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XIV. Fishlight

November 2001

Inhaltsverzeichnis

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.
  • Haltung und Zucht von Zwerggarnelen
    (Adobe Acrobat pdf-Dokument mit zusätzlichen Bildern)
  • Der Tanganjikasee und einige Bewohner
  • Zucht von Süßwasserrochen aus Südamerika
    (Adobe Acrobat pdf-Dokument mit zusätzlichen Bildern)
  • Ausflugstipp auch für "Nicht-Aquarianer"

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.

    Liebe Aquarianerin,
    lieber Aquarianer,

    haben Sie unser Vereinsmagazin Fishlight das erste Mal in der Hand? Das wäre nicht unwahrscheinlich, da wir anlässlich unserer ersten großen Zierfischbörse in der Stadthalle Braunschweig die Auflage unseres Börsenheftes auf 2.500 Exemplare nahezu verdoppelt haben. Vielleicht besuchen Sie auch das erste Mal eine Veranstaltung unseres Vereins, obwohl wir schon über 20 Zierfischbörsen durchgeführt haben. Daher möchte ich Ihnen heute einige Infos über den Aquarienclub Braunschweig geben, die sicher auch für unsere Stammleserschaft interessant sein werden. Dabei möchte ich auch einen Blick in die Zukunft richten, was wir und Sie im nächsten Jahr vom Aquarienclub Braunschweig erwarten können.

    Aquarienclub Braunschweig e.V.
    Der Aquarienclub Braunschweig e.V. wurde 1995 als Aquarienclub Dibbesdorf e.V. gegründet und nähert sich bezüglich der Mitgliederzahl dem dreistelligen Bereich. Der Grund dafür ist unser reichhaltiges Angebot für die Mitglieder. Neben den aquaristischen Aktivitäten wie Zierfischbörsen und Fachvorträgen hochkarätiger Referenten kommt auch der zwischenmenschliche Aspekt bei Sommerfest und Weihnachtsfeier nicht zu kurz. Dies hat dazu geführt, dass auch Aquarianer und Aquarianerinnen aus z.B. Hannover, Salzgitter und Magdeburg die Mitgliedschaft in unserem Verein genießen. Mehr Informationen erhalten Sie auf der Zierfischbörse an unserem Infostand oder telefonisch bzw. per E-Mail bei den vorne angegebenen Ansprechpartnern. Sollten Sie dann auch Interesse an einer Mitgliedschaft haben, finden Sie am Ende des Heftes wieder einen Aufnahmeantrag zum Heraustrennen.

    Zierfischbörse zwischen Harz und Heide in der Stadthalle Braunschweig
    Nun ist es also soweit. Die erste Zierfischbörse in der Stadthalle Braunschweig steht zur Zeit der Entstehung dieses Artikels bevor und Sie lesen den Artikel wahrscheinlich erst nach dem Besuch der Veranstaltung. Eins ist jedoch sicher: Wir haben uns sehr viel Mühe gemacht, diese Veranstaltung zum Erfolg zu führen. Ob uns das gelungen ist, müssen Sie als Besucher entscheiden. Wenn es etwas zu verbessern gibt, sagen Sie uns das bitte, denn auch 2002 werden wir unsere Zierfischbörsen wieder in großem Rahmen in der Stadthalle veranstalten. Auch dann wird das Rahmenprogramm nicht zu kurz kommen. Wir werden wieder Infostand, Wasserproben und Vorträge bieten, denn Sie sollen nicht nur die Gelegenheit haben, auf unseren Börsen Tiere für Ihre Aquarien zu kaufen, sondern auch passende Informationen bekommen.

    Nicht nur organisatorisch ist eine solche Veranstaltung eine Herausforderung und erfordert das Engagement aller Vereinsmitglieder, sondern auch finanziell ist ein fünfstelliger Betrag für Werbung, Fishlight, Hallenmiete, etc. aufzuwänden. Und dieser Einsatz lohnt sich nur, wenn Sie als Besucher zufrieden sind und wir Sie am 10. März 2002 das nächste Mal wieder begrüßen dürfen.

    www.aquarienclub.de
    Unter www.aquarienclub.de finden Sie das Internet-Angebot des Aquarienclub Braunschweig. Neben Informationen über den Verein und seine Veranstaltungen gibt es ein Zierfischlexikon und alle bisher erschienenen Artikel des Fishlights in unserer Online-Ausgabe. Natürlich gibt es dort noch viel mehr... Schauen Sie also regelmäßig vorbei!

    Fishlight Das Fishlight ist inzwischen ein viel bewundertes Magazin, das unsere Besucher auf den Zierfischbörsen seit vier Jahren kostenlos erhalten. Die alten Ausgaben sind inzwischen begehrte Sammlerstücke. Die Auflage hat inzwischen 2.500 Stück erreicht und mit 48 soviele Seiten wie nie zuvor. Da wir inzwischen zu den Artikeln auch sehr gute Bilder bekommen, steigert dies noch weiter die Attraktivität des Heftes. Sollten wir weitere Sponsoren für Farbseiten gewinnen, haben wir die Möglichkeit, in Zukunft noch mehr gute Farbfotos in die Artikel einzubinden.

    Sponsoren
    Ich möchte auch diesmal unseren langjährigen aber auch neuen Sponsoren für ihr Engagement danken. Sie helfen durch Ihre Werbung mit, ein solch hochwertiges Heft und den Internet-Auftritt überhaupt realisieren zu können. Wir würden uns darüber hinaus freuen, weitere Sponsoren zu gewinnen. Am Ende des Heftes finden Sie wieder einen entsprechenden Auftrag zum Heraustrennen.

    Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und danke den Autoren für Ihre interessanten Artikel und Bilder.

    Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
    Tel./Fax: 05309 / 2024


    Haltung und Zucht

    von Zwerggarnelen

    (Adobe Acrobat pdf-Dokument mit zusätzlichen Bildern)
    Bienen-Garnele

    Da mir die wissenschaftlichen Artnamen nicht bekannt sind, verwende ich die Populärnamen sowie die Identifikationsnummer der AG Wirbellose Tiere der Binnengewässer, die unter www.wirbellose.de veröffentlicht sind. Dabei muss erwähnt werden, dass die Zuordnung anhand von Bildern geschehen ist und somit Irrtümer wahrscheinlich sind.

    Die Zwerggarnelen sind im gesamten asiatischen Raum, sowohl auf dem Festland als auch auf den größeren Inseln wie Sri Lanka und Japan, beheimatet. Die Tiere werden je nach Art zwischen 2 und 4 cm groß und haben nur kleine Scheren, mit denen Sie Fischen nicht gefährlich werden können. Ausgewachsene Weibchen lassen sich meist leicht von den etwas kleineren Männchen dadurch unterscheiden, dass ihre Hinterkörper durch die weiter nach unten ausgezogene Seite bulliger wirken.

    Haltung
    Die Haltung der klein bleibenden Garnelen ist denkbar einfach. Schon Aquarien ab 12 Liter Volumen reichen für die erfolgreiche Haltung und Zucht aus. An die Wasserwerte werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Die Haltung bei leicht sauren pH-Werten um 6,5 und einer Gesamthärte bis gH 8 hat sich bei den von mir gehaltenen Arten bewährt. Dabei werden nach Berichten niedrigere pH-Werte besser toleriert als Werte über pH 8. Es gibt auch Berichte über die erfolgreiche Pflege in hartem Wasser um gH 20. Eins ist aber immer zu beachten: Alle Zwerggarnelenarten reagieren sehr empfindlich auf die geringsten Spuren von Kupfer im Wasser. Wer also Kupferleitungen im Haus hat bzw. einen Durchlauferhitzer verwendet, muss auf jeden Fall vor dem Wasserwechsel das Leitungswasser, das längere Zeit im Rohr gestanden hat, erst ablaufen lassen. Somit dürfen auch Kupfer enthaltende Medikamente nicht in Garnelen-Aquarien verwendet werden. Bei der Wassertemperatur gilt, lieber etwas kälter als zu warm, d.h. die Temperatur sollte bei den meisten Arten so zwischen 23°C und 25°C liegen. Temperaturen über 25°C führen z.B. bei Bienengarnelen zum Einstellen der Vermehrung. Die Einrichtung des Aquariums sollte mit etwas Holz und vielen Pflanzen, insbesondere Javamoss, erfolgen. Der Bodengrund kann aus feinem Kies bestehen, was den Vorteil hat, dass der Mulm nicht zwischen die Steine fällt. Als Filter empfiehlt sich ein Mattenfilter mit Luftbetrieb, der die Junggarnelen nicht absaugt und außerdem das Wasser noch mit Sauerstoff anreichert.

    Vergesellschaftung
    Die Garnelen lassen sich sehr gut mit Harnischwelsen der Gattung Ancistrus vergesellschaften. Die Ancistrus stellen den kleinen Garnelen nicht nach und die Garnelen scheinen sich auch vom Kot der Ancistrus bzw. von den Kot fressenden Kleinstlebewesen zu ernähren. Des weiteren ist eine Vergesellschaftung mit allen anderen Fischen möglich, die den Garnelen nicht nachstellen. In einem gut bewachsenen Aquarium kommt dann immer noch etwas Garnelennachwuchs durch. Dabei sei allerdings erwähnt, dass die Garnelen recht scheu werden können, wenn sich hektisch schwimmende Fische wie Lebendgebärende im Aquarium befinden. Ich halte und züchte meine Garnelen daher in mit Javamoos und Javafarn zugewucherten 45 Liter Artbecken, in dem ansonsten nur ein paar junge Ancistrus wohnen.

    Futter
    Es sollte abwechslungsreich gefüttert werden, d.h. gutes Flocken- bzw. Granulatfutter, gefrorene Cyclops und Algen. Des weiteren sollte man regelmäßig eingeweichte Blätter von z.B. Eichen und Buchen anbieten, die gern gefressen werden und zur Vermeidung von Häutungsproblemen helfen. Man verwendet keine frischen Blätter, sondern nimmt getrocknetes Laub, das man im Herbst und Winter sammelt.

    Zucht
    Wir unterscheiden zwei Fortpflanzungstypen: den spezialisierten und den primitiven Typ. Beim primitiver Fortpflanzungstyp werden Hunderte von Larven ins Wasser abgegeben und durchlaufen mehrere frei treibende Larvenstadien. Sie benötigen zur Entwicklung meist Brackwasser, da sie in der freien Natur durch die Flüsse ins Meer gespült werden und später wieder in die Flüsse zurück wandern.

