. Rote Mückenlarven, weiße Mückenlarven, Artemia, schwarze Mückenlarven,
Wasserflöhe, Bosmiden, Mysis, Cyclops, Krill, Lobster-Eier, Plankton grün und rot, usw. Das meist verwendete sind mit
Abstand Rote Mückenlarven, da sie das günstigste Frostfutter sind.
Man sollte eine abwechslungsreiche Mischung aus all diesen Futtersorten anbieten. Frostfutter ist nach meiner Meinung ein qualitativ hochwertiges Futter. Es kann problemlos in jedem Fachhandel erworben werden. Eine Bevorratung, sofern ein Gefrierfach vorhanden ist, ist möglich. Leider gehen beim Frostfutter durch das Einfrieren einige Vitamine verloren, die man aber durch ein gutes Vitaminpräperat wieder zuführen kann.Dennoch ziehe ich Frostfutter dem Trockenfutter vor.
Lebendfutter
Auch hier sind Sorten wie rote Mückenlarven, weiße Mückenlarven, Artemia, Wasserflöhe, Tubifex und Enchyträen
im Fachhandel zu bekommen. Aus meiner Sicht ist Lebendfutter die beste Art, seine Fische zu ernähren. Es ist
das natürlichste Futter und hat keine Verluste an Vitaminen. Es fördert den Jagdinstinkt der Fische. Fische,
die große Mengen an Futter brauchen - wie z.B. Diskus - kann man eine ganze Tagesration ins Becken geben. Allerdings
sollte dafür gesorgt sein, dass der Filter nicht das Futter aufnimmt (Schaumstoffpatrone über das Ansaugrohr stecken).
Die Fische können soviel fressen, wie sie mögen. einige Arten wie z.B. Skalare fressen jedoch gern mehr, als ihnen bekommt,
weshalb hier also Vorsicht geboten ist. Restliches Futter schwimmt im Aquarium, ohne das Wasser zu belasten. Nicht nur, dass
die Fische optimal versorgt werden, auch das Jagen des Futters ist ein tolles Schauspiel.
Probieren Sie es doch mal aus. Viel Spaß dabei.
Aufbau einer Aquarienanlage |
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In diesem Artikel stelle ich meine Aquarienanlage und die verwendete Technik vor. Bedingt durch meinen Umzug im Sommer 2003 war ich gezwungen, entweder meine bisherigen 12 Aquarien mit zusammen 900 Litern Volumen quasi eingerichtet in die neue Wohnung zu transportieren oder mir passend zum neuen Aquarienzimmer eine Anlage zuzulegen, die auf den Platz und die Möglichkeiten abgestimmt, alle meine Vorstellungen erfüllt und natürlich maximal ausgelegt ist. Noch Fragen, wofür ich mich entschieden habe?
Aquarienanlage
An der vorgesehenen Wand hatte ich ca. 3 m in der Breite und 50 cm in der Tiefe Platz. Da sich die Wohnung bei der
Besichtigung mitten in der Renovierung befand und mein Vermieter bzw. Vermieterin so nett waren, mir ein Waschbecken
und einen Abfluss ins Aquarienzimmer zu legen, reduzierte sich die verfügbare Breite auf etwas über 2,50 m.
Somit bestellte ich eine Aquarienanlage mit zwei Regalen aus Aluminium-Vierkantstangen bei MAT Aquarientechnik. Es
sind sechs Aquarien mit den Maßen 125 x 50 x 35 cm (B x T x H) und somit einem Gesamtvolumen von etwas mehr als 1.300 Litern.
Vier Aquarien sind mit jeweils drei Trennscheiben in vier Abteile geteilt, zwei Aquarien mit je einer Scheibe in zwei Abteile.
Jedes Abteil hat zwei Deckscheiben, die in Laufleisten übereinander geschoben werden können.
Wasserablauf
Jeweils zwei Abteile sind durch eine mit einem Kunststoffgitter verschlossenen Loch verbunden und haben ein gemeinsames
Überlaufrohr, wodurch der Wasserstand maximal 32 cm betragen kann. Das Überlaufrohr befindet sich hinter der einen Filtermatte
(siehe Filterung), wodurch Tiere bzw. Schwimmpflanzen aus dem Aquarium nicht hinweg gespült werden können.
Die Überläufe werden über 4 cm Plastikrohre zusammen in den Abfluss geführt. Durch dieses Prinzip muss für Wasserwechsel nicht
erst Wasser abgelassen und dann wieder aufgefüllt werden. Auffüllen reicht, denn überschüssiges Wasser fließt über den Überlauf
wieder ab.
