Liebe Freunde des Aquarienclubs,
wieder ist ein erfolgreiches Jahr fast vorbei. Der Aquarienclub Braunschweig ist um 50% gewachsen und der einzige Verein im Bezirk, der Mitgliederzuwächse im Jahr 2000 zu verzeichnen hat. Dies freut uns und zeigt, dass wir mit unserem Angebot von Zierfischbörsen, interessanten Vorträgen und nicht zuletzt dem Internet-Angebot auf dem richtigen Weg sind.
Um es neuen Mitgliedern und auch Sponsoren noch einfacher zu machen, finden Sie ab dieser Ausgabe in jedem Fishlight einen Aufnahmeantrag für Neumitglieder und ein Auftragsformular für Sponsoren am Ende des Fishlight zum Heraustrennen.
Wie dem Terminplan für 2001 zu ersehen ist, veranstalten wir wie gewohnt unsere drei Börsen in Braunschweig-Dibbesdorf. Außerdem bieten wir wieder zahlreiche Vorträge mit namhaften Referenten wie Dr. Andreas Spreinat, Harro Hieronimus und Ingo Seidel, um nur die bekanntesten zu nennen.
Das Highlight nächstes Jahr wird allerdings die 1. niedersächsische Zierfischbörse in der Stadthalle Braunschweig, auf der noch mehr Züchter ihre Tiere anbieten können und wir einem größeren Publikum Informationen über die Aquaristik und unseren Verein bieten können. Als Referenten haben wir die bekannten Aquarianer Uwe Werner und Rainer Stawikowski eingeladen.
Zum Schluss dieses diesmal von mir kurz gehaltenen Artikels (siehe auch Warum fragen Sie uns nicht ???) möchte ich ganz herzlich unseren aktiven Mitgliedern für die, insbesondere auf den Zierfischbörsen, verrichtete Arbeit und den Sponsoren für ihre Unterstützung danken. Ohne sie könnte unser Verein ein solch umfangreiches Angebot nicht bieten.
Ich wünsche allen Freunden des Vereins ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2001 und hoffe, dass Sie uns weiterhin besuchen und unterstützen.
Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
Tel./Fax: 05309 / 2024
Wieder einmal musste ich auf unserer letzten Börse "tierische" Entdeckungen machen, die mich zum Schreiben dieses Artikels motivierten. Da ich aktiv am gut besuchten Info-Stand war, blieb kein Auge und auch kein Ohr trocken. Ich möchte das zum Anlass nehmen, um allgemeine Probleme zu veröffentlichen, und helfen, Fehler zu vermeiden.
Deshalb bitte ich im Vorfeld die Personen, deren Namen ich natürlich nicht nenne, um Nachsicht, denn natürlich möchte ich vermeiden, dass sie mir böse sind. Ich denke, ihre Probleme können anderen aber eine Hilfe sein, um ähnliche Fehler zu verhindern.
Ich fange die Geschichte an mit: Es war einmal ein begeisterter Hobby-Aquarianer, der kaufte sich ein schönes Kombi-Aquarium, richtete es wunderbar ein, mit den tollsten Steinen, die er von einem Wochenendausflug aus dem Harz mitbrachte, setzte eine im Wald gefundene ach so schöne Wurzel in sein Aquarium, wartete sogar 4 Wochen ab, bis sein Aquarium langsam klar wurde, dies hatte er ja gelesen, und kaufte die ersten Fischchen. Das traute Heim für die schuppigen Kameraden schien "eingelaufen", nun wollte die Familie den Abend lieber vor dem Glaskasten als vor dem Fernseher verbringen. Die Fische wurden natürlich erst im Eimer wie aus dem Fishlight gelernt mit dem Aquarienwasser Stück für Stück eingewöhnt und dann ins neue Zuhause entlassen. Man setzte sich und genoss die durch die Gegend schießenden Tiere, freute sich über die Farbenpracht und ging beruhigt zu Bett.