    In diesem Artikel möchte ich allerdings auf meine Erfahrungen mit der Haltung und Zucht von Zwerggarnelen des spezialisierten Fortpflanzungstyps eingehen: Garnelen des spezialisierten Typs bringen nach einer Tragzeit von drei bis vier Wochen meist 20 bis 30 fertig entwickelte Junggarnelen zur Welt, die Miniaturausgaben ihrer Eltern sind. Die kleinen Garnelen sind je nach Art 1,5 bis 2 mm groß und sind relativ leicht mit feinstem Futter aufzuziehen. In alt eingerichteten Aquarien finden die kleinen Garnelen meist so viel Futter, dass nicht mehr gezielt zugefüttert werden muss. Sehr gut bewährt hat es sich, den Aquarienfilter in einem Eimer in Aquarienwasser auszuwaschen und Teile des sich absetzenden Schlamms wieder ins Aquarium zu geben. Bei dem Schlamm handelt es sich nicht um reinen Fischkot, sondern um sich zersetzendes organisches Material und Mikroorganismen. Beim Verfüttern wird man merken, dass sich die kleinen Garnelen wie eine wilde Meute auf diesen Haufen "Dreck" stürzen. Ja nach Art sind die Garnelen mit 3 bis 6 Monaten geschlechtsreif.

    Informationsquelle
    Die meisten im deutschsprachigen Raum erhältlichen Informationen über Garnelen und Krebse gibt es im Internet unter www.wirbellose.de bei der Arbeitsgemeinschaft Wirbellose Tiere der Binnengewässer. Dort finden Sie viele Bilder und Artbeschreibungen, Halter von Wirbellosen und Kleinanzeigen sowie eine Mailingliste mit über 260 Mitgliedern. Auf den Literaturseiten finden Sie empfehlenswerte Literatur und es gibt auch eine umfangreiche Linksammlung.

    Ich hoffe, bei Ihnen durch meinen Artikel das Interesse an diesen kleinen Kobolden geweckt zu haben. Vielleicht krabbeln bei Ihnen ja auch bald Zwerggarnelen durch's Aquarium.

    Text: Kai A. Quante
    Fotos: Jürgen Böhm


    Der Tanganjikasee

    und einige Bewohner

    Tropheus moorii "Ikola"

    Als einer der drei großen Seen in Afrika ist der Tanganjikasee die Heimat vieler begehrter Aquarienpfleglinge. Die meisten Fische kommen dort endemisch vor, das heißt, auch nur dort und sonst an keiner anderen Stelle auf der Welt. Diese Tatsache lässt darauf schließen, dass der Tanganjikasee in der Zeitgeschichte schon früh von anderen Gewässern wie dem Viktoriasee und dem Malawisee getrennt war und somit durch die Evolution ein einzigartiges Unterwasserleben entstehen konnte.

    Der Tanganjikasee ist etwa 650 km lang. Die breiteste Stelle misst 80 km, die Tiefe beträgt maximal 1470 m. Der See ist sehr klar, die sauerstoffreiche Schicht des Wasser beträgt 100 - 200 m von der Oberfläche. Anteile am Tanganjikasee haben die Staaten Burundi, Zaire, Tansania und Sambia.

    Die Wasserwerte des Tanganjikasees sind sehr entscheidend für die Fische. Auch im Aquarium muss man im gewissen Rahmen auf die passenden Werte achten. Der Tanganjikasee hat hartes Wasser, somit ergeben sich für unser Aquarium folgende Wasserwerte: Der pH-Wert liegt über 7,5, die Karbonathärte über 12°. Die Gesamthärte liegt bei 9 - 12°. Haben Sie diese Wasserwerte nicht, müssen Sie aber nicht auf ein Tanganjikasee-Aquarium verzichten. Es gibt einfache und kostengünstige Methoden, das Wasser aufzubereiten, z.B. wäre das Anhärten mit Natriumbicarbonat problemlos möglich.

    Die Wasserhygiene spielt eine weitere große Rolle für die Fische. Das Tanganjikaseewasser hat eine sehr geringe Bakteriendichte, die im Aquarium normalerweise nicht vorhanden ist. Daher sind regelmäßige Wasserwechsel alle 14 Tage unbedingt nötig. Auch die hohe Sauerstoffsättigung des Wassers ist im Aquarium nicht unbedingt vorhanden. Dies kann man eventuell durch einen (zusätzlichen) luftbetriebenen Innenfilter erreichen. Aus diesen beiden Punkten, aber auch auf Grund der Größe der Tiere, resultiert, dass größere Aquarien angebrachter sind.

    Es gibt im Tanganjikasee verschiedene Biotoptypen. An einigen Stellen findet man große Felsen, an denen Algen wachsen, in denen sich wiederum Kleinkrebse aufhalten. Hier trifft man Fische an, die von den Algen und den darauf befindlichen Krebsen leben sowie die Felsen als Verstecke nutzen. Ein ähnliches Biotop besteht aus kleinerem Geröll, welches nahezu den gesamten Grund bedeckt. Auch hier wachsen natürlich wieder Algen auf den Steinen, der Unterschied zum Felsengebiet ist allerdings, dass mehr Versteckmöglichkeiten durch Steinspalten vorhanden und die Steine von Sand umgeben sind.

    Des weiteren gibt es noch Biotope, wo man eine Vielzahl an Schneckengehäusen antrifft, die von wieder anderen Fischen bewohnt werden. Der Grund ist sandig und somit findet man auch noch reine Sandbiotope, wo aber nur wenige Fische leben, da das Nahrungsangebot gering ist und die Fische durch fehlende Versteckmöglichkeiten schneller Räubern zum Opfer fallen. Man findet außerdem auch Übergangsformen der einzelnen Biotope zu anderen.

