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XIII. Fishlight

September 2001

Inhaltsverzeichnis

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.
  • Botia morleti (ehemals B. horae)
  • L-Wels: Putzfrau oder Königin...
  • Aquarienpflanzen
  • Nanochromis transvestitus, der mit dem Bauch tanzt ...
  • "Wie alles angefangen hat" oder "Sag niemals nie!"
  • Elektrische Fische

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.

    Liebe Aquarianerin,
    lieber Aquarianer,

    auf den nächsten Seiten möchte ich einen kurzen Rückblick auf das erste Halbjahr 2001 geben und insbesondere auf die Planungen für die Zukunft eingehen.

    Mitglieder
    Die Mitgliederzahl ist inzwischen auf über 80 Mitglieder gewachsen und wird zum Ende des Jahres sicher noch zunehmen. Wir hoffen, dass unser umfangreiches Angebot an Veranstaltungen und Vorträgen noch weitere Mitglieder locken wird, denn nur durch viele aktive Mitglieder können wir all die Aktivitäten auf die Beine stellen. Insbesondere für die Börsen werden fleißige Hände für die Vorbereitungen benötigt und mit den Beiträgen der Mitglieder und den Einnahmen der Börsen können wir weiterhin namhafte Referenten für Vorträge einladen. Sollten auch Sie Interesse an einer Mitgliedschaft haben, finden Sie am Ende des Heftes wieder einen Aufnahmeantrag zum Heraustrennen.

    I. Zierfischbörse zwischen Harz und Heide in der Stadthalle Braunschweig
    Nun ist es also in zwei Monaten soweit. Die erste Zierfischbörse in der Stadthalle Braunschweig steht bevor. Die Planungen laufen auf Hochtouren und wir gehen davon aus, dass die Veranstaltung mit Ihrer Hilfe ein großer Erfolg wird. Auf ca. 150 lfd. Metern Ausstellungsfläche bieten Hobbyzüchter ihre Nachzuchten an und Sponsoren stellen ihre Firma und ihre Artikel vor. Darüber hinaus gibt es Vorträge von den beiden bekannten Autoren Uwe Werner und Rainer Stawikowski. Am Infostand des Aquarienclub Braunschweig e.V. haben Sie wieder die Möglichkeit Ihre Wasserproben untersuchen zu lassen und sich über den Verein zu informieren. Natürlich darf auch eine Tombola mit vielen wertvollen Preisen nicht fehlen. Somit dürfte für jeden aquaristisch Interessierten etwas dabei sein. Aufgrund der Größe der Veranstaltung haben wir die Öffnungszeiten auf sieben Stunden verlängert, d.h. von 10:00 bis 17:00 Uhr können Sie uns besuchen. Die Stadthalle ist in ganz Braunschweig ausgeschildert und Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung. Sollten Sie noch als ausstellender Züchter oder Sponsor teilnehmen wollen, finden Sie hinter den Links die passenden Anmeldeformulare.

    www.aquarienclub.de
    Muss ich dazu wieder etwas schreiben? Unsere Internet-Adresse dürfte den interessierten Aquarianern inzwischen bekannt sein. Wer Neuigkeiten über Veranstaltungen und den Verein sucht, ist hier am besten und schnellsten Informiert. Natürlich gibt es dort noch viel mehr... Schauen Sie also regelmäßig vorbei!

    Vorträge
    Es liegen dieses Jahr noch einige Vortragshighlights vor uns: Harro Hieronimus über Panzerwelse, Ingo Seidel über Harnischwelse, Uwe Werner über Mittelamerika, Rainer Stawikowski über L-Welse und Kai A. Quante über Krebse und Garnelen. Alles bekannte Koryphäen auf ihrem Gebiet, das sie den Mitgliedern und interessierten Besuchern vorstellen werden. Die Termine entnehmen Sie bitte dem Terminplan hier im Heft.

    Fishlight
    Fällt Ihnen beim Durchblättern des Fishlights etwas auf? Schließen Sie mal die Augen und fühlen Sie. Ja, Qualität kann man fühlen. Wir sind auf Kunstdruck umgestiegen, um die Druckqualität insbesondere der Bilder noch weiter zu erhöhen. Sollten wir weitere Sponsoren für Farbseiten gewinnen, haben wir die Möglichkeit, in Zukunft noch mehr gute Farbfotos in die Artikel einzubinden.

    Sponsoren
    Ich möchte auch diesmal unseren langjährigen aber auch neuen Sponsoren für ihr Engagement danken. Sie helfen durch Ihre Werbung mit, ein solch hochwertiges Heft überhaupt realisieren zu können. Wir würden uns darüber hinaus freuen, weitere Sponsoren, insbesondere für farbige Anzeigen, zu gewinnen, um die Qualität und den Umfang des Heftes weiter steigern zu können. Auch die, aufgrund des ständig steigenden Datenvolumens (über 2 GigaByte monatlich), zunehmenden Kosten für das umfangreiche Internet-Angebot müssen finanziert werden, was Sponsoren z.B. durch die Platzierung von Werbebannern übernehmen können. Sollten Sie Interesse am Sponsoring für das Fishlight bzw. für die Internet-Seiten haben, finden Sie hinter dem Link wieder entsprechende Infos und einen entsprechenden Auftrag zum Ausdrucken. Wir haben die Preise auf Euro umgestellt und mussten die Preise für die Fishlight-Werbung leider leicht erhöhen, da die Auflage ab November bei mindestens 2.500 liegen wird, was ohne Qualitätsverlust zu finanzieren ist. Als Gegenleistung haben wir die Preise für Bannerwerbung reduziert. Die alten Preislisten und Auftragsformulare verlieren damit ihre Gültigkeit.

    Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und danke den Autoren für Ihre interessanten Artikel und Bilder.

    Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
    Tel./Fax: 05309 / 2024


    Botia morleti

    (ehemals B. horae)

    Botia morleti

    Ich habe zwei dieser Tiere in einem 240 l Becken mit dichter Bepflanzung und einigen Steinen und Wurzeln als Einrichtungsgegenstände. Die Wasserwerte sind: dGH 12°, kH 10 und pH so um 7.2-7.4 herum. Gefüttert werden die Fische mit Lebendfutter aus Tümpeln und Bächen sowie handelsüblichem Trockenfutter (Sticks, Flockenfutter und Tabletten). Gesellschaft sind unter anderem Ctenopoma acutirostre, Hemichromis Lifalili und einige Julidochromis marlieri. Krach gibt es unter all diesen Fischen keinen.Ich habe die beiden Schmerlen geschenkt bekommen.

    Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass das eine Tier einen dicken Bauch bekam. Mein erster Gedanke war: Laichansatz. Als ich mich näher mit diesem Fisch befasste, fand ich aber keinerlei Beschreibung von einer gelungenen Zucht dieser Tiere. Selbst auf der eigens für Schmerlen eingerichteten Website www.loaches.com konnte ich keine Informationen finden.

    An einem Morgen war der Bauch bei dem Tier plötzlich verschwunden. Am Abend zuvor war "sie" noch ganz dick. Nach vier Wochen war das Tier wieder dem Zerplatzen nahe. Zu diesem Zeitpunkt kam dann schon die Idee, dass es sich in der Tat um Laichansatz handeln könnte.Ich beschloss, das Verhalten der Tiere eingehender zu studieren.

    Ich bemerkte, dass sie einen Teil des Aquariums verteidigen. Ein Drittel derBodenfläche gehört ihnen. Da gibt es keine Diskussion. Sogar die Lifas müssen da klein beigeben.

    Die beiden Tiere interessieren sich ständig für einander, doch bleibt immer eine gewisse "Achtungsdistanz" zwischen ihnen. Wenn das Weibchen fast zerplatzt vor lauter Laichansatz, zieht es sich zurück. Plötzlich beginnt dann aber das Männchen, das Weibchen herumzujagen. Diese schnelle Jagd ist begleitet von Knacklauten. Zuweilen sitzt das Weibchen irgendwo ab. Dann stellt sich das Männchen Kopf an Kopf zu ihm und "knackt" es an. Sie "diskutieren" eine Weile miteinander. Dann haut das Weibchen wieder ab. Das Männchen hinterher. Dieses Spiel dauert mehrere Stunden bis Tage. Wenn das Männchen beginnt, das Weibchen in die Seite zu klemmen, wird kurz darauf abgelaicht. Beide wählen eine geeignete Stelle zum Ablaichen. Dies ist meistens eine vertiefte Stelle im Bodengrund. Falls diese nicht vorhanden ist, wird nachgeholfen und noch etwas gebuddelt. Das Ablaichen selber geht sehr schnell. Eine Wolke kleiner Eier wird vom Weibchen ausgestossen und vom Männchen befruchtet. Die Eier werden nicht gerade dem Schicksal überlassen, aber eine gezielteVerteidigung fehlt. Das ist auch der Grund, warum die Eier bisher nur einige Minuten überlebten.

    Sollte ich einmal einige Eier retten können, werde iches mit der Aufzucht versuchen. Natürlich wäre das ein schöner Erfolg. Allerdings..müsste ich zu diesem Zweck wohl die "restlichen" Bewohner ausquartieren. Dazu hab ich im Moment keinen Platz. Das Becken ist ein Gesellschaftsbecken und war nie für Zuchtzwecke bestimmt.

    Wie alle Schmerlen ist auch diese sehr lebendig und verspielt. Eine wahre Freude diesen Tieren zuzusehen!

    Rebecca Devaux (Schweiz)


    L-Wels: Putzfrau oder Königin...

    das ist die Frage, vor der wohl viele Aquarianer stehen, wenn sie sich entscheiden einen Harnischwels zu kaufen. Viele sind überrascht und verwundert zu gleich, kannten sie bisher doch nur die "einfachen" Welsarten wie z.B. Ancistrus sp. (Blauer Antennenwels), Ancistrus dolichopterus (Weißsaumancistrus) oder den ein oder anderen Panzerwels. In den vergangenen 10-13 Jahren wurde die Aquaristik von einer Welle vieler neuer und interessanter Harnischwelse heimgesucht. Die Vielfältigkeit und die Ergebnisse der bisherigen Evolution der Harnischwelse lässt manchmal sogar die echten Welsfreunde ins Staunen geraten, hat die DATZ doch schon mehr als 280 Arten katalogisiert und mit L-Nummern versehen.

    L-Welse, sind ausnahmslos interessante Pfleglinge und die meisten ziehen mit ihren prächtigen Farben, ihren skurilen Mustern und dem teilweise geheimnisvollen Versteckspiel mancher Arten fast jeden Aquarianer in ihren Bann.

    Da wird die ursprünglich angedachte Putzfrau schnell zur Königin und somit zum Liebling der im heimischen Aquarium lebenden Fische. Wir möchten Ihnen in dieser und den kommenden Ausgaben des Fishlight einige Arten vorstellen und Sie mitnehmen auf eine Reise in die Welt der Putzfrauen und Königinnen...