Am Morgen wurde natürlich die über Zeitschaltuhr eingestellte Beleuchtung manipuliert, wir wollen ja sehen ob alles in Ordnung ist, und was mussten wir zu unserem großen Entsetzen feststellen: Nichts lebte mehr !!!!! Oh, Horror, der Gang zur Arbeit wird abgesagt, die Fahne auf Halbmast geflaggt, die Fische beerdigt, und jetzt kommt der Moment, wo Vaddern sagt: Man, da war doch noch was; der Aquarienclub, der allerdings die Fische auch nicht wieder lebendig macht, jedoch evt. auf die metallischen Einschlüsse in den funkelnden Steinen hingewiesen, oder aber auf die chemischen Stoffe, die sich in der Wurzel aufhalten, aufmerksam gemacht, oder besser davon abgeraten hätte.
Oder es war einmal ein Mann, der seit Jahren schon den Filter abends um 22.00 Uhr ausmacht und Ihn morgens um 10.00 Uhr über eine Zeitschaltuhr wieder anlaufen lässt, und sich nun wundert, dass sein Aquarium voller Bartalgen ist, die sich leider nur mechanisch entfernen lassen, da Sie so eklig schmecken, dass kein Fisch sie mag.
Wechseln Sie lieber zu einem günstigen Stromanbieter, bevor Sie diesen Schritt vollziehen, denn ohne eine Komplettrenovierung, dies ist übrigens die schlechteste Form der Aquarienpflege, kommen Sie aus dieser Sackgasse schlecht raus.
Oder da wären immer wieder Eltern, die Ihren Kindern zu einem feierlichen Anlass eine Super-Kombi 60x30x30 mit Beleuchtung und, sorry, "Pippi-Filter" kaufen. Liebe Eltern, das muss scheitern. Eine Überfütterung, die ja bei lernbegierigen Kindern nicht auszuschliessen ist, und Ihr kleines fast Ökosystem kippt, bzw. stürzt um. Hier gilt echt die Devise nicht kleckern, klotzen! Lassen Sie sich von einem Fachhändler beraten oder informieren Sie sich beim Aquarienclub.
Sie bekommen bei uns kostenlose Infos, sofern Sie den ersten Schritt machen, und keine Angst, Sie gehen keinem auf den Geist, denn richtige Aquarianer geben Ihnen gern Tipps aus Ihrer Erfahrung. Hier geht es darum, Ihnen Spaß an diesem interessanten Hobby zu vermitteln. Und wenn Ihr Aquarium funktioniert, dann ist es doch der Blickfang in jeder Wohnung, jedem Jugendzimmer etc.
Es werden dann wieder der eine oder andere sagen: "Das ist ja ein schönes Hobby", bei dem man übrigens auch mal locker zwei Wochen ohne die Hilfe der Eltern, Schwiegereltern, Nachbarn oder wen auch immer, in den Urlaub fahren kann.
Es gibt zu diesem Zweck nämlich Futterautomaten, wobei Ihre Pfleglinge es, sofern Sie in Topp-Form durch Ihre Pflege sind, auch ohne weiteres zwei Wochen ohne Futter durchhalten. Die Natur ist in manchen Fällen viel härter.
Es kann natürlich auch so sein, dass Sie bei einem Besuch unserer Vereinsabende Blut lecken und sagen: Ach wenn ich schon so ein Aquarium habe, warum nicht in einen Verein eintreten, um Infos zu erhalten und zwar kostenlos. Der Vereinsjahresbeitrag von 50,- DM für Erwachsene, für Jugendliche die Hälfte, wird Sie nicht zum Privatkonkurs treiben. Sie genießen dafür sogar kostenlosen Fremdschadenversicherungsschutz, bekommen vier mal im Jahr eine informative Broschüre zum Thema Aquaristik ins Haus, können gegen einen geringen Mehrbeitrag Ihr Aquarium gegen Eigenschaden versichern, haben immer Topp-Connections in Sachen Aquaristik - wo gibt's welchen Fisch, Filter etc. - können natürlich auch aktiv werden, selbst ich hatte mir das nie träumen lassen.
