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XVI. Fishlight

September 2002

Inhaltsverzeichnis

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.
  • Aquarium für die Kindertagesstätte St. Nikolaus
  • Geophagus sp. Pindaré
  • Wasserpflanzen mit feinfiedrigem Blattwerk ...
  • Hansi´s Kaiserbuntbarsche aus dem Malawisee
  • Zwerg-Schmuckkärpfling, Neoheterandria elegans
  • Wie ich auf den Fisch kam ...
  • Gefleckter Hechtsalmler, Boulengerella maculata
  • Scheckenkärpfling / Caudi, Phalloceros caudimaculatus

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.

    Liebe Vereinsfreunde,

    im vergangenen halben Jahr hat sich im Vereinsleben wieder viel getan.

    Ich möchte hier noch einmal auf die Vollendung des Projektes Martino-Katharineum hinweisen, wo mittlerweile alle vier Aquarien mit zusammen über 2.000 l Inhalt den Schülern, Lehrern und Besuchern viel Freude bereiten. Ein Besuch zu Schulöffnungszeiten lohnt sich immer.

    Aber auch im Marienstift, speziell im Altenpflegeheim Bethanien, hat sich der Verein, besonders möchte ich hier unser Mitglied Horst Wachsmut einmal hervorheben, wieder engagiert. Im Altenpflegeheim existierte im 3. Stock ein verwahrlostes 200 l Aquarium, dessen Renovierung in keinem Kosten-Nutzen Verhältnis stand.

    Wir schlugen daher dem Leiter Pastor Budde die Erneuerung des Aquariums im Aufenthaltsraum im 3.Stock vor, was von Ihm begeistert aufgenommen wurde. Nun steht dort ein 150 cm langes Juwel-Aquarium mit 400 Litern Inhalt. Besetzt ist es mit Malawisee-Cichliden, da sich diese Kombination auch schon im Foyer des Krankenhauses bewährt hat. Die Pflege wird von unserem Mitglied, ich erwähnte Horst Wachsmut schon oben, gewährleistet.

    Natürlich ist auch hier das Aquarium wieder Mittelpunkt vieler Besuche am Wochenende. Und alle Bewohner des Altenheims aber auch das Pflegepersonal verweilen gern einige Minuten oder mehr davor.

    Auch für unsere Jüngsten haben wir ein Aquarium eingerichtet, aber lesen Sie weiter hinten in diesem Heft.

    Der Verein entwickelt sich weiter, der organisatorische Aufwand hat sich vergrössert und der Vorstandskreis erweitert. Leider bemerken auch wir die Zurückhaltung der Bevölkerung am verhaltenen Zuwachs der Mitgliederanzahl.

    Eigentlich, so war und ist nach wie vor unser Gedanke, müsste jeder Aquarianer auch einem Verein angehören, da sich aus den Vorteilen einer Vereinsmitgliedschaft auch der daraus resultierende Beitrag rechtfertigt. Wenn ich bedenke, dass jedes Mitglied einmal im Quartal kostenlose Infos über den Verband, aquaristische Neuigkeiten wie Fische, Zubehör etc. nach Haus gesandt bekommt, für Schäden die er anderen durch den Besitz des Aquariums zufügt über den Verband versichert ist, jeder Vortrag den der Verein bekanntermaßen durch sehr hochkarätige Referenten durchführen lässt, kostenfrei ist, der Führerschein fürs Aquarium (Sachkundenachweis) abgelegt werden kann, Teilnahme an Vereinsfeiern, wie unser alljährlich stattfindendes Sommerfest oder die Weihnachtsfeier, so wären wir froh, wenn wir noch mehr von Ihnen motivieren könnten, unserem aktiven Verein beizutreten. Aber diese Verpflichtungen…………., eigentlich quatsch, keiner kann Sie zwingen. Ausserdem macht doch eine Vereinsmitgliedschaft nur ohne Zwang erst richtig Spaß. Testen Sie uns doch einfach auf einem Vortragsabend. Im Verein beißt keiner, jeder Neuling wird gern und begeistert aufgenommen, denn auch Sie können mit Ihrer Erfahrung zu einer tollen Vereinspartnerschaft beitragen.

    Unsere im Sommer durchgeführte Vereinsfahrt gehörte sicher zu einem der Highlights des Jahres, hier auch noch einmal Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben. Wir fuhren am 15.06, übrigens einem wunderschönen Tag, mit einem Doppeldeckerbus der Fa. Schmidt zu einem nahe Berlin gelegenen Großhändler, um uns die Hälterung anzusehen und die ein oder andere Rarität zu erspähen. Nach dem Besuch des Grosshändlers kehrten wir in ein Hotel in der Nähe ein, um gemeinsam zu speisen. Begeistert waren alle über die schnelle Bedienung und das hervorragende Essen. Diese Grundlage benötigten wir auch für unsere weitere Reise. Nun ging es vom Nordosten Berlins in einer Art Stadtrundfahrt zum Berliner Zoo-Aquarium, welches besichtigt wurde. Das Aquarium bietet eigentlich jedem etwas für seinen Geschmack, insbesondere da jeder hier neben Wasserbewohnern, die wir ja "alle" kennen, auch Landbewohner (Reptilien, Amphibien und Insekten) bewundern kann. Somit wirklich einen Familienausflug wert. Man kann dort ohne weiteres Stunden verbringen, ohne lange Weile zu bekommen. Leider war zu unserem Besuch das große Südamerika-Aquarium im Umbau, alles andere wurde jedoch von den Mitgliedern interessiert aufgenommen.

    Unsere Reise, die morgens um 07.00 Uhr an der Stadthalle Braunschweig begann, endete auch dort um 22.00 Uhr. Diese hatte bei allen den Wunsch nach weiteren gemeinsamen Unternehmungen geweckt. Unser Fest- und Feierausschuss arbeitet an der Organisation weiterer Veranstaltungen dieser Art, nur denke ich, wir werden nicht mehr nur in einen Bus passen.

    Natürlich werden wir in der nächsten Ausgabe wieder über unser alljährliches, mittlerweile schon Kultcharakter darstellendes, Sommerfest berichten. Dabei werden wir wieder auf dem Vereinsgelände eines befreundeten Vereins einen netten Nachmittag im Kreise der Vereinsmitglieder und deren Familienangehörigen verbringen, mit Gästen und Freunden des Vereins Austausch pflegen und die ein oder andere Gaumenfreude geniessen.

