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XVII. Fishlight

Dezember 2002

Inhaltsverzeichnis

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.
  • Darf es ein bisschen Meer sein?
  • Bepflanzung ostafrikanischer Seecichliden-Becken
  • Bemerkungen zur Gattung Tropheus
  • Schwarze Tiger-Zwerggarnele "Black Tiger"
  • Miniatur-Aquarium
  • Mooskugel, eine Grünalge im Aquarium
  • Zwergkrallenfrösche
  • Zwergkärpfling, Heterandria formosa

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.

    Liebe Vereinsfreunde,

    das Jahr 2003 ist nun fast um und dieses Fishlight erscheint zu unserer vierten Zierfischbörse in der Stadthalle Braunschweig. Die bisherigen drei Stadthallen-Börsen haben gezeigt, dass unser Konzept der Kombination von Börse, Information mit Vorträgen, Ausstellung und Händlern aufgegangen ist. Auch die jährliche Tombola während der Dezemberbörse findet sehr großen Anklang.

    Aufgrund der doch recht hohen Aufwände für die Veranstaltungsorganisation und den eng aufeinander folgenden Börsen im Herbst/Winter haben wir uns dazu entschieden, in Zukunft nur noch zwei Börsen im Jahr zu veranstalten: für 2003 am 23. Februar und 30. November.

    Für nächstes Jahr konnten wir wieder sehr gute und bekannte Referenten für die Börsen- aber auch Donnertags-Vorträge gewinnen. Ich glaube, wir haben ein sehr abwechslungsreiches und interessantes Programm zusammengestellt, bei dem wir uns über Gäste sehr freuen würden. Genaues entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender in diesem Heft.

    Über die Aktivitäten im Gymnasium Martino-Katharineum, Kindertagesstätte St. Nikolaus und Altenpflegeheim Bethanien sowie unseren Vereinsausflug haben wir ja bereits im letzten Fishlight ausführlich berichtet.

    Da im Januar 2003 die vierjährige Amtszeit des aktuellen Vorstands zu Ende geht, möchte ich die Zeit noch einmal kurz Revue passieren lassen.
    Wir, d.h. Jörg Hauschild (1. Vorsitzender), Kai A. Quante (2. Vorsitzender), Hans-Peter Kemnitz (Kassierer) und Lawrence Kemnitz (Schriftführer; inzwischen übergeben an Dr. Arnold Gebauer), haben im Frühjahr 1999 die Arbeit von Helmut Reinsch und seinem Team übernommen. Zu der Zeit fehlte bei allen der Enthusiasmus aus den Gründungstagen von 1995 und es ging nicht mehr richtig voran. Auch familiäre und berufliche Gründe sorgten für den Stillstand, der mit neuem Team aufgebrochen werden sollte. Bereits kurz nach Übernahme wurde im Sommer 1999 der Bezirkstag der VDA-Vereine im Bezirk 22 mit Erfolg ausgerichtet. Die Neuerung die Veranstaltung nicht nur vormittags, sondern auch über den Mittag hinaus durchzuführen, fand Anklang und wurde seit dem auch von anderen Vereinen übernommen.
    Ein wesentlicher Einschnitt war Anfang 2000 die Umbenennung des Vereins von "Aquarienclub Dibbesdorf e.V." in "Aquarienclub Braunschweig e.V.", um deutlich zu machen, dass der Verein über Braunschweig-Dibbesdorf hinaus Mitglieder und Gäste ansprechen möchte, um so auch überregional Sponsoren und Werbepartner anzusprechen.
    Bereits 1999 zog der Verein für die Vereinsabende aus der Küche der Mehrzweckhalle Dibbesdorf in die Gaststätte Waggumer Weghaus um und hat dort ein viel angenehmeres Umfeld gefunden.
    Im selben Jahr wurden die Internet-Aktivitäten mit vielen Informationen rund um die Aquaristik und den Verein unter www.aquarienclub.de intensiviert. Die monatlich über 40.000 Seitenaufrufe dokumentieren diesen Erfolg. Dabei finden insbesondere das Zierfischlexikon (Pflege durch Lawrence Kemnitz) und das "Fishlight online" großen Zuspruch.
    Mit Ausgabe IX (neun) im März 2000 erhielt das Vereinsmagazin Fishlight ein farbiges Layout, das inzwischen auch Farbinnenseiten beinhaltet. Mit dem Fishlight, das nach einer Idee von Helmut Reinsch im September 1997 zum ersten Mal erschienen ist, hat der Verein ein weit über die Region hinaus bekanntes Organ, das neben Vereinsinfos auch viele aquaristische Berichte enthält.

    Seit einigen Jahren laden wir einmal im Monat einen Referenten für einen aquaristischen Vortrag ein, um Vereinsmitgliedern und Gästen über die aquaristische Plauderei hinaus Informationen und Erfahrungsaustausch zu bieten.

    Die größte, auch finanzielle, Herausforderung haben wir im Dezember 2001 mit dem Wechsel des Börsenstandortes von Dibbesdorf in die Braunschweiger Stadthalle angenommen. Der Vorschlag, gemeinsam mit den anderen Vereinen des Bezirks dort eine Veranstaltung zu stemmen, ist am Desinteresse und Misstrauen der anderen Vereine gescheitert, weshalb wir das Vorhaben allein umgesetzt haben. Dabei haben sich die Kosten insbesondere für Saalmiete und Druck des Vereinsheftes (über 2.500 Stück pro Ausgabe) auf einen fünfstelligen DM-Betrag pro Veranstaltung erhöht. Folglich musste zur Finanzierung der Eintritt moderat angepasst werden, wobei wir gegenüber früher jeweils zwei Vorträge bekannter Referenten während der Veranstaltung bieten.

    Dies als kurzer Rückblick auf vier Jahre erfolgreiche aber auch zeitintensive Arbeit. Wir werden sehen, was die nächsten Jahre bringen werden. Auf jeden Fall ist der Vorstand auf die Mithilfe der vielen aktiven Mitglieder angewiesen.