Sie lernen evtl. neue Freunde bei unseren Feiern kennen, die, da wir Aquarianer sind, nicht trocken ablaufen. Alles in allem kann Ihnen eine solche Mitgliedschaft nur zugute kommen.
Und seien Sie versichert, so etwas wie tristes, ödes Vereinsleben werden Sie bei uns nicht finden, dafür sorgen die Mitglieder schon.
Schauen Sie doch ruhig mal auf einem der nächsten Abende im Waggumer-Weghaus am 1. und 3. Donnerstag im Monat ab 20.00 Uhr rein. Sie werden sicher mit offenen Armen empfangen, wenn Sie Fragen haben, denn das zeigt, dass Sie sich für das Hobby der Aquaristik interessieren, und damit sind Sie uns immer sympathisch. Oder schauen Sie sich unsere Aktivitäten im Internet unter www.aquarienclub.de an, und Sie werden wie die anderen über 300 Besucher pro Tag von der Vielfalt unseres kostenlosen Angebotes begeistert sein. Ihren Eindruck nehmen wir auch gern im Gästebuch auf. Ich persönlich würde mich jedoch über Ihren Besuch freuen, oder auf den Anruf : "Ich hab da mal` ne Frage................."
Harnischwelse der Gattung "Panaque" |
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Panaque nigrolineatus, gehört mit seiner grau schwarzen Zeichnung zu den attraktivsten und beliebtesten Welsen., er ist auch bekannt als L 027. Verschiedene Varianten wie z.B. den L 027c auch P. nigrolineatus "Golden Line" genannt, mit gelben, statt grauen Linien oder den L 191 Panaque sp. "Broken-Line" ließen unter den Welsfreunden regelrechte Panaque-Freaks hervorkommen. Mir geht es selber nicht anders, einmal in den Bann dieser so faszinierenden Gattung gezogen und es läßt einen nicht mehr los. Panaque nigrolineatus erreicht entgegen vieler Berichte Größen bis zu 70 cm. Mir wurde sogar schon von einem Tier berichtet, das knapp an die 80 cm heran kam. In Aquarien, ist dieses wohl eher kaum möglich. Die größten Tiere, die ich bisher in Gefangenschaft gesehen habe, langen zwischen 30 und 40 cm. Wer diese fantastischen Welse nun pflegen möchte, der sollte sich zuerst einmal über das Becken Gedanken machen. Langfristig ist von einer Pflege in einem Becken unter 400 Liter eher abzuraten. Die Herkunft des P. nigrolineatus (L 027) erstreckt sich über weite Teile Südamerikas. Südkolumbien und Venezuela gehören genau so zum Vorkommensgebiet wie Brasilien. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Mutter Natur verschiedene Standortvarianten hervor gebracht hat, die sich in der Körperzeichnung und Teils auch in der Endgröße unterscheiden. So wird z.b. der Panaque "Broken-Line" nur 20 cm groß. Seine Körperzeichnung ist bestimmt von einem hellen grau als Grundfarbe und schwarzen unterbrochenen Streifen und braunen statt roten Augen.
Aber auch andere Panaque Arten möchte sind zu erwähnen, so ist z.B. der Panaque sp. (L204) mit seiner schwarzen Grundfarbe und seinen feinen leuchtend gelben Streifen ein sehr attraktiver Pflegling. Dieser aus Peru stammende Wels ist mit seiner Endgröße von nur 15 cm für die meisten Aquarien gut geeignet. Zu einer echten Seltenheit ist P. suttonorum (Blauaugenharnischwels) geworden. Es basieren viele Gerüchte über das Verbleiben dieser Art, doch sicher ist eins, er ist nicht ausgestorben. Mit seiner Endgröße von 40-50 cm gehört auch dieser aus dem Einzugsgebiet des Lago de Maracaibo und dem Rio Magdalena stammende Wels zu den größer werdenden Panaquearten.