Frischwasserfilterung
Jetzt wissen wir, wie überschüssiges Wasser abgeführt wird, aber noch nicht, wo es denn herkommt. Da ich Zwerggarnelen und
Krebse züchte, die sehr empfindlich auf giftige Rückstände wie Kupfer und Blei im Leitungswasser reagieren, und ich bei den
Wasserleitung in unserem Mietshaus von neuen und alten Kupferleitungen evtl. sogar Bleileitungen ausgehen kann, habe ich einen
Adsorptionsfilter (Adsorption: Anlagerung an eine Oberfläche) installiert.
Ich verwende den CARBONIT Monoblock Multifunktion (siehe www.carbonit.de) mit Filterpatrone
CARBONIT NFP Premium mit einer Filterfeinheit von < 0,45 µm. Die Durchflussmenge liegt bei ca. 2 Liter pro Minute, was
bei dem Zeitbedarf für manuelle aber auch automatische Wasserwechsel zu beachten ist, denn pro Stunde bedeutet das lediglich
120 Liter. Gekauft habe ich den Filter bei Zoo Zajac (siehe www.zajac.de).
Angeschlossen werden kann normale Verrohrung über ein 3/4" Gewinde mit entsprechenden Wasserhähnen und zusätzlich über
Gardena-Anschluss die passenden Schläuche.
Wasserzulauf
An den Filter habe ich für die Wasserzufuhr mit GARDENA-Technik angeschlossen. Die Wasserwechsel sind automatisiert über
eine Zeitschaltuhr. Dreimal täglich läuft jeweils eine Stunde kaltes Frischwasser in jedes Aquarium.
Für die Verteilung des Wassers auf die einzelnen Becken wird Verlegerohr 13 mm (½") mit entsprechenden Verteilern verwendet.
Für die Regulierung der Wassermenge werden je Doppelabteil Endtropfer mit 4 l/h verwendet (große Doppelabteile je ein 4 l/h und
ein 2 l/h Endtropfer), d.h. pro kleinem Abteil 6 Liter und je großem Abteil 9 Liter täglich. Das bedeutet, täglich werden ca. 10%
des Wassers automatisch gewechselt.
Durch die Endtropfer mit langsamen Zufluss von Frischwasser wird im Winter vermieden, dass das Aquarienwasser beim Wasserwechsel
zu stark abkühlt.
Die CARBONIT Filterpatronen sind auf einen Durchfluss von ca. 10.000 Litern ausgelegt, was abhängig von der Verunreinigung des
zu filternden Wassers schwanken kann. Legt man die obigen Angaben zugrunde, benötige ich im Monat ca. 4.000 Liter Frischwasser.
Das bedeutet, die Filterpatronen sollten ca. 2,5 Monate halten. Weil ich natürlich zusätzlich noch Wasser, u.a. für mein 540 Liter
Wohnzimmeraquarium, benötige, reduziert sich diese Zeit. Im Moment reicht eine Patrone für ca. 4 bis 6 Wochen, was auch zeigt, dass
diese Filterung wegen des verunreinigten Wassers wohl nötig ist.
Filterung
Jedes Abteil hat seinen eigenen Hamburger Mattenfilter mit einem Mattenvolumen von 3.500 cm³ (10 x 10 x 35 cm). Über Steigrohr
mit Sprudelstein wird das Wasser von hinter der Matte durch die Filtertrennscheibe wieder ins Aquarium befördert. Dadurch wird
das Wasser zusätzlich mit Sauerstoff angereichert und, da der Auslauf auf Wasserstandshöhe ist, wird die Bildung einer Kahmhaut
verhindert.
Die Verteilung der Luft erfolgt wieder über ½" Verlegerohre. Um die Luftmenge genau einstellen zu können, werden entsprechende
Regulierventile verwendet. Die Luft bringt ein Luft-Kompressor.
Beleuchtung
Die Beleuchtung ist gezielt einfach gehalten mit je einer 36 Watt Tageslichtröhre pro Aquarium, da die Bepflanzung sich vornehmlich
auf Javamoss und Anubias beschränkt. Zur besseren Lichtausbeute und um nicht selbst bei der Betrachtung der Aquarien geblendet zu
werden, verwende ich Aluminium-Reflektoren, die auf die Röhren gesteckt werden.
Fazit
Der so gewählte Aufbau mit Becken und Technik hat sich erfolgreich bewährt. Allerdings würde ich beim nächsten Mal auf jeden Fall
die Abteile getrennt halten und nicht zwei zusammen, auch wenn das wegen zusätzlicher Bohrung und Überlaufrohre teurer wird. So ist
es bei eventuellem Auftreten von Hydra und Planarien jetzt den Parasiten möglich, von einem Abteil ins andere zu wechseln. Sogar
ein kleiner Zwergfadenfisch hat es durch den Filter ins Nachbarabteil geschafft, was ich nie gedacht hätte.