    Abschließend möchte ich noch einmal auf dieses Fishlight eingehen. Schwerpunkt ist diesmal die "Miniaturaquaristik" mit Berichten zu Garnelen, Zwergkärpflingen, Zwergkrallenfröschen und kleinen Süß- und Meerwasser-Aquarien.

    Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
    Tel.: 05309 / 911283


    Darf es ein bisschen Meer sein?

    (Adobe Acrobat pdf-Dokument mit zusätzlichen Bildern)

    Ich habe einige schöne Süsswasseraquarien, aber ich war auch immer vom Meerwasser fasziniert. Nur für ein Meerwasseraquarium hatte ich nie genug Platz. Denn überall steht geschrieben, und jeder sagt es: Meerwasser soll man nicht unter 300 Liter anfangen.

    Nun stolperte ich im April 2002 über das Meerwasserfachmagazin Koralle, das sich mit "Nanoriffaquarien" beschäftigte. Gekauft, gelesen und fasziniert! Aber egal mit wem ich darüber redete, jeder sagte mir, das kann nicht gehen, lass die Finger davon. Bei einem Besuch eines Bekannten kaufte ich mir eine Mangrove. Er gab mir etwas Korallenkies und auch Meerwasser in die Tüte, damit ich sie zu Hause richtig halten konnte. Durch Zufall hatte ich in der Tüte auch einen Einsiedlerkrebs. Was tun? Erst einmal alles in einen Eimer, aber das ist ja kein Dauerzustand. Ich bin also am nächsten Arbeitstag zum Händler gefahren, um einzukaufen und um Hilfe zu bitten. Mit nach Hause gebracht habe ich Korallenkies und einen lebenden Stein. Ein Becken war zufällig frei. Bodengrund rein, Wasser drauf und Salzmischung dazu. Mit einer Strömungspumpe löste ich das Salz und brachte es auf die richtige Dichte. Kurze Zeit später setzte ich den Einsiedlerkrebs ein. Fertig war mein erstes Seewasseraquarium.

    Heute weiß ich, SO sollte man es nicht machen. In den ersten Tagen wuchsen die Kieselalgen, alles war mit einer braunen Schicht überzogen. Doch das gab sich nach einer guten Woche. Dann begannen die Fadenalgen, diese hielten sich aber in Grenzen. Vielleicht lag es an der Caulerpa, die ich in den ersten Tagen einsetzte. Im Seewasser gibt es keine Pflanzen wie im Süsswasser. Aber eine höhere Alge, wie die Caulerpa, sieht auch sehr gut aus und nimmt das Nitrat auf. Insgesamt dauert die Einfahrzeit wesentlich länger als im Süsswasser. Man muss viel Geduld aufbringen und abwarten können. Nach einem Monat bekam ich dann noch ein paar niedere Tiere, Scheiben- und Krustenanemonen, pumpende Xenien und eine Weichkoralle. Inzwischen läuft das Becken problemlos, die Wasserwerte sind im grünen Bereich. Alles wächst und gedeiht prächtig.

    Was braucht man, um ein Nanoriffbecken aufzubauen? Als erstes einmal ein kleines Aquarium, beispielsweise 30 x 20 x 20 cm. Für die Wasserumwälzung eignet sich ein kleiner "Huckepackfilter" (z.b. AquaClear Mini). Die Leistung ist mehr als ausreichend, auf der Oberfläche gibt es keine Kahmhaut und die Abwärme heizt das Wasser. Wenn das Becken in einem temperierten Raum steht, kann man sich den Heizstab ersparen. Als Filtermaterial reichen die beigelegten Schwämme, bei Bedarf kann man Filterkohle einsetzen. Die Beleuchtung ist bei so kleinen Becken schon etwas schwieriger zu lösen. Hier muss man etwas basteln und kann entweder kleine Leuchtstoffröhren (z.B. Osram Lumilux L8W/12-950) oder auch Energiesparlampen (Osram Dulux S11W/860) nehmen.

    Man sollte aber auf jeden Fall darauf achten, dass ein Leuchtmittel mit Tageslichtfarbe gewählt wird. Die Beleuchtung kann durch eine blaue Lampe (Osram Dulux S9W/67) noch verbessert werden.

    Nun kommt der Steinaufbau und der Bodengrund in das Becken. Als Bodengrund kommt nur Korallenkies in Frage, wobei die Größe des Korns Geschmacksfrage ist. Richtig gut ist Bodengrund aus einem eingefahrenen Becken. Für den Steinaufbau nimmt man Lebendgestein, das aber sehr porös und weich sein sollte. So hat man eine sehr große Besiedlungsfläche für Bakterien und es lassen sich Korallen oder andere Wirbellose einfach mit Injektionskanülen befestigen. Es ist auch möglich, einfach einen möglichst frischen lebenden Stein ins Becken zu setzen. Dann ist dort noch viel Aufwuchs vorhanden, aus dem sich vielfältiges Leben entwickelt. Es ist immer verblüffend, was alles aus einem einfachen Stein wachsen kann. Der Steinaufbau sollte einteilig sein. Also entweder ein einziger passender Stein oder mehrere Steine, die miteinander verklebt werden. So kann man später für Wartungsarbeiten den gesamten Aufbau komplett aus dem Wasser heben.

    Wenn nun nach der Einlaufzeit die Wasserwerte stabil sind, was setzt man dann für Tiere ein? Hier muss man sich natürlich einschränken, denn die Tiere sollen ja möglichst artgerecht gehalten werden. Die Tiere dürfen nicht zu groß werden, noch besonders schwimmfreudig sein. Deshalb spielen sessile Wirbellose die Hauptrolle in diesen Becken. Sessile Wirbellose sind verschiedene Weichkorallen, Krusten- sowie Scheibenanemonen, auch Schwämme und Röhrenwürmer. Dieser Besatz kann durch kleinbleibende Garnelen, Einsiedlerkrebse, Schnecken, Seesterne oder auch kleinste Fische ergänzt werden. Aber alles mit Überlegung, weniger ist hier mehr!