    Baryancistrus sp.Zu den beliebtesten L-Welsen gehört unter anderem der L 200 (Baryancistrus sp.). Gäbe es die Stiftung Warentest bei den algenfressenden Welsen, so würde er mit Sicherheit die Note "sehr gut" bekommen. Sein Aussehen - gelbgrün mit den hellen Punkten vom Kopf bis zum Rücken - verleihen dieser Art ein prächtiges Farbkleid und zu alledem entspricht er dem Anforderungsprofil des gewünschten gutaussehenden Algenfresser.

    Die Haltung dieser Tiere ist einfach. Bei einem neutralen pH-Wert und einer Gesamthärte von bis zu 15° dGH (bei Gewöhnung auch noch höher) sollte es mit der Pflege keine großen Probleme geben. Die Temperatur sollte zwischen 26°C und 29°C liegen und als Futter sind frisches ungespritztes Gemüse sowie hochwertiges Futter (z.B. Hikari-Algen-Wafers) zu reichen. Dieser ca. 20 cm groß werdende Wels zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er zu den tagaktivsten Welsen zählt, die mir bekannt sind.

    Cochliodon sp.Ein weiterer guter Algenfresser ist der L137 (Cochliodon sp.) auch "Red Bruno" oder "Red Rusty" genannt. Er stammt aus dem Rio Tapajo`s und wird ca. 15 - 20 cm groß. Obwohl die DATZ diese Tiere mit der Nummer L137 bedacht hat, hat sich in den letzten Jahren die Bezeichnung PC 007 (japanische Bezeichnung) im Handel durchgesetzt. Diese Tiere sind im Gegensatz zu den vielen anderen unter der L-Nummer 137 gehandelten Welse recht pflanzenfreundlich. Es gibt aber auch Cochliodon-Arten, die auf Pflanzen los gehen und erhebliche Schäden anrichten. Leider ist man hier noch nicht weit genug gegangen, um die einzelnen Arten der verschiedenen Fanggebiete zu trennen, denn gerade im Bezug auf die Verträglichkeit mit Wasserpflanzen gibt es riesige Unterschiede.

    Man nennt sie "Golden Nugget" die Welse, die uns unter den L-Nummern L 018, L 081 und L 177 bekannt sind. Sie alle stammen aus dem Flusssystem Rio Iriri / Rio Xingu, welches sein Wasser von Süden her dem mächtigen Amazonas zuführt. Diese drei Arten sind vermutlich eng miteinander verwandt. Ich persönlich denke sogar, man könne von einer Art sprechen, die sich im Laufe der Jahrtausende in den verschiedenen Stromgebieten anders entwickelt hat. Sie alle teilen den gelben Saum und das schwarze Muster mit den gelben Punkten. Die Unterschiede liegen nur in der Breite des Saumes und der Größe der Punkte. L 018 hat mittelgroße Punkte und einen schmalen Saum, während L 081 ein feingepunktetes Muster mit einem schönen ausgeprägten breiten Saum hat. L 177 ist dagegen mit großen dicken Punkten und einem mittelbreiten bis breiten Saum versehen und erfreut sich von diesen Dreien bei den Aquarianern größter Beliebtheit. Doch auch ein Geheimnis verbirgt sich hinter diesen in der freien Natur 30 cm groß werdenden Welse. Im Aquarium ist es bisher kaum gelungen, diese meist mit 5 - 7 cm eintreffenden Welse wirklich groß zu bekommen. Es scheint, als fehle diesen Tieren in den Aquarien etwas, was sie in den Flüssen Rio Iriri und Rio Xingu haben und das sie wachsen lässt. Nichts desto trotz besteht kein Grund, diese Arten zu meiden, da sie auch so in den Aquarien alt werden können. Es ist von einer durchschnittlichen Endgröße im Aquarium von 15 cm auszugehen. An die Wasserwerte stellen sie alle drei keinen großen Anspruch, sie lieben höhere Temperaturen von 26 - 30°C und fressen sowohl Gemüse wie auch Frostfutter. Jedoch gibt es eine Sache, die beim Kauf berücksichtigt werden muss und das ist die Qualität der Tiere.

    Baryancistrus sp.Einen Baryancistrus sp. (L 018, L 081 und L 177) nach dem Import zum "Stehen" zu bekommen, ist nicht einfach und wird oftmals vernachlässigt. Dies kann für die Tiere fatale Folgen haben (eingefallene Bäuche, Futterverweigerung und zu letzt den Tod). Achten Sie daher beim Kauf dieser Art(en) auf das äußere Erscheinungsbild. Lassen Sie sich beim Eintüten nochmals den Bauch zeigen, ist dieser flach bis wohlgenährt und macht das Tier Ihrer Wahl einen guten Gesamteindruck, dann ist es für Sie als Kunde ein Stück Sicherheit für eine erfolgreiche Pflege. Lassen sie bloß die Finder weg, von Tieren die kleiner als 5 cm sind oder die einen schlechten Gesamteindruck machen.

    Ich hoffe Ihnen hat der erste Teil meiner kleinen Tour durch die "Welt der Harnischwelse" etwas Freude bereitet. Ich wünsche Ihnen nun noch viel Spaß mit unserem so einmaligem Hobby der Aquaristik. In diesem Sinne bis zum nächsten mal...

    Tim Kohnen
    www.welskeller.de
    Tel: 05171-56272

    Text: Tim Kohnen
    Foto`s: L 200: Ute Stenzel
    L 018: Ingo Seidel
    L 137/PC 007: Tim Kohnen


    Aquarienpflanzen

    Funktionen
    Pflanzen haben im Aquarium viele nützliche Funktionen. Die wichtigste Funktion ist dabei die Produktion von Sauerstoff (O2), der nicht nur den Fischen, sondern auch den Pflanzen selbst zur Atmung dient. Auch die Bakterien des Filters brauchen den Sauerstoff für den Abbau von organischem Material, wie z. B. Fischkot und abgestorbenen Pflanzenteilen.