Sie werden sich abschließend noch fragen, was mich der Spaß gekostet hat:
Aquarienanlage mit Luft-Kompressor ca. 2.250 €, Filter mit Patrone ca. 175 €, Belüftung plus Wasserwechselsystem ca. 175 €;
zusammen 2.600 €.
Pflanzen, Wurzeln, Kies und Tiere: man genießt und schweigt J
Ich hoffe, mit meinem Artikel auch für Sie ein paar Anregungen und Lust auf eine neue Anlage gemacht zu haben.
Nixenschnecken - Algenfresser für das Aquarium |
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Zu der Familie der Nixenschecken (Neritidae) gehören verschiedene Arten, die sich sehr gut in Süßwasseraquarien halten lassen. Das Besondere an diesen Tieren ist, dass sie sich ausschließlich von Schwämmen und Algen ernähren. Sie können sogar Kieselalgen zerdrücken und verdauen.
Zu den Nixenschnecken in unseren Aquarien gehören die einheimischen Flußkahnschnecken (Theodoxus fluviatilis), die Muschelschnecken (Septaria porcellana), die Mexikanische Nixenschnecken (Clypeolum latissimum) und die mittlerweile sehr bekannten Rennschnecken (Neritina sp.). Alle diese Arten leben als erwachsene Tiere im Süßwasser und lassen sich auch im tropischen Warmwasser halten.
Alle Nixenschnecken haben ein dickes, festes Gehäuse und ein halbmondförmiges Deckelchen (Operculum). Dieses ist halbmondförmig, kalkig, glatt und ist nur sichtbar, wenn sich das Tier in sein Gehäuse zurückgezogen hat. Der Fuß ist in der Regel rund bis länglich oval. Er verändert sich in der Form, während das Tier kriecht. Der Kopf ist breit und deutlich vom Körper abgesetzt. Hinter den langen fadenförmigen Fühlern sitzen die Augen auf kurzen Stielen, der Kopf immer fast völlig unter dem Gehäuse. Selten sind die Spitzen der Fühler oder der vordere Rand des Kopfes sichtbar. Die Tiere atmen durch Kiemen, verlassen aber von Zeit zu Zeit das Wasser. Alle Arten sind getrenntgeschlechtlich. Es gibt also Männchen und Weibchen. Die Geschlechtsöffnungen befinden sich auf der rechten Körperseite in der Nähe des Fühlers. Es werden 10 bis 100 Eier zusammen in etwa 1 mm großen Kokons an festen Unterlagen wie Steinen, Holz oder den Gehäusen von anderen Schnecken abgelegt.
Das Gehäuse von Rennschnecken (Neritina sp.) wird 20-25 mm lang und 12-14 mm breit. Es ist glatt, gelbbraun bis rotbraun und mit wenigen bis vielen schwarzen, geraden, geschwungenen oder gezackten, schmalen oder breiten Linien überzogen. Bei mir haben die Tiere innerhalb kurzer Zeit ihre Farbe verändert. Nach dem Einsetzten in mein Aquarium wurde die Grundfarbe deutlich gelblicher und die Ausrichtung der schwarzen Linien ist beim neu gebildeten Gehäusematerial anders. Diese Variabilität ist typisch für die Arten aus der Gattung Neritina. Dadurch ist die Artbestimmung bei ihnen besonders schwer. Vermutlich handelt es sich bei der am weitesten verbreiteten Rennschnecke um Neritina gagates. Rennschnecken findet man zurzeit sehr häufig im Aquarienhandel. Sie sind sehr gute Algenvernichter, fressen aber auch Futterreste. Daher kann man sie auch gut halten, wenn man ein nur wenig veralgtes Becken hat. Berichte über eine erfolgreiche Nachzucht ließen sich bisher nicht bestätigen. Aus den Eiern der Neritina-Arten schlüpfen wahrscheinlich schwimmende Larven, die möglicherweise Plankton fressen. Es wird vermutet, dass Brackwasser benötigt wird.
