März 2000
Inhaltsverzeichnis
Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.
Liebe Freunde des Aquarienclubs,
unser Vereinsheft hat einen farbigen Umschlag mit neuem Layout und der
Verein heißt „Aquarienclub Braunschweig e.V.“. Das sind allerdings
nicht alle Neuigkeiten, die wir Ihnen heute nahebringen möchten.
Vereinsumbenennung
Wir haben im Dezember die Umbenennung in „Aquarienclub Braunschweig e.V.“
beschlossen. Dieses hatte einige Gründe. Obwohl wir weiterhin im Jahre
2000 unsere Vereinsbörsen in Dibbesdorf abhalten, kommt doch nur ein
Mitglied aus Dibbesdorf und alle anderen aus dem nahen und weiteren Umland
von Braunschweig. Wir haben Mitglieder aus Wolfsburg, Königslutter,
Salzgitter bis hin nach Peine. So bot es sich an, die Großstadt im
Zentrum unseres Einzugsgebietes in den Vereinsnamen aufzunehmen. Da unsere
Vereinskontakte inzwischen auch weit über Niedersachsen hinaus reichen,
soll für alle schon am Namen erkennbar sein, wo unser Verein zuhause
ist und, entschuldigt liebe Dibbesdorfer, das Dorf Dibbesdorf kennt leider
nicht einmal jeder Braunschweiger. Wie vieles im Leben hat die Umbenennung
auch etwas mit Geld zu tun. Die vielen Aktivitäten wie dieses Vereinsheft,
die Vorträge namhafter Referenten und unser Internet-Auftritt kosten
Geld und daher hoffen wir, auch durch den neuen Namen, weitere Sponsoren
zu gewinnen.
Fishlight
Unser Vereinsmagazin Fishlight erscheint nun schon in der neunten Ausgabe.
Es ist durch den farbigen Umschlag in neuem Layout attraktiver geworden
und so umfangreich und informativ wie nie zuvor. Dafür danken wir
ganz herzlich den Sponsoren, die mit ihren Anzeigen das Heft finanzieren,
und natürlich auch den Autoren aus unserem Verein, die Ihnen ihr Wissen
weitergeben und Sie somit Tipps und Informationen zur Aquaristik bekommen.
Inzwischen erscheinen auch Artikel von Vereinsmitgliedern nicht nur in
unserem Fishlight, sondern auch deutschlandweit z.B. in unserem Verbandsorgan
VDA aktuell.
Internet
Mit etwas Stolz möchte ich hier unsere Internet-Aktivitäten unter
http://www.aquarienclub.de erwähnen. Für
uns ist es selbstverständlich, dass wir das Medium Internet für
unsere vereinsinterne Kommunikation und auch für den Kontakt mit Aquarianern
in nah und fern nutzen.
Unsere Vereinsseiten gehören inzwischen zu den erfolgreichsten
nicht kommerziellen aquaristischen Seiten im deutschsprachigen WWW. Deutschsprachig
heißt dabei, dass die Seiten nicht nur in ganz Deutschland, Österreich,
der Schweiz und anderen europäischen Ländern gelesen werden,
sondern wir auch Besucher aus Thailand, Australien, Saudi-Arabien, Argentinien
und Kanada haben, um nur einfach mal Länder von jedem Kontinent zu
nennen. Den Erfolg mögen ein paar Zahlen dokumentieren, die ich der
Statistik vom 11.02.2000 entnommen habe. Seit Jahresbeginn hatten wir ca.
5.000 Besucher auf unseren Internetseiten. Die online Ausgaben der Fishlights
wurden über 1.700 mal gelesen und die Hauptseite über 1.400 mal
aufgerufen. Unsere neueste Attraktion, das Online-Zierfischlexikon,
das von Lawrence Kemnitz betreut wird, hatte während seines jetzt
sechswöchigen Bestehens insgesamt schon mehr als 1.100 Leser. Wer
sich etwas mit der Materie auskennt, der weiß, dass man solche Zahlen
nur als „überaus erfolgreich“ bezeichnen kann. Wer mir die oben genannten
Zahlen und Länder nicht glaubt, der sei herzlich eingeladen, sich
die statistische Auswertung der log-Datei, die bei jedem Zugriff geschrieben
wird, auf unserer Homepage unter „Statistik“
anzusehen.
Neben den genannten Angeboten bieten wir unter anderem folgende Themen
und Informationen: Chronik, Kleinanzeigen,
Kontaktpersonen, Links,
Mitgliedschaft und Termine.
Für die WWW-Seiten des VDA
(Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V.)
werden wir in Zukunft die Vereinsverwaltung
auf unsere Homepage übernehmen, um auch unsere Dachorganisation beim
Ausbau ihres Internet-Auftritts mit unserer Erfahrung zu Unterstützen.