    Die Aquarienpflanzen nehmen für die Photosynthese Kohlenstoffdioxid (CO2) auf und verhindern damit, dass sich das für die Fische giftige Gas anreichert.

    Neuere Forschungen haben ergeben, dass sie sogar organische Stoffe (z. B. Proteine, Kohlenhydrate, Fette) abbauen können und damit für ein stabiles Milieu im Aquarium sorgen. Desweiteren filtern sie giftige Stoffe aus dem Wasser, bilden Antibiotika und vernichten Krankheitskeime, indem sie bakterientötende Stoffe absondern. Sie tragen also zur "Gesundheit" des Aquariums bei.

    Gut wachsende Pflanzen stehen mit den Algen in Konkurrenz um die Nährstoffe, wobei die Aquarienpflanzen gewinnen und damit einem übermäßigen Algenwuchs vorbeugen.

    Schließlich dienen sie den Fischen als Laichsubstrat und Versteck.

    Bedürfnisse
    Pflanzen bilden bei der Photosynthese mit Hilfe der Lichtenergie der Sonne aus Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser Glucose (Traubenzucker), die ihnen als Energiespeicher dient. Dabei wird Sauerstoff frei. Die Pflanze gibt aber nicht den gesamten produzierten Sauerstoff an die Umgebung ab, sondern sie verbraucht selbst einen Teil des Sauerstoffs während der Atmung. Bei der Atmung wird die Energie, die bei der Photosynthese festgelegt wurde, wieder frei und kommt dem Wachstum der Pflanze zugute.

    Da die handelsüblichen Aquarienpflanzen aus tropischen Gebieten, also aus Gegenden mit einer langen Sonnenscheindauer stammen, sollte man mit entsprechenden Lampen für eine Tageslänge von 12 bis 14 Stunden sorgen.

    Kohlenstoffdioxid ist der wichtigste Pflanzennährstoff und sollte deswegen durch permanente Düngung dem Aquarium zugeführt werden. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Wasser- und Karbonathärte eingehen. Die Wasserhärte spielt für die Pflanzen eine untergeordnete Rolle. Der optimale Wert liegt bei 8 bis 16 °dGH. Der Härtegrad unseres Trinkwassers befindet sich im Vergleich dazu in einem Bereich von 8 bis 17 °dGH. Wesentlich wichtiger für Pflanzen ist die Karbonathärte, die man auch als Säurekapazität oder Säurebindungsvermögen bezeichnet. Optimal ist ein Wert zwischen 3 und 10 °dKH.

    Der pH-Wert oder Säuregrad gibt an, wieviel Säuren und Basen in welchem Verhältnis im Wasser vorkommen. Sind mehr Säuren als Basen vorhanden, ist das Wasser sauer und der pH-Wert liegt bei einem Wert unter 7. Befinden sich mehr Basen als Säuren im Wasser, so ist das Wasser alkalisch und der pH-Wert beträgt mehr als 7. Bei einem pH-Wert um 7 spricht man von neutralem Wasser, in dem Säuren und Basen im gleichen Verhältnis vorkommen. Unser Leitungswasser hat einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,2. Tropische Pflanzen und Fische vertragen sogar leicht saures Wasser (pH = 5,8 - 7,0).

    Kohlenstoffdioxid-Gehalt, Karbonathärte und pH-Wert beeinflussen sich gegenseitig. Bei CO2-Überschuß sinkt der pH-Wert; das Wasser wird also sauer, da zunehmend Kohlensäure gebildet wird. Wenn zu wenig CO2 im Wasser vorhanden ist, steigt der pH-Wert und das Wasser wird alkalisch. Denn die Pflanzen gewinnen das nötige CO2 aus den Härtebildnern der Karbonathärte (Hydrogenkarbonate), wobei Basen entstehen. Erst wenn der CO2-Gehalt und die Karbonathärte im Gleichgewicht sind, ist der pH-Wert neutral.

    Pflanzen brauchen aber nicht nur Licht, Luft und Wasser, sondern auch folgende Mineralsalze: Calcium, Kalium, Magnesium, Nitrat bzw. Ammonium, Phosphat und Sulfat. Daneben gibt es noch Mineralsalze, die die Pflanze nur in geringen Mengen oder sog. Spuren benötigt. Zu diesen Spurenelementen gehören: Bor, Chlor, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Zink und Zinn. Um den Pflanzen diese Nährstoffe stets zur Verfügung zu stellen, ist eine regelmäßige aber keine übermäßige (Algen!) Düngung erforderlich.

    Aquarienpflanzen brauchen zur Verankerung einen Boden, der folgende Vorraussetzungen erfüllen sollte: Er sollte kalkarm sein, eine gemischte Körnung (1-5 mm) aufweisen und eine Gesamtdicke von 8 bis 10 cm haben. Um Reflexionen des Lichtes zu verhindern, sollte der Boden braun oder bunt sein.

    Bei der Einrichtung des Aquariums muss darauf geachtet werden, dass die einzelnen Pflanzenarten die gleichen Ansprüche an die Wasserzusammensetzung, die Temperatur und die Lichtstärke stellen. Die Ansprüche der Pflanzen müssen auch zu denen der Fische passen.

    Tanja Radau


    Nanochromis transvestitus, der mit dem Bauch tanzt ...

    In den letzten Jahren ist die Gruppe der Zwergbuntbarsche immer mehr ins Rampenlicht getreten. Wen wundert es auch, dass diese kleinen, hübschen und zumeist friedlichen Vertreter aus der Cichlidenfamilie immer mehr an Beliebtheit gewinnen. Der Löwenanteil der bekannten und im Handel erhältlichen Zwergcichliden kommt aus Südamerika. Besonders die Familie Apistogramma fällt einem sofort ein.