    Das Aquarium macht später auch nicht mehr Arbeit als ein wesentlich größeres. Aber auch nicht weniger! Die Tiere müssen gefüttert werden, wobei möglichst nichts ungefressen liegen bleiben sollte. Hin und wieder Scheiben putzen, regelmäßig Teilwasserwechsel, das ist fast alles, was anfällt. Ich wechsle wöchentlich etwa 10% des Wassers. Bei diesen kleinen Becken ist ein intensives Beobachten sehr wichtig. Irgendwann allerdings werden die Weichkorallen zu groß, dann muss man regulierend eingreifen und gärtnern.

    Wer nun Interesse an einem solchen Projekt bekommen hat, der sollte sich vorher noch weiter informieren. Empfehlen kann ich die Fachzeitschrift Koralle Nr. 14 April/Mai 2002 sowie das Buch Riffaquaristik für Einsteiger von Daniel Knop. Nun muss man nur noch einen Händler finden, der die Tiere und die Beratung liefert. Hier habe ich als kompetente Partner Fa. Kusian in Goslar und K&S Meeresaquaristik in Liebenburg kennen gelernt. Beide standen mir mit Rat und Tat, mit Tipps und viel Verständnis hilfreich zur Seite. Irgendwo ist immer etwas Platz und vielleicht auch ein kleines Becken frei, nur Mut!

    Werner Schmidt


    Bepflanzung ostafrikanischer Seecichliden-Becken

    (Adobe Acrobat pdf-Dokument mit zusätzlichen Bildern)
    Anubias barteri

    Jeder Anhänger bunter Cichliden-Gesllschaften aus den ostafrikanischen Grabenbruchseen kennt die üblichen Unterwasserlandschaften aus Steinen (Kalkplatten, Lochgestein etc.) und Quarzkies. Dabei gibt es dann doch einige Aquarianer, denen etwas grüne Farbe im Becken (neben den Bewohnern) zur Abrundung der Unterwasserlandschaft fehlt. Schnell ergibt sich die Frage, gibt es Pflanzen, die aus den großen ostafrikanischen Binnenmeeren stammen und in unsere Becken passen würden. Prinzipiell ja, aber entsprechende Arten direkt aus den Seen werden vom Handel bis jetzt leider nicht angeboten. Gleichwohl in den Seegewässern keine Pflanzenmassenbestände vorkommen, so findet man hier doch recht bekannte Pflanzengattungen: Valisnerien (Valisneria spiralis var. denseserrulata), Laichkraut-Arten (Potamogeton pectinatus u. schweinfurthii), Hornkräuter (Ceratophyllum demersum), Tausendblätter (Myriophyllum spicatum) oder Nixkräuter (Najas).

    Entscheidend bei der Pflanzenkultur im Ostafrika-Becken sind zum einen die besonderen wasserchemischen Bedingungen (pH-Werte mindestens 7,5-8,5) zu berücksichtigen, aber auch der Umstand, dass einige unserer Unterwasserfreunde auch gerne Pflanzliches zu sich nehmen. Da die oben aufgeführten Pflanzenarten im Handel auch aus anderen Herkunftsquellen erhältlich sind, kann man beispielsweise einen Versuch mit Hornkraut oder Laichkräutern starten. Dies ist immer einen Versuch Wert, insbesondere, wenn das Becken Bewohner wie Cyprichromis oder Sandcichliden aufweist. Ich selbst habe mehrere Anläufe mit Valisnerien gestartet, habe aber nie einen längeren Erfolg in der Kultur dieser Pflanzen im Ostafrika-Becken gehabt. Es gab aber auch Aquarianer-kollegen, die damit eine gute Hand beweisen konnten. Vielleicht ist dies eine Frage des berühmten grünen Daumens. Unter Beachtung der vorgenannten Bedingungen bin ich auf die Suche nach Alternativpflanzen gegangen, die weitgehend den oben beschriebenen Randbedingungen genügen können. Und da ergaben sich einige Möglichkeiten, über die ich hier berichten möchte.

    Anubias-Arten (Afrikanische Speerblätter): Anubias haben sich bei mir als sehr ausdauernde Bepflanzungselemente erwiesen. Durch ihre hartblättrige Belaubung sind sie sehr widerstandfähig gegenüber unseren der Pflanzenvertilgung zugeneigten Unterwasserfreunde. Gleichwohl die Anubias-Arten aus westafrikanischen Biotopen stammen, die eher einen Wasserchemismus mit niedrigeren pH-Werten aufweisen, so sind sie doch hier sehr anpassungsfähig. Anubias-Arten besitzen zudem den Vorteil, durch ihren Wurzelstock bedingt, einfach unter einen Stein geklemmt wachsen zu können. Als bekanntes Beispiel sei die Anubias barteri genannt. Das Gesagte gilt aber auch für alle anderen Anubias-Arten.

    Microsorium pteropus (Javafarn): Auch der Javafarn ist ein sehr dankbarer Pflegling. Die Blätter beinhalten Bitterstoffe, die unsere Cichliden vor einem ekelhaften Genuss bewahren. Von den Anforderungen gilt das gleiche wie bei den vorgenannten Anubien.

    Cryprocorynen (Wasserkelche): Das Reich der asiatischen Wasserkelche ist riesig groß, sodass es auch hier Arten für einen Einsatz im ostafrikanischen Seebecken gibt. Jedoch weisen die Wasserkelche nicht die Blattqualität auf, wie die vorgenannten Pflanzen. Manchmal steht man im Handel oder bei einem Cichlidenzüchter vor einem Becken, das von Cryptocorynen regelrecht zugewuchert ist. Die Blätter sind unendlich lang und weisen eine genoppte Blattspreite auf. Es handelt sich hierbei um die Cryptocoryne usteriana. In eigener Kultur konnte ich diesen Erfolg bestätigen. Jedoch gibt es einige Freunde wie Mbunas oder Tropheus, die sich gerne an diesem köstlichen Salat vergreifen. Insgesamt konnten sich die Cryprocorynen bei mir trotzdem behaupten. Eine weitere sehr ähnliche, aber kleiner bleibende Art ist die Cryptocoryen balansae, für die das gleiche gilt.