Natürlich macht ein solch umfangreicher WWW-Auftritt viel Arbeit
und kostet auch Geld. Wer als Sponsor auf unseren
Seiten z.B. durch einen Banner vertreten sein möchte, der maile mir
an webmaster@aquarienclub.de.
Vorträge
Wir haben dieses Jahr für aquaristische Vorträge namhafte Referenten
eingeladen, die eingefleischten Aquarianern sicher bekannt sind. Dazu gehören
z.B. Dr. Andreas Spreinat, Harald Soßna, Harald Hildebrandt und Bernd
Poßeckert. Gäste sind natürlich herzlich eingeladen die
Vorträge zu besuchen, auch wenn Sie kein Mitglied des Vereins sind.
Die Vorträge finden im Waggumer Weghaus am Flughafen Braunschweig
statt.
Zierfischbörsen
Auch für unsere Börsen haben
wir uns etwas einfallen lassen. Wir möchten Ihnen nicht nur Zierfische
direkt vom Züchter sondern auch verstärkt Informationen rund
um die Aquaristik anbieten. Dazu werden wir soweit möglich zu jeder
Börse einen Info-Stand aufbauen. Dort können Sie kostenlos Ihr
Aquarienwasser testen lassen, Fragen an erfahrene Aquarianer stellen, eine
Broschüre „Gutachten über Mindestanforderungen
an die Haltung von Zierfischen“ erhalten und natürlich auch Informationen
über den Verein bekommen sowie sich als neues Mitglied anmelden.
Mitgliedschaft
Für den geringen Jahresbeitrag von 50,- DM für Erwachsene und
25,- DM für Jugendliche bekommt ein Vereinsmitglied
bei uns sehr viel geboten:
-
Erfahrungsaustausch mit Züchtern und Haltern
-
Teilnahme an Versammlungen (jeder 1. und 3. Donnerstag im Monat)
-
Teilnahme an Vorträgen von Vereinsmitgliedern und anderen Referenten
-
Teilnahme an kostenlosen Vereinsveranstaltungen wie z.B. Sommerfest
-
Kostenlose Teilnahme als Anbieter auf unseren Zierfischbörsen
-
Erwerb des Sachkundenachweises des VDA („Führerschein
fürs Aquarium“)
-
Kostenlose Nutzung der umfangreichen Vereinsbibliothek
-
Mitgliedschaft im VDA ist im Vereinsbeitrag enthalten
-
Vierteljährlich erscheinender VDA-Rundbrief (Fachlektüre)
-
In Mitgliedsbeitrag enthaltene Aquaristik-Haftpflichtversicherung
-
Kostenlose EMail-Adresse, z.B. Mustermann@aquarienclub.de
Mit diesen Vereinsbeiträgen gehören wir zu den günstigsten
aquaristischen Vereinen, da davon direkt 23,- DM pro Erwachsenem und 17,-
DM pro Jugendlichem an den VDA abgeführt werden. und somit nicht für
die Vereinsangebote genutzt werden können
Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
Die auf dem Titelbild gezeigte Prachtschmerle (Botia macracanthus) ist
eine sehr häufig im Aquarienhandel angebotene Schmerlenart, die durch
ihre auffällige orange/schwarz Zeichnung mit roten Flossen immer wieder
interessierte Käufer findet.
Die Tiere werden meist in einer Größe um 5 cm angeboten
und es wird selten darauf hingewiesen, dass die sehr langsam wachsende
Fische auf Grund ihrer Endgröße von bis zu 30 cm und ihres Schwarmverhaltens
nur in Aquarien größer 130 cm gehalten werden sollten. Auch
in der Wahl des Futters sind sie sehr wählerisch. Sie frisst mit Vorliebe
Schnecken, Larven und Käfer, vereinzelt auch Futtertabletten, wobei
zu beachten ist, dass diese Schmerlenart ihre Farbintensität schnell
einbüßt, wenn sie nicht artgerecht ernährt wird. Schnecken
sind unbedingt erforderlich und sollten immer in einem separaten Becken
nachgezüchtet werden! Die Färbung lässt mit zunehmenden
Alter jedoch ebenfalls etwas nach. Diese Schmerlenart wird bis zu 25 Jahre
alt.
Also kein Fisch für’s normale Gesellschaftsbecken!
Ein Krebs im Einmachglas:
Louisiana-Zwergflusskrebs
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„Ein Krebs im Einmachglas“ ist eine doch recht provokative Überschrift,
oder? Ich habe diesen Titel bewusst gewählt, da ich heute eine Krebsart
vorstellen möchte, die man schon im kleinsten Aquarium halten kann.