    Schaut man sich den Tanganjikasee als Ganzes an, so stellt man fest, dass er über viele verschiedene Lebensräume verfügt. Über die lange Zeit der Evolution hinweg fand nach und nach eine Einnischung in die Lebensräume statt. Das bedeutet, dass eine Art sich eine so genannte Nische, einen spezifischen Lebensraum wie z.B. die Felsenlandschaft, als Lebensraum zu eigen gemacht hat. Durch Mutationen gab es die Möglichkeit, dass die Fische sich den Lebensräumen anpassen konnten und einen Vorteil gegenüber anderen in dieser Nische hatten.

    Dazu muss man wissen, dass ständig auch Mutationen, d.h. veränderte Lebensformen entstehen, die in ihrer Veränderung eventuell einen Vorteil gegenüber Artgenossen haben und somit konkurrenzfähiger sind. Es kommt dazu, dass sie die weniger entwickelte Art verdrängen oder eine Nische bewohnen können, weil sie zum Beispiel in der Lage sind, Algen von Steinen abzuweiden. So kann eine neue Art entstehen. Dies ist aber ein zufälliger und sehr langwieriger Prozess, der nicht in 1000 Jahren gemessen werden kann, sondern über mehrere Millionen von Jahren schleichend stattfindet.

    So entwickelten sich im Tanganjikasee z.B. die Buntbarsche der Gattung Tropheus, die Algen abweiden und in Gruppen leben oder die Julidochromis, die enge Felsspalten bewohnen.

    Im Tanganjikasee gibt es von manchen Arten viele Geovarianten, z.B. besonders bei Tropheus moorii. Diese Geovarianten werden unterschieden, in dem man den Fundort im Namen mitnennt, z.B. Tropheus moorii "Ikola" (siehe Bild). Dieser Fisch stammt aus dem Ort Ikola in Tansania.

    Im Tanganjikasee leben fast hauptsächlich Buntbarsche, von denen ich hier einige vorstellen möchte. Aufgrund der Menge beschränke ich mich auf einige Arten, die ich auch schon gehalten habe oder züchte.

    Zunächst einmal wäre da die Gattung der Tropheus genannt. Wie schon oben angesprochen, ernähren sich die Tropheus von Algenaufwuchs und Kleinkrebsen, die sie mit den Algen aufnehmen. Sie leben in Gruppen, die sowohl männliche, als auch weibliche Führungstiere besitzen.

    Die einzelnen männlichen Gruppenmitglieder konkurrieren um diese Führungsrolle miteinander, die weiblichen kaum. Im Aquarium hat man oft die Erfahrung gemacht, dass die Gruppe keine neuen Tiere beim Zusetzen annimmt, diese werden verstoßen. Offenbar erkennen sich die Gruppenmitglieder auch untereinander. Im Aquarium ist die artgerechteste Haltung in Gruppen, von Paarhaltung ist unbedingt abzuraten. Die Einnischung dieser Gattung hat soweit stattgefunden, dass diese Fische kaum noch fleischliche Nahrung vertragen. Füttert man Tropheus im Aquarium beispielsweise mit roten Mückenlarven, wird der Fisch höchst wahrscheinlich starke Darmbeschwerden bekommen und daran letztendlich verenden. Auf pflanzliche Nahrung mit Zusätzen von Krebstieren, wie etwa Cyclops, ist folglich unbedingt zu achten, weil sich die Qualität des Futters auch in der Laichbereitschaft und dem gesamten Wohlbefinden der Fische wiederspiegelt.

    Tropheus sind Maulbrüter, die ihre Jungen etwa vier Wochen im Maul aufziehen. Den Jungen wird in einem eingerichteten Aquarium nicht stark nachgestellt und es kommen genügend Jungfische durch. Das Weibchen selbst nimmt die Jungfische auch noch eine Zeit lang wieder ins Maul auf.

    Bei Tropheus-Arten gibt es viele Geovarianten, d.h. es gibt verschiedene Farbformen einer Art, was auf den Fundort zurückzuführen ist. Man sollte eine Kreuzung unter den Geovarianten vermeiden. Pauschal ist zu sagen, dass sich Varianten nördlicher und südlicher Fundorte untereinander nicht vermehren und diese ruhigen Gewissens vergesellschaftet werden können. Eine Vergesellschaftung ist ferner auch mit anderen Tanganjikasee- und Malawisee-Buntbarschen möglich. Tropheus sind sehr friedliche Vertreter.

    Die Gattung Julidochromis umfasst fünf Arten. Sie bewohnen Felsspalten und passen sich in ihrem Schwimmverhalten dem Untergrund an, wodurch ein Julidochromis auch schon mal "mit dem Bauch nach oben" schwimmen kann, wenn er sich unter einer Felsplatte befindet. In den Felsspalten wird auch pärchenweise abgelaicht. Die Fische bilden eine Elternfamilie, die ihre Jungen gut bewacht und auch mehrere Bruten nebeneinander aufzieht. Ein einmal gefundenes Pärchen laicht nicht mit einem anderen Partner ab, die Tiere sind stark paarbildend.

    Cyprichromis sind die heringsartigen, freischwimmenden Buntbarsche, die das freie Wasser bewohnen. Durch abwechslungsreiches Futter sind die Fische zum Laichen zu bewegen, abgelaicht wird im freien Wasser. Die Maulbrüter entlassen ihre Jungen erst spät aus dem Maul. Meist kann man die Jungen schon durch den durchsichtigen Kehlsack erkennen. Cyprichromis sind Gruppenfische, die aber ein weniger ausgeprägtes Gruppenverhalten zeigen.