Seltener findet man im Handel die Muschelschnecke (Septaria porcellana). Das Gehäuse dieser Schnecke ist so flach wie eine Muschelhälfte. Meist wird sie für eine Napfschnecke gehalten. Am Deckel ist sie jedoch eindeutig als Nixenschnecke zu erkennen. Ihr Gehäuse ist 30 bis 40 mm lang und etwa 25 mm breit. Die Oberfläche ist glatt und sehr variabel marmoriert. Diese Tiere leben in Flüssen auf Steinen. Sie lassen sich nur sehr schlecht von ihrer Unterlage ablösen und werden dabei meist so schwer beschädigt, dass sie sterben. Sie sind in der Haltung nicht einfach, da sie keine andere Nahrung als Algen annehmen. Die meisten Tiere sterben innerhalb von Tagen oder Wochen nach dem Einsetzten in das Aquarium. Dennoch ist einem österreichischen Aquarianer eine Zufallszucht in einem stark veralgten Becken gelungen. Er konnte 5 Jungtiere aufziehen. Ursprünglich stammen die Tiere aus Japan, Taiwan und von den Philippinen. Vermutlich sind sie auch in Indonesien weit verbreitet.
Auch die Mexikanische Nixenschnecke (Clypeolum latissimum) kann man im Handel kaufen. Sie wurde von einem Aquarianer von einer Reise mitgebracht und wird in Deutschland nachgezogen. Bisher habe ich die Tiere nur in einem Zooladen in Berlin gesehen, in dem sie als "Mexikanische Napfschnecken" verkauft werden. Das Gehäuse ist etwa 30 mm lang, fest, hell bis dunkelbraun und unregelmäßig gehämmert mit deutlichen Wachstumsringen. Es ist breiter als lang und sehr flach. Durch ihre breiten flachen Schalen sind sie sehr unbeweglich und können sich nicht alleine wieder umdrehen, wenn sie auf den Rücken fallen. Sie haften jedoch sehr fest am Untergrund, so dass diese Gefahr für die Tiere relativ gering ist. Die Art ist von West-Mexiko bis Ecuador und Costa Rica verbreitet.
Die Flußkahnschnecke (Theodoxus fluviatilis) ist eine einheimische Art. Sie ist durch Gewässerverschmutzung stark zurückgegangen und steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Sie ist das Weichtier des Jahres 2004. Ihr Gehäuse ist 6 bis 12 mm lang, 4 bis 8 mm breit und 3 bis 5 mm hoch. Die Oberfläche ist im Grunde weißlich oder gelblich mit variablen hellen und dunklen Braun- und Rottönen oder in schwarz, netzartig oder mit feinen Linien gemustert. Manchmal ist sie auch rein schwarz oder weiß nur wenige helle Flecken auf. Obwohl sie in der Natur in kühleren Gewässern vorkommt, kann man sie gut in Warmwasseraquarien halten. Die Temperatur sollte jedoch nicht dauerhaft über 27 °C liegen. Wenn ausreichend Algen zur Verfügung stehen, vermehren sich die Tiere auch im Aquarium sehr gut. Sie bleiben aber deutlich kleiner als in der Natur.
Nixenschnecken stellen keine Gefahr für Wasserpflanzen dar. Sie lassen sich gut zur Bekämpfung von Algen einsetzten. Rennschnecken lassen sich am Besten halten, da sie auch Futterreste fressen. Die Mexikanischen Nixenschnecken nehmen auch Ersatzfutter an, sind offensichtlich zur Zeit aber nur in Berlin zu bekommen. Von der Flusskahnschnecke gibt es stabile Aquarienpopulationen.
Die Tiere findet man jedoch nicht im Handel. Man sollte sie nicht aus der Natur entnehmen. Diese Art und auch die Muschelschnecke fressen ausschließlich Algen und wachsen und vermehren sich nur unter Bedingungen, die Aquarianer in ihren Becken nicht eintreten lassen wollen. Für eine erfolgreiche Vermehrung sind Becken erforderlich, die man in der Regel als "versifft" bezeichnen würde. Für alle diese Schneckenarten gilt aber, dass sie keine hohen Nitrat- oder Phosphatwerte vertragen.
Fire Zwerggarnele,
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Heute möchte ich eine Zwerggarnele vorstellen, die derzeit am meisten Furore macht. In einer der letzten Aqualognews war sie die Nummer sechs der begehrtesten Aquarientiere und die Nummer eins der Garnelen. Das ist somit Grund genug, auf diese wunderschönen Tiere, deren Herkunft, die artgerechte Haltung und auch auf die Zucht näher einzugehen.
Artname
Der "deutsche" Handelsname "Fire Zwerggarnele" (Feuer Zwerggarnele) bzw. "Red Cherry Zwerggarnele" (Rote Kirschen Zwerggarnele)
bezieht sich auf die feurig rote Körperzeichnung, die so intensiv sein kann wie bei der "Crystal red Zwerggarnele" (Kristallrote
Zwerggarnele).