Und ich gebe zu, ich halte einen Krebs bereits seit über einem halben
Jahr in einem Einmachglas und habe ihn bisher nur zweimal gefüttert.
Das Einmachglas ist mit etwas Javamoos und einer zwei Zentimeter Bodenschicht
Filterschlamm eingerichtet. Das Glas steht auf der Fensterbank. Neben dem
Krebs leben darin noch einige Schnecken und Kleinstlebewesen wie Cyclops,
von denen sich der Krebs ernährt.
Beschreibung
Cambarellus shufeldtii sind rötlich braun bis grau, mit vier dunklen
Längsstreifen (selten) oder mit in unregelmäßigen Reihen
angordneten Punkte. Die Weibchen werden größer, sind in Aufsicht
breiter, in Seitenansich stärker pigmentiert und haben insondere mehr
dunkle Flecken. Auch zeigen die Weibchen teilweise einen leichten Blauschimmer.
Männchen haben am Hinterleib, direkt hinter dem letzen Laufbeinpaar,
paarige Paarungsstachel die in Ruhe nach vorne geklappt werden und geringfügig
kräftigere Scheren. Weibchen werden bis 30 mm und Männchen bis
25 mm groß.
Um zu wachsen wird wie bei allen Krebsen und Garnelen von Zeit zu Zeit
der alte Panzer abgestreift. Dies geschieht in den ersten Lebenswochen
recht häufig und später nur alle paar Wochen. Den Panzer sollte
man im Becken lassen, da er von den Krebsen aufgefressen wird. Die ersten
Tage nach dem Panzerwechsel ist der Krebs sehr empfindlich, da der neue
Panzer erst aushärten muss. Während dieser Zeit versteckt sich
der Krebs. Bei Rangeleien mit Artgenossen kann es dann schon mal vorkommen,
dass einer eine Schere oder ein Bein verliert. Aber Krebse haben den Vorteil,
dass Arme und Beine mit jeder Häutung wieder bis zur vollen Größe
nachwachsen.
Als Alterserwartung werden 2 Jahre genannt, was ich allerdings weder
bestätigen noch dementieren kann. Das wird sicherlich auch sehr stark
von Umwelteinflüssen wie Wassertemperatur, Besatzdichte und Nahrungsangebot
abhängen.
Herkunft
Diese sehr klein bleibende Krebsart kommt aus Louisiana (USA) und bewohnt
Tümpel im Einzugsgebiet des Mississippi. Die Trockenzeit verbringt
die Art eingegraben im Schlamm.
Haltung
Die Haltung dieser Tiere ist unproblematisch. Der pH-Wert sollte um 7 liegen
und die Temperatur zwischen 20°C und 25°C betragen. Allerdings
werden auch Temperaturen von 10°C bis 30°C vertragen. Sie lassen
sich in weichem bis hartem Wasser halten. Bei mir liegt die Gesamthärte
bei ca. 8 dgH. Diese Krebsart möchte ich als friedlich bezeichnen.
Aufgrund ihrer Größe können sie keinem Fisch gefährlich
werden, sondern eher umgekehrt. Ein Paar Corydoras habrosus lebt bei mir
mit über 100 Krebsen zusammen in einem 100 Liter Becken. Auch die
fünf Ancistrus hoplogenys mit einer Größe bis zu 13 cm
werden nicht einmal gekitzelt. In einem Gesellschaftsbecken mit vielen
Fischen würden sie allerdings nicht zur Geltung kommen, daher empfiehlt
sich ein Artbecken mit etwas Gesellschaft, wie ich es bereits genannt habe.
Untereinander sind die Krebse recht verträglich. Nur wenn sich
ein Tier frisch gehäutet und keinen sicheren Versteckplatz gefunden
hat, kann es sein, dass ihm ein Artgenosse mal ein oder mehrere Arme/Beine
abschneidet. Diese wachsen bei den nächsten Häutungen dann wieder
nach. Auseinandersetzungen werden durch Drohen mit den großen Scheren
ausgemacht. Der ängstlichere gibt dann in der Regel nach.
Einrichtung des Aquariums
Das Aquarium sollte viele Versteckmöglichkeiten bieten, da sich die
Alttiere und insbesondere Eier tragende Weibchen gern im Verborgenen aufhalten
und nur zum Füttern hervor kommen. Jungtiere sind nicht ganz so scheu.
