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XV. Fishlight

März 2002

Inhaltsverzeichnis

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.
  • Die Erfolgsgeschichte der I. Zierfischbörse zwischen Harz und Heide
  • Vorstand und Börsenwarte
  • L-Wels: Eine Faszination für sich...
  • Neoplecostomus spec. "Rio Sao Francisco"
  • Blauaugenkärpfling, Priapella compressa
  • Malawisee im Internetcafe
  • Tipps und Tricks beim Diskuskauf
  • Blauer Florida-Krebs, Procambarus alleni

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.

    Liebe Leserin,
    lieber Leser,

    das Jahr 2001 war für den Aquarienclub Braunschweig das siebte Jahr. Im Volksmund nennt man dieses Jahr in einer Partnerschaft das "verflixte siebte Jahr". Den Begriff Partnerschaft kann man auch bei uns im übertragenen Sinne verwenden, denn nur durch das gemeinsame Miteinander der an die hundert Vereinsmitglieder war das letzte und werden die nächsten Jahre erfolgreich zu meistern sein. Auch die Partnerschaft mit unseren Werbepartnern und Sponsoren gibt uns die Möglichkeit, Vorträge, Vereinsfahrten und -veranstaltungen und nicht zuletzt die Zierfischbörsen durchzuführen. Und auch "verflixt" war das Jahr 2001, nämlich verflixt erfolgreich, interessant, erlebnisreich und anstrengend.

    Natürlich wurden wieder Sommerfest und Weihnachtsfeier veranstaltet, aber der Schwerpunkt lag in den Angeboten von Vorträgen an den Vereinsabenden, der ehrenamtlichen und gemeinnützigen Öffentlichkeitsarbeit und im besonderen der Organisation der Zierfischbörse am 11.11.01 (siehe auch Bericht in diesem Fishlight).

    Mit einigen aktiven Vereinsmitgliedern wurde das Projekt "Schulaquarien für's Martino-Katharineum Braunschweig" in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit vorläufig abgeschlossen. Das bisherige Aquarienvolumen wurde um 300% aufgestockt und ist jetzt im neuen Internetcafe und im Eingangsbereich zu bewundern. Weiteres berichtet unser neuer Schriftführer Dr. Arnold Gebauer, der die Aquarien an der Schule als Lehrer mit seiner Arbeitsgemeinschaft betreut, in diesem und einem der nächsten Fishlights.

    Aber nicht nur die Aquaristik für die jungen Nachwuchsaquarianer haben wir unterstützt, sondern auch ein Aquarium für die Patienten und Besucher im Marienstift aufgestellt. Das Aquarium wurde von Matthias Stanze gestiftet und vom Aquarienclub im Eingangsbereich des Marienstiftes aufbebaut. Herr Stanze hatte das Juwel-Aquarium an einem Stand des Aquarienclub Braunschweig auf einer Veranstaltung der Braunschweiger Baugenossenschaft gewonnen und seinem Geburtsort übereignet, damit sich viele Menschen daran erfreuen können. Wir haben ihn als Aquarienclub bei seiner guten Tat natürlich gern unterstützt und beraten die Mitarbeiter des Marienstiftes bei der Pflege und legen bei Bedarf noch selbst Hand an.

    Über den detaillierten Bericht in diesem Fishlight hinaus möchte ich noch einmal kurz auf die I. Zierfischbörse zwischen Harz und Heide vom 11.11.01 in der Stadthalle eingehen. Wer sich noch an unsere vorigen Börsen in der Mehrzweckhalle in Braunschweig-Dibbesdorf erinnert, weiß, dass dort der Platz für Besucher und Aussteller nicht mehr ausgereicht hat. So war es auch kaum möglich über den Verkauf von Tieren und Pflanzen hinaus ein Rahmenprogramm anzubieten.

    Die Entscheidung in die Stadthalle zu wechseln ist uns nicht leicht gefallen. Wir zahlen das zehnfache an Raummiete als in Dibbesdorf und haben somit auch durch die zusätzlich angebotenen Vorträge nicht unerhebliche Mehrkosten und das Risiko, dass für die Finanzierung eine sehr viel größere Besucheranzahl vorausgesetzt werden muss. Allerdings hat der 11.11.01 gezeigt, dass die Attraktivität und Lage des Ortes sowie die Kombination aus Zierfischbörse und Rahmenprogramm bei den mehr als 3.000 zahlenden Besuchern, Kinder haben freien Eintritt, sehr gut angekommen ist und somit der Wechsel in die Stadthalle richtig ist. Für den Preis einer Kinokarte kann man mit der ganzen Familie "Fische gucken und kaufen" gehen, unser hochwertiges Aquaristik-Magazin Fishlight bekommen, sich beraten und sein Aquarienwasser testen lassen, bei Aquaristik-Händlern günstig einkaufen und auch noch zwei hervorragende Vorträge besuchen. Nur Popcorn gibt's bei uns nicht...