    Eine deutliche Nische bewohnen die Schneckenbuntbarsche der Gattung Lamprologus. Diese Fische bewohnen dem Namen nach verlassene Schneckengehäuse, die als Schutz und Laichplatz dienen. Diese kleinen Fische bewegen ihr Schneckenhaus durch Umschichtung von Sand in eine bestimmte, gewünschte Position meist auf einer Erhöhung, die das Revier bildet. Ein Männchen verfügt über mehrere Schneckenhäuser, die mit Sand zugeschüttet sind und zum Laichen ausgehoben werden. Ein Männchen kann mehrere Weibchen haben. Es kommt auch vor, dass die Fische sich selbst eingraben. Obwohl Schneckenbuntbarsche relativ klein sind, haben sie keine Probleme damit, weitaus größeren Fischen gegenüberzutreten und diese sogar in die Flucht zu schlagen. Die Aggressivität der Fische ist recht hoch, was aber meist zu keinen schwerwiegenden Problemen mit anderen Bewohnern führt.

    Bei fast allen Tanganjikasee-Buntbarschen können die Aquarien bepflanzt werden, weil die Fische keine Pflanzen abfressen, sofern man von feinfiedrigen Pflanzen absieht. In den meisten Biotopen des Tanganjikasees kommen zwar keine Pflanzen vor, aber man hat durch Pflanzenbesatz die Möglichkeit, die Wasserqualität zu verbessern. Besonders bewährt haben sich bei uns Anubias (Speerblätter), Javafarn, Valisnerien, Cryptocorynen (Wasserkelche) und Echinodrous (z.B. Amazonaspflanze), wobei noch andere Pflanzen denkbar wären.

    Vielleicht habe ich Ihnen mit diesem Artikel die interessante und sehr abwechslungsreiche Unterwasserwelt des Tanganjikasees näher bringen können und hoffe, dass Sie Lust darauf bekommen haben, auch selbst einmal solche Fische zu pflegen und zu züchten.

    Literatur
    KONINGS, AD (1996): Handbuch für Tanganjikabuntbarsche, Fohrman Aquaristik AB
    MELKE, SABINE (1998): Ratgeber Tanganjikaseecichliden, Bede-Verlag GmbH
    Zierfischlexikon: http://www.aquarienclub.de/lexikon

    Lawrence Kemnitz
    Tel: 05 307/67 43
    Fax: 05 307/95 18 65


    Zucht von Süßwasserrochen
    aus Südamerika

    (Adobe Acrobat pdf-Dokument mit zusätzlichen Bildern)
    Potamotrygon scobina Männchen
    Potamotrygon scobina (GARMAN, 1913) ist eine relativ klein bleibende Süßwasserrochenart, die möglicherweise nur 30 cm Scheibendurchmesser (DW) bei einer Totallänge (TL) von 50 cm erreicht. Die Erstbeschreibung erfolgte anhand eines Exemplares aus dem Rio Tocantins bei Cametá, im Bundesstaat Pará, Brasilien. Das Verbreitungsgebiet ist der Amazonas und seine Nebenflüsse von Manaus bis Belém. Der Name scobina kommt aus dem lateinischen und bedeutet Feile oder Raspel. Damit wird auf die starke Bedornung des Schwanzes angespielt, der auf der Oberseite mehrere Reihen Dornen besitzt (2-3) und auch an der Seite weitere Dornenreihen aufweisen kann. Im Englischen wird die Art daher als "Ruspy River Stingray" bezeichnet. Die Grundfarbe meiner Tiere ist ein helles beige bzw. hellbraun mit brauner ringförmiger und netzartiger Zeichnung. In der Körpermitte kann die Zeichnung auch dunkelbraun wabenförmig auf hellbraunem Untergrund sein. Es soll aber auch Tiere geben, die einfarbig dunkelbraun mit hellen Ocelli sind. Die hellen Ocelli erscheinen auf den ersten Blick ähnlich wie bei Potamotrygon motoro, jedoch ist der dunkle Rand bei Potamotrygon scobina nicht schwarz sondern braun, stellenweise unterbrochen und nicht gleichmäßig rund. Außerdem haben einige ocelli einen dunklen Punkt in der Mitte. Der "Belem ray" und "Xingú ray" scheinen Varianten dieser Art zu sein. Bei juvenilen Tieren ist die Artzugehörigkeit nur schwer zu ermitteln, da die charakteristische Schwanzbedornung noch nicht ausgeprägt ist und die Färbung stark von der adulter Tiere abweicht. Anfang Juni 2001 war es mir möglich ein Pärchen Potamotrygon scobina zu erwerben. Das männliche Tier wurde im Februar importiert, das Weibchen Anfang Mai auf Bestellung eines anderen Aquarianers, der die Tiere dann aber doch nicht genommen hat (statt dessen ein Paar Potamotrygon leopoldi). Meine Tiere stammen aus dem Rio Xingú und der Händler hatte sie als Potamotrygon humerosa angeboten. Bereits im Geschäft fielen mir beim Weibchen die Bewegungen im hinteren Teil des Rückens, links und rechts der Wirbelsäule auf, die auf eine Schwangerschaft hindeuteten. Hier befindet sich bei weiblichen Rochen der Uterus. Da man die Bewegungen der Jungen frühestens ab der achten Schwangerschaftswoche sieht, wurde das Weibchen bereits schwanger importiert. Trotz der Schwangerschaft war das Tier sehr mager, wahrscheinlich hatte sie schon lange nicht mehr richtig gefressen, möglicherweise seit dem Fang in Südamerika. Erstaunlich ist, dass sie keine Frühgeburt hatte, denn Fang und Transport bedeuten großen Stress für Rochen.