    Aber es gibt auch Zwerge der anderen Regionen der Erde, die Ihren Verwandten aus Südamerika weder in Aussehen noch in der Verhaltensweise nachstehen. Ich möchte Ihnen nun die Familie Nanochromis aus Westafrika vorstellen. Auch diese Familie ist mit mehreren Arten in guten Zoogeschäften erhältlich.

    Die bekanntesten Arten sind Nanochromis parilus und Nanochromis nudiceps, die durch leuchtende Pastelltöne sofort ins Auge fallen, den durch leuchtende Rottöne bestechenden Nanochromis dimidiatus, sowie Nanochromis transvestitus, den ich heute vorstellen möchte.

    Vorab aber noch etwas über den Lebensraum und das Verbreitungsgebiet der Familie Nanochromis. Die meisten Arten leben in kleinen Seitenarmen oder Nebenflüssen des Zairesystems oder des Kongo im zentralen Westafrika. Dort besiedeln sie Lebensräume in kleinen Bächen oder grabenähnlichen Rinnsalen. Diese Gewässer haben sehr weiches Wasser mit einem PH-Wert, der meist um den Neutralpunkt schwankt. Über Angaben der Härte im natürlichen Lebensraum liegen mir keine genauen Informationen vor, aus eigenen Erfahrungen aber sollten 10 dGH nicht überschritten werden. Bei 4-8 dGH fühlten sich meine Pfleglinge am wohlsten. Die Gewässer, die stellenweise während der Trockenzeit zu kleinen Tümpeln "verkümmern", sind reich an Versteckmöglichkeiten wie Holz und Blattwerk aber auch mit gutem Pflanzenwuchs versehen. Die Arten der Familie Nanochromis sind Höhlenbrüter. Versteckmöglichkeiten sind somit unumgänglich, wenn die Fische sich wohlfühlen sollen.

    Fassen wir also die Hälterungsbedingungen von Nanochromis zusammen: Die Tiere benötigen Aquarien mit einer Seitenlänge von mehr als 60 cm. Die Einrichtung muss mit Verstecken aus Holz und Steinen in Form von Höhlen versehen sein. Es sollte dichte Bepflanzung herrschen und der Bodengrund nicht zu grob sein. Sand oder Feinkies bis zu 2 mm können verwandt werden. Wasserwerte PH 6.0-7.5 Gesamthärte < 8° dGH ,Karbonathärte < 6° kH.

    Nun aber zu den Nanochromis transvestitus, um den es hier ja eigentlich geht. Komischer Name werden viele jetzt sagen, aber der Name hat seinen Grund. Die meisten Zwergcichlidenarten haben eins gemeinsam, nur das Männchen weist ein prächtiges Farbkleid auf, während die Weibchen eher schlicht sind. Das liegt daran, dass bei diesen Arten das Weibchen die Pflege der Brut allein übernimmt, während das Männchen sich auf die Verteidigung des Reviers beschränkt. Bei der Pflege der Brut ist es somit wichtig, nicht so sehr aufzufallen.

    WeibchenBei Nanochromis transvestitus ist das nicht der Fall, denn die Weibchen bestechen duch ihre Schönheit. MännchenWährend das Männchen durch sein hellgrau-schwarzes Streifenkleid und seine spitz ausgezogenen langen Flossen schon sehr schön anzusehen ist, haut einen das balzende Weibchen fast von den Füßen. Zu dem grauschwarzen Streifenkleid kommt hier ein leuchtend roter Bauch und eine genauso leuchtende schwarzweiß gestreifte Schwanzflosse. Jeder Aquarianer, der die breite Palette der Zwergcichliden kennt, würde darauf tippen, dass dies das Männchen ist. Vermutlich war das auch bei dem Namensgeber dieser Art der Fall. Das Sozialverhalten dieser Art nun wieder ist fast genauso wie das Ihrer Brüder aus Südamerika.

    Gegenüber anderen Aquarienbewohnern sind diese Tiere friedlich. Das Revier wird selbst bei Nachwuchs eher mit Drohgebärden als mit Aggressivität verteidigt. Untereinander kommt es dann schon mal eher zum Streit. Will man mehrere Paare pflegen, sollte das Becken nicht weniger als 1 m Seitenlänge aufweisen und mit reichlich Versteckmöglichkeiten versehen sein, denn umso beeindruckender ist das Farbenspiel beim Grenzenverteidigen zu betrachten. Wenn Wasserwerte und Futter stimmen, stellt sich auch bald Hochzeitsstimmung ein. Zu den Wasserwerten sei als Einschub gesagt, dass Nanochromis transvestitus in seiner Heimat Gewässer mit pH-Werten zwischen 4 und 5 bewohnt, was bei Wildfängen für eine erfolgreiche Pflege zu beachten ist. Da die Art inzwischen über Generationen auch bei höheren pH-Werten gehalten und gezüchtet wurden, kann die Haltung und Zucht dieser Tiere auch wie bei den anderen Nanochromis-Arten bei den oben genannten pH-Werten um 6,5 erfolgen. Als futter empfiehlt sich Frost- bzw. Lebendfutter wie schwarze Mückenlarven und Cyclops. Das Weibchen bekommt einen gut erkennbaren Laichansatz der durch die leuchtend rote Bauchpartie noch unterstützt wird. Das Weibchen ist auch der aktivere Teil bei der Balz.