    Was kostet es denn eigentlich in diesem aktiven Verein Mitglied zu sein? Für den geringen Jahresbeitrag von 30 Euro, Kinder zahlen die Hälfte, werden jeden Monat Vorträge namhafter Referenten geboten, erhält man vergünstigte Ausstellungsfläche auf den Börsen und kann umsonst auf Sommerfest und Weihnachtsfeier essen und trinken. Da ca. die Hälfte des Beitrages direkt an unseren Dachverband VDA abgeführt wird, ist in dem Beitrag auch noch eine Haftpflichtversicherung für Schäden durch zerbrochene Aquarien und das vierteljährliche Verbandsmagazin VDA aktuell enthalten.

    Natürlich schließe ich meinen Bericht nicht ab, ohne auf unser inzwischen wichtigstes Kommunikationsmedium zu verweisen: das Internet. Unter www.aquarienclub.de finden Sie nach wie vor sehr viele Informationen zur Aquaristik und über den Verein. Schauen Sie doch mal vorbei...

    Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und danke den Autoren für Ihre interessanten Artikel und Bilder.

    Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
    Tel.: 05309 / 911283


    Die Erfolgsgeschichte der I. Zierfischbörse zwischen Harz und Heide

    Am 11.11.2001 hat der Aquarienclub Braunschweig e.V. in der Stadthalle Braunschweig mit über 4.500 Besuchern bei der I. Zierfischbörse zwischen Harz und Heide einen großen Erfolg feiern können. Das Konzept nicht nur Fische und Pflanzen anzubieten, sondern auch darüber hinaus etwas für die ganze Familie zu bieten, ist rundum aufgegangen. Es haben nicht nur 80 Aussteller auf über 120 m ihre Tiere zum Kauf angeboten, sondern es gab auch ein umfangreiches Rahmenprogramm.

    Bei der Tombola mit über 1.300 Preisen waren neben vielen aquaristischen und nicht aquaristischen Gewinnen als erster und zweiter Preis je ein komplettes Aquarium von Juwel mit Abdeckung und Schrank zu gewinnen.

    Die beiden bekannten Autoren und Referenten Rainer Stawikowski und Uwe Werner konnten bei ihren Vorträgen über 200 Zuhörer begrüßen.

    Für die Freunde von Unterwasserkrabbeltieren hat die Arbeitsgemeinschaft Wirbellose Tiere der Binnengewässer AGW auf einem großen Stand lebende und präparierte Tiere ausgestellt und viele Informationen geboten, wie die ausgestellten Wirbellosen im Aquarium zu halten und zu züchten sind. Außerdem gab es auch Nachzuchten von Krebsen und Garnelen im Angebot.

    Am Infostand des Aquarienclubs konnten sich interessierte Besucher über den Verein informieren, aber auch Tipps und Tricks zur Aquaristik erhalten. Ferner konnten sie ihr Aquarienwasser von Dipl.-Chemikern testen und analysieren lassen. Darüber hinaus hatten Händler im Eingangsbereich die Möglichkeit, ihre Firma und Produkte zu präsentieren.

    Das gesamte Rahmenprogramm wurde sehr gut von den Besuchern angenommen.

    Der Aquarienclub Braunschweig e.V. ist als gemeinnützig anerkannt, weshalb auch der Eintritt von 5,- DM für Erwachsene für eine derartige Veranstaltung so niedrig wie möglich gehalten wurde. Kinder bis 16 Jahren hatten natürlich freien Eintritt, da sie unsere Hoffnung für die Aquaristik von morgen sind.

    Im Eintritt enthalten war neben dem oben genannten umfangreichen Rahmenprogramm auch unser Vereinsmagazin Fishlight, das mit seinen inzwischen 48 teils farbigen Seiten viel Informationen über die Aquaristik und den Verein bietet. Das Heft erschien jetzt in der 14. Auflage und wurde mit einer Auflage von über 2.500 Stück an die Besucher verteilt.