    Es lohnt sich also in einem aktiven Verein Mitglied zu werden, denn ich glaube, das Angebot lädt zum Probeschnuppern ein. Besuchen Sie uns doch einmal auf unseren Vereinsabenden, wir würden uns freuen, Sie in unserem Vereinslokal, Waggumer Weghaus am Flughafen Braunschweig-Waggum begrüßen zu können.

    Jörg Hauschild (1. Vorsitzender)
    Tel.: 05309 / 911283


    Aquarium für die Kindertagesstätte St. Nikolaus

    Liebe Vereinsfreunde,

    der gemeinnützige Aquarienclub Braunschweig e.V. hat im Frühjahr in der Caritas-Kindertagesstätte St. Nikolaus in der Böcklerstraße ein Aquarium der Firma Juwel im Wert von gesamt ca. 750 Euro eingerichtet. Dieses Aquarium und die darin schwimmenden Fische, Garnelen und Schnecken sollen schon den kleinen Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit Lebewesen und der Natur nahebringen. Da Arten wie Guppies, Antennenwelse und Zwerggarnelen gewählt wurden, die sich auch im Aquarium vermehren, können die Kinder auch den gesamten Lebenslauf von der Paarung über Geburt und Wachstum bis hin zum Tode miterleben. Das Interesse, dass die Kinder bisher an den Tieren zeigen, ist gewaltig und sicher haben bald alle Tiere ihre Namen.

    Die Pflege des Aquariums übernehmen nach Absprache mit der Leiterin Frau Beate Bytof die Mitarbeiter der Kindertagesstätte, die von Kai Alexander Quante, dem 2. Vorsitzenden des Aquarienclubs, eingewiesen und in Zukunft beraten werden, damit sich alle auch in Zukunft an den Tieren und Pflanzen erfreuen können.

    Zur Aufstellung des Aquariums kam es dadurch, dass Dirk Hagen, dessen Tochter in den Kindergarten geht, die Idee hatte, dort ein Aquarium aufzustellen. Nach Gesprächen mit seinem Kollegen Kai Alexander Quante bei LINEAS Informationstechnik über Kosten und Möglichkeiten wurde klar, dass auf jeden Fall mit einmaligen Kosten von 500 Euro zu rechnen ist, die der Kindergarten nicht aus eigenen Mitteln bezahlen kann. Spontan wurde im Aquarienclub Brauschweig beschlossen, die komplette Erstausstattung samt Aquarium, Unterschrank, Technik und auch Pflanzen und Tieren in einem Gesamtwert von ca. 750 Euro aus Vereinsmitteln zu übernehmen. Bereits eine Woche nach der ersten Idee stand das Aquarium und nach zwei Wochen konnten die ersten Bewohner ins Aquarium einziehen, da Pflanzen, Filterbakterien und Wasser aus Aquarien der Vereinsmitglieder genommen wurden.

    Ein solches Engagement zu Zeiten von Haushaltskürzungen im sozialen Bereich ist nur dadurch möglich, dass der Verein Einnahmen aus dem Eintritt für die Zierfischbörsen und die Tombola im Winter erzielt und diese im Sinne seiner Gemeinnützigkeit einsetzt. Daher unterstützen auch Sie den Verein, in dem Sie am 1. Dezember in die Stadthalle Braunschweig zur nächsten großen Zierfischbörse mit über 60 Anbietern aus ganz Deutschland kommen.

    Kai A. Quante
    (2.Vorsitzender)


    Geophagus sp. Pindaré

    Geophagus sp. Pindaré

    Geophagus sp. pindaré stammt aus dem gleichnamigen Fluss im äußersten Norden von Brasilien. Alle Tiere haben auf jeder Körperseite einen mehr oder minder erkennbaren schwarzen Fleck.

    Die Größe und die Intensität des Flecks ist je nach Stimmung und Stand des Tieres in der Gruppe variabel. Je nach Stimmung zeigen die Tiere auch noch etwa fünf oder sechs Längsstreifen auf dem Körper. Auf ihrem Körper befinden sich Querstreifen von Glanzpunkten, die Sich vom Kopf bis zur Schwanzwurzel ziehen. Sie schimmern je nach Lichteinfall grün/blau/silber. Der Kopf ist gelb/braun gefärbt und auf den Wangen leuchten kleine Streifen in der gleichen Farbe, wie die Streifen auf dem Körper.

    Ich habe mir eine Wildfanggruppe von elf Tieren gekauft. Alle Tiere hatten damals eine Größe zwischen 8 und 12 cm. Die Tiere sind dann alle innerhalb eine ¾ Jahres auf 13-17 cm herangewachsen. Leider musste ich die Hälfte meiner Gruppe verkaufen.

    Die Weibchen werden meistens etwas kräftigen und von oben her gesehen auch breiter als die Männchen. Die Männchen sind schlanker und haben länger ausgezogene Flossen als die Weibchen. In der Färbung kann man die Tiere nicht unterscheiden. Ab ca.12cm sind die Tiere geschlechtsreif und zeigen auch deutliche Geschlechtsmerkmale.

    Ich habe versucht, die Tiere in der großen Gruppe nachzuziehen. Es ist mir aber nicht gelungen, weil die Tiere vermutlich keine ruhige Ecke im Becken gefunden haben.

    Als Beifische zu den Geophagus habe ich zwei südamerikanische Raubsalmler, Cochliodons und andere südamerikanische Welse gesetzt. Das Becken hat ein Volumen von 400 Litern. Zur Beckenfilterung habe ich einen großen Außenfilter und einen Schnellfilter laufen.

    Gestaltet habe ich das Geophagus-Becken mit großen Mangrovenwurzeln und einer ca.6 cm dicken Kiesschicht. Als Bepflanzung habe ich Vallisneria gigantea im Boden und Javafarn auf den Hölzern eingebracht.

    Wie bei Geophagus üblich, wird der Aquarienboden beliebig umgegraben. Jedoch habe ich festgestellt, dass diese Geophagus-Art nicht so stark wühlt, wie in der Literatur oft angegeben wird. Die eingesetzten Pflanzen wurden nicht wieder ausgegraben.

    Ich füttere meine Geophagus jeden Tag entweder mit grobem Granulatfutter oder weißen, roten bzw. schwarzen Mückenlarven. Weiterhin werden sie auch mit Artemien und Garnelen gefüttert.

    Im Sommer wird die Wassertemperatur auf ca. 26 C° eingestellt. Im Herbst drehe ich dann die Temperatur auf 28-29C° hoch. Die steigende Temperatur stimuliert die Tiere, und sie fangen an zu balzen.