Werner Klotz hat für die Arbeitsgemeinschaft Wirbellose Tiere der Binnengewässer (kurz AGW, siehe www.wirbellose.de) unter www.wirbellose.de/klotz/red_cherry.html beschrieben, wie der wohl korrekte Artname zu ermitteln war und die Garnelen entsprechend als Neocaridina denticulata sinensis identifiziert. Das "var. red" bedeutet "rote Variante", denn die normale Form dieser Art ist nicht so prächtig rot gefärbt, sondern gräulich braun mit leichter Musterung.
Herkunft
Diese rote Mutation wurde von einem Fischfutterfänger beim Tümpeln in Taiwan in einer kleinen Menge gefunden.
Der Zierfischgroßhändler Aquarium Dietzenbach war im Sommer 2002 für Deutschland der Erstimporteur und beliefert
seit dem die Zoofachhändler mit Nachzuchten aus Taiwan.
Preise
Die anfänglichen Preise von bis zu 18 EUR pro Tier (!!!) sind inzwischen gefallen und liegen im Handel zwischen 6 EUR und 9 EUR.
Vom Züchter bekommt man die Tiere zwischen 1,50 € und 3 € je nach abgenommener Anzahl.
Färbung
Ich habe schon einige Berichte, Diskussionen und Kritiken verfolgt, die behaupten, dass die Tiere nicht wie versprochen
rot werden, bleiben bzw. sind. Meine bisherige Erfahrung und die mir bekannten Zuchtstämme zeigen, dass, sofern nicht die
farblose Wildform eingekreuzt wird, die Tiere das rot behalten und auch weitervererben.
Dabei ist natürlich zu beachten, dass es sich bei dem Rot um eine Fettfarbe handelt, die in den Zellen des Körpers eingelagert wird, und die Tiere nicht selbst produzieren können. Diese Karotinoide (fällt Ihnen der Bezug zur Karotte auf?) sind in höheren Konzentrationen z.B. in Möhren, roten Paprika aber auch Cyclops enthalten. Neben diesem natürlichen Farbfutter gibt es auch diverse Flocken- bzw. Granulatfuttersorten, die mit Karotinoiden angereichert sind. Dieses Futter ist bei den verwendeten Farb-Konzentration nicht schädlich. Zum Beispiel wird ß-Karotin vom Organismus nicht nur für die Farbe benötigt, sondern auch vom Körper in Vitamin A umgesetzt. Es genügt auch abwechslungsreiche Ernährung mit Frostfutter und Gemüse, um die benötigte Menge Karotinoide aufzunehmen. Verteufeln Sie also Züchter nicht, die Farbfutter füttern, denn sie unterstützen das Tier bei der Färbung nur bei dem, was ihm angeboren ist. Ohne Fütterung von "Farbe" kann eine rote Garnele genauso wenig rot werden wie ein roter Kanarienvogel. Sollten alle Ihre Fire Zwerggarnelen trotz der Fütterung von entsprechendem Futter nicht die gewünschte Färbung zeigen, liegt das entweder an den Haltungsbedingungen (auch Schreckfärbung bei Transport) oder daran, dass Sie nur Männchen besitzen. Denn bei dieser Farbform ist interessanterweise zu beobachten, dass nur die Weibchen kräftig rot werden und die Männchen dagegen mit wenig rot am Körper sehr blass aussehen. Allerdings ist das auch ein Vorteil, denn das ist ein Kriterium, die Geschlechter dieser, als Weibchen bis 25 mm groß werdenden, Garnelen zu unterscheiden.
Haltung
Die Haltung dieser Art ist einfach. Meine Tiere bewohnen ein 45 Liter Aquarium mit Hamburger Mattenfilter. Die Temperatur liegt
bei 26°C. Durch automatischen Wasserwechsel werden täglich ca. 10% des Wassers ausgetauscht. Der pH-Wert liegt bei
6,8, gH ca. 6, kH 3, Nitrat ca. 15 mg/l und Nitrit nicht nachweisbar. Allerdings ist die Art auch bei einer Gesamthärte von
27 und leicht alkalischem pH-Wert gut züchtbar. Die Haltung und Zucht der Zwerggarnelen im Gartenteich von Gerd Voss hat
zu einer tiefroten Färbung der Weibchen geführt, was erstens zeigt, dass die Sonne entweder direkt oder indirekt über das
Futter positive Auswirkungen auf die Färbung hat und zweitens die Art mindestens zwischen 18°C und 30°C temperaturtolerant ist.