Beim Futter sind sie meiner Erfahrung nach doch alle gleich. Rohe Kartoffeln, Erbsen und Gurke, da kann kein Panaque widerstehen, aber auch Futtertabletten (besonders Algenwafers) werden gerne genommen. Grundsätzlich gilt: je so härter um so besser. Wichtig ist noch für genügend Holz zum Raspeln zu sorgen, da sonst u.U. eingeklebte Rückwände herhalten müssen. Ein echter Panaque, der was auf sich hält, gleicht einem Tischlerhobel, wobei das nicht übertrieben ist. Spaß beiseite, Holz ist für diese Tiere ein unbedingtes Muss. Was die Tagesaktivitäten angeht, so sind sie im allgemeinen jedoch eher lichtscheu und verkriechen sich am liebsten unter Wurzeln oder in Höhlen. Meiner Erfahrung nach ist es am besten, wenn man ein Welsbecken mit einem Luxorleuchtbalken betreibt, dieser Leuchtbalken ist programmierbar und dimmt sich selbständig herunter. Im Licht der Dämmerung und der Mondscheinphase, kann man dann seine Welse wunderbar beobachten. Auf der Suche nach Futter streifen sie dann langsam und elegant durch das Becken und ziehen fast jeden Aquarianer in Ihren Bann.
Es gibt noch viele weitere Panaquearten, sie alle vorzustellen würde den Rahmen des Fishlight sprengen. Wer mehr wissen will, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Erfahrungen sammeln und austauschen, ist meine Devise, denn bekanntlich lernt der Mensch nie aus.
Meine Meinung: "Das stimmt so nicht!"
Zunächst einmal etwas allgemeines vorweg: Dies ist keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein Bericht eines eingefleischten Aquarianers. Ich bin jetzt 35 Jahre alt und seit meinem 14. Lebensjahr begeisterter Aquarianer. Ich habe in dieser Zeit mindestens ein Aquarium ständig betrieben. Das Maximum waren 18 Becken gleichzeitig. Zur Zeit sind es "nur noch fünf" (500 l Diskus, 500 l Malawisee, 250 l / 120 l / 60 l Aufzucht). Es lässt einen halt nicht los, dieses Hobby / diese Faszination. Ich fing mit der Pflege "einfacher" Fische an. Schwenkte dann aber bald in den Bereich der Cichliden, insbesondere in den Bereich Malawisee ein, nebenbei hatte ich aber auch immer irgendwelche Exoten, Hauptsache groß und farbenprächtig.
Nun zum Thema Diskus:
Wie kommt man in Kontakt mit diesen Fischen?
Durch das intensives Studium der Literaturangebote, Beobachtungen in einschlägig bekannten Aquaristikfachgeschäften, durch Freunde und Bekannte, durch Interesse an etwas Neuem oder durch Börsen.
Warum interessiert man sich für diese Fische?
Ganz einfach: Sie sind etwas besonderes. Ein Aquarianer der ein bischen mehr Erfahrung inm Umgang mit Fischen besitzt, sollte sich hier gereizt fühlen, auch einmal diese "Exoten" zu versuchen.
Einige Gründe für ein Umdenken,
Wie es bei mir mit den Diskus-Fischen anfing:
Ich hatte einen schönen Platz für ein neues Becken im Wohnzimmer frei. Das neue Becken sollte die Größe 200 x 50 x 50 cm haben. Ein passendes Untergestell hinter dem Sofa, möglichst unsichtbar, habe ich durch ein 10 cm Kantholzprofil, mit entsprechender pufffernder Auflage erstellt. Die Abdeckung (gekauft, normalerweise das teuerste Teil einer Anlage) baute ich lieber selbst. Die Entscheidung, eine neue Fischart zu pflegen, brachte mich auf den Weg einmal Diskus-Fischen anzuschaffen.