    Als Laichsubstrat bevorzugen die Geophagus flache Steine, schräg im Aquarium stehendes Holz oder glatte Tonröhren. Die Substrate werden mit dem Maul von Algen und anderen Partikeln gesäubert. Abgelaicht wurde bei mir immer in der Nacht, sodass ich den eigentlichen Ablaichvorgang nicht beobachten konnte. Leider reagieren die Tiere sehr empfindlich auf Störungen und fressen dann ihren Laich sehr schnell auf. Aus der Literatur konnte ich entnehmen, dass die Geophagus die Eier nach dem Ablaichen sehr schnell in das Maul aufnehmen. Die Partner teilen sich die Arbeit bei der Maulbrutpflege. Zum Übergeben werden die Jungtiere in eine flache Grube gespuckt, damit sie der Partner besser aufnehmen kann. Ausreißer können damit auch besser wieder eingefangen werden.

    Literatur: Thomas, Weidner; "Südamerikanische Erdfresser" Cichliden Press 2000 S.158ff

    Jan Wessel


    Wasserpflanzen mit feinfiedrigem Blattwerk ...

    ... als optische Ergänzung zu Anubias und Co. - Cabomba, oder warum nicht auch Limnophila

    Jeder Aquarist wird beim Befüllen seines heimischen Teiches früher oder später vor der schwierigen Wahl stehen, "wie begrüne ich meinen Unterwassergarten?" Das Angebot in den Fachhandlungen hält hier ein reichhaltiges Sortiment an diversen Arten und Sorten bereit, wo dann die Qual der Wahl über einen kommt.

    Viele Pflanzen im Angebot besitzen häufig ganzrandiges Blattwerk zumeist in rundlicher, spateliger oder lanzettlicher Form wie bei den Anubien (Afrikanische Speerblätter), Echinodoren (Amazonas-Schwertpflanzen) oder Cryptocorynen (Wasserkelche). Daneben bieten sich noch Arten mit langem fädigen Blattwerk an, wie Valisnerien oder Hakenlilien (Crinum), oder aber andere Stengelpflanzen mit ganzrandigem Blattwerk (z. B. Ludwigien) oder gefiederten Blättern (z.B. Myriophyllum).

    Hat sich der geneigte Aquarist nun zu einer Auswahl für die Teichbegrünung durchgerungen, beschleicht einen im Nachgang vielleicht der Gedanke, ob es nicht noch andere Farben oder Formen für eine Auflockerung des Bildes hätten sein könnten.

    Für den Fall einer solchen Situation möchten wir auf eine mögliche Alternative aufmerksam machen, die zu einer Abrundung des Unterwasserbildes beitragen. Zur oben genannten Pflanzenauswahl bieten Arten mit feinfiedrigem Blattwerk eine optische Auflockerung der gesamten Unterwassersilhouette.

    Geht man nun mit dieser Frage gezielt auf den Fachhändler zu, wird das erste Augenmerk mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Cabomba-Arten fallen. So ist es auch mir (E.F.) vor einer Reihe von Jahren ergangen. Ich erstand ein paar Bündel der Cabomba caroliniana und zog in fröhlicher Manier nach Hause, um eine Vegetationslücke meines damaligen 200 l-Beckens zu füllen. Das Becken hatte einen Bodengrund aus Silikatkies (Körnung 3-6 mm) mit einer Mächtigkeit von 5-10 cm. Die Stecklinge waren gut durchwurzelt. Ich kürzte das Wurzelwerk ein wenig ein und setzte die Pflänzchen an ihren neuen Standort. Die Beleuchtung bestand aus zwei Grolux-Leuchtstoffröhren a 30 Watt (Beleuchtungsdauer 12 Std./Tag). Regelmäßige Düngerzusätze in Wasser oder Bodengrund erfolgten nicht. Ein Wasserwechsel wurde etwa alle 4 Wochen durchgeführt, indem etwa 1/3 des Beckeninhaltes gegen frisches Leitungswasser ausgetauscht wurde. Der mittlere pH-Wert des Wassers lag etwa bei pH 7.

    Zunächst schien alles gut anzulaufen. Die Cabomba-Stecklinge wuchsen an, zeigten aber kein übermäßiges Wachstum. Nachdem einmal der Wasserwechsel-Rhythmus sich verlängerte auf über 2 Monate, warfen die Cabomba ihr Blattwerk ab und fielen regelrecht auseinander. Als Ursache dieses Vorgangs ist ein zu hoher Nitratgehalt im Wasser von deutlich über 50 mg/l zu vermuten (wurde seinerzeit leider nicht durch eine Nachmessung bestätigt). Später konnte ich (E.F.) nach ei-nem ähnlichen Ereignis mittels eines Tüpfeltests eine Nitratkonzentration im Wasser von etwa 100 mg/l nachweisen. Trotzdem andere Pflanzen (z.B. Anubias oder Cryptocorynen) nicht so schnell eine Reaktion zeigten, gibt dies einen deutlichen Hinweis darauf, dass höhere Nitratbelastungen im Wasser im Sinne der Pflanzen unbedingt vermieden werden sollen.

    Da durch Fischfutter regelmäßig auch Nachschub für eine Nitratbildung geliefert wird, empfiehlt sich hier ein regelmäßiger Wasserwechsel mindestens alle 4 Wochen zu 1/3-1/2 des Aquarieninhaltes. Dies kann für den Durchschnittsaquarianer als das probate alte Hausmittel gegen unerwünschte Stickstoffanreicherungen eingestuft werden.

    Während eines Teneriffa-Urlaubes 1998 ergab sich ein Besuch der Wasserpflanzengärtnerei Las Lucanas. Im Gespräch mit der Leitung der Gärtnerei, Herrn Lothar Schattat und seinem Sohn Herrn Olivier Schattat, sprach ich (E.F.) das o.g. Thema an und fand mit meinen Erfahrungen hinsichtlich Cabomba grundlegende Bestätigung.

    Als genügsame Alternative zu Cabomba regte Herr Schattat sen. Limnophila an, die in ihrem Erscheinungsbild Cabomba sehr ähnlich aussieht. Das Projekt Lim-ophila war geboren. So wurde entsprechend eine Reihe von Stecklingen der Art Limnophila sessiliflora für den heimischen Versuch in mehreren Aquarien vorgesehen.