Die Tiere halten sich nicht nur am Boden, sondern auch gern mal in den
Pflanzen an der Wasseroberfläche auf. Das Becken kann und sollte gut
bepflanzt werden. Die Krebse fressen keine gesunden Pflanzen. In einem
10 Liter Becken können gut 5 Tiere gehalten werden. Auch hier gilt,
je größer das Becken um so besser. Will man züchten, empfiehlt
sich sowieso ein Becken ab 60 cm. Mein 100er Krebsbecken beherbergt zur
Zeit sicher über 40 ausgewachsene Tiere. Dies ist nur möglich,
weil das Becken mit vielen Versteck- und Klettermöglichkeiten versehen
ist. Als Einrichtung verwende ich mit Javafarn und Anubias bewachsene Wurzeln,
schwimmendes Hornkraut und dünne Bambusrohrstücke. Höhlen
im Bambus oder in Wurzeln sollten einen maximalen Durchmesser von 15 mm
haben, da sie sonst nicht als Versteck angenommen werden. Ich habe zwei
auf natürlichem Wege "getunnelte" Holzstücke, die ständig
bewohnt sind. Allerdings kann man sich auch selbst mit einem breiteren
Holzbohrer tiefe (mindestens 4 cm) Löcher in die Wurzeln bohren.
Zucht
Die Zucht ist bei guter Pflege und ausreichend Platz einfach und geschieht
"von selbst". Die Begattung erfolgt, indem das Männchen das Weibchen
bei den Scheren packt und auf den Rücken dreht. Mit seinen Begattungshaken
hält er das Weibchen für bis zu einer Minute fest und übergibt
das Spermienpaket. Die Eier werden vom Weibchen etwa 4 Wochen getragen,
bis die kleinen Krebse schlüpfen. Die Tragzeit hängt stark von
der Wassertemperatur ab.
Die Jungtiere werden nach dem Schlupf noch ca. 2 Tage von der Mutter
getragen, bis sie fertig entwickelt sind. Wenn sie die Mutter verlassen,
sind die Jungtiere ca. 4 mm groß und halten sich wenig versteckt
in allen Bereichen des Aquariums auf. Anschließend häutet sich
das Weibchen und verpaart sich neu. Die Tiere sind nicht sehr produktiv,
das heißt, ein Weibchen trägt nur ca. 10 bis 30 Eier.
Futter
Natürlich kann man die Krebse auch mit Flockenfutter ernähren,
sollte man aber nicht. Die Krebse sollten abwechslungsreich mit tierischer
und vegetarischer Kost ernährt werden. Neben Futtertabletten kann
das Frostfutter und z.B. auch gefrorene Erbsen sein, die übrigens
sehr gern genommen werden. Bei totem Futter, sind die Krebse sehr gemächliche
Fresser, die nicht gleich aus ihren Verstecken kommen, wenn gefüttert
wird. Bei kleinem Lebendfutter, wie z.B. Wasserflöhen, sieht das anders
aus. Mit erhobenen Scheren versuchen die kleinen Kobolde, ihre Opfer zu
erwischen.
Übrigens habe ich ein Futter gefunden, für das sie auch aus
ihren Verstecken kommen: Ancistrus Laich. Da ich keinen Platz für
weitere Ancistrus dolichopterus habe, kam ich auf die Idee, den Laichklumpen
aus der Höhle des Ancistrus Männchens zu entfernen und die Krebse
damit zu füttern. Inzwischen gehört dies zum Lieblingsfutter
der Krebse. Der Vorteil gegenüber Frostfutter ist, dass Antennenwels-Laich
das Wasser nicht belastet und auch über mehrere Tage im Wasser frisch
bleibt. Eine Überfütterung ist somit nicht möglich.
Sehr wichtig für die Ernährung scheint mir totes Laub zu
sein. Ich füttere meine Krebse mit totem Eichenlaub. Dazu nehme ich
kleine vertrocknete Äste mit Laub von abgestorbenen Bäumen oder
Ästen, die ich einfach unbehandelt ins Wasser tue. Nach einem Tag
geht das Laub von alleine unter. Man sieht immer wieder Krebse am Laub
knabbern.
Literatur
Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
Vorsicht Algen!
Die gefürchtetste Alge im Aquarium ist zweifelsohne die Pinselalge.
Sie setzt sich gnadenlos an alle Einrichtungsgegenstände, Pflanzen
und die Aquarienscheiben und wächst dort in Form eines Büschels.
Ein wirksames Gegenmittel ist noch nicht bekannt. Die Pinselalgen können
in jedem Aquarium überraschend ausbrechen, z.B. werden sie mit Pflanzen
eingeschleppt, wobei die Pflanzen selbst nicht einmal die Algen haben müssen.