    Echinodorus (Schwertpflanzen): Bei den südamerikanischen Schwertpflanzen sind die Verhältnisse ähnlich wie bei den Wasserkelchen. Trotzdem viele Arten nichts für ein Cichlidenbecken sind (Wasserchemismus, Fraßschäden) gibt es dennoch auch hier Pflanzen, die einsetzbar sind. Als Beispiel möchte ich hier die Echinodorus urugayensis nennen, die ich seit mehreren Wochen im Einsatz habe und sich sehr gut hält. Auch habe ich von anderen Vereinskollegen hier schon positive Erfahrungen mit anderen Arten vernommen. Hier sollte man sich orientiert an den Ansprüchen der einzelnen Pflanzen einmal selbst versuchen.

    Crinum (Hakenlilien): Nach meinen vergeblichen Versuchen mit Valisnerien unterschiedlicher Arten habe ich mich an die Hakenlilie gewagt, die einer Riesenvalisnerie auf den ersten Blick sehr ähnlich aussieht. Es ist keine Pflanze für Unterwasserrüpel. Für ein Becken besetzt mit Fadenmaulbrütern, Cyprichromis, Schnecken- und Sandcichliden aber eine empfehlenswerte Begrünung.

    Es bleibt sicher noch die Frage offen, welche Erfahrungen gibt es mit dem recht dicht gelagerten Quarzsand, der nicht unbedingt jeder Pflanze als günstiges Substrat liegt. Man kann bei den Microsorien oder den Speerblättern den o.g. Weg gehen, die Pflanze einfach unter einen Stein klemmen. Ich habe aber auch gute Ergebnisse damit erzielt, dass ich die gut durchwurzelten Pflanzen einfach in ihrem Kulturtopf belassen habe. Diese habe ich so in das Becken eingebracht, dass sie mit Steinen wie Untergrundmaterial zugedeckt und somit nicht mehr sichtbar waren.

    Es sei hier darauf hingewiesen, dass die in den Gärtnereien häufig als Kultursubstrat eingesetzte Mineralwolle in Kiemen gelangen und somit Fische schädigen kann. Daher sollte auf eine entsprechende Abdeckung gesorgt werden. Ich konnte so bisher noch keine Verletzungen an Fischen feststellen und die Pflanzen dankten es mit Gedeihen.

    Die o.g. Pflanzenarten sind in ihren Anforderungen sehr genügsam und besitzen eine geringe bis maximal mittlere Lichtbedürftigkeit. Eine gelegentliche Eisendüngung kann dem Wuchs förderlich sein, ist aber nicht prinzipiell erforderlich. Eine CO2-Düngung im Ostafrika-Becken verbietet sich natürlich durch die pH-Wert erniedrigende Wirkung der Kohlensäure. Zusammenfassend bieten diese Pflanzen somit alles, um ein ostafrikanisches Seecichliden-Becken zu begrünen.

    Vielleicht wäre es für den eingefleischten Ostafrikaner aber auch mal interessant, wenn im Handel echte Seepflanzen angeboten würden!?

    Literatur:

  • Kasselmann, C.: Aquarienpflanzen, 1995
  • Brichard, P.: Atlas der Tanganjikasee-Cichliden, Bd. 1, 1997

    Eckhard Fischer
    (Bild: O. Schattat)


    Bemerkungen zur Gattung Tropheus

    In diesem Bericht soll die Gattung Tropheus angesprochen werden. Die Arten der Gattung Tropheus kommen endemisch im Tanganjikasee vor, dass heißt, dass diese Gattung nur dort vorkommt. Nur wenige Arten werden in dieser Gattung zusammengefasst, doch die Art Tropheus moorii zeichnet sich durch viele unterschiedliche Geovarianten im gesamten Tanganjikasee aus. Als Geovarianten bezeichnet man die verschiedenen Ausprägungen einer Art, die sich meist durch unterschiedliche Färbung auszeichnen. Jedoch unterscheiden sich die beiden Fischgruppen noch nicht so sehr voneinander, dass in der Biologie von einer neuen Art gesprochen werden kann.

    Entstehung von Geovarianten
    Nun stellt man sich natürlich die Frage, wie nun eine solche Geovariante entstehen kann. Wie kommt es, dass auf einmal Fische auftauchen, die anders gefärbt sind, aber trotzdem dieselbe Art sein sollen?

    Bleiben wir gleich beim Beispiel des Tanganjikasees. Hier kann man an verschiedenen Orten immer wieder farblich variierende Tropheus moorii fangen. Und in diesem Satz finden wir den ersten Hinweis auf das Rätsel. Wie man auch schon aus dem Wort "GEOvariante" schließen kann, ist dieses Phänomen ortsabhängig. Da es aber wohl nicht an der besseren Aussicht liegen kann, hier ein kurzer Exkurs in die Biologie:

    Eine Art kann durch geographische Änderungen voneinander getrennt werden. Dies passiert natürlich nicht innerhalb einiger Jahre, sondern ist sehr sehr viel langwieriger zu sehen. Beispielsweise geht man davon aus, dass es nur einen einzigen Kontinent gab, der sich dann mit der Zeit in zwei und dann noch mehrere Teile aufgespalten hat. Diese sollen dann auseinandergetrieben sein. Für diese Theorie gibt es verschiedene Indizien.