    Für den Kulturversuch wurden zwei Wege gewählt:

    1. Pflanzen-Aquarium (450 l) mit südamerikanischen/afrikanischen Salmlern und Zwergbuntbarschen, sowie diversen Saugwelsen. Beleuchtung ca. 10 Std./Tag mit 2 x 30 Watt Triton-Leuchtstoffröhren. Monatlicher Wasserwechsel ca. ½ des Beckeninhaltes, mittlerer pH-Wert ca. pH 7. Bodengrund aus Feinkies mit einer Körnung von etwa 1 mm und etwa 5-10 cm Mächtigkeit, incl. Beimengung von etwa 5 Eimern Düngesand (Fa. Sera). Düngezusatz Eisencitrat in Tablettenform alle 2 Monate.
    2. Ostafrika-Aquarium mit Grabenbruchsee-Cichliden (320 l). Beleuchtung etwa 8 Std/Tag mit 1 x 18 Watt Triton-Leuchstoffröhre. Monatlicher Wasserwechsel ca. 1/2 des Beckeninhaltes, mittlerer pH-Wert ca. pH 7,5-8. Bodengrund aus Sand etwa 8 cm Mächtigkeit. Keine Düngezusätze.

    Der Versuchsansatz 1 verlief sehr erfolgreich. Die gut durchwurzelten Pflanzen wurden vor dem Einpflanzen im Wurzelbereich etwa eingekürzt und wuchsen sehr schnell an. Der Wuchs ist so stark, dass zu jedem Wasserwechsel ein Zurückschneiden der Pflanzen erforderlich ist. Die abgeschnittenen Bestandteile können, wie bei anderen Stengelpflanzen auch, wieder eingepflanzt werden und bilden somit neue Pflanzen (vegetative Art der Vermehrung). In der bisherigen Kultur der Limnophila sessiliflora in diesem Aquarium konnte zu keinem Zeitpunkt bisher eine negativer Einfluss auf das Wachstum beobachtet werden - auch wenn einmal der Wasserwechselrythmus sich verlängerte oder keine Düngung erfolgte!

    Im Versuchsansatz 2 konnte allerdings kein Erfolgs festgestellt werden. Die eingepflanzten Stecklinge hielten sich zwar eine Weile, stagnierten aber und zeigten kein Wachstum. Als Ursache hierfür ist die vergleichsweise kurze Beleuchtungsphase zu vermuten. Auch erscheint Sand als Bodengrund aufgrund seiner höheren Lagerungsdichte eher ungünstig zu sein. Inwieweit der Wasserchemismus oder fehlende Düngezusätze einen Einfluss gehabt haben, kann derzeit nicht gesagt werden. Zudem gibt es unter den Seecichliden einige Species (wie Tropheus) die gerne auch mal etwas "Salat" nibbeln.

    Zusammenfassend lässt sich Limnophila sessiliflora als attraktive und interessante Alternative zu Cabomba-species einstufen. Als Begrünung des ostafrikanischen Barschbeckens sollte man aber besser auf andere Pflanzen (Anubias, Microsori-um) zurückgreifen. Neben L. sessiliflora gibt es noch zwei weitere Arten im Handel: L. indica und L. heterophylla. Beide Species sehen der L. sessiliflora sehr ähnlich und haben nach Literaturangaben auch vergleichbare Kulturansprüche. Sollte bei der Aquarienbegrünung die Qual der Wahl eintreten, ist der Einsatz von Limnophila statt Cabomba ein lohnenswerter Versuch.

    Literatur: Kasselmann, C.: Aquarienpflanzen, Ulmer-Verlag, 1995

    Text: Eckhard Fischer
    Bilder: Olivier Schattat
    (Wasserpflanzengärtnerei Las Lucanas, Teneriffa/Spanien)


    Aulonocara hansbaenschi red flush

    Hansi´s Kaiserbuntbarsche aus dem Malawisee

    Aulonocara maleri

    Seit vielen Jahren pflege und züchte ich Kaiserbuntbarsche aus dem Malawisee. Eine sehr schöne Art ist Aulonocara hansbaenschi red flush, der im Malawisee an der Ostküste des Sees im Bereich von Makanjila Point vorkommt. Er wurde von Dr. Andreas Spreinat eingeführt. Der A. hansbaenschi red flush ist mit dem ebenfalls sehr schönen Aulonocara cobue verwandt, den ich auch in meiner Aquarienanlage pflege.

    Ich kaufte vom A. hansbaenschi red flush 1991 im Handel 5 Tiere. Die zwei dabei erstandenen Männchen waren in Form und Farbe fast ähnlich, jedoch wies das eine Männchen mehr Rotanteile auf, während das andere große Eiflecken an der Afterflosse besaß. Diese Art wurde seinerzeit unter dem Namen Blauer Kaiser verkauft.

    Die Farbenpracht hatte mich gepackt und ich suchte nach dem richtigen Namen. Jeder sagte etwas anderes: A. nyassae, A. Rotschulter, A. hansbaenschi. Ich kaufte Literatur über Malawisee-Cichliden, um der Frage näher auf den Grund zu gehen. Das erste, sehr interessante Buch war von Dr. Andreas Spreinat und hat den Titel Kaiserbuntbarsche des Malawisees. In diesem Buch ist mein blauer Kaiser unter dem Namen Aulonocara hansbaenschi red flush abgebildet. Den Aulonocara Rotschulter finden Sie dort auch. Es ist allerdings eine andere Art.

    Nachdem ich mir das Buch intensiv angesehen hatte, war es unvermeidlich: Ich kaufte für mein Schaubecken 200x60x60 cm noch viele weitere Kaiserarten. Über die seinerzeit stolzen Preise war hinwegzusehen, wenn es einen gepackt hatte und man diese Fische im Handel einkaufen ging. Wenn man natürlich Züchter kennt, ergibt sich die Möglichkeit, sich mit weniger Geld den heiß ersehnten Wunsch zu erfüllen. Dies ist eigentlich verwunderlich, wenn man den hohen Aufwand bei der Zucht der Kaiser-Arten bedenkt. Der Züchter muss die Kaiserbuntbarsche 6?9 Monate pflegen, bis sie eine Größe von 8-12 cm erreichen und sich in ihrer vollen Farbenpracht zeigen.