    Die Größe der Tiere:
    - Weibchen DW 26,5 cm / TL 46,5 cm
    - Männchen DW 24,0 cm / TL 41,0 cm

    Sie wurden über einen Zeitraum von einer Stunde langsam an die neuen Wasservehältnisse gewöhnt, dabei wurde alle 15 Minuten die Hälfte des Wassers der Transportbox gegen Beckenwasser ausgetauscht. Dann kamen sie in ein Becken mit den Maßen 200x60x60 cm das Teil meiner 1400 Liter fassenden Rochenanlage ist (bestehend aus 2 Hälterungsbecken und einem gemeinsamen Filterbecken).

    Die Wasserwerte betragen: KH= 10°; GH=13°; pH=7,6; T=25-27°C; NO3=10-25mg/l

    Die Anlage hat einen permanenten Frischwasserzulauf von 100 l/d. Gefiltert wird über einen mechanischen Vorfilter mit Filterflies (wird täglich gereinigt), einen febi Süßwasserabschäumer (die zugeführte Luft enthält Ozon, 30mg/h) und einen Biofilter mit Schaumstoff und 11 Liter Siporax als Substrat. In der Eingewöhnungsphase gab es Probleme mit der Nahrungsaufnahme, das Weibchen verweigerte jegliche Nahrung während das Männchen bereits am zweiten Tag Regenwürmer als Futter annahm. Da das Rochenweibchen auch nach 5 Tagen noch keinerlei Reaktion zeigte wenn sie über lebende Regenwürmer schwamm wurde dem Beckenwasser Seesalz (0,5 g/l) zugesetzt. Bereits am nächsten Tag fraß das Tier bereitwillig Regenwürmer. Als weiteres Futter werden kleingeschnittene Futterfische (Moderlieschen, Goldfisch, Blaubandbärbling) frisch und gefroren, Zander- und Viktoriabarschfilet und gefrorene rote Mückenlarven angenommen. Nachdem sie zunächst keine lebenden Futterfische gefangen haben sind in letzter Zeit einige rote Neon, die Versuchsweise mit im Becken sind verschwunden, einmal konnte ich auch beobachten wie ein roter Neon erbeutet und gefressen wurde. Die Tiere werden zweimal täglich gefüttert, um 7:00 und 17:00. Nicht gefressenes Futter wird gleich nach der Fütterung aus dem Becken entfernt, Kot einmal am Tag. Vergesellschaftet sind die Rochen derzeit mit 2 Welsen Cochliodon cochliodon (L137) und einem Schwarm rote Neon Cheirodon axelrodi. In den folgenden Wochen waren die Bewegungen im Bauch des Weibchens immer besser zu sehen und es wurde auch etwas fülliger, war aber nicht in der Lage das Ernährungsdefizit vollständig aufzuholen, zumal es die Jungtiere zu versorgen hatte. Die Embryonen der Süßwasserrochen werden nicht nur durch den Dottersack mit Nährstoffen versorgt, sondern auch durch Uterinmilch, die von Ausstülpungen im Uterus (Trophonemata) ausgeschieden wird. Daher benötigen schwangere Rochenweibchen etwa das doppelte der normalen Nahrungsmenge. Die letzten zwei Wochen vor der Geburt wurde das Weibchen immer lebhafter, es schwamm häufig an der Beckenrückwand entlang vor allem im Bereich der größten Strömung im Wasserzulauf von der Filteranlage.

    In diesem Bereich stieß sie auch häufig mit der Körperscheibe über den Wasserspiegel und plätscherte laut (auch Nachts; es war so laut daß wir mehrfach davon geweckt wurden, das Becken steht direkt neben der Nachts offenen Schlafzimmertür). Sehr ausgeprägt war dieses Verhalten kurz vor der Geburt (glücklicherweise denn davon wurde ich aus dem Mittagsschlaf geweckt und konnte alles weitere beobachten). Unmittelbar vor der Geburt lag das Weibchen am Boden und hat den Körper glockenartig aufgewölbt (sah so aus, als ob sie einen großen Futterbrocken unter sich hätte) und sie zuckte krampfartig zusammen. Dann schwamm sie durch das Becken ca. 20 cm über dem Boden und das erste Jungtier wurde während des Schwimmens geboren. Es war zusammengerollt, hat sich aber sofort entfaltet und ist aktiv zum Boden geschwommen um sich zu vergraben. Das Weibchen ist dann mit dem Bauch direkt an der Frontscheibe geschwommen, hier kam das zweite Jungtier zur Welt. Gleich nach der ersten Geburt bin ich zum Schrank gerannt um meine Kamera zu holen, die immer schußbereit mit aufgestecktem Blitz bereitsteht. So war es mir möglich eine Aufnahme von der Geburt des zweiten Jungtieres zu machen. Bei diesem Jungen dauerte der Geburtsvorgang etwas länger, da das Junge direkt gegen die Scheibe gepresst wurde. Dieses Jungtier ist nach der Geburt ca. ½ Stunde lang an der Seitenscheibe herumgeschwommen, danach hat es sich auch im Bodengrund vergraben. Der Geburtsvorgang selbst hat jeweils nur einige Sekunden gedauert, der Abstand zwischen den beiden Geburten betrug ca. eine Minute. Nach der Geburt haben die beiden Alttiere die Jungen ignoriert. Die Jungen wurden am 5.August 2001 um 15:25 geboren. Die Tragzeit betrug mindestens 17 Wochen oder 119 Tage (wenn man davon ausgeht, dass das Weibchen beim Kauf Anfang Juni bereits mindestens 8 Wochen schwanger war).