    Wenn es sich ein Männchen ausgesucht hat, wird dieses angebalzt, wobei das Weibchen ihm ihren nun noch kräftiger leuchtenden roten Bauch vor die Nase hält. Die Beweglichkeit der Tiere ist dabei verblüffend. Das Weibchen verdreht sich beim Anbalzen so sehr, dass fast eine geschlossene S-Form entsteht, in dieser Position kommt noch ein heftiges Zittern hinzu, was die Wirkung des Bauchfleckes noch unterstützt. Führt die Anmache zum Erfolg, sorgt nun das Männchen seinerseits dafür, dass das Weibchen in seine Wohnhöhle einzieht. Die eigentliche Paarung findet dann im Inneren der Höhle statt, die vorher vom Weibchen ausgiebig gesäubert wurde. Die Eier werden an kurzen Fäden an die Höhlendecke geklebt und danach mehrere Tage befächelt. Während das Gelege vom Weibchen betreut wird, hat das Männchen in der Höhle nichts zu suchen. DEr Eingang der Höhle wurde ohnehin mit Kies auf Kopfdurchmesser verkleinert, damit nichts hineingelangen kann. Sollte aus irgendwelchen Gründen das Gelege verderben, kann es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den Partnern kommen. Wenn nun das Becken zu wenig Verstecke aufweist, ist meist das Weibchen stark gefährdet. Wenn jedoch alles gut geht, dann verlassen die Jungfische nach 8 -10 Tagen von der Mutter geführt die Höhle. Nun darf auch das Männchen an die Nachkommenschaft heran. Ab jetzt übernehmen beide die Brutpflege und führen ihre Babys durch das Becken. Wer noch nie gesehen hat, wie rührend die Eltern Ihre Kinderschar von immerhin 60 Jungen durch ein Becken führt, dabei großes Futter zerkaut und den Jungen vorspuckt, der hat wirklich etwas verpasst. Ich füttere sofort nach dem Verlassen der Höhle frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Bei regelmäßigem Wasserwechsel und 3 - 4 Futtergaben pro Tag werden die Jungfische schnell wachsen und können bald dem Becken entnommen werden. Allerdings sollte man damit so lange warten, bis die elterliche Fürsorge merklich nachlässt. Das geschieht ungefähr wenn die Jungen größer als 2 cm sind. Entnimmt man die Brut zu früh, kann das wiederum zu Aggressionen bei den Eltern führen.

    Nachdem man Eltern und Jungtiere voneinander getrennt hat, kommt eine Zeit der Ruhe, in der das Weibchen vom Männchen nichts mehr wissen will. Allerdings verlässt sie das Männchen nie ganz, obwohl er sie ganz schön bedrängen kann. Das Futter spielt jetzt eine ganz wichtige Rolle. Neben dem handelsüblichen Trockenfutter darf Lebendfutter nicht fehlen. Während der kalten Jahreszeit tut es auch mal tiefgefrorenes Futter. Im Sommer sollte man versuchen schwarze Mückenlarven zu füttern, dieses Futter ist besonders gut um Laich anzusetzen. Spätestens wenn der Bauch des Weibchen wieder paarungswillig ist, ist wieder alles beim alten, und der "Tanz" wird von neuem beginnen.

    Christian Beierling
    Tel.: 05334 / 958171


    "Wie alles angefangen hat" oder "Sag niemals nie!"

    Alles fing mit dem fast jährlich traditionellen Sommerurlaub in Italien, genauer Cesenatico direkt an der Adria, an. Dort fuhr fast jedes Jahr ein Track deutscher Touristen vom Hotel aus zu einem wirklich begnadeten Schuster, was mein Vater mit Begeisterung an seinen maßgeschneiderten Halbschuhen feststellte. Nun ja, was hat ein Schustergreis in Hinteritalien mit Fischen zu tun? Ja direkt gesehen eigentlich gar nichts, doch da mich die Schuhe derzeit eher weniger interessiert haben, guckte ich mich anderweitig um: Im Garten war ein kleines Stückchen abgezäunt und man dachte sich, es sind mal wieder diese "Salzwasserschweine" (sorry an alle Freaks), die man öfter in Gärten rumflitzen sah. Aber nein, es zeigte sich bei genauerem hinschauen eine wirklich interessante Griechische Landschildkröte, die sich an einem Salatblatt vergnügte. Nun gut, im ersten Jahr registrierte man sie lediglich und bewunderte diese Trägheit. Doch im zweiten Jahr beriet man auf der Rückfahrt, wie es eigentlich mit Haustieren aussieht und da man sowieso eine Allergie gegen Hunde- und Katzenhaare habe, würde sich doch eine Schildkröte geradezu anbieten. Für mich stand es fest: ich wollte eine Schildkröte haben. Nach stundenlangen Debatten über die Vor- und Nachteile einer Schildkröte, beschlossen wir ein solches Tier anzuschaffen. Doch mein Vater sagte schon damals, womit er dann ja auch Recht behalten sollte: "Wenn ihr im Zooladen Fische seht, wollt ihr ein Aquarium mit Fischen, das sag ich euch jetzt schon."