    Unter anderem pflege ich zur Zeit folgende Kaiserbuntbarsch-Arten (Aulonocara):
    A. cobue, A. hansbaenschi red flush, A. jacobfreibergi eureka, A. maleri maleri, A. maleri, A. mamelela, A. maylandi, A. marmelade cat, A. red rubin, A. stuartgranti ngara, A. walteri

    Mein besonderes Interesse liegt aber nach wie vor in der Zucht vom A. red flush in meinem Schaubecken 200x60x60cm. Das Becken ist zur Hälfte mit Steinaufbauten bis fast unter den Aquarienrand gefüllt. In den Steinaufbauten befinden sich viele Höhlen, da die Kaiserbuntbarsche viel Schutz und Ablaichmöglichkeiten benötigen.

    Ich beobachtete ständig das Balzverhalten der Fische. Sie schwammen immer im Kreis, wobei das Weibchen die Eier ablegte. Das Männchen zitterte und befruchtete die Eier. Danach nahm das Weibchen die Eier wieder auf und brütete die Jungen aus (Maulbrüter). Dabei kann man beim Weibchen einen ausgebeulten Kehlsack erkennen. 6 Tage später setzte ich das Weibchen in ein 80 l Becken, wo das Weibchen allein die Brutpflege durchführte. Nun hieß es abwarten. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man das Weibchen wirklich in ein separates Becken setzen, um dort zu beobachten, wann das Weibchen die Jungen (ca. nach 20-30 Tagen) das erste Mal ausspuckt. Ich versuchte, die Jungen zu zählen und war über die hohe Anzahl erstaunt. Es waren ca. 40 Jungfische bei einer Größe von ca. 5?8 mm. Nun hieß es füttern, aber erst dann, wenn der Dottersack verbraucht ist. Für die Fütterung gab ich die ersten 4 Wochen 3 mal am Tag Flockenfutter, gemahlene Futtertabletten, Artemia und Cyclops.

    Weiterhin sollte man auf eine gute Wasserqualität achten und deshalb pro Woche 1/3 Wasser wechseln.

    Die Kaiserbuntbarsche brauchen ca. 6-9 Monate, bis die blaue und rote oder gelbe Ausfärbung der Männchen zu sehen ist. Wenn Sie ein ausgewachsenes Tier mit 8?12 cm erwerben, steckt ca 10-12 Monate Arbeit darin.

    Zusammenfassend ist zu sagen, dass Kaiserbuntbarsche sehr schöne Farben zeigen und dabei nicht schwer zu halten und züchtbar sind. Dies ist bei allen Kaiserarten gleich. Wenn Sie es auch einmal mit Kaiserarten versuchen möchten, dann sollten Sie darauf achten, dass wenigstens ein Geschlechterverhältnis von ein Männchen auf drei Weibchen gegeben ist. Somit verteilt sich eine gewisse innerartliche Aggression auf mehrere Tiere, denn ein einzelnes Weibchen könnte sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Bei der Einrichtung eines Kaiserarten-Beckens ist darauf zu achten, dass die Fische viele Höhlen brauchen, also Felsenverstecke z. B. aus Lochgestein, Sandboden und folgende Wasserwerte: pH-Wert 7,5-8,0, KH-Wert 6-8, GH?Wert 4-6 und eine Wassertemperatur von 24-25°C.

    Ein Kaiserbuntbarschbecken ist ebenso beeindruckend wie ein Meeresaquarium, da die Kaiserarten in ihrer Farbenpracht den Meeresbewohnern in nichts nachstehen.

    Hans-Dieter Wesche
    Tel.: 05341 / 84 12 73
    www.kaiserbuntbarsche.de


    Zwerg-Schmuckkärpfling,
    Neoheterandria elegans

    Neoheterandria elegans

    Dieser kleine Kärpfling wird nur bis 2,5 cm groß, die Männchen nur knapp 2 cm. Er stammt aus dem Rio Truando in Kolumbien. Er wurde schon recht früh be-schrieben (1916) aber erst 1988 durch Mörth nach Europa eingeführt. Dieser fing die Fische in kleinen und kleinsten Tümpeln mit nur wenigen cm Wasserstand.

    Ich halte meine Fische in einem kleinen Becken (45x35x20), dicht bepflanzt mit Najas, einer kleinen Anubias und Muschelblumen. Gefiltert wird über einen Mat-tenfilter. Es sind keine weiteren Fische im Becken, lediglich einige Schnecken und einige kleine Garnelen (Neocaridinia spec.). Die Temperatur schwankt zwischen 22 und 26 Grad, die Wasserwerte sind: GH 3, KH 1,5, Leitwert 170 bis 200 µS, Nitrat unter 10 und Nitrit n.n.. Jede Woche wird ca. 1/3 des Wassers gewechselt.

    An Futter gebe ich regelmäßig kleines Lebendfutter wie Artemianauplien, Moina, Rädertierchen, Essigälchen und einzellige Grünalgen. Auch Trockenfutter wird gerne genommen, ich gebe eine eigene Mischung mit hohem Spirulina- und Artemiaanteil. Auch entschalte Artemiacysten werden, trocken auf die Oberfläche gestreut, sehr gerne gefressen. Ebenso scheinen die Nauplien der Neocaridinia im Becken den Speisezettel zu bereichern, zumindest ist die Vermehrung der Garnelen in diesem Becken längst nicht so gut wie in den anderen.

    Unter diesen Bedingungen vermehren sie sich recht gut. Offensichtlich stellen sie ihren Jungen nicht besonders nach, die Kleinen schwimmen ab ca. 3 mm frei umher und werden nicht beachtet. Die Weibchen setzen nicht, wie bei den meisten ande-ren Lebendgebärenden, alle Junge auf einmal ab, sondern gebären über mehrere Tage immer nur 1 bis 2 Junge pro Tag (sog. Superfötation).

    Insgesamt ist der Teddykärpfling ein sehr schöner und empfehlenswerter Fisch für ein Artbecken, da er wohl im Gesellschaftsbecken unterdrückt werden würde. Sei-ne Haltung und Zucht ist einfach, wenn man vom unbedingt notwendigen regelmä-ßigen Lebendfutterangebot einmal absieht.

    Jürgen Böhm


    Wie ich auf den Fisch kam ...

    Hier möchte ich die Geschichte erzählen, wie ich eine begeisterte Aquarianerin wurde und noch immer bin - trotz aller Mühen und Plagen!

    Es begann damit, daß meine Töchter nach Hause kamen und fragten, ob sie mit einem Freund mitgehen dürften, der seine beiden Wasserschildkröten in einem Teich aussetzen wollte. Ich war mit so einer Vorgangsweise nicht einverstanden und erkundigte mich bei seiner Mutter nach dem Wie und Warum.