Nach der Bestellung des Beckens musste ich warten. In der Zwischenzeit waren aber bei zwei Züchtern Jungtiere, in dem von mir bevorzugten Farbschlag rot/türkis abholreif. Da ich mich bereits auf einen Zulauf vorbereitet hatte kamen jeweils fünf Tiere ( Größe 5 - 7 cm) pro Züchter in das selbe 120 l Becken. Man soll ja zukünftigem Inzest vorbeugen. Nachdem das Becken ankam, ich 90 Kilo Kies wusch, Wurzeln auskochte, zwei Außenfilter mit integrierten Heizstäben, Schaumstoff, Siporax und Filterwatte in Betrieb nahm, das Becken bepflanzte und zwei Wochen laufen ließ, zogen die Jungtiere um. Die Fütterung erfolgte während der gesamten Zeit so oft es ging und mit allen möglichen Futtersorten im ständigen Wechsel: Frostfutter (Artemia, Cyclops, Rinderherz, Mischungen, weiße + schwarze Mückenlarven), Lebendfutter (Artemia, Moina, Wasserflöhe, Enchyträen) und Trockenfutter (Artemiaflocke, TetraDiskus, TetraRubin, Tabs). Diskusse sind Gewöhnungstiere, nach dem Motto "was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht". Eine frühzeitige Gewöhnung, unterstützt durch das ständige Interesse an der Nahrungsaufnahme und die natürliche Futterrivalität, führt einen Diskusschwarm in kurzer Zeit dazu, fast alle angebotenen Futtersorten zu verspeisen. Verstärkt wird dies durch den Druck von Fremdfischen (Salmler,...)
Alle Aquaristikinteressierten sollten sich merken: Je größer ein Becken ist, desto leichter läßt sich ein biologisches Gleichgewicht herstellen und desto geringer ist der Pflegeaufwand.
Jetzt steht das Becken 1,5 Jahre und ich habe es nicht bereut, auch diese Tiere zu pflegen. In dieser Zeit erwarb ich noch einen Golden Sunrise Diskus und erhielt nach einer Beckenauflösung eines Freundes vier weitere Türkis/Rottürkis Diskus. Insgesamt also 15 Tiere.
Diesen Frühling fingen dann die ersten Tiere an sich abzusondern und Eier zu legen. Dies geschah in den Kanten, auf der Silikonwulst oder auf Blättern einer Amazonaspflanze. In einem Gesellschaftsbecken, mittlerweile waren mehrere Ancistrus, 10 Sternflecksalmler und 30 Rote Neons integriert worden, ist ein Überleben der Brut unwahrscheinlich. Also kam das erste Pärchen in das 120 l Becken und machte regelmäßig mit seinen Bemühungen weiter. Da dieses Paar (Türkis/Rottürkis - Rottürkis) noch "üben" musste, wurden die Eier in schöner Regelmäßigkeit verputzt. Sie laichten insgesamt cirka 10 mal, alle vier Tage. Der Zeitraum der Pflege zögerte sich aber immer weiter hinaus. Ich versuchte es trotzdem mit einem speziellem Laichschutzgitter, das ich nach der Eiablage über den angebotenen Laichkegel hing. Beim ersten Mal war der Abstand zu groß, so dass die Eier verpilzten. Beim zweiten Versuch schlüpften die Jungen. Die Eltern verhielten sich von diesem Zeitpunkt an vorbildlich. Nach einem gewissen Zeitraum sonderte das Muttertier wahrscheinlich kein Nährsekret mehr ab, so dass die Jungen sich nur noch beim Vater aufhielten. Darauf wurde dieser unruhig und verscheuchte das Weibchen immer öfter, bis ich es entfernen musste. Nach zwei weiteren Woche wurde der Vater von den mittlerweile 1,5 cm großen Jungen fast aufgefressen. Und dies trotz ständigem zufüttern. Auch ihn mußte ich schließlich entfernen. Für die Jungen ergab sich kein Problem. Sie fraßen und fraßen und fraßen... .