    Die Größe der Jungtiere bei der Geburt:
    - Jungtier Nr. 1 Männchen DW 7 cm / TL 12 cm
    - Jungtier Nr. 2 Männchen DW 6 cm / TL 11 cm

    Das Weibchen konnte sich nur kurz von der Geburt erholen, denn schon bald begann das Männchen das Weibchen zu treiben. Dabei schwamm er langsam von hinten an sie heran und versuchte sich im hinteren Bereich des Flossensaums festzubeissen. Anfangs versuchte das Weibchen ihn abzuwehren, indem sie mit dem Schwanz nach ihm schlug oder sich losriss. Nach einiger Zeit ist sie dann auf seine Werbung eingegangen und sie sind als Tandem durch das Becken geschwommen. Nachdem sie mehrere Runden gedreht hatten erfolgte dann die Kopulation Bauch an Bauch im freien Wasser. Dabei hielt sich das Männchen weiterhin mit dem Maul am Flossensaum des Weibchens fest und führt eine Klasper in die Kloake des Weibchens ein. Die Kopulation dauerte ca. 10 Sekunden und war von heftigen Zuckungen des Männchens begleitet. Dann haben sich die Tiere wieder getrennt.

    Das Männchen zeigte noch eine interessante Verhaltensweise, es hat auf dem Sand liegend abwechselnd die Klasper nach oben geklappt (ca. 45° Winkel) und aufgefaltet, beim Herunterklappen dann wieder zusammengefaltet. Nach dem anstrengenden Tag waren dann alle Rochen im Sand vergraben und haben auch nichts mehr gefressen. Die Kopulation erfolgte 1 1/2 Stunden nach der Geburt. Auch am Tag nach der Geburt waren alle Rochen noch sichtlich erschöpft und fast den ganzen Tag im Sand vergraben. Erst gegen Abend wurden sie langsam wieder aktiv. Die Jungen kamen nur kurz aus dem Sand, haben aber noch kein Futter angenommen. Erst im Alter von 4 Tagen haben sie ihr erstes Futter, gefrorene rote Mückenlarven gefressen. Damit sie dieses Futter im großen Becken leichter finden konnten habe ich es mit einer 20 ml Einwegspritze (Spitze abgeschnitten, damit die Öffnung groß genug für die Mückenlarven ist) direkt auf sie gespritzt. Auch wenn sie im Sand vergraben waren sind sie dann sofort herausgekommen und haben gefressen. Ich hatte zum Schutz der Jungen und als Versteckmöglichkeit eine Höhle mit schmalen Eingängen gebaut, aber dort haben sie sich nur selten aufgehalten. Daher wurde die Höhle nach einigen Tagen wieder aus dem Becken entfernt (Jungtiere von Potamotrygon leopoldi verstecken sich die ersten Lebenswochen gerne in Höhlen). Die Alttiere haben in den nächsten Tagen weitere Paarungsversuche unternommen, das starke Treiben des Männchens führte allerdings dazu, dass der Flossensaum des Weibchens stark ausfranste und einige Stücke aus der Flosse herausgebissen waren. Da sie auch seit der Geburt nur wenig gefressen hat (die ersten Tage nach der Geburt überhautpt nichts und dann hat das Männchen sie immer vom Futter verjagt) und versuchte vor dem Männchen zu fliehen, habe ich eine Woche nach der Geburt das Becken mit einer Glasscheibe geteilt. In einer Beckenhälfte das Weibchen und in der anderen das Männchen. Bereits nach einem Tag hatte sich das Weibchen soweit erholt (auch gut gefressen), dass ich sie wieder zusammengelassen habe. Am nächsten Tag konnte ich eine weitere Kopulation beobachten, diesmal nicht im freien Wasser, sondern das Männchen lag mit dem Rücken auf dem Sandboden. Diesmal ging es dem Weibchen bereits am nächsten Tag so schlecht, dass ich sie wieder trennen mußte. Sie war sehr dunkel gefärbt, was bei dieser Rochenart scheinbar ein Zeichen von Unwohlsein ist (nach dem Kauf sah sie auch einige Tage so aus). Nach zwei Tagen Trennung wurde die Färbung langsam heller und sie begann wieder zu fressen. Zwei Wochen nach der Geburt, während das Weibchen noch vom Mänchen getrennt war, hat sie über Nacht einen gelblichen Klumpen ausgeschieden, Konsistenz wie Rührei und 4*3*1 cm groß. Was das war ist mit bisher nicht bekannt. Möglicherweise waren es unbefruchtete Eier (aber es war keinerlei Struktur oder Eihülle zu erkennen) oder verfestigte Uterinmilch oder überschüssige Spermien, die als Klumpen ausgeschieden wurden. Da andere Rochenzüchter bereits

    Ähnliches beobachtet haben (da waren die Klumpen aber auch weiß), wäre es interessant einmal genauer zu untersuchen was das sein könnte.

    Drei Wochen nach der Geburt hatte sich das Weibchen (nach einer Woche Trennung vom Männchen) so weit erholt, dass die Trennscheibe wieder entfernt wurde. Diesmal zeigte das Männchen nur noch geringes Interesse am Weibchen und sie wehrte ihn mit Bissen ab wenn er ihr zu aufdringlich wurde. Am darauffolgenden Tag war das Verhalten der Tiere wieder wie vor der Geburt. Somit scheint die Paarungszeit ca. 3 Wochen zu dauern und beginnt sofort nach der Geburt. Ob das Weibchen wieder schwanger ist kann man zur Zeit noch nicht erkennen.