    Sie erklärte mir, dass in dem 54 l Becken, in dem die beiden Schildkröten untergebracht waren, das Wasser einmal in der Woche kippt, obwohl sie mit dem Saubermachen sehr viel Zeit verbringt. Sie halte den Gestank nicht mehr aus. Daraufhin erbarmte ich mich der beiden armen Wasserschildkröten und nahm sie in unser Heim auf. Leider war es auch bei uns nicht besser. Die Reinhaltung des Wassers erforderte so enormen Aufwand und trotzdem war es nicht zu schaffen.

    Durch Zufall lernte ich jemanden kennen, der sich mit Wasserschildkröten beschäftigte und bat ihn um Rat. Er meinte, dass ich mir ein wesentlich größeres Becken und einen viel stärkeren Filter anschaffen sollte, damit ich dieses Problem in den Griff bekomme. Da ich das aber nicht wollte, fragte ich ihn, da er ja schon vier prächtige Wasserschildkröten hatte, ob er unsere beiden nicht auch noch aufnehmen könnte. Er nahm die beiden Tiere bei sich auf und sie fühlten sich in ihrer neuen Umgebung gleich recht wohl. Nun hatte ich aber ein leeres Aquarium, einen Außenfilter und etliches Zubehör zu Hause herumstehen. Das war etwa im August 1997. Da beschlossen wir (mein damaliger Lebensgefährte Robert und ich), uns doch ein paar Fische in dieses Aquarium zu nehmen.

    Gesagt, getan, nach zwei Wochen schwammen die ersten Fischlein (Neonsalmler, Zitronensalmler, Corydoras panda und einige andere) in unserem Aquarium. Eingerichtet haben wir es natürlich mit Wasserpflanzen, ein paar Steinen und einer Wurzel. Beim Neukauf einer Pflanze haben wir uns dann Schnecken eingeschleppt. Damit begann ich mich mehr um das Aquarium zu kümmern, denn ich habe eine relativ gute Hand für Pflanzen. Um die Fische kümmerte sich nach wie vor eher Robert. Indem ich mich nun mehr mit den Pflanzen im Aquarium beschäftigte, begann meine intensive Liebe zur Aquaristik.

    Heute bin ich diejenige, die unsere Aquarien zu betrachten und auch zu pflegen am meisten genießt. Nach einiger Zeit und dem Wunsch nach mehr und auch etwas größeren Fischen haben wir uns im November ein 240 l Becken angeschafft, das wir mit unseren Fischen aus dem 54 l Becken bestückten und noch einige dazugekauften. Mittlerweile war ich richtig vernarrt in unsere Fische und damit vertiefte sich das, was bis heute anhält: meine intensive Liebe zur Aquaristik. Wir entwickelten eine Vorliebe für die verschiedensten Welsarten. Natürlich ließ ich auch das 54 l Becken nicht leer stehen. Anfang Januar 1998 folgte ein 200 l Becken, in das die Gesellschaft vom 240 l Becken übersiedelte. Im 240 l Becken pflege ich seither Malawibuntbarsche, die mich sehr faszinieren und begeistern.

    Jetzt besaß ich bereits drei Becken, doch es sollte noch dicker kommen. Eines Tages wurde mir ein 112 l Becken sehr günstig angeboten und ich konnte nicht nein sagen. Das war Becken Nummer vier. Es sollten noch drei kleine Becken und zwar in der Größe von zweimal 48 l und einmal 25 l. Diese Becken sind Schlupf- und Aufzuchtbecken. Wegen der großen Anzahl der Jungfische meiner Malawibuntbarsche schaffte ich mir noch ein 200 l Becken an.

    Dann kam die Jahresstromrechnung. Der Betrag, den ich nachzahlen mußte, kippte mich aus den Socken. Das 25 l Becken schenkte ich meiner Schwester. Die beiden 48 l Becken habe ich ausgeräumt und die darin lebenden Fische in die anderen Becken aufgeteilt, um somit einiges an Kosten einzusparen.

    Nach gut einem dreiviertel Jahr hat es mich aber dann wieder gepackt. Ich begann, meine Corydoras panda im 54 l Becken zur Zucht anzusetzen. Das klappte recht gut und sie laichten brav ab. Die Eier überführte ich in einen Ablaichkasten in diesem Becken. Sie schlüpften auch recht zahlreich, aber was nun. Ich kaufte einen zweiten Ablaichkasten und überführte die Larven in diesen. Die Kleinen wuchsen munter weiter und wurden immer zahlreicher. Sie hatten keinen Platz mehr. Da wurde der nächste Schritt notwendíg. Ich kaufte mir ein kleines 10 l Becken, das nun seinen Platz auf dem Küchentisch hat. Und da steht es noch heute.

    Weil mich Panzerwelse sehr faszinieren, habe ich die Corydoras sterbai wieder in eines der 48 l Becken mit einem Ancistrus-Pärchen übersiedelt. Heuer im Januar sah ich Panzerwelse, die wurden als Corydoras schwartzi verkauft. Ich war mir ziemlich sicher, dass es sich hierbei um keine schwartzis handelte und kaufte sechs Tiere. Am Abend saß ich mit meinem Atlas der Panzerwelse und bestimmte sie ganz genau, das muß ich immer hieb- und stichfest wissen. Ich entdeckte, dass es sich um Corydoras surinamensis handelte. Sie gefielen mir so gut, daß ich noch weitere 9 Tiere kaufte, damit sind es jetzt 15. Diese 15 leben jetzt mit zwei kleinen Zebra-Harnischwelschen im zweiten 48 l Becken.

    Somit ist die Anzahl meiner Becken wieder auf acht angewachsen. Die Stromkosten kann man nämlich mit einer Senkung der Temperatur um 2° in Grenzen halten. Ebenso stecke ich alle Heizstäbe im Frühjahr, wenn es wärmer wird, aus. Die Raumtemperatur und die Wärme der Beleuchtung reicht völlig aus. Das hat sich bei der heurigen Jahresabrechnung (Mai 2000) auch gleich in Zahlen ausgewirkt.

    Im Januar 2000 habe ich mich von meinem Lebensgefährten getrennt. Er wollte sich zwar ein Becken mitnehmen als er auszog. Dieses konnte ich aber mit dem Argument verhindern, als ich meinte, derjenige von uns, der im letzten Jahr sich um die Fische gekümmert hat, soll das auch weiterhin tun. Somit blieben alle acht Becken stehen, so wie sie waren. Dies ist nur eine kleine Info über mich und meine Einstellung zur Aquaristik.