Es muss jedoch erwähnt werden, dass die Tiere nicht jedes Wasser mögen. Kupfer und andere Bestandteile im Wasser können einen
Bestand zusammen brechen lassen oder "nur" die Vermehrung verhindern.
Aus diesem Grund durchläuft mein Wasser, trotz entsprechender Kosten, vor dem Einfüllen ins Aquarium einen Adsorptionsfilter
(Adsorption: Anlagerung an eine Oberfläche).
Futter
Die Fütterung der Fire Zwerggarnelen sollte abwechslungsreich erfolgen. Neben herkömmlichem Flocken- und Granulatfutter
wird gern vorher gefrorenes Gemüse wie Spinat, Paprika, Erbsen, Rosenkohl und Möhren genommen. Außerdem werden gefrorene
Mückenlarven, Cyclops oder Artemia gefressen. Nicht fehlen darf auf jeden Fall trockenes und dann eingeweichtes Laub von
z.B. Buchen. Algen, ob Spirulina-Tabletten oder lebende Grünalgen, sind willkommene Kost und ein veralgter Stein, aus einem
anderen Aquarium eingebracht, sind ein Anziehungspunkt für die gesamte Aquarienpopulation.
Zucht
Die Fire Zwerggarnelen gehören zum spezialisierten Fortpflanzungstyp, das heißt, aus den Eiern schlüpfen bereits fertig
entwickelte Garnelchen, die aussehen wie ihrer Eltern, nur viel kleiner.
Die Weibchen tragen je nach Größe 20 bis 40 ca. 1 mm große Eier. Die Jungtiere schlüpfen bei ca. 25°C nach etwa 4 Wochen
und sind dann knapp 2 mm groß. Trotz der geringen Größe müssen die kleinen Zwerggarnelen nicht heraus gefangen bzw. gesondert
gefüttert werden. Die Alttiere stellen ihren Kindern nicht nach und in einem alt eingerichteten Aquarium mit Mulm am Boden,
Javamoos und Algen finden sie genügend Futter, um innerhalb von 3 Monaten bereits geschlechtsreif zu werden.
Besonderheit
Zum Abschluss möchte ich auf eine Besonderheit bei dieser Art eingehen, auf die mich Gerd Voss aus Hannover, von dem ich im
Sommer 2003 meinen Zuchtstamm bekommen hatte, aufmerksam machte.
Die Eier dieser Art sind im Gegenteil zu anderen Arten nicht dunkel sondern hell gelblich gefärbt. Die Weibchen produzieren
die Eier im Nacken, was gut am gelblichen Längsfleck erkennbar ist. Werden dann die gelblichen Eier unterm Hinterleib getragen,
ist der Nackenfleck verschwunden.
Interessanterweise weißt bei der Population, die mir ein Jahr vorher Aquarium Dietzenbach zur Verfügung gestellt hat, die Eifarbe
trotz gleicher Fütterung und Wasserbedingungen eine grünliche statt gelblich Färbung auf.
Weitere Informationen über diese Art finden Sie im Internet in der Artendatenbank von www.wirbellose.de.
Bei Interesse bekommen Sie Tiere im Zoofachhandel, der bei Bedarf im Großhandel bestellen kann, von Züchtern auf der Zierfischbörse und natürlich im Internet im Kleinanzeigenmarkt von www.wirbellose.de.
Jeder Aquarianer kennt aus der Fachliteratur oder aus Zeitschriften die vor sattem Grün strotzenden "Holländischen Pflanzenaquarien". Meistens ärgert man sich im Weiteren, warum gelingt einem nicht auch so ein Unterwasserdschungel. Dies ist prinzipiell nichts anderes als ein Produkt fleißigen Gärtnerns (hier halt unter Wasser) und hier und da eines grünen Daumens. Es kann aber grundsätzlich festgehalten werden, dass es in der Regel nicht ausreicht, Kies und Wasser in den Glaskasten zu kippen, Pflanzen und Fische dazu, Deckel mit Licht darüber - und Feierabend. Das wird mit großer Sicherheit schiefgehen: Pflanzen, die absterben, ein "freundlicher" Algenwuchs - und Fische, die auch nicht unbedingt glücklich in die Welt schauen.
So wie Mensch und Tier benötigen die Pflanzen auch einige Faktoren zum Leben. Welche sind dies? Die folgenden Zeilen sollen in einem groben Überblick Antwort auf diese Frage geben.