    ZierschildkröteAuf jeden Fall hatten wir nun eine Zierschildkröte (keine Landschildkröte), die ungefähr eine Panzerlänge von 12 cm und eine Breite von 8 cm zu dieser Zeit hatte und wir waren zufrieden. Aber ich habe ja auch noch einen Bruder, der langsam Interesse an diesen Tierchen gewann. Somit wollte er auch noch eine Schildkröte und nach Informationssammlung wurde eine zweite, kleinere Zierschildkröte angeschafft. Da sie aber noch nicht ausgewachsen waren und das 100*40*40 cm Becken langsam zu klein wurde, planten wir schon ein größeres mit den Maßen 150*80*50 cm und eingeklebtem "Balkon" zum Sonnen. Doch noch zuvor wurde ein alter Vollglasbehälter, der vorher als Kaktusglas diente (bitte nicht nachmachen), auf den Schreibtisch gestellt. In dieses Gefäß kamen dann auch die ersten Fische: ein Blauer Antennenwels, ein Pärchen Schwarzbarsche, ein Pärchen Zwergkärpflinge. Etwas später kam auch noch ein Pärchen Jamaikakärpflinge dazu. Nun fing es eigentlich erst richtig an: die Zwergkärpflinge bekamen am Buß- und Bettag Nachwuchs. Man sah schnell ein, dass es auch in dem "Becken" etwas zu eng wird. So zog mit dem 150er auch noch ein 80er Aquarium ein. In das 80er kam der Besatz aus dem "Kaktusglas" und noch einige Wagtailplaty's. Doch in einem riesigen 1,5 m Becken ist mit nur zwei Schildkröten auch nicht sehr viel los und wir versuchten Pseudotropheus crabro mit den Schildkröten zu vergesellschaften. Da sie sich gegenseitig vor dem Maul rumschwammen und keiner von beiden (grins) zuschnappte, folgten noch ein paar Labidochromis cearuleus.

    TropheusDoch die Vermehrung machte nicht halt: das ehemalige Schildkrötenbecken musste als Pseudotropheus crabro Aufzuchtstation genutzt werden; die ersten 150 jungen Wagtailplaty's versorgten einen Teil Wolfsburger Züchter mit neuen Zuchttieren. Eine Brut Antennenwelse bezog ein "auf die Schnelle" gekauftes 40er. Auch das 80er wurde mit all den Nachzuchten etwas zu klein und da sowieso ein neuer Schrank geplant war, wurde ein 200*50*45cm gleich mit eingebaut. Die Ps. crabro und die Antennenwelse konnten wir auf der ersten Dibbesdorfer Zierfischbörse verkaufen. Somit war neuer Platz geschaffen. In das neue Aquarium zogen alle "gesellschaftsfähigen" Fische ein und es wurde auch noch etwas aufgestockt, wie zum Beispiel mit Panzerwelsen (Corydoras aeneus albino, aeneus und paleatus). Diese (C. aeneus albino) legten nach jedem Wasserwechsel jede Menge Eier ab. Es ärgerte uns, dass aber keine Jungen zu sehen waren, das heißt, dass irgendwer die Eier oder die Jungen gefressen haben musste. Daher wurden die Eier beim nächsten Mal vorsichtig mit einer Rasierklinge "abgekratzt" und in ein 40er verfrachtet. Und wie es der Zufall wollte, waren nach ein paar Tagen die ersten Larven zu sehen. Wir versuchten alles, um diese Fischchen groß zu ziehen und irgendwie mussten sie das feine Flockenfutter gefressen haben, da sie nach einigen Wochen ca. 1,5-2 cm maßen. Nun stand jedoch wieder ein Urlaub in Italien an und sie wurden in das 100er Becken gesetzt. Leider war nach dem Urlaub nur noch einer von ungefähr 30 übrig, da die "Ferienfuttertablette" wohl nicht das Richtige war. Aber einer ist besser als keiner und so zog er mit den Elterntieren wieder in das 2m-Becken.

    Regal im KellerUnd so ging es dann auch irgendwie weiter. Der Keller wurde langsam entrümpelt und in die immer wieder leer werdenden Becken kamen neue Fische, die man sich zuvor aus der Literatur aussuchte. Natürlich sollten sie sich auch nachzüchten lassen. Und je nachdem, ob man Erfolg hatte oder nicht, schlug man langsam eine Richtung ein. Zunächst waren das Lebendgebärende, da unser Wasser mittelhart ist und relativ geeignet war. Nicht lange mussten wir warten bis die Becken mit Guppy's, Platy's und Black Molly's voll besetzt waren. Doch mit den Black Molly's sollte es nicht auf Anhieb klappen: wir hatten zwar ständig Nachwuchs, doch es schien, dass die Jungfische irgendwie im Becken untergingen. Und so versuchten wir dies und das, jedoch wollten wir die Anreicherung des Wassers mit Salz vermeiden, da die Tiere beim Umsetzten in nicht "angesalztes" Wasser meist verkümmern. Irgendjemand gab uns mal den Tipp Zeolith einzusetzen, da wir nichts zu verlieren hatten, suchten wir die Läden danach ab. Zwar war es ziemlich kostspielig, aber es hatte Erfolg. Zur Folge hatte es, dass wir so ungefähr 600 junge Black Molly's hatten, doch das sahen wir nicht als Problem, da wir es ja auf die Zucht anlegten und so hatten wir auf der nächsten Zierfischbörse auch noch Black Molly's anzubieten. Im Keller bot es sich nun an, die alten Schränke rauszuwerfen und ein Regal, dass für mehrere Aquarien Platz bot, aufzustellen. So sollte es auch nicht nur bei den Lebendgebärenden bleiben, denn wir versuchten es auch mit Zebrabärblingen, Feuermaulbuntbarschen, Zwergfadenfischen und noch vielen anderen. Zugegeben eine recht eigenwillige Mischung, doch alles vermehrte sich. Dies war sicherlich auch ein Grund dafür, dass man so viel Freude an diesem Hobby hatte. Und so kamen immer mehr Fische, die auch dementsprechend viel Platz benötigten. Daher planten wir unsere Anlage auszubauen, doch wohin? Da bot sich ein schmaler Gang am Gartenschuppen an, der eigentlich zur Lagerung von Holz genutzt werden sollte. Der kleine Raum wurde isoliert und alles Nötigewurde installiert. Auch ein "Drei-Etagen-Doppel-T-Träger-Regal" mit ungefähr 4 m Länge, so bot es für insgesamt 12 m Aquarien Platz.