Begünstigt wird der Algenwuchs durch hohe Wasserbelastung, ausgelöst
eventuell durch eine zu üppige Fütterung oder einen nicht durchgeführten
Wasserwechsel. Dies gilt natürlich nicht nur für Pinselalgen,
sondern für alle Arten von Algen. Regelmäßiger Wasserwechsel
schützt vor Algen. Ein weiterer Fehler, der häufig gemacht wird,
ist der, dass die Filtermasse immer penibel rein gehalten wird. Dies ist
nicht der Sinn eines Filters. In der Filtermasse sollen sich Mikroorganismen
bilden, die die Schadstoffe im Aquarium abbauen. Reinigt man die Filtermasse
zu oft oder wird bei einer Reinigung die Filtermasse völlig gesäubert,
sind schlagartig alle Mikroorganismen verschwunden, die vorher die Schadstoffe
in weniger schädliche Stoffe umgewandelt haben, was dazu führt,
dass sich die Schadstoffe im Aquarienwasser anhäufen. Dadurch können
Algen besser wachsen. Ein weiterer Faktor zur Begünstigung des Algenwuchses
ist zu viel Licht. Das Licht kann entweder von der Aquarienbeleuchtung
oder von Sonneneinstrahlung zu intensiv sein. Daher sollte das Aquarium
auch keinesfalls im direkten Einflussbereich der Sonne stehen. Bemerkt
man trotzdem, dass die Beleuchtung zu stark ist, kann man die Beleuchtungsdauer
oder die Beleuchtungsstärke verringern.
Besonders anzuraten ist, falls Pinselalgen im Aquarium auftreten, keine
Pflanzen oder Fische aus diesem Aquarium in andere umzusetzen, da die Gefahr
einer Verschleppung der Algen in andere Aquarien besteht. Auch bei Keschern
und dergleichen sollte darauf geachtet werden, dass sie erst abtrocknen
müssen, besser abgekocht werden, bevor sie bei anderen Aquarien verwendet
werden.
Zur Beseitigung dieser Alge kann gesagt werden, dass es nur in der Anfangsphase
Sinn hat, Maßnahmen zu ergreifen. Ist erst einmal das gesamte Aquarium
veralgt, besteht wenig Möglichkeit, das Aquarium wieder algenfrei
zu bekommen.
Bemerkt man die kleinste Alge in seinem Aquarium, sollte sie schleunigst
entfernt werden, da sie sich sonst ausbreitet. Parallel dazu sollte ein
Wasserwechsel durchgeführt werden und die Beleuchtung überprüft
werden.
Die Ursache für die Alge muss schleunigst beseitigt werden,
da sonst bald mehrere folgen werden. Dies hört sich für einen
Unbeteiligten leicht überspitzt dargestellt an, ist es aber garantiert
nicht. Bei starkem Befall bleibt nämlich nur noch, das Aquarium vollkommen
zu entleeren und dies einige Zeit trocken stehen zu lassen. Vor der Neueinrichtung
sollte das Aquarium noch einmal gründlichst gereinigt werden. Auch
der Filter und andere Einrichtungsgegenstände sollten austrocknen
und nach Möglichkeit mit heißem Wasser abgespült werden,
um jede Chance der Neuinfektion auszuschließen. Außerdem muss
nach der Ursache der Algen gesucht werden, um beim neu eingerichteten Aquarium
nicht wieder Algen zu bekommen. Die Pflanzen aus dem veralgten Becken können
sie getrost vernichten, da sonst das Risiko eines Neuausbruchs gegeben
ist. Der Kies sollte entweder vollkommen erneuert, oder abgekocht werden.
Im neu eingerichteten Aquarium sollten zunächst schnell wachsende
Pflanzen, die Stengelpflanzen, eingesetzt werden, die schneller anwachsen
und ihre „Arbeit“ im Aquarium aufnehmen. Später können dann Solitärpflanzen,
wie zum Beispiel Amazonas eingebracht werden. Die Einlaufphase von mindestens
zwei Wochen, besser noch mehr, sollte nicht unterschritten werden und auch
bei dem Fischbesatz sollte zunächst vorsichtig vorgegangen werden.
Setzen Sie nach und nach Fische dazu und bedenken Sie, dass es nicht die
Masse, sondern die Qualität ausmacht. Setzten Sie auch algenfressende
Fische ein, bei uns haben sich Black Mollys und Siamesische Rüsselbarben
bewährt.
Denken Sie immer daran: Wenn die Algen erst einmal ausgebrochen sind,
ist schnelles und bedachtes Handeln erforderlich, um einen Erfolg zu erzielen.
Kurz ansprechen möchte ich noch die Schmieralge. Sie legt sich
wie ein Teppich über den Aquarienboden und die Einrichtung sowie die
Aquarienpflanzen. Die Beseitigung dieser Alge ist jedoch um einiges einfacher.