Licht
Im Gegensatz zu uns Menschen und den Tieren, die für ihre Lebensenergie Nahrung zu sich nehmen müssen, sind
Pflanzen vom Licht abhängig. Lichtenergie nutzen die Pflanzen, um wachsen zu können. Dieser Vorgang wird von
den Biologen Photosynthese genannt. Hierzu sind aber einige Bausteine notwendig, damit dieser Vorgang im
Tagesverlauf wie an einem Fabrikfließband ablaufen kann. Dieser Ablauf ist für alle Pflanzen, unabhängig ob
über oder unter Wasser, gleich. Die Bausteine sind im weiteren Verlauf beschrieben.
In der Aquaristik sollte beim Licht auf folgendes hingewiesen werden. Hier gilt nicht die Gleichung, viel hilft viel. Es gibt Pflanzen, die den Schatten bevorzugen (z.B. Anubias oder auch viele Cryptocorynen) und solche, die es heller mögen (z.B. Cabomba). Insofern sollte darauf bei der Pflanzenauswahl in der verfügbaren Fachliteratur geachtet werden. In der Regel ist eine Beleuchtungsdauer von 8-10 Std. am Tag ausreichend. Als Lichtquellen haben sich die guten alten Leuchtstoffröhren bewährt. Ich habe sehr gute Erfahrungen bei einem Becken mit den Grundmaßen 1,5 x 0,6 x 0,5 m mit zwei Röhren a 36 Watt gesammelt. Cryptocorynen, Echinodorus, Crinum (Hakenlilie) Limnophila (zeitweise auch Cabomba) und Anubien wachsen unter den gegebenen Bedingungen sehr gut. Als Röhren verwende ich gerne Triton oder AquaGlo/PowerGlo. Allerdings muss jeder für sich selbst experimentieren, denn bekanntermaßen führen viele Wege nach Rom. Es gibt eine Menge anderer Röhrentypen, die ebenfalls gute Ergebnisse erzielen (Recherche im Fachhandel!).
Nur von einem sollte man die Finger lassen, dass sind die guten weißen "Baumarkt-Röhren", die zwar preisgünstig sind - aber auch günstig für das Algenwachstum.
Darüber hinaus gibt es Hobbykollegen, die auch andere Lichtquellen wie HQL erfolgreich einsetzen.
Kohlendioxid
Der Grundbaustein des Wachstums ist das Kohlendioxid. Dies wird von Mensch und Tier mit der Atmung ausgeschieden und ist
in der Regel ausreichend vorhanden. Für die Photosynthese nimmt die Pflanze Kohlendioxid auf und baut dieses zum Wachstum
in ihre Substanz ein.
Unter Wasser kann durch eine Kohlendioxid-Düngung die Versorgungslage für die Pflanzen optimiert werden. Selbst habe ich zwar noch keine Düngungsanlage betrieben, aber die Erfolge spiegeln sich in den eingangs genannten "Holländischen Pflanzenaquarien" wieder, wo eine Kohlenstoffdüngung wesentlich ist. Zum erforderlichen Equipment und praktischen Erfahrungen sollte man sich im guten Fachhandel informieren, zum anderen sind hier weitergehende praktische Erfahrungen erhältlich.
Nährstoffe
Hierunter werden die Stoffe verstanden, die für das Pflanzenleben unabdingbar sind. Im allgemeinen fallen hierunter Stickstoff,
Phosphor, Schwefel, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Leidet eine Pflanze an einer Unterversorgung dieser Stoffe, kommt es
zu Mangelerscheinungen wie beispielsweise der Eisenchlorose (Eisenmangel - ausgilbende Blätter).
Stickstoff und Phosphor sind in der Natur für das Pflanzenwachstum häufig limitierende Faktoren, bei uns im Aquarium eher nicht. Über das Fischfutter wird von diesen Stoffen mehr als genug in das Aquarium eingetragen. Durch das Überangebot im Wasser freuen sich dann häufig Algen, die allgegenwärtig sind und "aufblühen" (aber das ist ein anderes Thema). Also sollte der Aquarianer sehen, dass Stickstoff und Phosphor auch nur in den erforderlichen Konzentrationswerten vorhanden ist.
Beim Stickstoff handelt es sich um Ammonium und Nitrat, was von den Pflanzen verwertet wird, beim Phosphor zumeist um das sogenannte ortho-Phosphat. Für günstige Verhältnisse liegen beim Nitrat die Konzentrationen unter 50 mg/l, beim Ammonium bis 0,25 mg/l und beim Phosphat bis 1 mg/l. Beeinflussen lässt sich die Nährstoffanreicherung im Aquarium am besten über den klassischen Wasserwechsel oder schnellwüchsige Pflanzen (z.B. Hornkraut Ceratophyllum oder Sumatrafarn).