Nachdem die Kleinen in ein 250 l Becken wanderten, kam das nächste Paar in die Gelegenheit sich ungestört fortzupflanzen. Hierbei ging alles einfacher, da ich ja jetzt schon mehr Erfahrungen gesammelt hatte. Zur Zeit sind die ersten Nachzuchten bereits abgegeben worden und weitere schwimmen mit den Alttieren im selben Becken.
Als Hobby ist die Haltung von Diskussen nur zu empfehlen. Der Pflegeaufwand ist nicht viel größer als bei anderen Fischen. Während einer Abwesenheit können Futterautomaten für die Verpflegung sorgen. Die Futterkosten sind durch die möglichst große Variabilität im Angebot etwas höher. Eine Zucht sollte, wenn man es nicht professionell betreiben möchte oder feste Abnehmer hat, nicht betrieben werden. Hierbei ist nämlich mit dem imensen Arbeitsaufwand zu rechnen.
Zur Hälterung verwende ich das normale braunschweiger Leitungswasser, das zwar temperiert, aber ohne Zusatzmittel direkt ins Aquarium geleitet wird. Ein Wasserwechsel (20%) erfolgt alle 10 Tage.
Die Werte sind: Temperatur 28°C, KH 2°, GH 2°, PH 6,8, Nitrat 0 - 5 mg/l
Zur Zucht wurden dann die Werte auf 32°C, KH 2°, GH 2°, PH 5,0, Nitrat 0 geändert.
Dirk SchurzkyEin Buntbarsch aus dem Malawisee |
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Der Fisch, in dem es in diesem Bericht gehen soll, heißt mit komplettem Namen Copadichromis borleyi "Kadango", von dem die zwei verschiedene Farbvarianten "Red Fin" und "Gold Fin" auf dem Markt vertreten sind. Auf die Unterschiede komme ich später noch zu sprechen. Da es noch keinen deutschen Namen für diesen Fisch gibt, wird er im Handel auch unter dem Namen Haplochromis "Kadango", womit meistens der "Red Fin" gemeint ist, angeboten. Unter diesem Namen findet man ihn auch in etwas älterer Literatur.
Der Fisch stammt aus dem Malawisee, wobei er nicht im ganzen See zu finden ist, sondern hauptsächlich in der Umgebung des kleinen Fischerörtchens Kadango, welches an der Südost-Küste des großen Sees liegt. Dort bewohnt er die Felsen bis in Tiefen von 15 Metern. Die Art gehört zu den typischen Maulbrütern. Die Männchen werden bis zu 16-17cm lang, wobei diese Größe bei guter Fütterung und einigermaßen geräumigen Aquarien schnell erreicht wird. Die Weibchen bleiben etwas kleiner, können aber auch eine Länge von 12-14 cm erreichen. Die Geschlechtsunterschiede sind schon bei halbwüchsigen Tieren zu erkennen. Bei dem "Red Fin" ist der Kopf leuchtend blau und ab den Kiemen ist der Körper des Fisches orange-rot, was bei dem "Gold Fin" mehr ins Gelbliche geht. Beide Farbformen haben jedoch gemeinsam, dass der Flossensaum hauptsächlich schwarz gefärbt ist und von einem weißen Rand umgeben wird, was einen schönen Kontrast bildet. Die Weibchen haben eine silbrig-graue Färbung, wobei sie bei richtiger Beleuchtung bläulich schillern. Die Flossen sind beim "Red Fin" orange-rot und beim "Gold Fin" gelb. Der "Red Fin" ist meiner Meinung nach bei den Aquarianern beliebter, weil die Farben kräftiger sind.