Mit einem Schlauch kann man den Film regelrecht abziehen, jedoch bilden
sich schon kurze Zeit danach wieder neue Algenstellen, die auch erstaunlich
schnell wachsen. In diesem Fall kann man die Temperatur herunterstellen
und mehr Pflanzen einsetzten. Viele Pflanzen im Aquarium sind auf jeden
Fall anzuraten, da diese die Nährstoffe im Wasser schnell verwerten
und somit weniger für Algen vorhanden sind. Beugen Sie also lieber
vor, damit Ihr Aquarium lang ansehnlich bleibt.
Zeolith
Eine erstaunliche Entdeckung machte der schwedische Mineraloge Baron Axel
F. Cronstedt im Jahre 1756. Er fand in einer Miene in Schweden ein gut
ausgebildetes Kristall. Dieses Mineral begann zu brodeln, wenn man es
stark genug erhitzte, gerade so, als würde es sieden.
Der Baron nannte dieses Gestein nach dem griechischen ZEO (sieden)
und LITHOS (Stein), daher Zeolithe. Dieser Name steht heute für eine
ganze Mineralklasse. Seither wurden rund 40 solcher natürlichen Zeolithe
mit unterschiedlichen Qualitäten entdeckt. Chemische Analysen und
Stukturuntersuchungen ergaben, dass die Zeolithe hauptsächlich aus
Silicium, Aluminium und Sauerstoff bestehen. Zahlreiche andere Elemente
sind noch enthalten, wie z.B. Natrium und Kalzium. Es stellte sich heraus,
dass Zeolith-Kristalle hochporös und von zahlreichen submikroskopischen
Kanälen durchzogen sind, in denen sich Wasser befindet, das bei höheren
Temperaturen brodelnd entweicht. Naturzeolithe waren in den 50-er Jahren
ein hochwertiger Rohstoff für die Industrie, aber nicht in ausreichender
Menge vorhanden. Es wurden hauptsächlich synthetisch hergestellte
Zeolithe eingesetzt. Heute sind ausreichende Mengen mit entsprechend guter
Qualität vorhanden. Australien, Neuseeland und Japan sind Länder,
die sehr gute Qualitäten liefern.
Die Verwendungsmöglichkeiten des Zeolith sind sehr vielfältig,
z.B. für die Aquaristik, Gartenteiche, Fischzucht, Schwimmbadfilter
und Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Es steht in verschiedenen Körnungen
zur Verfügung. Zeolith ist auch in der Lage, Gerüche zu neutralisieren
(Gerüche, die aus biologischen Umsetzungsprozessen entstehen, wie
z.B. Müll, Toiletten, Aschenbecher usw.).
Gartenteiche, die mit Teicherde, Lehm, Torfsubstraten oder Mutterboden
angelegt werden, haben ein Überangebot an Nährstoffen. Die Wasserpflanzen
können dieses Überangebot nicht aufnehmen. Es ist die beste Nahrungsgrundlage
zur Algenbildung. Wasserpflanzen sollen ihre Nährstoffe aus dem Wasser
ziehen, in dem sie in ausreichender Menge vorhanden sind und durch absterbendes
Pflanzenmaterial ständig nachgebildet werden. Überschüssige
Erde, Lehm oder Torf sollten entfernt werden, um einen normalen Nährstoffkreislauf
herzustellen.
Sind Gartenteichfilter vorhanden, entferne ich alle im Filtertopf befindlichen
Mineralien, wie z.B. Filterkohle, Torfsäcke, Granulate usw. Der Filtertopf
wird mit Zeolith gefüllt und mit einem Schwamm oder Filterwatte bedeckt,
um den Großschmutz abzufangen. Ist das Wasser stark verschmutzt,
reinigen Sie den Schwamm/Watte in den ersten Wochen alle 8-14 Tage. Die
Durchlaufgeschwindigkeit des Wassers sollten Sie reduzieren. Je langsamer
das Wasser durch einen Filtertopf fließt, um so stärker ist
die biologische Reinigung.
Zeolith-Anwendung ohne Gartenteichfilter: Netzbeutel mit Zeolith füllen
und in ca. 20-30 cm Wassertiefe legen. Sobald das Zeolith mit Wasser in
Berührung kommt, zieht es aus seinem Umkreis die überschüssigen
Nährstoffe ab.
Aquarienfilter werden ähnlich wie Gartenteichfilter mit Zeolith
gefüllt. Habe ich Tonröhrchen im Einsatz, nehme ich 1/3 Röhrchen
und 2/3 Zeolith. Der Schwamm oder die Watte fangen den ersten Grobschmutz
ab. Die Dosierung beim Einsatz im Gartenteich: ca. 1 kg pro 1 m3 Wasser.