Bei den Elementen Schwefel, Kalium, Calcium und Magnesium erfolgt natürlich auch über das Futter ein gewisser Eintrag. Aber diese Stoffe zeigen im allgemeinen nicht die durchschlagende Wirkung wie der Stickstoff oder das Phosphor. Mangelerscheinungen treten meist seltener auf, sind dann auch schwieriger zu erkennen.
Beim Eisen ist eine ausreichende Versorgung wichtig, da es eine wichtige Rolle beim Photosyntheseprozess spielt. Eisen tritt in zwei Formen auf: Oxidiert als Eisen(III) bzw. reduziert als Eisen(II). Bei guter Sauerstoffversorgung im Wasser (und das sollte in unseren Aquarien selbstverständlich sein) liegt das Eisen in der oxidierten Form vor, was aber nicht gelöst und somit pflanzenverfügbar ist. Also sollte zeitweise Eisen gedüngt werden, um einen günstigen Konzentrationsbereich bis zu 0,2 mg/l zu erreichen. Im Dünger ist das Eisen komplex gebunden (meist als Eisencitrat) und steht den Pflanzen so für einen gewissen Zeitraum im Wasser zur Verfügung, ohne oxidiert zu werden und auszufallen. Über den Düngerythmus muss man selbst ein klein wenig experimentieren. In meinem Aquarium habe ich zeitweise monatlich mit Eisentabletten gearbeitet, was ausreichte.
Spurenelemente
Hierbei handelt es sich um Stoffe, die für das Pflanzenwachstum von geringerem Bedarf sind, wie Mangan, Kupfer, Molybdän,
Zink oder Bor. Je nach Pflanzenart zeigen sich bei den Spurenelementen unterschiedlichste Ansprüche, wobei diese Stoffe
allgemein nur in geringsten Konzentrationen erforderlich sind. Mangelerscheinungen sind hierbei zumeist schwierig anzusprechen
und verlangen einige Erfahrung. Es ist aber davon auszugehen, dass über das Fischfutter ein ausreichender Input erfolgt. Darüber
hinaus bieten Dünger je nach Notwendigkeit eine weitere Quelle. Pauschal wie bei einem Kochrezept können für die Spurenelemente
keine einfachen Düngehinweise gegeben werden - gerade in diesem Bereich muss auch etwas experimentiert werden.
Als weitere Parameter stellen natürlich - wie bei den Fischen - die Wassertemperatur, der pH-Wert, der elektrische Leitwert und die Wasserhärte wichtige Faktoren dar, da sie den Wasserchemismus - und damit auch das Pflanzenwachstum - deutlich beeinflussen. Die im Warmwasseraquarium angeratenen Standardtemperaturen um die 25°C werden durch die meisten in Kultur befindlichen Aquarienpflanzen toleriert. Man sollte aber darauf achten, wenn zum Beispiel eine Kaltwasserpflanze wie die Wasserpest Elodea canadensis eingesetzt wird, dass eine zu hohe Dauertemperatur (hier über 22 °C) zum Absterben der Pflanze führt. Im Aquarienmilieu liegt der pH-Wert meist um den Neutralpunkt im Bereich zwischen pH-Wert 6 bis 8, was für die meisten Wasserpflanzen gut ist.
Gleiches gilt prinzipiell auch für den Leitwert und die Wasserhärte. Da beide Parameter direkt durch den Salzgehalt des Wassers beeinflusst werden (z.B. Carbonate) und sich auf den pH-Wert auswirken, sollten zum Beispiel Pflanzen aus Weichwasserverhältnissen (z.B. einige Schwertpflanzen Echinodoren) unter den entsprechenden Milieubedingungen gehalten werden.
Beim Düngen ist zu beachten, dass im Fachhandel Mittel in Flüssig- oder Tablettenform angeboten werden. Bei Sumpfpflanzen (wie Anubien oder Echinodoren) sollten primär Düngetabletten in den Boden eingebracht werden, da diese die Nährstoffe vorwiegend über die Wurzeln aufnehmen. Umgedreht verhält es sich bei den Wasserpflanzen (wie Valisnerien).
Hinsichtlich des Bodengrundes sollte beachtet werden, dass feiner Sand aufgrund seiner Dichte für das Pflanzenwachstum ungünstig sein kann. Er ermöglicht nur einen geringen Stoffaustausch und führt leicht zu aneroben (sauerstofffreien) Zonen. Als günstig kann ein Aquarienkies mit einer Körnung von im Mittel 1-4 mm eingestuft werden (am besten Flusskies). Die Mächtigkeit des Bodengrundes im Aquarium sollte mindestens über 5 cm betragen.