    Ich möchte noch einmal kurz auf die Geschichte eingehen, warum der Aquarienclub Braunschweig mit seinen an die hundert Mitgliedern allein eine solche Großveranstaltung auf die Beine gestellt hat. Seit 1995 hat der Aquarienclub, damals noch Aquarienclub Dibbesdorf, in einem Vorort von Braunschweig über 20 Börsen veranstaltet. Im Jahr 2000 zeigte sich dann, dass der Platz in Zukunft nicht ausreichen wird, der zunehmende Zahl an Ausstellern und Besuchern gerecht zu werden. Somit musste eine Alternative gefunden werden, die auch langfristige Perspektiven bietet. Wir entschieden uns für die Stadthalle Braunschweig, die ausreichend Platz für die Zukunft bieten soll und außerdem als zentraler Ort in Braunschweig gut zu erreichen und bekannt ist. Da wir an einen Erfolg geglaubt haben, wollten wir die anderen Vereine des Bezirks auch mit ins Boot holen, damit alle Vereine der Umgebung davon profitieren können. Wir schlugen den anderen Vorständen daher vor, den Bezirkstag 2001 dort zu veranstalten und die Veranstaltung mit mehreren Vereinen gemeinsam zu organisieren. Der Vorschlag stieß auf Ablehnung und kein anderer Verein war daran interessiert, mit uns zusammen diese Großveranstaltung zu stemmen. Folglich haben wir allein mit großem zeitlichen und auch finanziellen Aufwand diese Veranstaltung zum Erfolg geführt, den wir jetzt dreimal jährlich versuchen werden zu wiederholen.

    Wir vom Aquarienclub sind weiterhin motiviert, die Aquaristik und alles was dazugehört zu verbreiten. Die große Anzahl von Besuchern bestätigt das Interesse an der Aquaristik. In Zusammenarbeit mit den Behörden, den Naturschützern, dem Tierschutz, den Referenten der Aquaristik und den Händlern werden wir in Zukunft die Veranstaltungen noch intensivieren und ausbauen.

    Mehr Informationen über den Verein, aquaristische Themen und auch Hinweise zu den bevorstehenden Veranstaltungen finden Sie unter www.aquarienclub.de

    Vorstand des Aquarienclub Braunschweig e.V.


    Vorstand und Börsenwarte

    1. Vorsitzender
    Jörg Hauschild
    Tel. 05171 / 769104
    Hauschild@aquarienclub.de
    2. Vorsitzender
    Kai A. Quante
    Tel. 05309 / 911 28 3
    Quante@aquarienclub.de
    Schriftführer
    Dr. Arnold Gebauer
    Tel. 0531 / 34 58 94
    Gebauer@aquarienclub.de
    Kassierer
    Hans-Peter Kemnitz
    Tel. 05307 / 67 43
    Kemnitz@aquarienclub.de
    Börsenwart
    Jens Tangermann
    Tel./Fax 0531 / 27 03 170
    Stellv. Börsenwart
    Wolfgang Schumann
    Tel. 0531 / 32 51 58
    Stellv. Börsenwartin
    Gabriele Tangermann
    Tel. 0531 / 27 03 170

    L-Wels: Eine Faszination für sich....

    Hallo liebe Fishlight-Leser,
    wie versprochen werden wir unseren Ausflug in die Welt der Welse fortführen.

    Nachdem wir uns in der vorletzten Ausgabe des Fishlight mit drei Interessanten Holz- (L137/PC007) und Aufwuchsfressern (L200 und L18/81/177) beschäftigt haben, möchte ich Ihnen dieses mal 4 Fleischfresser vorstellen.

    Beginnen möchte ich mit dem im Rio Sao Francisco lebenden Megalancistrus gigas (L113). Diese Tiere werden ca. 50-60 cm groß und sollten daher nur in großen Aquarien gepflegt werden. Die Vertreter dieser Gattung verfügen ähnlich wie die der Gattungen Pseudacanthicus, Leporacanthicus und Acanthicus über kleine bis große Zähne auf dem Körper, welche oftmals auch als Stacheln angesehen werden.