Für die Filterung im Aquarium: ca. 100-150 g/100 l Wasser. Eine Überdosierung
ist nicht möglich. Nach ca.8 Monaten sollte das Zeolith ausgewechselt
oder regeneriert werden. Die Regenerierung für Süßwasser
erfolgt über Kochsalz. 5 g jodfreies Kochsalz pro Liter Wasser auflösen.
24 Stunden in der Salzwasserlösung stehen lassen, danach gut auswaschen
und wieder einsetzen. Bei stark belasteten Aquarien ist ein Wechsel mit
neuem Material ratsam.
Positives können auch Zierfischhändler, -züchter und
Aquarianer berichten. Ein 500 l Schaubecken im Verkaufsraum, mangelnde
Pflege, starker Fischbesatz, zeitweise Überfütterung, dadurch
Bildung von Pinselalgen. Einsatz von 3 kg Zeolith im Bio-Außenfilter
– nach einiger Zeit totaler Rückgang der Pinselalgen.
Die Hitze einer Handlampe in einer Plastikbox verursachte einen Schwelbrand.
Die dadurch entstandenen Gase gelangten in die Belüftungsanlage und
wurden in die Becken gepumpt. Es geschah in den Nachtstunden. Alle Fisch
waren morgens tot. Die Fische in den Aquarien mit Zeolith gefiltert, schwammen
trotz der giftigen Gase ohne Schäden umher.
Ein 240-Liter Becken, starker Fischbesatz, Pflanzenwuchs normal. Algenwuchs
stellte sich ein. Es wurden zwei Außenfilter angeschlossen. Filter
1 mit normalem Aufbau. Filter 2 mit Zeolith/Schaumstoff und Watte. Hier
nach einiger Zeit Algenrückgang und bis heute keine Algen mehr. Zeolith
wird nach ca. 8-10 Monaten ausgewechselt.
Meine eigenen Erfahrungen mit Zeolith: Guppy, Platys, Black Mollys,
so fing es einmal an. Erst ein Aquarium, dann zwei usw. Jungfische waren
auf einmal reichlich vorhanden. Ein Becken 100/40/40 wurde mit Zeolith
eingerichtet. Als Bodengrund haben wir ca. 6 cm Zeolith genommen. gefiltert
wurde mit einem Aqua-Clear. Pflanzen wurden in kleinen Töpfen eingestellt.
Hier wurden ca. 500 Black Mollys großgezogen (ohne Verluste).
In einem zweiten Versuch wurde eine Schwertamazonas (ca. 15 cm groß)
in einem Blumentopf mit Zeolith gepflanzt und in das Aquarium eingelassen.
Die Pflanze wuchs zusehends, sie hatte bald 30 cm erreicht und bedeckte
das halbe Becken in der Breite. Beste Erfolge mit Zeolith habe ich gerade
bei Black Mollys beobachtet. Daher arbeiten wir in der Zucht sehr viel
mit Zeolith.
Literatur:
Eine „buckelige Begegnung“
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Zahlreiche Buntbarscharten bilden vor allem beim männlichen
Geschlecht einen mehr oder weniger großen Buckel. Dieser dient zum
Teil zur Geschlechtsunterscheidung. In diesem Bericht möchte ich
über eine Buntbarschart berichten, bei der dies nicht zutrifft, da
sich auch ein Buckel bei den Weibchen bildet. Dieser Vertreter trägt
den Namen Tanganjikabeulenkopf, Cyphotilapia frontosa, der seinem
Namen wirklich gerecht wird. Wie es der Name schon verrät, stammt
er aus dem Tanganjika-See, der in dem Zentralafrikanischen Grabenbruch
liegt und an die Länder Zaire, Tansania, Sambia und Burundi grenzt.
Die Form des Sees ähnelt der des Malawi-Sees und ist im Vergleich
zum Victoria-See eher langgezogen. Die Hauptzuflüsse des Tanganjika-Sees
sind der Ruzizi und der Malagarasi, der Hauptabfluss ist der Lukuga-Fluss,
der in den Kongo mündet. Der zweitgrößte See in Afrika
liegt 773 Meter über dem Meeresspiegel, ist rund 680 Kilometer lang,
an der engsten Stelle 20 und an der breitesten 80 Kilometer breit, daher
hat er ungefähr eine Fläche von 34000 Quadratkilometern mit einer
Tiefe von maximal 1435 Metern. Der Tanganjikabeulenkopf lebt dort in Tiefen
von 20-30 Metern. Recht ungewöhnlich ist es, dass er ein Maulbrüter
ist, doch für seine Größe nicht sehr produktiv. Die Färbung
ist sehr schlicht, aber auffällig: über die weiße Grundfärbung
ziehen sich fünf bzw. sieben schwarze Querstreifen. – sozusagen das
Zebra unter den Fischen. Die Querstreifen sind von der Herkunft des Tieres
abhängig, jedoch finde ich die fünfstreifige Art ansprechender,
weil bei ihr der Kontrast zwischen schwarz und weiß besser zur Geltung
kommt. Ein ausgewachsenes Tier kann eine Länge von ungefähr 35
cm erreichen, doch auch schon mein Männchen misst knappe 30cm und
wirkt mit seinem voll ausgeprägten Buckel auf der Stirnpartie extrem
riesig. Ich halte meine Gruppe in einem Aquarium mit 120 cm Kantenlänge,
60 cm Tiefe und 50 cm Höhe, welches ungefähr 360 Liter fasst.