    Dies wäre eine drastische geographische Trennung. Hierbei hat sich dann eine Art, die erst noch identisch war, in der Evolution verschieden weiterentwickelt, weil auf den Kontinenten unterschiedliche Lebensbedingungen vorherrschten und andere Eigenschaften und Fähigkeiten "gefragt" waren. Übrigens: Der heutige Kontinent Australien soll sich besonders früh von den anderen getrennt haben, wodurch sich eine auf der ganzen Welt einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickelt hat.

    Nebenbei bemerkt ist ein Indiz für zwei getrennte Arten, dass sich zwei Tiere unterschiedlicher "Gruppen" nicht mehr untereinander erfolgreich vermehren und fruchtbare Nachkommen erzeugen können.

    Das bringt uns schon viel weiter bei unserer Frage. Wir stellen die Theorie auf, dass der Tanganjikasee räumliche Trennungen aufweist oder aufwies. Dadurch wäre es möglich, dass es in verschiedenen Gebieten nützlicher war, eine andere Färbung zu haben.

    Es wäre auch denkbar, dass es zu Mutationen kam, die natürlich nicht in jeder Gruppe identisch waren. Mutationen sind hier nicht unbedingt mit unserer negativen Bedeutung zu sehen, sondern sind vielmehr Grundlage für die Entwicklung der Arten gewesen und sind es noch immer. Durch zufällige Mutationen kam und kommt es immer noch zu leicht variierenden Individuen. Stellt das Merkmal einer Mutation einen Vorteil dar, pflanzt sich dieses Individuum letztendlich erfolgreicher fort als seine Artgenossen und mit der Zeit kann sich ein Merkmal fest durchsetzen.

    Um die verschiedenen Geovarianten zu kennzeichnen, werden die Tiere hinter dem Artnamen mit einem Zusatz, dem Namen des Fundortes, versehen. So kommt also Tropheus moorii "Ikola" beim Ort Ikola in Tansania an der Ostküste des Tanganjikasees vor.

    Vergesellschaftung und Vermehrung
    Die Vermehrung soll bei der Vergesellschaftung von nördlichen und südlichen Geovarianten der Art Tropheus moorii nicht mehr möglich sein, so dass man diese vergesellschaften kann. Als Faustregel gilt auch: Man kann sehr unterschiedlich aussehende Geovarianten dieser Art nicht untereinander vermehren. Ich kann hierbei immer nur vom Tanganjikasee und "den Tropheus" sprechen, für andere Arten kann man das nicht verallgemeinern. Zum Beispiel pflanzen sich verschiedenen Aulonocara-Arten schon untereinander fort, so dass hier wieder etwas anderes gilt. Eine mögliche Vergesellschaftung von Tropheus moorii Geovarianten wären zum Beispiel der "Ikola" mit dem "Moliro". Der "Ikola", auch Kaiser-I genannt, ist mit einem breiten, gelben Streifen gefärbt, der "Moliro" ist fast flächig rot.

    Beabsichtigte Kreuzungen unterschiedlicher Geovarianten sollte man unbedingt vermeiden, um die Reinheit der Geovarianten zu gewährleisten. Jeder naturbezogenen Aquarianer sollte so etwas keines Falls unterstützen! Bei der Haltung von Fische sollte die oberste Devise sein: So naturgetreu wie möglich.

    Tropheus moorii "Golden Chizanse"
    Im weiteren möchte ich eine Geovariante mit der Bezeichnung "Golden Chizanse" vorstellen, die unter den Aquarianern noch nicht so viel Verbreitung gefunden hat und wenig bekannt ist.

    Es handelt sich hierbei um eine Regenbogen-Variante, wie es auch der "Red Rainbow" oder der "Ilangi" ist, allerdings geht die Grundfarbe dieser Art eher ins Rote. Die Färbung unterliegt den Stimmungsschwankungen der Fische, allerdings nicht so extrem, wie es bei dem "Ilangi" der Fall ist, der sehr schreckhaft sein kann und nur bei viel Ruhe seine Färbung demonstriert, sonst auch sehr farblos sein kann.

    Der "Golden Chizanse" hingegen zeigt bei weniger guter Stimmung, zum Beispiel durch Verschrecken der Fische eine dunkelrote Färbung. Die "normale" Färbung ist noch mit etwas gelb versehen, besonders tragende Weichen sind gelber gefärbt. Das Führungsmännchen (Alpha-Tier) zeigt eine intensive Rotfärbung. Übrigens: Die Jungfische sind auch schon sehr intensiv gefärbt und zeigen früh einen roten Unterton.

    Sehr interessant ist auch die Vermehrung der Golden Chizanse. Entgegen anderer Regenbogen-Varianten ist er sehr produktiv, sowohl in der Häufigkeit, als auch in der ausgebrüteten Jungfischmenge.

    Ebenso ist das Gruppenverhalten stark ausgeprägt, die Tiere bilden auch in größeren Aquarien gern eine Gruppe.

    Allgemeines zu Tropheus
    Ein paar allgemeine Hinweise zur Haltung der Gattung Tropheus möchte ich noch im folgenden zusammenfassen. Die Tropheus-Cichliden sind Aufwuchsfresser. Sie fressen in der Natur die Algen von Steinen ab und die darauf befindlichen Kleinkrebse. Folglich dürfen diese Fische im Aquarium auch nicht ausschließlich mit tierischer Nahrung ernährt werden. Bei uns hat sich ein Markenfutter mit hohem Pflanzenanteil bewährt, als Abwechslung füttern wir Cyclops. Die Tiere besitzen von Natur aus eine "Pflanzenfresserdarm". Dieser ist länger und verwundener, als der Darm eines Fleischfressers. Daher kann es bei der Aufnahme von fleischlicher Nahrung zur Verstopfung kommen, die in den meisten Fällen tödlich endet. Daher sollten man seine Tropheus naturgerecht, wie oben beschrieben, ernähren. In einem Aquarium mit Tropheus wird man auch weniger Algenprobleme haben, weil die Tiere auch im Aquarium die Steine und andere Einrichtungsgegenstände abgrasen.