Doch nicht nur die Farbe oder die Größe, sondern auch das Wohlbefinden des Fisches hängt vom Futter ab. Daher sollte man sie immer abwechslungsreich ernähren. Es bieten sich hauptsächlich die verschiedenen Frostfuttersorten, wie weiße und schwarze Mückenlarven an, aber auch Cyclops, Mysis oder Artemia werden sehr gerne gefressen. Natürlich wird auch gern Lebendfutter genommen. Sie sind aber auch an Flockenfutter oder Futterpellets zu gewöhnen.
Man sollte sie immer in kleinen Gruppen pflegen, die nie weniger als vier Fische beinhalten, weil sie sich sonst in eine Ecke zurückziehen und unwohl fühlen. In der Gruppe sollte ein Weibchenüberhang herrschen, da sich zu viele Männchen gegenseitig bekämpfen. Meine Gruppe zählt zehn Individuen, wobei ein Verhältnis zwischen Männchen und Weibchen von drei zu sieben vorliegt. Ich lasse momentan noch einige Jungfische in dem Elternbecken aufwachsen, wobei ich hoffe, dass sie sich zu Weibchen entwickeln. So kann man seine, vielleicht anfangs kleine Gruppe, mit der Zeit ohne Probleme aufstocken.
Nun zu der Größe des Aquariums in der man diese Fische pflegen oder auch züchten kann. Auf Grund der Körpergröße und der Anzahl der zu pflegenden Fische, sollte die Beckenlänge nicht unter 120 cm und die Breite des Aquariums nicht unter 50 cm liegen. Das Becken ist mit feinem Sand und einigen Steinen zu dekorieren, doch muss immer noch ausreichend Schwimmraum vorhanden sein. Auf Pflanzen kann, muss man aber nicht verzichten, da diese Art sie nicht beschädigt. Doch sollte man sie genügend befestigen, weil zwar nicht übermäßig viel, aber hin und wieder etwas gewühlt wird.
Da er die gleichen Wasserverhältnisse, wie andere Malawiseebewohner benötigt, das heißt, dass der pH-Wert über 7,5 und der dGH-Wert über 12° liegen sollte, kann man ihn auch mit dergleichen vergesellschaften. Jedoch sollten seine Mitbewohner nicht übermäßig aggressiv sein. Nun dürfen natürlich auch eine ausreichende Befilterung und ein mindestens zweiwöchentlicher Wasserwechsel nicht fehlen, da sonst der Nitrat- bzw. der Nitritwert zu hoch werden kann, worauf diese Tiere empfindlich reagieren.
Bei den oben genannte Hälterungsbedingungen muss man dann meistens auch nicht lange warten, bis das Männchen mit einem laichbereiten Weibchen aus der Gruppe zur Fortpflanzung schreitet. Wie oben schon erwähnt ist die Art ein Maulbrüter. Das Weibchen legt ein oder mehrere Eier ab und nimmt sie danach sofort von dem auserwählten Substrat ins Maul auf. Danach zeigt das Männchen seine Eiflecken am hinteren Teil der Afterflosse und das Weibchen will nach dem für sie aussehendem Ei schnappen. In diesem Moment stößt das Männchen eine Samenwolke aus und die Eier im Maul des Weibchens werden somit befruchtet. Falls man den Laichvorgang nicht beobachtet hat, kann man bei dem Weibchen erkennen, das der Kehlsack nach unten hängt. Nach ungefähr vier Wochen entlässt es die Jungfische. Bei kleinen und jungen Weibchen sind Jungfischzahlen von 15-30 normal, doch bei ausgewachsenen Tieren können bis zu 60 Jungfische im Maul der Mutter sein. Dabei muss man aber die Zeiträume zwischen den Ablaichterminen berücksichtigen. Manche Weibchen laichen recht häufig, haben dafür aber nur sehr wenig Eier im Maul und andere laichen dementsprechend selten und tragen dafür viele Eier. Zum Teil richten sich die Fische auch noch nach sozusagen "vorprogrammierten" Laichzyklen, das heißt, dass sie jahreszeitlichbedingt wenig oder oft ablaichen.
Patrick Kemnitz
Tel.: 05307-951864