Viel kleiner sollte das Becken zur Haltung oder Zucht auf keinen Fall sein.
Man sollte es mit feinem Kies oder Sand auslegen und mit einigen Steinen,
die sich zu Höhlen zusammenfügen, bestücken. Pflanzen
sind nicht notwendig, aber eine Bereicherung des Beckens, jedoch müssen
diese hart und ausreichend „verankert“ sein. Die Tanganjikabeulenköpfe
benötigen aufgrund ihrer Größe auch genügend Schwimmraum,
um sich entfalten zu können. Das Wasser sollte eine Härte von
ungefähr 12dGH, einen pH-Wert über den Neutralpunkt und eine
Temperatur zwischen 24 und 28 Grad Celsius haben.
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sie relativ träge und
scheu sind, da sie sich sofort in ihre Höhle zurückziehen, wenn
man in die Nähe des Aquariums tritt. In der Literatur habe ich schon
oft gelesen, dass man sie ausschließlich nur mit Lebendfutter ernähren
könne, was ich hiermit aber widerlegen möchte, da sie bei mir
Grünfuttertabletten, Barschsticks und normales Trockenfutter nehmen,
aber natürlich auch Frostfutter aller Art oder jegliches Lebendfutter.
Wenn man sich nun für solch einen Fisch entschieden hat, sollte
man sich eine Gruppe von heranwachsenden „Frontosas“ anschaffen, da sie
erstens noch relativ erschwinglich sind und zweitens sich große Barsche
nur schlecht an eine andere Umwelt gewöhnen können. Jedoch darf
man nicht vergessen, dass auch diese irgendwann einmal auf ca. 30 cm herangewachsen
sind und ein ziemlich großes Becken beanspruchen. Man sollte sie
auch immer in einer kleinen Gruppe halten, da sie sich alleine nicht wohl
fühlen. Im Artbecken können sie sich am besten entfalten, doch
auch die Vergesellschaftung mit anderen Cichliden ist möglich. Diese
dürfen nicht zu klein sein, da sie ansonsten aufgefressen werden.
Natürlich ist auch zu berücksichtigen, dass ein großes
Tier auch eine große Menge an Futter benötigt und dementsprechend
viel Dreck macht.
Zur Zucht benötigt man ein möglichst großes Becken mit
einer Einrichtung, die der oben genannten entspricht. Die Wasserwerte sollten
auch im großen und ganzen den obigen ähneln. Um diese Art erfolgreich
nachzuzüchten, dürfen die Zuchttiere nicht zu klein sein, jedoch
muss auch das Verhältnis zwischen den Geschlechtern stimmen. Geeignet
wären zum Beispiel ein Männchen und zwei bis drei Weibchen. Wie
oben schon gesagt, handelt es sich bei dieser Art um einen Maulbrüter,
doch dauert es bei dieser Art ungefähr 6 oder sogar 8 Wochen bis die
Jungen aus dem Maul der Mutter entlassen werden. Dies hängt von der
Wassertemperatur ab, d. h., wenn man die Temperatur auf ca. 28 Grad Celsius
erhöht, verringert sich die „Brutzeit“ der Eier. Doch wenn die Jungfische
entlassen werden messen sie eine Länge von ungefähr 1 bis 2 cm.
Sie nehmen Artemia, Cyclops oder Moina als Erstfutter, doch auch die Grünfuttertabletten,
die ich bei fast jeder Zucht oder Aufzucht verwende, haben sich wieder
bewährt. Trotz ihrer Größe bei dem Entlass aus dem Muttermaul,
wachsen sie in den kommenden Wochen nicht ganz so schnell heran, wie man
es zuerst erwartet.
Wer gerne ein paar kleine Jungfische ersteigern oder noch weitere Informationen
zu diesem Fisch haben möchte, melde sich bei mir.
Patrick Kemnitz, 16 Jahre
Mitglied bei der
Bannerwelt