    Nebenbei erwähnt erkennt man Wildfangtiere noch gut an dem stark unterständigen Maul, welches sich beim Nagen an den Steinen gebildet hat. Im Aquarium kann man dies auch ein wenig simulieren mittels auf der Fensterbank gezüchteten Algen auf Steinen. Diese können zusätzlich ins Aquarium gestellt werden und von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden.

    Mit einem Gerücht möchte ich bei der Gelegenheit noch aufräumen. Es wird von einigen unbedarften Aquarianern behauptet, Tropheus hätten von sich aus schon "Krankheiten im Darm". Dies ist vollkommen falsch! Wie andere Fische auch, besitzen Tropheus die "normalen" Darmbakterien, die zur Verdauung benötigt werden. Bei falscher Ernährung (siehe oben) oder schlechter Wasserqualität nehmen diese Überhand. Daher sollte man zur richtigen Ernährung zudem noch regelmäßige Wasserwechsel etwa alle 14 Tage durchführen. Dabei sollte man auch nicht vergessen, von Zeit zu Zeit die Filtersubstrate zu reinigen, damit diese nicht überschüssige Bakterien ins Wasser streuen.

    Abschließend möchte ich noch einmal herausstellen, dass es sich bei Tropheus um sehr lebhafte, interessante und farbenfrohe Fische handelt. Vielleicht habe ich bei Ihnen ein wenig Interesse für diese einzigartigen Tiere geweckt. Falls sie noch weitere Informationen suchen, möchte ich zum einen unsere Internetseite nennen: www.kemnitz.aquarienclub.de, zum anderen können sich mich gerne anrufen oder mir mailen, wenn sie noch weitere Fragen oder Anregungen haben.

    Lawrence Kemnitz
    Tel.: 05 307 / 67 43
    www.kemnitz.aquarienclub.de


    Tiger Zwerggarnele (Normalform)

    Schwarze Tiger-Zwerggarnele "Black Tiger"

    Black Tiger Zwerggarnele

    Die schwarze Tiger-Zwerggarnele ist eine Farbmutation der Tiger-Zwerggarnele. Die schwarzblaue Farbe der fünf Querstreifen dehnen sich über den gesamten Körper aus. Die Mutation ist im Frühjahr 2002 bei mir in einem Aquarium bei ca. 10 Tieren aufgetreten, wobei ich zuerst nur ein flächig schwarzes Männchen bemerkt habe.

    Dieses Männchen habe ich dann mit mehreren normalfarbigen Weibchen zusammengesetzt. Alle Jungtiere aus der Paarung "schwarz x normal" sind normalfarbig, d.h. die Mutation musste, wenn überhaupt, rezessiv und nicht dominant vererben. Die Rückkreuzung des schwarzen Männchens an seine spalterbig, normalfarbigen Töchter ergab auch schwarze Nachkommen in einem Verhältnis, das eine einfaktorige Vererbung vermuten lässt (50/50).

    Inzwischen wurden die schwarzen Tiere separiert und alle Nachkommen aus "schwarz x schwarz" sind wieder schwarz. Leider sind von den Jungtieren nur ca. 10% auch flächig schwarz. Die anderen zeigen mehr oder weniger farblose Stellen, wie das auch von der roten Mutation "Crystal red" der Bienengarnele bekannt ist. Um die Mutation somit in ihrer vollen Schönheit erhalten zu können, muss gezielte Zuchtauslese betrieben werden.

    Ich hoffe, im Jahre 2003 einen stabilen Stamm flächig schwarzer Tiger-Zwerggarnelen aufbauen zu können.

    Kai A. Quante
    www.wirbellose.de


    Miniatur-Aquarium

    In diesem Artikel möchte ich darstellen, dass auch Aquarien kleiner als "Baumarktgröße" (60er Becken) durchaus für die Aquaristik geeignet sind, und welche Pflanzen und Tiere eingesetzt werden können.

    Das hier beispielhaft abgebildete Aquarium ist ein 20 Liter Becken der Firma SICCE mit dem Namen "Moby Dick Basic" zu einem Preis von ca. 60 EUR. Trotz des guten Designs und der guten Filtertechnik stellte ich einen Nachteil fest: Das Licht des Aquariums ist nicht extern über eine Zeitschaltuhr regelbar, sodass sich das Wasser aufgrund des direkt neben dem Filterbereich liegenden Neonröhren-Trafos bei brennendem Licht auf bis zu 8°C über Zimmertemperatur aufheizt.

    Im Bild ist oben links die Filterpumpe zu sehen, die das Wasser in den Filterbereich hebt. Von dort läuft es über zwei Schwämme gereinigt und mit Sauerstoff angereichert über ein Rad mit Filterschwamm zur Geräuschverringerung wieder zurück ins Aquarium.

    Bei kleinen Aquarien ist zu beachten, dass das Aquarienmilieu sehr viel weniger stabil ist als in großen Becken. Die größte Gefahr für einen negativen Einfluss auf die Wasserwerte besteht darin, dass zu viel gefüttert wird und die Futterreste und Abbauprodukte somit das Wasser belasten.

    Daher müssen Tiere gewählt werden, die mit relativ wenig Futter auskommen und auch entsprechend wenig gefüttert werden. Natürlich dürfen solch kleine Becken nicht überbesetzt werden, was bei zu viel Enthusiasmus leicht passieren kann.

    Wasserwechsel sollten ebenfalls regelmäßig durchgeführt werden, damit sich die Wasserwerte nicht verschlechtern und nahezu konstant bleiben (1-2mal in 2 Wochen).

    Einrichtung: Da diese kleinen Aquarien in der Regel mit relativ wenig Beleuchtung ausgestattet sind, sollten entsprechende Pflanzen gewählt werden, die außerdem recht langsam wachsen. Somit eignen sich Javamoos, Anubias barteri var. nana, kleiner Javafarn und auch Mooskugeln. Als Bodengrund wird feiner Sand gewählt und mit kleinen Wurzeln und Steinen dekoriert.