    Die Jungtiere kamen die ersten Wochen meist nur zum Fressen für einige Minuten aus dem Sand. Mit der Zeit wurden ihre Ausflüge immer länger und im Alter von 1 1/2 Monaten vergraben sie sich nur noch selten. Sie fressen außer roten Mückenlarven auch kleine Stücke von Regenwürmern, Fisch und gefrorene Salinenkrebse. Gefüttert werden sie wie die Alttiere zweimal am Tag. Auffällig ist die Färbung der juvenilen Potamotrygon scobina, die stark von der Färbung adulter Tiere abweicht (im Gegensatz zu Potamotrygon motoro, Potamotrygon leopoldi und Potamotrygon henlei; bei diesen Arten haben die juvenilen Tiere bereits die gleiche Musterung wie die adulten und sind lediglich etwas blasser). Auch die Dornenreihen auf dem Schwanz sind noch nicht zu sehen. Der Giftstachel ist bereits bei Neugeborenen vorhanden und auch die Klasper waren bei beiden Jungtieren direkt nach der Geburt zu erkennen.

    Das Wachstum der Jungen ist sehr unterschiedlich, ihre Größe betrug im Alter von 1 1/2 Monaten:
    - Jungtier Nr. 1 DW 7,5 cm / TL 12,5 cm
    - Jungtier Nr. 2 DW 8 cm / TL 13 cm

    Das Jungtier Nr. 2 wächst viel schneller und hat sein bei der Geburt größeres Geschwister bereits überholt. Die Alttiere verhalten sich nach wie vor völlig friedlich gegenüber den Jungtieren. Beim Fressen nehmen sie den Jungen manchmal das Futter weg ohne die Jungtiere selbst dabei zu verletzen. Die Färbung der Jungen verändert sich bereits langsam, sie sind jetzt viel heller als nach der Geburt und an den Flossenrändern sind die ersten hellen Flecke zu erkennen. Auch das dunkle wabenförmige Muster bekommt langsam einen hellen Rand.

    Text und Bilder:
    Andreas Ochs
    Mehr Bilder und Berichte unter:
    www.potamotrygon.de


    Ausflugstipp auch
    für "Nicht-Aquarianer"

    Tropenhaus

    Ich denke, dass es sich in dem Fishlight nicht ausschließlich nur um "Fisch-Berichte" handeln muss und daher habe ich einen etwas themenabweichenden Bericht geschrieben. Ich möchte hier einen kleinen Ausflugstipp für Naturinteressierte geben, wozu sicherlich viele Aquarianer gehören und somit das Tropenhaus in Hannover Herrenhausen vorstellen.

    Das Tropenhaus befindet sich direkt gegenüber den Herrenhäuser Gärten, die vielen sicherlich bekannt sind. Dort findet man auch eine Parkgelegenheit. Am Eingang zu dem Tropenhaus bekommt man eine Art Walkman umgehängt, der im Laufe des Besuchs Informationen über die tropischen Tiere und Pflanzen liefert. Das Ganze ist also sehr touristenfreundlich und spannend als Expedition gestaltet, die mit einem Flugzeug in den Urwald zu einem Forscher führt. Somit ist es auch ein interessantes Ausflugsziel für die ganze Familie.

    Nun aber zu dem, was man so alles sehen kann. Da es eine Art Glaskuppel ist und man sich auf verschiedenen Ebenen nach oben begeben kann, verändert sich dementsprechend auch das vorherrschende Klima. "Unten" befindet man sich an einem Wasserfall, wo man dann auch bald auf einen Ameisenstamm trifft, dem man bei seiner Nahrungsbeschaffung zusehen kann. Von diversen verschiedenen tropischen Pflanzen umgeben, geht man langsam immer höher, was man schnell an der hohen Luftfeuchtigkeit und der steigenden Temperatur merkt.

    Neben der zahlreichen tropischen Vegetation sind aber auch einige Tiere zu beobachten, wie die schon oben erwähnten Ameisen. Darüber hinaus kann man einige Vogelarten sehen, die sich frei bewegen können(Bild3). Diese kann man am Besten von der oberen Plattform betrachten. Dort stößt man dann auch auf die obere Vegetation, die aus (Bild4) Bromelien und Tillandsien besteht. Die einzigen Tiere hinter Glas sind Pfeilgiftfrösche, die man wohl sonst auch kaum sehen könnte oder es zu gefährlich wäre. (Bild5) Der Besuch endet mit einem virtuellen Segelflug zurück aus dem Urwald, was mich zusammen mit den Audioinformationen etwas an die Expo erinnert hat.

    Doch der Ausflug sollte nun noch nicht zu Ende sein. Rechts von dem Tropenhaus befinden sich noch große Gewächshäuser. Diese sollte man unbedingt auch ansehen. Ein Gewächshaus ist voll mit riesigen Kakteen. Ein Paradies für Kakteenfreunde. Noch interessanter fand ich das Orchideengewächshaus. Hier steht man in einer faszinierenden Blüten- und Farbenpracht zwischen unzähligen Orchideenarten. In einem der Gewächshäuser ist ein kleiner Teich angelegt, in dem sich einige Zierfische tummeln. Platy's und Guppy's leben zusammen mit großen (15-20 cm) Cichliden, die von oben nicht näher zu erkennen waren. Dieser Teich ist mit Seerosen und Amazonas bewachsen, die Unterschlupf für viele Jungfische bieten.

    Ich hoffe, dass ich hiermit eine Anregung geben konnte und sich der ein oder andere vielleicht auf die "Reise" in den Regenwald macht. Viel Spaß!

    Patrick Kemnitz
    Tel.: 05307-951864


    © KAQ, 25.01.2003
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