    Megalancistrus gigas wird im Alter sehr rüpelhaft, die Vergesellschaftung mit Rochen erwies sich als sehr schwierig. Man glaubt immer Harnischwelse wären so friedlich, doch in Wirklichkeit können einige Arten zu wahren Tyrannen werden. Für die optimale Vergesellschaftung kann man gut große süd- und mittelamerikanische Cichliden und andere große Harnischwelse, die nicht der Gattung angehören, nehmen. Megalancistrus gigas bevorzugt grobes Frostfutter wie z.B. Stinte, Muschelfleisch und gekochte Sandgarnelen.

    Eine weitere überaus interessante Art ist der echte Pseudacanthicus leopardus. Im Oktober konnten wir 3 dieser prächtigen Harnischwelse bekommen. Diese Tiere laufen auch unter der Nummer LDA 007, welche aber nicht ganz richtig ist. LDA 007 ist das selbe Tier wie der L114, beide werden üblicher Weise als P. leopardus verkauft, doch Ingo Seidel berichtete uns, dass diese Art aus einem ganz anderen Fanggebiet stammt als der L114 und 1914 von Fowler als Pseudacanthicus leopardus beschrieben wurde. Die Art wird wohl ähnlich wie der L114 25-30 cm groß und ernährt sich hauptsächlich von mittelgroben bis groben Frostfutter.

    Abschießen möchten wir diesen Teil unseres Ausfluges mit den Scobinancistrus aureaturs, (Burgess 1994). Scobinancistrus erhielt seinerzeit von der DATZ den Code L14. Der deutsche Name ist Sonnenwels, was dieser Art auch durchaus gerecht wird. Die mittelgroßen bis großen Punkte auf dem braun-schwarzen Untergrund und die orangen Flossen verleihen diesen Tieren einen einzigartigen Flair. Leider werden auch diese Tiere sehr groß (25-30/35cm). Ihre Heimat ist der Rio Xingu der neben dem Rio Tapajós die wohl Interessantesten und schönsten Loricariiden beherbergt.

    Mit einer nicht ganz so großwerdenden Art der Gattung Pseudacanthicus möchte ich unseren Ausflug für dieses Heft abschießen. L97 stammt aus dem Rio Tapajós, er gehört zu den weniger häufig erhältlichen Arten und trägt die Handelsbezeichnung "King of Galaxi".

    Wer Ihn einmal richtig gesehen oder ihn gar gepflegt hat, der weiß wie Interessant diese Tiere sind. Das Farbkleid (schwarz mit gelben Punkten) lässt Ihn wahrlich zu einem König werden. Besonders auffällig ist, das die Punkte dieser Tiere in Linien angeordnet sind. Dieser Pseudacanthicus sp. wird nur ca. 15-20 cm groß und ist mit mittelgroben Frostfutter gut zu ernähren.

    Eins haben alle vier Arten gemeinsam, sie verschonen die Pflanzen im Aquarium und sind daher je nach Aquariengröße auch gut geeignete Pfleglinge.

    In einer der nächsten Ausgaben des Fishlight möchten wir Ihnen einige interessante Loricariiden aus der Gruppe der Aufwuchsfresser vorstellen.

    Bis bald....

    Text: Ute Stenzel & Tim Kohnen
    Fotos: Ingo Seidel & Ute Stenzel

    www.welskeller.de


    Neoplecostomus spec. "Rio Sao Francisco"

    Mitte Oktober erhielt die Firma Ute`s Welskeller von einem Ihrer Lieferanten 6 Welse der Gattung Neoplecostomus. Es handelt sich bei diesen Tieren um einen Erstimport. Als Fanggebiet wurde der Rio Sao Francisco angegeben. Leider wurden nur 12 Tiere dieser herrlichen Art importiert. Das überaus agile Verhalten am Tag und das interessante gold-braunen Mosaikmuster macht diesen Harnischwels zu einem Interessanten Pflegling für viele Aquarien. Erste Erfahrungen haben ergeben, das die Tiere sowohl pflanzliche Kost (auch Algen) sowie Frostfutter gern zu sich nehmen.

    Es bleibt zu hoffen, das diese interessante Art häufiger zu erhalten ist, jedoch ist an dieser Stelle zu erwähnen, das der Import aus dem Rio Sao Francisco nicht regelmäßig erfolgt.