    Fische: Die Auswahl an Fischen ist gar nicht so klein, wie manch einer glauben mag. Kleine Schwärme von Zwergbärblingen (Boraras maculatus), Zwergkärpflingen (Heterandria formosa) und anderer klein bleibender Barben, Salmler und Lebendgebärender sind möglich. Für den Bodenbereich eignen sich Corydoras pygmaeus oder C. habrosus und ebenfalls C. hastatus, die sich auch gern im freien Wasser aufhalten. Als Algenfresser können z.B. Ohrgitter Harnischwelse (Otocinclus affinis) oder auch junge Ancistrus eingesetzt werden, die jedoch ab 5 cm Länge in größere Aquarien umgesetzt werden sollten.

    Sonstige Tiere: Besonders geeignet für kleine Aquarien sind Garnelen der Gattung Caridina/Neocaridina, von denen sich bei alleiniger Haltung in einem solchen Aquarium einige Arten sehr gut züchten lassen. Ebenfalls lassen sich gut Zwergflusskrebse der Gattung Cambarellus halten und züchten. Des weiteren sollten auch Turmdeckelschnecken nicht fehlen, da sie sich um die Verwertung abgestorbener Pflanzen- oder Futterreste kümmern.

    Für Amphibienfreunde kommen Zwergkrallenfrösche in Frage. Die leider häufig im Handel angebotenen Schmuckschildkröten in "5-Mark-Stück" Größe sind für solch kleine Becken nicht geeignet, da sie innerhalb kurzer Zeit doch recht groß werden und viel Kot produzieren.

    Abschließend sei gesagt, dass Aquarien bis zu einer Größe von 60 cm häufig mehr Aufwand und Fingerspitzengefühl vom Aquarianer verlangen als größere Becken, da sie Pflegefehler nicht so leicht kompensieren. Als Anfänger sollten Sie sich somit eher vom Großen zum Kleinen wagen als umgekehrt.

    Kai A. Quante


    Mooskugel, eine Grünalge im Aquarium

    Es gibt einige Arten von Grünalgen, die einen dekorativen Wert aufweisen, für andere Pflanzen harm1os sind und deren Kultur in Süßwasseraquarien möglich ist.

    Eine von diesen Grünalgen ist Cladophora aegagropila. Sie ist eine paläarktische Art, die von Japan bis Westeuropa verbreitet ist. Eine ihrer charakteristischen Eigenschaften ist die Bildung von kompakten, kissenförmigen Rasen oder Bällchen, die sich vom Untergrund losreißen und frei auf dem Boden der Gewässer umherrollen.

    In der Natur können diese Kugeln den Durchmesser von 21 cm erreichen, obwohl sie meistens viel kleiner bleiben. An hellen, sonnigen Tagen entstehen auf ihrer Oberfläche infolge intensiver Photosynthese Sauerstoffbläschen, die die Kugeln vom Boden heben. In der Nacht dagegen, wenn sich der Sauerstoff im Wasser löst, sinken die Kugeln wieder ab. Die dekorative Wirkung der Kugeln hat natürlich auch die Aufmerksamkeit interessierter Süßwasseraquarianer erweckt.

    Cladophora aegagropila wurde zum ersten Mal in Russland in die Aquaristik eingeführt. Erst in den letzten Jahren, vermutlich wegen der Grenzöffnung, wurden größere Mengen der aus Russland eingeführten Cladophora aegagropila zugänglich. Die für Aquarianer interessante Form der Alge bildet eine dunkelgrüne Kugel. Im Gegensatz zu den kleineren Exemplaren sind die großen innen hohl, denn in der sich nach außen ausdehnenden Kolonie sterben die Algen innerhalb der Kugel ab. In Aquarien beträgt der Durchmesser der Kugel gewöhnlich nicht mehr als 8 cm. Oft verflacht die Kugel im Aquarium oder wächst nicht regelmäßig. Aber auch solche Exemplare ergeben einen schönen dekorativen Effekt.

    Im Allgemeinen ist die Kugel ziemlich hart; wenn man sie nicht vorsichtig behandelt, zerreißt sie leicht in Fragmente. Aus diesen kann man unter günstigen Bedingungen neue Kugeln züchten. Dieser Prozess dauert zwei bis drei Jahre.

    Cladophora aegagropila wachst befriedigend bei verschiedenartiger Beleuchtung und verträgt auch Beschattung gut.

    Probleme bei der Kultur von Cladophora aegagropila im Aquarium gibt es nicht. Die Kugel hat die Tendenz zur Anhäufung von Mulm auf ihrer Oberflache. Das verschlechtert ihr Aussehen, ist aber nicht schädlich. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass vor jedem Wasserwechsel die Kugeln entnommen werden und in sauberen Wasser wie ein Schwamm ausgewaschen werden. Erfahrene Aquarianer nutzen die Kugeln beim Abbau von Schadstoffen auf natürliche Weise. Auf 10 Liter Wasser eine Kugel ist der durchschnittliche Besatz im Aquarium. Bei guter Handhabung werden sie rasch merken, dass sich ihre Fische wohler fühlen!

    SIBRO Heimtierbedarf
    Siegfried Borowski


    Zwergkrallenfrösche

    Sie stammen aus dem tropischen, westlichen Zentralafrika und gehören neben den Großen Krallenfröschen (Xenopus und Silurana - Afrika) und den Wabenkröten (Pipa - Südamerika) zur Familie der Zungenlosen (Pipidae).

    Sie sind als einzige Vertreter dieser vollaquatischen Froschlurche für eine Vergesellschaftung mit tropischen Zierfischen geeignet, da sie, im Gegensatz zu den Großen Krallenfröschen, nicht das Becken durchpflügen und in ihren Mund nur kleine Babyguppies oder Neons passen. Sie lassen sich problemlos mit eher friedlichen Fischen vergesellschaften.