    Im Moment bin ich gerade dabei, meine Malawi-Zucht aufzulösen, und versuche, Abnehmer für meine Fische zu finden. Das ist gar nicht leicht.

    Ich hoffe aber doch, dass ich für jeden Fisch einen guten Platz finde. Ich habe nämlich vor, mir das 240 l Becken als Südamerika-Becken und das 200 l Becken im Wohnzimmer als Westafrika-Becken einzurichten. Im 112 l Becken sind und bleiben die Sterbais, die Schwanzstreifen-Dianema, einige andere Welse und dazu sind 5 grüne Schwertträger gekommen. Dazu werde ich noch ein paar Guppies setzen und dann ist das Becken wieder gut besetzt. Im 54 l Becken verbleiben die Pandas und die Pitbull-Harnischwelse. Dieses Becken bekommt demnächst meine kleinere Tochter in ihr Zimmer. Sie hat nämlich auch die Liebe zur Aquaristik entdeckt und interessiert sich sehr dafür. Sie hilft mir auch immer gerne beim Wasserwechsel.

    Im zweiten 200 l Becken pflege ich zur Zeit noch eine Brut meiner Protomelas fenestratus, die schon relativ groß sind. Dafür hoffe ich auch, daß ich demnächst Abnehmer finden werde. Des weiteren befinden sich in diesem Becken ein Synodontis angelicus, zwei Glyptoperichthys gibbiceps und ein Ancistrus dolichopterus. Die beiden gibbiceps und der Ancistrus werden ins 240 l Becken und der angelicus (liebevoll von mir "EMIL" genannt) wird ins Westafrika-Becken übersiedeln. Die zwei 48 l Becken werden über kurz oder lang - so hoffe ich - wieder Zucht- und Aufzuchtbecken werden.

    Einen Traum hätte ich noch - ich hätte nämlich gerne ein noch größeres Becken, und zwar mit ca. 500 l (oder mehr?!?) Ich weiß nur nicht, wann die finanziellen Gegebenheiten es zulassen, dass ich mir diesen Traum anschaffe - als alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern tut man sich da ein bißchen schwer. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich das doch irgendwann schaffe.

    Tja, jetzt haben wir Mai 2001 und ich habe mir im April etwas ganz Tolles in mein Wohnzimmer gestellt: Ich habe mir eine Zuchtanlage mit 13 Becken gekauft. Und die steht genau auf dem Platz, wo ich eigentlich mein großes Becken aufstellen wollte. Aber was solls, es kommt meistens anders, als man denkt! Ich habe auch deshalb auf ein großes Becken verzichtet, weil ich im Moment viele verschiedene Jungfische großziehe und die brauchen eben mehrere kleinere Becken und nicht ein großes. Ich habe eine Riesenfreude damit.

    Auch in meinen Becken hat sich einiges getan, die Malawis spielen nicht mehr die erste Geige. Die Zuchttiere habe ich im Herbst alle abgegeben, eine kleinere Gruppe von den Otopharynx lithobates habe ich noch. Von denen behalte ich mir sicher welche, dazu kommen noch eine Gruppe Labidochromis yellow und dann ist Schluss. Die sind jetzt ins Zimmer meiner Tochter (dort steht eines meiner 200 l Becken) übergesiedelt. Im 240 l Becken pflege ich meine gibbiceps, eine Gruppe Peckoltias, einen kleinen Schwarm Kongosalmer und zwei Pärchen Pelvicachromis pulcher, und nicht zu vergessen, einen Synodontis schall (das ist mein Streichelfisch und der hat den Namen "Jumbo"). Zu denen sollte sich dann noch ein Apistogramma-Pärchen gesellen. Ich bin aber noch nicht schlüssig, welche Art.

    Im 200 l Becken im Wohnzimmer schwimmen natürlich noch immer meine Botia macracanthus, einige Ancistrus, usw. und zwei Arten von Regenbogenfischen, nämlich Melanotaenia lacustris und splendida inornata.

    Im 112 l Becken (dieses steht auch im Wohnzimmer) schwimmen die Corydoras sterbai, Xiphophorus helleri grün und einige Guppies. Die vermehren sich ganz ordentlich und deshalb bekam ich auch ein Platzproblem. Na dieses habe ich ja jetzt gelöst.

    Jetzt warte ich nur noch drauf, daß ich für meine Babies (einige davon sind schon zum Abgeben) gute Plätze finde, aber das wird schon werden. Ich möchte halt immer, dass die Fische, die ich groß ziehe, auch dementsprechend weiter gepflegt werden, so wie bei mir.

    Mittlerweile ist Januar 2002, die Anzahl meiner Becken hat sich jetzt auf insgesamt 20 erhöht und ich habe immer noch alles fest im Griff und meinen Fischlis geht's prächtig. Ein bißchen was hat sich wieder geändert und deshalb wird wieder mal alles festgehalten.

    Die Zuchtanlage mit ihren 13 Becken war die Anschaffung einfach wert. Ich bin nach wie vor ganz begeistert davon. Bei meinen Fischen hat sich auch einiges getan. Eine Regenbogenfischart und zwar die Melanotaenia splendida inornata habe ich gegen M. herbertaxelrodi getauscht. Die M. herbertaxelrodi vermehren sich zur Zeit ganz massiv (ist aber auch gezielt gewollt!). Bei den M. lacustris tut sich da nicht soviel, aber das wird auch noch werden, wenn ich sie demnächst in ein eigenes Zuchtbecken isoliere.

    Die Guppyzucht habe ich mittlerweile sehr eingeschränkt. Die Xiphophorus helleri "grün" vermehren sich immer noch recht gut und der Absatz passt auch dazu. Also dürfen die Mamas weitere Babies bekommen. Vorige Woche erst hat eine Dame 42 Junge bekommen, ich konnts erst gar nicht fassen!

    Weiterhin habe ich jetzt drei Arten Killifische, und zwar Aplocheilus lineatus (Wildform und goldene Zuchtform), Aphyosemion striatum und gardneri nigerianum. Letztere sind auch gerade zur Zucht angesetzt, und die scheint erfolgreich zu werden.

    So tut sich doch einiges in meinen Becken und ich habe mich jetzt dazu entschlossen, die Malawis im 200 l ganz wegzugeben, da ich dieses Becken dann für die Aufzucht der Melanotaenia brauche.