    Ute Stenzel
    Tel: 05171/56272

    www.welskeller.de


    Blauaugenkärpfling, Priapella compressa

    Dieser Kärpfling wird bis 7 cm groß, die Männchen bleiben etwas kleiner. Er ist von der Färbung her identisch mit Priapella intermedia, lediglich wirkt er im di-rekten Vergleich etwas gedrungener. Er bewohnt flache, schnellfließende Fluss-abschnitte im mittleren Mexiko, die zur Antlantikseite hin entwässern. Die Was-serwerte dort sind recht unterschiedlich, so wurde in den Biotopen sowohl 20 GH, 12 KH, 8,1 pH als auch 7 GH, 4 KH, 7,5 pH nachgewiesen.

    Ich halte meine Tiere in einem grenzwertig kleinen Becken (60x45x35). Die Fil-terung erfolgt über einen Biofilter. An Mitbewohnern sind nur noch ein Paar Ancistrus cf. dolichopterus mit Jungen, mehrere kleine Krebse (Cambarellus spec. patzcuarense) und einige Zebragarnelen (Neocaridinia spec.). Die Einrich-tung besteht aus einem großen Lochstein (Höhlen für Welse und Krebse, aber hauptsächlich zur Stabilisierung des pH Wertes), einer großen Anubias, die das ganze Becken einnimmt, Najas zum Verstecken für die Jungfische und etwas Riccia an der Wasseroberfläche. Dies scheint jedoch genauso wie die Wasserlin-sen gefressen zu werden. Neben dem üblichen Futter füttere ich hier auch sehr viele Drosophila, das Wasser scheint zu kochen, wenn ich die Fliegen aufstreue so stürzen sich die Fische darauf. In diesem Becken tauchen bei 6 Alttieren alle 4 Wochen so 8 bis 12 Junge auf, die nicht beachtet werden. Evtl. dienen die leuchtend blauen Augen, die auch schon die neugeborenen Jungen haben, als Fressschutz gegenüber den Eltern.

    Jürgen Böhm


    Malawisee im Internetcafe

    Wie bereits in der Frühjahrsausgabe 2001 Fishlight XII berichtet, besaß das Martino-Katharineum Braunschweig seit dem Herbst 2000 im Foyer der Schule das vom Aquarienclub Braunschweig eingerichtete Schauaquarium mit dem Schwerpunkt Malawisee. Innerhalb der gesamten Schulgemeinde wurde dieses Projekt äußerst positiv aufgenommen. Niemand hat "gemäkelt oder gemeckert", das war neu! Außer-dem haben sich anfängliche Befürchtungen in Hinblick auf Dummheiten bzw. missbräuchliche Aktivitäten durch einzelne Schüler nicht bestätigt! Die Zustimmung war sogar so groß, dass spontan nachgefragt wurde, ob nicht ein ähnliches Aquarium als Blickfang in der neu zu errichtenden Cafeteria der Schule installiert werden könnte. Bezüglich des gewünschten Aquariums konn-ten nun Nägel mit Köpfen gemacht werden: Denn hier eröffnete sich die Mög-lichkeit, ein großes Becken optimal zu planen und einzurichten, da ja bei einer baulichen Neueinrichtung die Gelegenheit dazu besteht. Es war Anfang Mai 2001, als Jörg Hauschild und Kai A. Quante zu einer Orts-besichtigung vorbeikamen. Danach Stand fest: Der Schwerpunkt Malawisee wird vom Foyer in die Cafeteria verlagert.

    Das Becken soll möglichst pflege-leicht zu betreiben sein. Nachfolgend die umgesetzten Überlegungen:

    Das Wasser wird im Rieselfilter temperiert (26°C) und fortlaufend im Kreislauf umgepumpt. Zum Wasserwechsel wird temperiertes Wasser ins Becken einge-lassen. Durch den Überlauf gelangt dadurch vermehrt Wasser in den Rieselfilter. Dort steigt dann der Wasserstand. Nachdem das Wasser das Abteil mit den Ton-röhrchen passiert hat, kann nun überschüssiges Wasser über das Abflussrohr in die Kanalisation abfließen.

    Wie finanziert eine Schule ein solches Projekt in Zeiten leerer, öffentlicher Kas-sen? Nun, ein bisschen Glück gehört dazu und man muss sich darum kümmern:

    Im September 2001 war es dann soweit, das Becken konnte eingefahren und mit Organismen besetzt werden. Als Pflanzen wurden Javafarn und eine schmal-blättrige Anubiasart eingebracht. Ferner konnte Echinodorus mit Erfolg einge-setzt werden, da die Pflanzen schneller wachsen als sie gefressen werden.