    Als bestes Unterscheidungsmerkmal zwischen Zwergkrallenfröschen und den Großen Krallenfröschen kann man die Vordergliedmaßen heranziehen: Bei den Zwergkrallenfröschen finden sich zwischen den Fingern Schwimmhäute, die bei den Großen Krallenfröschen fehlen. Zwergkrallenfrösche werden je nach Art und Unterart max. 4,5 cm lang. Die großen Verwandten werden über 12 cm lang. Die im Handel erhältlichen Albinos sind eine Zuchtform von Xenopus laevis. Von Hymenochirus (Zwergkrallenfröschen) gibt es definitiv keine Albinos. Die systematische Zuordnung der im Handel erhältlichen Zwergkrallenfrösche zu den in der Literatur erwähnten Arten und Unterarten ist sehr schwierig. Man kann außerdem von einer Bastardisierung in den Zierfischzüchtereien ausgehen

    Zwergkrallenfrösche benötigen eine Wassertemperatur von idealerweise 25°C. Die Tiere verlassen das Wasser nicht, daher ist auch kein Landteil erforderlich. Durch Zufall kann es passieren, dass sie durch Hinaufklettern in den Ecken des Aquariums aus diesem entweichen können. Eventuelle "Fluchtmöglichkeiten" und Öffnungen in Filtergehäusen versperrt man am Einfachsten mit einem Stück Kunststoffgaze. Ein paar flache Steine, Wurzeln oder einige Pflanzen vom Zwergspeerblatt (Anubias barteri var. nana) sollten als Versteckmöglichkeiten vorhanden sein. Zwergkrallenfrösche mögen keine starke Strömung im Becken. Hält man sie in einem Artbecken, ist kein Filter notwendig.

    Zwergkrallenfrösche fressen kein Trocken- und Flockenfutter! Sie fressen sämtliche Sorten Frostfutter und sehr gern auch Lebendfutter. Außerdem fressen sie aufgelöste Futtertabletten. Man darf jedoch keine zu großen Portionen verfüttern, da es sonst zu einem Darmverschluss kommen kann. Oft fressen vorhandene Fische das Frostfutter vor der Nase der Frösche weg. Dies liegt meist daran, dass die Fische kein Frostfutter kennen bzw. dass dieses durch das langsame Auftauen im Wasser treibt. Die Frösche fressen mehr in Bodennähe.

    Man kann in diesem Falle das Frostfutter erst in einer Tasse auftauen und anschließend ins Becken geben. So fällt es schneller zu Boden. Oder man füttert die Fische kurz vorher mit Flockenfutter, dann sind sie nicht mehr so hungrig.

    Wie alle Lurche häuten sich auch Zwergkrallenfrösche alle paar Wochen. Die alte Haut treibt dann im Becken bzw. wird von den Fröschen selbst verspeist.

    Weitere Informationen zur Haltung und zur Zucht, finden sich unter: www.pipidae.de.

    Martin Truckenbrodt


    Zwergkärpfling, Heterandria formosa

    Dieser kleine Kärpfling wird nur bis 3 cm groß, die Männchen sogar nur gut 2 cm. Er stammt aus dem Süden der USA und ist dort in den unterschiedlichsten Gewässern zu finden, sowohl in sehr weichen torfigen Tümpeln im Sumpfgebiet als auch in stark mineralien- und salzhaltigen Quellen. Entsprechende Unterschiede finden sich auch bei der Temperatur, der Zwergkärpfling ist mit 15 bis 30 Grad gut zu halten. Sehr gut vertragen die Tiere auch schwankende Temperaturen von ca. 18 bis 23 Grad.

    Ich halte meine Fische in einem kleinen Becken (45x35x20), dicht bepflanzt mit Najas, einer kleinen Anubias und Muschelblumen. Gefiltert wird über einen Mattenfilter. Es sind ein Paar Schildpattancistrus (Ancistrus spec.) mit Jungen und einige kleine Garnelen (Neocaridinia spec.) mit im Becken. Die Temperatur schwankt zwischen 20 und 25 Grad, die Wasserwerte sind: GH 3, KH 1,5, Leitwert 170 bis 200 µS/cm, Nitrat unter 10 mg/l und Nitrit n.n.. Jede Woche wird ca. 1/3 des Wassers gewechselt. Gelegentlich haben die Fische einen weißlichen Ausschlag ähnlich Oodinium, der aber durch Zugabe von ca. 1 g. Meersalz in das 30 l Becken innerhalb kurzer Zeit folgenlos abgeheilt ist.

    An Futter gebe ich viel kleines Lebendfutter wie Artemianauplien, Moina, Rädertierchen, Essigälchen und einzellige Grünalgen, allerdings auch regelmäßig Trockenfutter mit hohem Spirulina- und Artemiaanteil. Zudem werden entschalte Artemiacysten trocken auf die Oberfläche gestreut, sehr gerne gefressen. In diesem Becken kommt praktisch kein Garnelennachwuchs durch, offensichtlich werden sie sehr erfolgreich von den Fischen erbeutet.

    Unter diesen Bedingungen vermehren sie sich recht gut. Anscheinend stellen sie ihren Jungen nicht besonders nach. Die Weibchen setzen nicht, wie bei den meisten anderen Lebendgebärenden, alle Jungen auf einmal ab, sondern gebären über mehrere Tage immer nur wenige Junge pro Tag.

    Besonders interessant ist die sogenannte Superfötation: während bei anderen Lebendgebärenden alle Eier eines Wurfes in etwa gleichzeitig befruchtet werden, sind es bei Heterandria formosa mehrere Bruten gleichzeitig in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Nachgewiesen wurden bis zu 8 gleichzeitig. Von daher rührt auch das Gebären in Intervallen.

    Jürgen Böhm

    © KAQ, 08.12.2002