    Buckelkopf BuntbarschBis dahin hatten wir sicherlich schon rund 20 verschieden Fischarten nachgezogen, nicht immer in Masse, aber man konnte immer mal wieder ein paar Fische auf den Zierfischbörsen anbieten oder wieder ins Schauaquarium setzten. So entschlossen wir uns, in den noch jungen Aquarienverein in Dibbesdorf einzutreten, wodurch man neue Kontakte bekam und auch auf die eine oder andere neue Fischart stieß. Doch nicht zu vergessen womit alles anfing: mit den Schildkröten. Diese waren in der Zwischenzeit ein Stückchen größer und wie es schien auch geschlechtsreif geworden und wie später dann auch festgestellt worden ist, waren es zwei Männchen, was man auch nicht schwer am Verhalten feststellen konnte. Sie bissen sich gegenseitig in den Hals, wobei es nicht zu schwerwiegenden Verletzungen gekommen ist. Doch auf kurz oder lang konnte das leider nicht mehr gut gehen und man überlegte, wo sie besser untergebracht sind und mehr Platz haben. Ein großer Tierpark übernahm die Tiere. Dort kamen sie in einen riesigen Teich mit anderen Schildkröten, wo sie wohl noch heute drin rumpaddeln. Und die aquaristische Laufbahn nahm weiter ihren Lauf, wobei man sich gar nicht mehr richtig erinnern kann, welcher Fisch zuerst kam.

    Doch das sollte immer noch nicht alles gewesen sein. Wir haben unsere Anlage nochmals ausgebaut. Der Gartenschuppen musste auch noch an uns, wenigstens halbwegs, abgetreten werden. Dort stehen jetzt einige Becken zwischen 250 und 400 Litern, die hauptsächlich für Cichliden aus dem Tanganjikasee (Tropheus, Julidochromis und Neolamprologus) gedacht sind. Auf diese Richtung hat uns vor allem Jörg Hauschild gebracht, von dem wir einige seiner Tropheus-Gruppen übernommen haben.

    Bis jetzt besteht noch kein Bedarf nach einer weiteren Vergrößerung, doch das haben wir schon ein paar mal gesagt (und nicht gehalten). Neue Ideen haben wir ständig. Wie sie sich in den nächsten Jahren realisieren lassen? Warten wir es ab.

    Fortsetzung folgt!!!

    Patrick Kemnitz
    Tel.: 05307-951864


    Elektrische Fische

    Weißstirn Messerfisch

    Schwach elektrische Fische
    Zu den schwach elektrischen Fischen gehören die in den Flüssen Westafrikas wohnenden Nilhechte (Mormyriden) und Gymnarchiden (z.B. Gymnarchus niloticus) sowie die in Südamerika beheimateten Messerfische (Gymnotiden). Sie kommen nur im Süßwasser vor und erzeugen elektrische Signale mit einer Spannung von 1 bis 5 Volt. Diese Signale dienen der Orientierung in trüben und stark turbulenten Gewässern sowie der Kommunikation mit anderen Fischen. Der Fisch sendet ein elektrisches Feld aus, das aus vielen elektrischen Feldlinien besteht. Wenn sich nun ein Gegenstand in der Nähe des Fisches befindet, werden die Feldlinien verzerrt. Mit Hilfe eines Empfangssystems in der Seitenlinie werden diese Verzerrungen des selbsterzeugten Feldes wahrgenommen und der Fisch kann dem Gegenstand ausweichen. Dieser Vorgang wird aktive Elektroortung genannt. Bei der passiven Elektroortung empfängt der Fisch elektrische Signale eines anderen Fisches, z. B. eines Artgenossen.

    Stark elektrische Fische
    Unter den stark elektrischen Fischen gibt es Meeresbewohner (Zitterrochen, Zitterwelse, Sterngucker) aber auch im Süßwasser lebende Arten, wie z.B. der in Südamerika beheimatete Zitteraal (Electrophorus electricus). Sie können Spannungen von 50 bis 600 Volt aufbauen! Mit diesen Spannungen wehren sie Feinde ab und fangen ihre Beute. Während die schwach elektrischen Fische ständig Signale aussenden, erfolgen die Entladungen bei den stark elektrischen Fischen nur, wenn sich ein Feind oder eine potentielle Beute in der Nähe befindet.

    Elektrische Organe
    Die elektrischen Fische bauen die Spannungen mit Hilfe des elektrischen Organs auf. Es besteht aus vielen dünnen, plattenförmigen Zellen, sog. Elektroplatten, die hintereinander zu 5000 bis 10000 in einer Säule angeordnet sind (vergleichbar mit in Reihe geschalteter Batterien). Auf jeder Körperseite befinden sich 70 dieser Säulen. Eine Elektroplatte besitzt zwei unterschiedliche Außenseiten: Die eine ist von Nervenenden durchzogen (glatte Seite) und die andere ist stark gefaltet. Im Ruhezustand sind beide Außenseiten positiv geladen (Potential = + 84 mV). Kommt es zu einer Entladung, kehrt sich das Potential der glatten Seite um und erreicht einen Wert von - 67 mV. Es entsteht also eine Potentialdifferenz von + 150 mV zwischen den beiden Seiten. Da die Elektroplatten hintereinander liegen, addiert sich die Spannung und kann bei den stark elektrischen Fischen einige hundert Volt erlangen.

    Tanja Radau


    © KAQ, 08.09.2001
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