    Der Fischbesatz besteht aus 15 verschiedenen Malawisee-Cichlidenarten, je-weils im Verhältnis: 1 Männchen / 3-5 Weibchen ( u.a. Labidochromis sp. "yel-low", Labidochromis "Red Top Mbamba Bay", Aulonocara baenschi, Aulono-cara M baenschi, Aulonocara OB, Otopharynx lithobates, Pseudotropheus cal-lainos, Pseudotropheus estherae, Pseudotropheus lombardoi).Außerdem bevöl-kern 20 Antennenharnischwelse (Ancistrus c.f dolichopterus), 6 Njassa Fieder-bartwelse (Synodontis njassae), 6 Kuckuckswelse (Synodontis multipunctatus) und 5 Ringelhandgarnelen (Macrobrachium sp.) das Becken.

    Die Fütterung und die Pflege des Aquariums wird von Schülern der Aquarien-Arbeitsgemeinschaft durchgeführt. Gefüttert wird mit Flockenfutter, Futtertab-letten, Spirulina, Frostfutter (Rote Zuckmückenlarven, Cyclops, Krill), Salatblät-tern und regelmäßig grüner Gurke.

    Das Aquarium ist in doppelter Hinsicht ein voller Erfolg. Zum einen Vermehren sich die Fische. Neben jungen Buntbarschen schwimmen auch 3 junge Ku-ckuckswelse umher. Zum anderen erfreuen sich die Schüler, Lehrer und Besu-cher der Cafeteria an den lebendigen, immer hungrigen Aquarienbewohnern.

    Was ist nun aber mit dem Becken im Foyer der Schule passiert? Darüber folgt ein Bericht in einer der kommenden Fishlightausgaben.

    Arnold Gebauer


    Tipps und Tricks beim Diskuskauf

    Warum dieser Bericht?
    Allgemein höre ich sehr oft bei Diskusinteressierten: "Das sind sehr schöne Fische aber auch sehr teuer. Woran erkenne ich gesunde Fische? Worauf sollte ich beim Kauf von Diskusfischen achten?" Nachfolgend gebe ich Ihnen einige Tipps und Tricks zum Diskuskauf und hoffe, das Interesse bei Ihnen für einen faszinierenden Aquarienfisch zu wecken. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass leider zu viele qualitativ schlechte Diskusfische angeboten werden.

    Um Ihnen möglichst die leidige Erfahrung mit einem dieser Tiere zu ersparen, empfehle ich folgende Vorgehensweise: Als erstes gibt es für eine Privatperson nur 2 Möglichkeiten Diskusfische zu erwerben. Über ein Zoogeschäft ihres Vertrauens oder einen Züchter. Ich will weder für die eine noch für die andere Sparte eine Lanze brechen. Der Vorteil eines Zoogeschäftes ist sicherlich, dass sie dort alles erdenkliche Zubehör gleich mit erwerben können. Beim Züchter besteht die Möglichkeit mehr über die Herkunft der Tiere zu erfahren und sich auch die Elterntiere und Haltungsbedingungen anzusehen.

    Worauf sollten sie beim Diskuskauf achten?
    Zuallererst sollten sie ihre persönlichen Kaufkriterien festlegen. Hierzu zählen:

    Es gibt sehr gute Wildfänge zu vernünftigen Preisen. Auf der anderen Seite sind die neuesten "Züchtungen", wenn sie denn überhaupt auf dem deutschen Markt zu erwerben sind, farblich sicherlich attraktiver aber noch sehr hoch im Preis.

    Wie alt sollen die Tiere sein?
    Die Antwort richtet sich nach den Voraussetzungen, die Sie Ihren Tieren bieten können. Jungtiere im Alter von ca. 10 Wochen sind sicherlich die preiswertesten Tiere aber auch die pflegeintensivsten. Tiere in diesem Alter müssen bis zu 10 Mal am Tag gefüttert werden. Es empfiehlt sich daher, die Haltung in einem nicht bepflanzten Aquarium, da ansonsten die Wasserqualität zu sehr leidet. In einem guten Preis/Leistungsverhältnis liegen halbwüchsige Tiere im Alter von 6 - 10 Monaten. Hierbei reichen 4 - 6 Fütterungen pro Tag aus und die Farbansätze sind schon zum Teil zu erkennen.