    Diesen Sommer wird es soweit sein, ich werde es endlich schaffen, mir ein Becken mit ca. 500 l anzuschaffen (LxTxH - 220 x 50 x 50). Und zwar wird das so sein, dass ich die nebeneinander stehenden 240 l und 200 l wegnehme, und an diesem Platz wird dieses Becken stehen. Das 200 l wird in den Keller auf Trockendock wandern, das 240 l wird an den Platz des 112 l wandern und das 112 l wird an die Zuchtanlage anschließend aufgestellt. Somit bleibt die Anzahl der Becken gleich, jedoch wird das Volumen um einiges mehr werden und meine Welse werden sich darin dann sicherlich noch wohler fühlen.

    Durch die Erfüllung dieses lange schon gehegten Wunsches fällt zwar mein Sommerurlaub sprichwörtlich ins Wasser, jedoch habe ich dann an dem neuen Aquarium das ganze Jahr über Freude und das ist doch viel wichtiger!

    Ich werde natürlich weiter berichten, wie es mir und meinen Fischlis so ergeht!

    Helga Rozmann


    Gefleckter Hechtsalmler,
    Boulengerella maculata

    Boulengerella maculata

    Der "Gefleckte Hechtsalmler" (Boulengerella maculata) gehört zu den größer werdenden Raubsalmlern Südamerikas. Er kann eine Endgröße von bis zu 40 cm erreichen. Der Körper ist langgestreckt und mit vielen schwarzen Punkten übersäht. Leider verlieren die Tiere ihr Fleckenmuster im Alter. Der Fisch ist stark oberflächenorientiert. Der Bauch ist weiß, dann folgt ein breiter dunkler Streifen, der sich von der Schnauzenspitze bis in die Schwanzwurzel zieht. Der Rücken schimmert braun/gold/gelb. Das Maul ist tief eingeschnitten. Daher erkennt man, dass er auch größere Fische überwältigen kann. Mit seiner kräftigen Schwanzflosse macht er Jagd auf kleinere Fische. B. maculata ist ein Lauerräuber, aber leicht mit kleinen lebenden Fischen aus seinem Versteck zu locken. Im Aquarium sollte man die Tiere ausschließlich mit Stinten füttern, die man in die Strömung wirft und in den Tieren den Jagdinstinkt wecken. Die Beute wird mit dem Kopf voran in einem Stück verschluckt. Weiter bekannte Arten sind: "Boulengerella cuvieri, Boulengerella lateristriga und Boulengerella lucius."

    Mit seiner Endgröße von 35-40 cm erreicht B. maculata für ein Durschnittsaquarium schon eine beachtliche Größe! Das Aquarium sollte daher möglichst lang und tief sein. Es muss auf jeden Fall mit Glas oder anderen Platten abgedeckt sein. Das Becken sollte auch von hinten und von beiden Seite abgehängt sein, weil die Tiere sehr empfindlich auf schnelle Bewegungen vor dem Becken reagieren. Wenn sich die Tiere erschrecken, und das kommt leider nicht selten vor, schießen sie pfeilschnell durchs Becken. Aus Panik können die Fische hierbei auch gegen die Abdeckung springen und diese ohne große Mühe hochschlagen. Eines meiner beiden Tiere ist trotz schwerem Werkzeug auf der Abdeckung aus dem Becken gesprungen. Leider konnte ich es nur noch tot von meinem Fußboden aufsammeln. Im Aquarium sollten keine Pflanzen sein, in denen sich die Tiere verfangen können. Um sich aus den Pflanzen zu befreien, neigen sie dann dazu, panisch durch das Becken zu schießen. Hierbei knallen sie meistens mit voller Wucht gegen die Scheiben, wobei ihre empfindliche "Nase" abbrechen kann. Diese Verletzung heilt nur sehr schwer und meistens verenden die Tiere daran. Dies ist neben Sauerstoffmangel eine der häufigsten Todesursachen. Nach diesen Panikattacken sinken die Tiere wie geschockt zu Boden, fangen sich aber nach einer gewissen Zeit wieder und kehren dann an die Oberfläche zurück.

    Dieser Fisch ist somit nur was für Spezialisten mit großen Aquarien, die an einem ruhigen Platz aufgestellt sind.

    Jan Wessel


    Scheckenkärpfling / Caudi
    Phalloceros caudimaculatus

    Phalloceros caudimaculatus

    Dieser kleine Kärpfling, die Männchen werden bis 3 cm, die Weibchen bis 5 cm, stammt aus dem südöstlichen Brasilien, Uruguay und Paraguay. Dementsprechend kühl müssen sie gehalten werden, die Temperaturen sollten nicht dauerhaft über 22 Grad liegen, 18 bis 22 Grad wäre optimal.

    Ich halte die Fische in einem ungeheizten Becken (60 x 45 x 35) mit eingebautem Biofilter zusammen mit Kubakrebsen, Procambarus cubensis. Hier schwankt die Temperatur zwischen 20 und 23 Grad. Nach Angaben in der Literatur sollen die Fische empfindlich auf Wasserwechsel mit Frischwasser reagieren, ich kann dies nicht bestätigen. Ich wechsele wöchentlich mindestens 1/3, oft sogar wesentlich mehr, ohne dass ich Probleme bzw. nachteilige Auswirkungen auf die Fische feststellen konnte. Ich nehme zum Auffüllen des Beckens nur kaltes Wasser, die Temperatur fällt dabei auf ca. 15 Grad ab, im Winter sogar auf nur ca. 13 Grad.

    Die eigentliche Population der Caudis hatte nur einen Fleck an der Seite, etwa in der Körpermitte unter dem Ende der Rückenflosse. Die von mir gehaltene Art wird ohne Schecken geboren und entwickelt die schwarzen Schecken erst mit zunehmendem Alter. Einige Autoren führen diese Tiere als Unterart Phalloceros caudimaculatus reticulatus.

    Dieser Fisch ist besonders gut geeignet, den Sommer im Freien zu verbringen. Ich setze einige Tiere ab ca. 15 Grad Wassertemperatur in ein großes Fass, ca. 600 l In-halt. Mit in Sommerurlaub gehen einige Krebse, Cambarellus shuffeldtti. Die Einrichtung besteht aus etwas Bodengrund, Hornkraut, Muschelblumen und Wasserlinsen. Keine Filterung. Meist setze ich 8 Tiere raus und kann dann im Herbst 30-40 topfitte, gesunde Fische wieder zurücksetzen. Auch die kleinen Krebse vermehren sich unter diesen Bedingungen sehr gut.

    Jürgen Böhm

    © KAQ, 22.09.2002