    Der große Vorteil bei ausgewachsenen Diskus ist sicherlich, dass sie ihre volle Größe erreicht haben und ihre Farbkleid voll ausgefärbt ist, so dass sie vor Überraschungen sicher sind. Die Anschaffung ist aber erheblich teurer als z.B. bei 10 Jungtieren.

    Nachdem Sie Ihre Kaufkriterien festgelegt haben, geht es an die Auswahl des Verkäufers. Nehmen sie sich hierbei Zeit und sehen sich mehrere Zoogeschäfte und Züchter an. Der Kauf von lebenden Tieren ist auch immer eine Sache des Vertrauens. Sie werden sehr schnell erkennen ob es nur um den "schnellen Euro" geht oder ob die Liebe zum Tier im Vordergrund steht.

    Achten sie auf den Gesamteindruck der Anlagen. Sauberkeit; kein übermäßiger Algenbefall; regelmäßige Pflege; klares Wasser? Schwimmen tote oder offensichtlich kranke Tiere in der Anlage lassen sie die Finger vom Kauf. Niemand kann ihnen garantieren, ob die anderen Tiere die Krankheit nicht längst in sich haben. Sind die Tiere in der Anlage sehr schreckhaft, kann es daran liegen, dass der Raum nicht oft betreten wird. Wie pflegt man Fische intensiv, wenn man nie im Raum ist? Ausnahme: Sind nur Tiere aus einem Becken schreckhaft, kann es sein, dass dort erst neue Tiere zugesetzt oder entfernt wurden.

    Ein wenig Kot auf dem Boden ist kein Zeichen von fehlender Sauberkeit. Im Gegenteil, es zeigt, dass die Tiere gut gefüttert werden und auch verdauen. Der Kot sollte aber auf jeden Fall dunkel sein. Weißer oder glasiger Kot deutet auf Flagellatenbefall im Darmbereich hin. Lassen sie die Tiere vom Verkäufer ruhig füttern. Kaufen sie nur Tiere die auch fressen. Bleibt ein Tier abseits stehen können sie davon ausgehen, dass es ebenfalls eine Krankheit (vmtl. Darmflagellaten) hat. Diskus haben immer Hunger und gehen auch sofort zum Futter. Auch hier gibt es eine Ausnahme. Bei geschlechtsreifen Tieren kann es sein, wenn genau zwei Tiere nicht zum Futter gehen, dass es sich dabei um ein Pärchen handelt, das laichwillig ist oder bereits abgelaicht hat.

    Als nächstes achten sie auf den Gesamteindruck der Tiere. Eine runde Körperform sollte es sein. Im Stirnbereich darf das Tier auf gar keinen Fall "eingefallen" wirken. Eine eingefallene Stirn deutet auf eine Krankheit hin und diese Tiere sollten nicht gekauft werden. Ein rotes Auge ist Geschmacksache. Es sagt nichts über den Gesundheitszustand aus, wenn das Auge nicht rot ist. Viele Diskusfreunde sagen, ein Diskus muss ein rotes Auge haben. Das stimmt so nicht. Selbst in der Natur gibt es Tiere die kein rotes Auge haben und es ist einzig und allein eine Frage des persönlichen Geschmacks.

    Achten sollten sie gezielt auf die Kiemendeckel. Atmet das Tier auf beiden Seiten "gleichmäßig?" Ist ein Kiemendeckel ungewöhnlich abgespreizt, deutet es auf Kiemenwurmbefall hin und hier gilt: "Finger weg von diesen Tieren." Sind es ihre ersten Diskus sollten sie nicht zu junge Tiere kaufen, da die Tiere, wie bereits oben erwähnt, noch bis zu 10 Mal pro Tag gefüttert werden müssen. Das kann im eingerichteten Becken ein Problem werden. Außerdem ist der Diskus ein Schwarmfisch. Das heißt, kaufen sie nicht nur ein Tier sondern am besten eine Gruppe von 5 - 8 Tieren. Ein einzelnes Tier würde verkümmern und bei 2 oder 3 Tieren wäre das Schutzgefühl der Gruppe nicht da und die Tiere sind ängstlich. Achten sie darauf, dass für einen ausgewachsenen Diskus ein Wasserbedarf von mindestens 50 besser 80 Liter gerechnet wird. Aus einem Wurf sollte man nicht nur die größten Tiere kaufen, denn dann besteht die Möglichkeit, dass man nur die Männchen kauft. In einem Wurf bleiben die Weibchen meist etwas kleiner als die Männchen.

    Unterhalten Sie sich mit dem Verkäufer/Züchter, um möglichst viele Informationen zu sammeln. In welchem PH Wert werden die Tiere gehältert, welche Temperatur, ganz wichtig, welches Futter sind sie gewohnt? Der Diskus kann an jedes Futter gewöhnt werden, aber er sollte in einer neuen Umgebung erst mal sein gewohntes Futter bekommen. Der Leitwert ist interessant für spätere Zuchtversuche, spielt aber bei der Hälterung eine untergeordnete Rolle. Alles Fragen, die sie sich nicht scheuen sollten zu stellen, um nachher Probleme mit ihren kostbaren Neuerwerbungen zu vermeiden. Apropos kostbar! Sicherlich wollen wir in der heutigen Zeit alle Geld sparen, aber für einen ausgewachsenen guten Diskus sollte man schon 100 - 150 Euro rechnen. Bei ungewöhnlicher und neuer Zuchtform kann es auch leicht noch um einiges teurer werden. Wenn man jetzt rechnet, dass dafür ein Züchter 18 Monate lang Strom, Futter, Zeit und Geld investiert hat, kann man ausrechnen, wie sich dieser Preis zusammensetzt. Der Diskus hat bei artgerechter Haltung eine durchschnittliche Lebenserwartung von ca. 10 - 15 Jahren, so dass sich der zweifelsohne hohe Preis relativiert.

    Ich hoffe, Ihnen mit diesem Artikel eine kleine Hilfestellung gegeben zu haben, damit sie nicht für teures Geld minderwertige Fische kaufen.

    Eine Garantie für einen problemlosen und erfolgreichen Kauf von Diskusfischen kann auch ich ihnen nicht geben. Zumindest können sie aber durch eigene Beobachtungen viele Probleme von vornherein ausschließen.

    Für weitere Fragen zum Diskus sowie zur Aquaristik allgemein steht ihnen mein Forum im Internet unter www.diskusprivat.de jederzeit zur Verfügung.

    Andreas Heinen


    Blauer Florida-Krebs,
    Procambarus alleni

    Wissenschaftlicher Name: Procambarus alleni
    Deutscher Name: Florida-Krebs (blaue Zuchtform)
    Herkunft/Verbreitung: Florida, Nordamerika
    Geschlechtsunterschiede: Scherenform (m: lang, spitz zulaufend; w: rundlich, voluminöser), Männchen hat Be-gattungsgriffel und 3 Schwimmbeine, weib-chen hat 5 Schwimmbeine
    Größe der Weibchen in mm: 90 - 100
    Größe der Männchen in mm: 70 - 80
    Schlüsselmerkmale: reinerbig blau
    Alterserwartung: Mind. zwei Jahre
    Wassertemperatur: 20 - 24
    Härte: 10 - 25°dHG
    PH-Wert: 6,5 - 8
    Beckengröße: mind. 50 x 50 cm Bodenfläche für ein Paar
    Beckeneinrichtung: viele Verstecke, Steine, Holzwurzeln, gedämpftes Licht, Pflanzen werden gefressen
    Futter: jegliches Trocken- und Frostfutter, Pflanzen, Laub, Holz
    Verhalten: scheu, bei Bedrohung sehr wehrhaft, männliche Tiere lassen sich nur getrennt halten, da es zu ständigen Kämpfen kommt.
    Vergesellschaftungsmöglichkeit: Stellen Fischen nicht aktiv nach, wenn sich aber die Gelegenheit bietet, fällt mal ein Fisch aus. Vergesellschaftung mit Lebendgebärenden und Zwerggarnelen ist möglich.
    Art der Vermehrung: klassische Krebspaarung, Tragzeit knapp vier bis fünf Wochen
    Gelegegrößen/Nachwuchsanzahl: Je nach Größe des Weibchens über 100
    Häufigkeit der Vermehrung: vermutlich ca. 2 mal im Jahr
    Zucht: leicht, wenn die Tiere Ruhe haben. Ab 6 cm Länge beginnt die Geschlechtsreife. Jungtiere schnellwüchsig (nach 4 Wochen bis 3 cm) und untereinander unverträglich / kanibalisch.

    Kai A. Quante

    © KAQ, 13.04.2002